„John Irving und wie er die Welt sieht“

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Am Anfang des Films ist eine Schwarzblende zu sehen und das rhythmische Schlagen des Springseils auf einer Matte zu hören. Erst dann sind die Füße und darauffolgend der ganze Körper von John Irving zu sehen. Untermalt von Musik erklingt aus dem Off ein Auszug aus Irvings letztem Roman, „Letzte Nacht am Twisted River“: „Wie immer begann er mit dem Ende der Geschichte …“. Doch es ist der Anfang eines Films, der in die Welt des John Irving einführt.

Der amerikanische Schriftsteller sieht sich selbst als Handwerker und Geschichtenerzähler, weniger als Intellektueller. Uneitel und offen gibt er daher im Gespräch mit dem Filmemacher André Schäfer Einblicke in seine Arbeitsweise. Weiterlesen

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„Extrem laut und unglaublich nah“ – Der Roman und der Film

(c) Kiepenheuer & Witsch

Der neunjährige Oskar Schell hat seinen Vater bei den Anschlägen auf das World Trade Center verloren und kann diesen Verlust nur schwer verarbeiten. Eines Tages findet er in den Sachen seines Vaters einen Schlüssel. Und er ist überzeugt, dass es seine Aufgabe ist, das passende Schloss zu entdecken. Sein Vater hat ihn schon immer auf Entdeckungstouren geschickt – beispielsweise sollte er in New York den verschwundenen sechsten Bezirk suchen. Verzweifelt klammert sich Oskar an den Gedanken, dass die Suche nach dem passenden Schloss eine letzte Aufgabe für ihn ist, und entdeckt tatsächlich einen weiteren Hinweis: Auf einem Zettel hat sein Vater den Namen Black notiert. Nun muss er nur noch alle 216 Adressen aufsuchen, die er zu den 472 Menschen mit dem Namen Black im Telefonbuch gefunden hat. Damit beginnt für ihn eine Reise, die gleichsam zu einem Verarbeitungsprozess seines Verlustes wird. Weiterlesen

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Media Monday #36

Das erste Mal bin ich bei Frag das Kino über den Media Monday gestolpert und wurde neugierig. Dahinter steckt die Idee, dass jeden Montag ein Lückentext vom Medienjournal zur Verfügung gestellt wird, der in dem Blog beantwortet werden kann. Der normale Text war vorgegeben, die gefetteten Teile habe ich hinzugefügt. Von nun an werde ich versuchen, regelmäßig mitzumachen. Und starte heute: Weiterlesen

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Oscar 2012 – Die Gewinner und ein kurzer Blick auf die Show

©A.M.P.A.S.

Eine lange Oscar-Nacht findet nun auch für mich ein Ende. Es war eine durchaus unterhaltsame Verleihung, wenngleich sie schon viel Retro-Charme hatte und Billy Crystal sehr viele alte Ideen ausgegraben hat – beispielsweise das Gedankenlesen. Auch seine Eröffnungsnummer war zwar glücklicherweise wieder ein typischer „It’s a wonderful night for Oscar“-Song, aber aufgrund der neun nominierten Filme war es eher ein Absingen der Titel. Aber immerhin war der Zusammenschnitt der Filme vorher witzig – und anscheinend übernimmt jetzt George Clooney den Part von Jack Nicholson und fungiert als Lachgarant. Ansonsten gab es einige kleinere Überraschungen – und ich habe mich besonders über die Auszeichnung von Meryl Streep gefreut. Sie war – wie es auf Twitter so schön zu lesen war – insanely overdue!

Alle Gewinner im Überblick: Weiterlesen

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Oscar 2012 – Wer wird gewinnen?

(c) A.M.P.A.S.

Sonntagnacht werden zum 84. Mal die Academy Awards verliehen. Deshalb wird es so langsam Zeit, die finalen Tipps für die Gewinner abzugeben. In diesem Jahr befinde ich mich in der etwas langweiligen, aber auf den zweiten Blick auch angenehmen Situation, dass ich mich mit sehr vielen Preisträgern anfreunden kann. Denn wie es Guy Lodge in seinem sehr lesenswerten Beitrag auf den Punkt gebracht hat: Dass ein schwarzweißer Stummfilm aus Frankreich sehr wahrscheinlich mit dem Oscar für den besten Film ausgezeichnet wird, ist großartig. Favorit hin oder her, Harvey Weinstein und die Liebenswürdigkeit von „The Artist“ mal ganz außer acht gelassen: Es wäre das erste Mal, dass ein Film diesen Oscar erhält, der nicht in den USA oder Großbritannien produziert wurde. Außerdem ist es ein leiser, kleiner Film, der reüssiert – und das ist toll. Also werde ich nicht müde zu wiederholen: Es sind die Oscars, dort geht es nicht um die beste Leistung, sondern um eine Leistung, die einer Mehrheit gefällt. Deshalb verwundert es nicht, dass viele kleinere Produktionen oder kontroverse Filme nicht beachtet wurden. Also freue ich mich jetzt einfach auf Billy Crystal und eine wunderbare Oscar-Nacht. Stilecht auf dem heimischen Sofa!

Und nun zu meinen Tipps, die wie bereits im letzten Jahr als in wird – könnte – sollte gewinnen aufgeschlüsselt sind, sofern es mir bei den Kategorien möglich war. Zur Auswahl standen nur Nominierte. Weiterlesen

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Über das Vergessen – Eternal Sunshine of the Spotless mind

(c) Constantin Film

„Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ (dt. Titel „Vergiss mein nicht”) ist einer dieser Filme, die ich schon lange mal sehen wollte. Aber ich bin keine sehr große Anhängerin von Kate Winslet oder Jim Carrey, daher war der Antrieb trotz der vielen positiven Kritiken nicht sehr hoch. Dabei ist mir aber völlig entgangen, dass das Drehbuch dieses Films von Charlie Kaufman stammt. Und Charlie Kaufman schätze ich außerordentlich, immerhin gehört „Adaptation“ zu meinem Lieblingsfilmen. Also habe ich vor kurzem ein freies Wochenende genutzt, diesen Film zu sehen. Und tatsächlich ist „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ einer der schönsten und romantischsten Filme, den ich jemals gesehen habe! Weiterlesen

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Starttermin und Trailer – “Krieg der Knöpfe”

Am 12. April 2012 startet „Krieg der Knöpfe“ in den deutschen Kinos. Der Jugendbuchklassiker von Louis Pergaud aus dem Jahr 1912 wurde bereits mehrfach verfilmt, nun hat sich Christoph Barratier („Die Kinder des Monsieur Mathieu“) dieses Stoffes angenommen. Er verlagert die Handlung in das Jahr 1944. Für die Kinder der Nachbardörfer Longeverne und Velrans hat sich trotz des tobenden Zweiten Weltkrieges nicht vieles geändert. Noch immer führen sie Krieg gegeneinander, wenngleich sich ihre Auseinandersetzungen – ungeachtet der kindlichen Ernsthaftigkeit, mit der sie geführt werden – anfangs weitaus harmloser ausnehmen. Doch dann kommt die hübsche Violette ins Dorf, die eigentlich Myriam heißt und Jüdin ist. Sie versteckt sich in dem Dorf – und ihr Geheimnis kann nur gewahrt bleiben, wenn alle zusammenhalten.

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