Martin Scorseses “Hugo Cabret”

Als deutscher Starttermin für Martin Scorseses neuen Film “Hugo Cabret” wurde der 9. Februar 2012 bekanntgegen. Darin erzählt er die Geschichte des 12-jährigen Waisenjungen Hugo (Asa Butterfield), der alleine auf dem Dachboden des Pariser Bahnhofs lebt. Statt zur Schule zu gehen, setzt er die Arbeit seines verstorbenen Vaters (Jude Law) fort und kontrolliert die Bahnhofsuhren. Ansonsten hat er nur einen kaputten Roboter und ein rätselhaftes Notizbuch als Erinnerung an seinen Vater. Dann lernt er eines Tages die neugierige Isabelle (Chloe Moretz) kennen, die einen herzförmigen Schlüssel um den Hals trägt. Und damit kann sie den Roboter zum Leben erwecken!

“Hugo Cabret” ist Martin Scorseses erster 3D-Film – und der Trailer zeugt von einem phantasievollen Spektakel. In meinen Auge wäre es der perfekte Weihnachtsfilm:

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Ab Dezember im Kino – London Bouvelard

Am 1. Dezember wird “London Boulevard” in den deutschen Kinos angelaufen. Inspiriert von dem gleichnamigen Roman von Ken Bruen erzählt William Monahan in seinem Regiedebüt die Geschichte des Kriminellen Mitchell (Colin Farrell), der nach einem dreijährigen Gefängnisaufenthalt ein ordentliches Leben beginnen will. Bei der Schauspielerin Charlotte (Keira Knightley) bekommt er einen Job als Bodyguard und Hausmeister – und sie verlieben sich ineinander. Aber Mitchells Ex-Boss Gant (Ray Winstone) hat andere Pläne für Mitchell …

Der Trailer lässt vermuten, dass von Bruens großartiger noir-Variante von “Sunset Boulevard” wohl nicht allzu viel in den Film geflossen ist. Aber vielleicht ist Monahan – immerhin Drehbuchautor von “The Departed” – wenigstens ein spannender Thriller gelungen …

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Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse 2012

Im Island-Pavillon

Mein zweiter Messetag begann mit einem Besuch des Island-Pavillons, der sehr eindrucksvoll ist: deckenhohe Leinwände mit Aufnahmen der isländischen Natur und lesenden Menschen teilen die abgedunkelte Halle, es gibt verschiedene Sitzgelegenheiten und ein gemütliches Café, in dem man in Büchern aus Island blättern kann. Eine wirklich tolle Präsentation, die ich unbedingt empfehle!

Danach ging es weiter zur ARD-Bühne, auf der Peter Berling sein Buch „Hazard & Lieblos“ vorstellte. Im Gespräch mit Burghard Schlicht erzählte er unter anderem aus seiner Zeit mit Rainer Werner Fassbinder – als dieser noch nicht so verrückt war. 🙂 Danach standen erst einmal einige Termine auf dem Programm. So führte ich unter anderem ein Interview mit Sandra Lüpkes, deren neuen Kriminalroman „Taubenkrieg“ ich in meiner neuen Krimi-Reihe bei LovelyBooks vorstellen werde, und traf mich mit dem Verleger Jens Seeling. Weiterlesen

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Mein Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse

Steiner Bragi (rechts) mit Kristof Magnusson

Leser beschweren sich nicht bei mir, weil sie nach der Lektüre Angst vor mir haben – war der Satz am heutigen Tag, den ich nicht vergessen werde. Er stammt von Steinar Bragi, der an dem ARTE-Stand sein Buch „Frauen“ vorgestellt hat. Darin erzählt er von einer jungen Dokumentarfilmerin, die das Angebot bekommt, auf ein Luxus-Apartment aufzupassen – und bald bemerkt, dass sie diese Wohnung nicht mehr verlassen kann. In Island wurde das Buch als Allegorie auf die Finanzkrise gelesen, und tatsächlich klingt es nach einem ganz anderen Islandroman, den ich in jedem Fall lesen werde.

Begonnen hatte ich meinen Tag allerdings mit einem Gespräch zwischen Fatih Akin und Dieter Moor. Nachdem ich Akins Buch „Im Clinch“ für das (hör)BÜCHER-Magazin rezensiert habe, war ich ganz interessiert, einige Dinge mal aus dem Mund des Regisseurs zu hören. Weiterlesen

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“The Help” – Die Verfilmung von “Gute Geister” ab Dezember 2011 im Kino

Der Überraschungshit aus den USA ist in diesem Jahr eine Literaturverfilmung: “Gute Geister” von Kathryn Stockett, hierzulande bei btb erschienen, wurde unter dem Titel “The Help” mit Emma Stone, Viola Davis und Octavia Spencer von Tate Taylor verfilmt. Am 8. Dezember 2011 wird “The Help” nun in Deutschland anlaufen. Der Film erzählt von der jungen Skeeter, die nach dem College in ihre Heimatstadt Jackson, Mississippi zurückkehrt. Sie möchte Schriftstellerin werden und beschließt, afroamerikanische Frauen zu interviewen, die sich als Hausmädchen um die Kinder der weißen Oberschicht gekümmert haben. Das ist Anfang der 60er Jahre ein Skandal, ihre Freunde und auch die afroamerikanische Gemeinde steht dem Vorhaben skeptisch gegenüber. Doch je mehr Stimmen Skeeter sammelt, desto größer wird die Wirkung.

