Autorenarchiv: Zeilenkino

Media Monday #98

Bevor ich ins Kino entschwinde, fülle ich noch kurz die Lücken im 98. Media Monday.

1. Heath Ledger gefiel mir – abgesehen von The Dark Knight – am besten in „Brokeback Mountain“.

2. Danny Boyle hat mit „Trainspotting – Neue Helden“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er in diesem Film seine Zuschauer auf einen schnellen, spannenden und mitreißenden Trip mitnimmt. Weiterlesen

Diesen Beitrag teilen

Krimi-Kritik: „Das Ende der Welt“ von Sara Gran

(c) Droemer/Knaur

Im letzten Jahr gehörte Sara Grans „Die Stadt der Toten“, der ersten Teil mit Claire de Witt, der besten Ermittlerin der Welt, zu meinem ganz klaren Krimi-Highlights: Claire ist eine angenehm andere Detektivin, die ihre Fälle mit Spürsinn, I-Ging-Kugeln und den esoterisch angehauchten Wahrheiten des Buches „Detéction“ von Jacques Stilette löst. Ihr zweiter Fall ist nun ungleich persönlicher: Ihre große Ex-Liebe Paul wurde ermordet. Sie hat ihn längst nicht vergessen, deshalb will sie den Mörder finden – und verliert sich beinahe in dem Fall.

Schon auf den ersten Seiten bemerkte ich, dass mir bei „Das Ende der Welt“ etwas Entscheidendes fehlte: die Stadt New Orleans, die mit ihrer Abgestumpftheit und Abgerissenheit, ihren Verwüstungen und Verfehlungen so gut zu Claire de Witt passte. Dieses Mal ermittelt sie in San Francisco und verarbeitet Pauls Tod vor allem mit Kokain. Dem vielen Koks ist es vielleicht auch zuzuschreiben, dass ihre Ermittlungen weitgehend vor sich hin plätschern: Weiterlesen

Diesen Beitrag teilen

Arne Dahl: Bußestunde

(c) Piper

Am 14. Mai 2013 erscheint mit „Bußestunde“ der Abschluss von Arne Dahls Krimi-Reihe um das A-Team. Damit habe ich dann das erste Mal eine Bücherkrimireihe vom ersten bis zum letzten Buch während des Erscheinens gelesen. 🙂

An einem Sonntagnachmittag im Spätsommer geschieht in Stockholm fast unbemerkt ein Verbrechen, dessen ahnungslose Zeugin Lena Lindberg wird. Und während Paul Hjelm nach dem verschwundenen Geheimdienstchef sucht, stößt das A-Team auf eine Mordserie an jungen Frauen …

Die Verlagsankündigung klingt spannend – und sehr nach einem im besten Sinne typisch schwedischen Kriminalroman. Eine Leseprobe gibt es beim Piper-Verlag.

Update: Hier geht’s zu meiner Besprechung des Kriminalromans.

Außerdem ist Arne Dahl laut Verlagsseite mit diesem Buch auf Lesereise:

Signierstunde: Am Samstag, 18. Mai 2013 in Wien
Zeit: 16:00 Uhr
Ort: Thalia, Landstraßer Hauptstraße , 1030 Wien

Lesung und Gespräch: Am Samstag, 18. Mai 2013 in Wien
Zeit: 18:00 Uhr
Ort: Diplomatische Akademie, Favoritenstraße 15a , 1040 Wien

Lesung und Gespräch: Am Donnerstag, 06. Juni 2013 in Esslingen
Tickets: Buchhandlung Provinzbuch
Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Kabarett der Galgenstricke, 73728 Esslingen

Lesung und Gespräch: Am Montag, 28. Oktober 2013 in Wissen
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Kulturwerk Wissen, 57537 Wissen

Diesen Beitrag teilen

Don Winslow: „Manhattan“

(c) Suhrkamp

Seinem Erfolg hierzulande hat es Don Winslow wohl zu verdanken, dass nach und nach auch seine älteren Werke übersetzt werden. Nach „Die Sprache des Feuers“ erscheint nun voraussichtlich am 17. Juni 2013 sein Buch „Manhattan“ aus dem Jahr 1996. Es war das erste Buch nach der Neal-Carey-Reihe, deren ersten drei Teile in deutscher Übersetzung höchstens noch antiquarisch zu kaufen sind.

In „Manhattan“ erzählt Don Winslow von dem Personenschützer Walter Whiters, der Weihnachten 1958 auf den jungen Senator Joe Keneally und seine Ehefrau Madeleine aufpassen soll, die New York besuchen. Er erfährt mehr über den möglichen nächsten Präsidenten als ihm lieb ist – und plötzlich wird eine Leiche in seinem Hotelzimmer gefunden …

Ich finde es immer wieder spannend, ein Werk eines Autors mehr oder minder komplett zu erschließen, daher werde ich auch „Manhattan“ lesen. Allerdings erwarte ich hier kein Meisterwerk, sondern den Thriller eines Autors, der seinen Stil noch entwickelt.

