Archiv des Autors: Zeilenkino

Zehn Fragen – Film

Nun dachte ich, mit dem zehn Fragen Buch-Stöckchen sei der Filmstockreigen an mir vorbei gegangen, aber Dennis von den Filmosophen hat mich doch noch beworfen. Bevor es morgen also endlich wieder eine Krimi-Kritik gibt, hier zehn Film-Dinge, die ihr bestimmt schon immer von mir wissen wolltet …

1. Filmfestivals gibt es gefühlt an jedem Ort und zu jedem Thema. Wenn Du genug Geld hättest, um eines aus dem Boden zu stampfen, wo würdest du es ansiedeln und vor allem zu welchem Thema?
Hmm, ich würde das Geld ehrlich gesagt eher nutzen, um die Berichterstattung über kleinere Festivals bspw. mit Reisekostenunterstützung etc. zu erleichtern. Weiterlesen

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Media Monday #129

1. Nicolas Winding Refn und Meryl Streep müssten wirklich mal einen Film zusammen machen, denn ich würde zu gerne einen Refn-Film mit einer starken weiblichen Hauptrolle und einen Streep-Film jenseits aller bisherigen Streep-Filme sehen.

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2. Kürzlich habe ich „All is lost“ im Kino gesehen, der erst Anfang 2014 regulär startet, und damit jetzt schon einen starken Favoriten auf den besten Film des Jahres 2014 (nach Starttermin).

3. Bitterlich geweint habe ich bei „The Broken Circle Breakdown“.

4. Das süßeste sprechende Tier ist Kermit der Frosch. Auch das klügste, witzigste und beste.

5. „Fack ju Göhte“ hat überhaupt nicht meinen Erwartungen entsprochen. Das ist aber positiv zu werten, denn ich hatte nicht erwartet, dass ich bei diesem Film tatsächlich an den vom Regisseur gedachten Stellen lachen müsste.

6. Von der Serie „True Detective“ verspreche ich mir viel, weil die Hauptrollen von Matthew McConaughey und Woody Harrelson gespielt werden.

7. Mein zuletzt gesehener Film war „Philomena“ und der war berührend und lustig, weil Judi Dench als rührige alte Dame und Steve Coogan zynischer Journalist wunderbar harmonieren und eine traurige, wahre Geschichte erzählt wird.

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„Tage am Strand“ – Ein Vergleich von Buch und Film

Es ist ein idyllischer Anblick, der sich der Kellnerin Theresa zu Beginn von Doris Lessings Novelle „Großmütter“ am Strand offenbart: Eine Gruppe gutaussehender Menschen, zwei Frauen um die Sechzig, ihre Söhne und deren kleinen Töchter, sitzen zusammen und „Seligkeit und Glück“ scheinen in der „heißen blauen Luft zu schimmern“. Doch dann taucht eine der Ehefrauen der Söhne auf und zerstört dieses Idyll. Sie hat etwas herausgefunden – und es folgt ein Rückblick, der von den Hauptfiguren Lil und Roz erzählt. Von Kindesbeinen an sind sie beste Freundinnen und verbringen am Strand glückliche Tage miteinander. Sie heiraten zur gleichen Zeit, bekommen jeweils einen Sohn und als Lils Mann stirbt, scheint es endgültig keinen Platz mehr für Roz‘ Ehemann zu geben. Fortan verbringen die Frauen mit ihren Söhnen die Tage allein. Eines Tages beginnen sie eine Beziehung mit dem Sohn der jeweils anderen, die über Jahre geht und schließlich von ihnen beendet wird. Lil und Roz sind diejenigen, die den Ton angeben – und schließlich wollen sie, dass ihre Söhne heiraten und sie zu den titelgebenden Großmüttern machen. Ihre Söhne haben ihnen diese Entscheidung jedoch niemals verziehen und als nun die Ehefrauen Briefe entdecken, in denen diese Beziehung aufgedeckt werden, zerbricht auch der Lebensentwurf der Großmütter Lil und Roz.