Der Film klingt nach einem schönen Beitrag über die Wirkung von Literatur:

Mittlerweile habe ich den Film auch gesehen. Meine Kritik ist bei spielfilm.de zu finden.

Hier noch drei weitere Ausschnitte aus dem unterhaltsamen Film:

Beim Treffen des Bridge-Clubs wird über die Bedeutung separater Toiletten für die afro-amerikanischen Dienstmädchen gesprochen – zumindest von Hilly:

Aibileen und Minny gehen ein hohes Risiko ein, wenn sie an dem Buchprojekt mitarbeiten, das ist Skeeter anfangs gar nicht bewusst. Dennoch sagt Minny zu:

Und Hilly erfährt von ihrer Mutter, dass sie aus einem bestimmten Grund das Buch besser lesen sollte:

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„Schimmernder Dunst über Coby County“ von Leif Randt

Bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt hörte ich zum ersten Mal einen Auszug aus Leif Randts zweitem Roman „Schimmernder Dunst über Coby County“. Sofort hatte ich eine Reihe filmischer Assoziationen. Ich musste an die „Truman Show“ denken, an „Pleasantville“ und sogar an „Die Frauen von Stepford“. Nachdem ich nun aber den ganzen, eindrucksvollen Roman gelesen habe, rücken diese Überlegungen in den Hintergrund.

Ja, CobyCounty erinnert auf den ersten Blick an die Orte in diesen Filmen. Es ist ein sehr sauberer Ort, voller hipper Kreativer oder Freiberufler im Urlaub, denen ein gepflegtes Erscheinungsbild wichtig ist. Der Erzähler des Romans – Wim Endersson – ist ein „Obstkorbkind“, geboren zu CobyCountys Blütezeit, zu der Müttern noch nach der Geburt ein Obstkorb auf das Zimmer gebracht wurde. Er hat sein ganzes Leben in CobyCounty verbracht und arbeitet dort mittlerweile als Literaturagent. Seine Zeit verbringt er mit seinem besten Freund Wesley oder mit Carla – ihren Beziehungsstatus haben sie niemals geklärt. Wims Leben verläuft in wohlgeordneten, ruhigen Bahnen in diesem fast schon künstlich anmutenden Ort. Doch nun scheint die Idylle in Gefahr. Wesleys Mutter, eine Neo-Spiritualistin, hat während verschiedener Sitzungen alarmierende Bilder von ihrem Sohn und Wim gesehen und ihren Sohn gewarnt: „Sie glaubt, dass uns etwas abhandenkommt, dass da eine innere Gefahr herangewachsen ist, in den allermeisten von uns. Eine Gefahr, die wir noch in diesem Frühling spüren werden, die ganz CobyCounty spüren wird … Es sei denn, wir verlassen die Stadt.“ Weiterlesen

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Neulich auf DVD – Die dritte Staffel von „True Blood“

True Blood (c) 2010 Home Box Office, Inc.

Nazi-Werwölfe sind noch die geringste Überraschung in der dritten Staffel von „True Blood“, die derzeit auf RTLII ausgestrahlt wird und bereits auf DVD erhältlich sind. Tatsächlich enthält die dritte Staffel eine Vielzahl neuer schillernder Charaktere, mehr Blut und mehr Sex. Damit führt Serienschöpfer Alan Ball das Erfolgsrezept von True Blood weiter, doch allmählich scheint jene originale Mischung aus Soap Opera und gesellschaftlicher Reflexion aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Neu in Staffel 3: Der Werwolf Alcide © 2010 Home Box Office, Inc.

Die erste Folge der dritten Staffel knüpft nahtlos am Ende der zweiten Staffel an. Bill (Stephen Moyer) wurde kurz nach seinem Heiratsantrag entführt und Sookie (Anna Paquin) beginnt sofort mit der Suche nach ihm. Hilfesuchend wendet sie sich an Eric (Alexander Skarsgard). Schnell stellt sich heraus, dass Bill von Werwölfen entführt wurden, die wiederum im Auftrag von Russell Edginton (virtuos gespielt von Dennis O’Hare), dem Vampirkönig von Mississippi, handelten. Dennoch will Sookie Bill befreien, weshalb Eric ihr den Werwolf Alcide (Joe Manganiello) an die Seite stellt. Die anderen Bewohner von Bon Temps haben hingegen mit den Folgen der zweiten Staffel zu kämpfen: Tara (Rutina Wesley) trauert um Eggs (Mehcad Brooks) und will sich das Leben nehmen, Jason (Ryan Kwanten) leidet unter seinen Schuldgefühlen, während Andy (Chris Bauer) für seine vermeintliche Heldentat gefeiert wird, und Sam begibt sich auf die Suche nach seinen leiblichen Eltern. Weiterlesen

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