Update: Zu meiner Kritik des Buches geht es hier.

Diesen Beitrag teilen

Ein kurzer Blick auf „What Maisie Knew“

(c) Pandastorm Pictures

Basierend auf dem Roman „Maisie“ („What Maisie Knew“) von Henry James erzählen die Regisseur Scott McGehee und David Siegel von dem Mädchen Maisie (Onata Aprile), die die Trennung ihrer Eltern Susanna (Julianne Moore) und Beale (Steve Coogan) und deren Kampf um das alleinige Sorgerecht mit erlebt. Beide heiraten abermals (Joanna Vanderham; Alexander Skarsgård) und Maisie verliert immer mehr das Vertrauen in die Welt der Erwachsenen – und die Liebe …

Die ersten Kritiken nach der Premiere des Films in Toronto waren positiv – und ich bin ebenfalls sehr gespannt auf den Film! Er startet unter dem Titel „Das Glück der großen Dinge“ am 11. Juli 2013 in den deutschen Kinos.

Diesen Beitrag teilen

Krimi-Kritik: „Opfer“ von Cathi Unsworth

(c) Suhrkamp

Privatermittler Sean Ward reist im Auftrag einer Anwältin an die Küste im Nordosten Englands, um einen 20 Jahre zurückliegenden Fall wieder aufzurollen. Damals wurde die junge Corrine Woodrow verurteilt, einen Ritualmord begangen zu haben. Seither sitzt sie in der Psychiatrie – und selbst ihr Therapeut ist von der Aussicht, dass sie wieder an die Tat erinnert wird, wenig begeistert. Aber DNA-Proben weisen darauf hin, dass sich mindestens noch eine zweite Person am Tatort befunden haben muss. Deshalb lässt sich Sean Ward nicht abwimmeln und nimmt mithilfe der örtlichen Zeitungsredakteurin Francesca Ryman die Ermittlungen auf.

„Opfer“ von Cathi Unsworth ist ein spannender Kriminalroman, der vor allem zwei Stärken hat: Detailliert und atmosphärisch dicht beschreibt Cathi Unsworth das Leben in der kleinen Stadt Ernemouth, so dass die Enge, die Rebellionsversuche und die Hilflosigkeit einiger Bewohner fast zu spüren ist. Da sie die Handlung auf zwei Ebenen erzählt – die 20 Jahre zurückliegenden Ereignisse im Sommer 1984 und die gegenwärtigen Ermittlungen von Sean Ward – entsteht ein dichtes Panorama des kleinen Ortes. Weiterlesen

Diesen Beitrag teilen

Über „Inside Llewyn Davis“ von Joel und Ethan Coen

(c) Studiocanal

Der Folkmusiker Llewyn Davis (Oscar Isaac) wartet noch auf den großen Durchbruch und pendelt zwischen kleinen Auftritten und Songaufnahmen. Jede Nacht muss er sich eine neuen Platz zum Schlafen suchen, er hat noch nicht einmal eine Wohnung. Dabei trifft er befreundete Musiker wie Jim (Justin Timberlake) und Jane (Carey Mulligan), denen er sich verbunden fühlt. Aber er kann seine Gefühle nur in der Musik äußern – und so lässt er sich wie die Menschen in den Songs, die er singt, einfach immer weiter treiben.

Llewyn Davis (Oscar Isaac) (c) Studiocanal

Llewyn Davis (Oscar Isaac), Jim Berkey (Justin Timberlake) und Al Cody (Adam Driver) (c) Studiocanal

„Inside Llewyn Davis“ ist der neue Film von Joel & Ethan Coen, der im Mai in Cannes gezeigt wird, hierzulande aber wohl erst Anfang 2014 in die Kinos kommt. Basierend auf dem Buch „Der König von Greenwich Village“ von Dave van Ronk (mit Elijah Wald) verspricht der Film ein faszinierender Triup durch die Folkszene New Yorks in den 1960er Jahren zu werden. An der Musik sind T Bone Burnett und Marcus Mumford beteiligt – und laut Pressemeldung folgen die Coens mit diesem Film ihrer musikalischen Leidenschaft. Ich freue mich sehr auf diesen Film!

Jean Berkey (Carey Mulligan) und Jim Berkey (Justin Timberlake) (c) Studiocanal

Und auch der Trailer macht einen guten Eindruck!

Diesen Beitrag teilen