Die Gefahr des privilegierten Narzissmus

Roz und Lil am Strand (c) Concorde

Roz und Lil am Strand (c) Concorde

In oftmals schwülstigen und kitschigen Tönen erzählt Doris Lessings Novelle weniger von älteren Frauen, die sich mit jüngeren Männern einlassen, als vielmehr von dem Leben privilegierter Figuren, die völlig in ihrem selbst erschaffenen und selbstgenügsamen Idyll aufgehen. Für die Frauen gibt es nur ihre Freundschaft, ihr ordnen sie letztlich alles unter. Ihre Söhne sind ein Teil dieser Welt geworden, so dass sie ihre Rolle erfüllen. Auch die Enkeltöchter scheinen perfekt hineinzupassen, fast könnte es eine Wiederkehr dieser Freundschaft geben. Jedoch zerstören die Ehefrauen mit einem Blick von außen und der Wahrheit diese heile Abgeschiedenheit. Weiterlesen

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Media Monday #128

Heute dreht sich beim Media Monday alles um sehr um mich – und da mich Wulf außerdem noch mit einem Stöckchen beworfen hat, gibt es heute auch meine Antworten zu zehn Buch-Fragen zu lesen!

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1. Wenn dein Leben ein Film wäre, welcher wäre es? Irgendetwas zwischen „When Harry Met Sally“, allerdings bin ich eher Jess oder Sally am Ende des Films, und „Reprise“.

2. Sammelst du außer Filmen sonst noch etwas? Ich sammle ja noch nicht einmal Filme, allerdings möchte ich hier meinen achtjährigen Neffen bei seinem letzten Besuch zitieren: „Sag mal, sammelst Du etwa Bücher?“.

3. Der lustigste Film, den du kennst? Puh, zuletzt habe ich sehr bei „Adams Äpfel“ gelacht, aber es gibt bestimmt noch lustigere Filme.

4. Welche 3 Filme würdest du vom Feuer retten? Ich besitze ja nur DVDs, die ich ersetzen kann, aber davon wären es „Network“, „Olso, 31. August“ und „Chinatown“.

5. Gibt es ein Genre, mit dem man dich jagen kann? Nein. Aber ich gucke nur sehr selten Horrorfilme.

6. Welchen Film wolltest du schon immer sehen, bist aber bisher nie dazu gekommen? „Profession: Reporter“ von Antonioni ist einer der wenigen Filme mit Jack Nicholson, den ich noch nicht kenne. Aber er steht schon hier.

7. Das beste Stöckchen, an dem ich je teilgenommen habe, war natürlich der Media Monday! 😉

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Zehn Fragen zu …

Wulf vom Medienjournal will es diese Woche ganz genau von mir wissen und hat deshalb nicht nur die üblichen Media-Monday-Fragen gestellt, sondern mich auch noch mit einem Stöckchen beworfen.

1. Wenn dein Leben ein Buch wäre, welches wäre es?
Ich wünschte, es wäre „Pu der Bär“, aber es ist mehr „Shanghai Performance“.

2. Bücher sammeln oder lesen und weg damit?
Sammeln würde ich es nicht nennen, da ich viele Bücher verschenke oder spende. Aber manche Werkausgaben würde ich nicht weggeben.

3. Das Buch, das dich am meisten bewegt hat?
Sehr beschäftigt hat mich zu Studienzeiten „Der Zauberberg“, da ich es auch in einer persönlich etwas schwierigeren Zeit gelesen habe.

4. Drei Bücher, die du immer und immer wieder lesen könntest?
„Der Zauberberg“ von Thomas Mann, „Der Killer stirbt“ von James Sallis und „Pu der Bär“ von A.A. Milne

5. Welches Buch würdest du gerne einmal verfilmt sehen?
Da ich beruflich viel über Literaturverfilmungen schreibe, werde ich das häufiger gefragt und meine Standard-Antwort ist die Turner-Trilogie von James Sallis. Allerdings könnte ich mir auch „Diese Dinge geschehen einfach so“ von Taiye Selasi als Film vorstellen.

6. Lieblingsdetektiv/-ermittler?
Seit Jahren gehört mein Herz Philip Marlowe.

7. Was liegt momentan auf deinem Nachttisch?
Ha, ich habe gar kein Nachtisch und lese auch nicht im Bett. Meine aktuelle Lektüre sind aber „In der Nacht“ von Dennis Lehane, „Historical Dictionary of Scandinavian Cinema“, „Ragtime“ von E.L. Doctorow, der achte Band der „Peanuts“ und „Nichsolson: A Biography“.

8. Optimales Ambiente für die Lektüre eines guten Buches?
Angenehm warm, ruhig und gemütlich. Deshalb lese ich am liebsten und auch am meisten in meinem Pöang-Sessel im Wohnzimmer mit einer Tasse Tee in greifbarer Nähe.

9. Gibt es ein Genre mit dem man dich jagen kann?
Nein, grundsätzlich bin ich allem gegenüber offen. Allerdings lese ich kaum historische Romane, Science Fiction, Horror und Liebesromane.

10. Welches Buch wolltest du schon immer lesen, bist aber bisher nie dazu gekommen?
Wenn es doch nur eines wäre! Aber die Lücken, die mich sehr schmerzen, sind die Josephsromane von Thomas Mann (da ich sonst fast alles von ihm gelesen habe) und „Ulysses“ (mit dem habe ich aber immerhin bereits angefangen).

Freuen würde mich, wenn Caterina von Schöne Seiten, Peter von crimenoir und My Crime Time die zehn Fragen ebenfalls beantworten würden.

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Dänisches Kino: „Nach der Hochzeit“ von Susanne Bier

Jacob Peterson (Mads Mikkelsen, „Jagten“) ) leitet ein Waisenhaus in Indien, das kurz vor der Schließung stellt. Aus seiner Heimat Dänemark winkt ihm finanzielle Unterstützung, allerdings verlangt der reiche Jørgen (Rolf Lassgård), dass Jacob selbst nach Dänemark kommt, um den Scheck entgegenzunehmen. Widerwillig reist Jacob nach Kopenhagen, verspricht aber vorher seinem Ziehsohn Pramod (Neeral Mulchandani), dass er rechtzeitig zu seinem Geburtstag wieder zurück ist. In Dänemark erfährt er dann, dass sein Projekt lediglich in der engeren Auswahl für finanzielle Förderung ist und Jørgen mit der Entscheidung noch warten will. Da Jacob alleine in Kopenhagen ist, lädt ihn Jørgen zu der Hochzeit seiner Tochter Anna (Stine Fischer Christensen) ein. Dort begegnet Jacob nicht nur seiner ersten große Liebe Helen (Sidse Babett Knudsen) wieder, die mittlerweile mit Jørgen verheiratet ist, sondern erfährt auch, dass Anna seine Tochter ist.

(c) Universum Film

(c) Universum Film

Wenn in einem dänischen Film auf einem Familienfest ein Geheimnis enthüllt wird, ist der Gedanke an Thomas Vinterbergs „Das Fest“ fast unvermeidlich, deshalb hält man bei jeder Tischrede den Atem an und wartet förmlich auf die Katastrophe. Im Gegensatz zu Vinterbergs Film machen sich aber Susanne Biers Figuren nicht schuldig, sondern treffen Entscheidungen. Sehr deutlich wird es in der Szene, in der Jacob und Helene über das Ende ihrer Beziehung sprechen: Er betrog sie, sie reiste ab und dachte, er reist ihr nach. Doch er blieb und dachte, sie kommt zurück. Beides haben sie nicht getan, deshalb scheiterte ihre Beziehung. Weiterlesen

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Media Monday #127

Beim Media Monday gibt es heute eine kleine Blog-Rückschau. Alle Hintergründe findet ihr bei Wulf im Medienjournal.

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1. Meinen Artikel zu „Opfer“ von Cathi Unsworth würde ich aus heutiger Sicht ganz anders schreiben, denn ich glaube, ich habe die zu kritisierenden und zu lobenden Aspekte nicht deutlich genug gemacht.

2. Mich wundert es, dass in der Blogosphäre so wenig über ältere Filme geschrieben worden ist, denn oft finden um den Starttermin herum auf vielen Blogs Beiträge zu denselben Filmen.

3. Eine Blog-Aktion, bei der ich mich unbedingt auch mal beteiligen möchte, ist ________ von _______ , denn ________ . Hmm, da fällt mir nichts ein. Aber so viele Blog-Aktionen kenne ich auch nicht.

4. Zuletzt zum Kauf des entsprechenden Films/Buches/etc. inspiriert haben mich die Artikel zu Christine Lehmanns „Die Affen von Cannstatt“ auf My Crime Time und Killer & Co.

5. Der eine Artikel auf meinem Blog, der mich im vergangenen Jahr am meisten mit Stolz erfüllt hat, ist wohl das Interview mit James Sallis – allerdings finde ich mein Beitrag über die Verfilmung von „The Paperboy“ auch gut.

6. Der meistgelesene Artikel wiederum war auch dieses Jahr die Krimi-Besprechung aus 2012 von „Der Mann, der kein Mörder war“

7. Mein zuletzt gelesener Artikel war auf dem Blog Moviescape vom geschätzten bullion und handelte passenderweise von der 2. Allgemeinen Altpapiersammlung.

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