Archiv des Autors: Zeilenkino

Krimi-Kritik: „Danach“ von Koethi Zan

(c) S. Fischer

„In den ersten zweiunddreißig Monaten und elf Tagen unserer Gefangenschaft waren wir dort unten zu viert. Und dann, ganz plötzlich und ohne Vorwarnung, waren wir nur noch drei.“ Sarah Farber hat Unfassbares überlebt: Über drei Jahre war sie mit drei anderen Mädchen in einem Verlies eingesperrt, sie wurde gefangen gehalten und gefoltert. Sie verlor ihre beste Freundin Jennifer. Dann gelang ihr die Flucht – und seither führt sie ein Leben in Angst. Ihre Wohnung in New York wagt sie kaum zu verlassen, sie arbeitet von zu Hause aus und ist zehn Jahre später weiterhin in Therapie. Zu ihren Mitgefangenen Tracy und Christine hat sie keinen Kontakt. Nun muss Sarah ihre Routine verlassen: Zwar wurde der Täter damals gefasst und verurteilt, doch seine Bewährungsanhörung steht bevor. Er hat gute Chancen, freigelassen zu werden, da ihm die Ermordung von Sarahs bester Freundin niemals nachgewiesen werden konnte und er eine Verlobte hat, die ihm ein stabiles Umfeld bieten wird. Deshalb bittet FBI-Agent McCordy Sarah, erneut gegen ihren Peiniger auszusagen. Anfangs kann sie es sich kaum vorstellen, ihm abermals gegenüberzutreten. Aber dann begibt sie sich auf die Suche nach der Frau, die ihren Entführer nun heiraten will. Dabei führen sie ihre Nachforschungen unweigerlich zurück in die Vergangenheit – und auf die Spur weiterer Verbrechen. Weiterlesen

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Unterwegs – Die Städteführer-Apps aus dem Michael Müller Verlag

Bereits im letzten Jahr habe ich die Gelegenheit bekommen, eine der Reiseführer-Apps des Michael Müller Verlags zu testen. Und da aus diesem Verlag meine liebsten Reiseführer kommen, habe ich das natürlich gerne gemacht. Das Ziel unserer jährlichen Städtereise mit Freunden war Prag, also hatte ich schnell die Gelegenheit für einen Praxistest.

Erster Versuch mit der Prag-App 2012

Auf den ersten Blick ist ein Reiseführer als Smartphone-App sehr verführerisch. Ich schleppe bereits einiges an Fotoausrüstung durch die Gegend, habe außerdem immer etwas zu trinken dabei, deshalb wäre es eine Erleichterung, nicht auch noch den Reiseführer mitnehmen zu müssen. Das Telefon nehme ich sowieso mit, damit wäre der Reiseführer auch stets parat – und die Möglichkeit, unterwegs noch einmal schnell etwas nachzugucken. Weiterlesen

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James Franco hat William Faulkners „As I Lay Dying“ verfilmt

Cormac McCarthys „Blood Meridian“, James Ellroys „American Tabloid“ und William Faulkners „As I Lay Dying“ – anscheinend gibt es derzeit kaum eine Verfilmung eines amerikanischen Klassikers, an der James Franco nicht beteiligt ist. In Cannes wird nun seine Verfilmung von „As I Lay Dying“ bei „Un Certain Regard” gezeigt, bei der er das Drehbuch schrieb, Regie führte und die Hauptrolle spielt.

Als Film kann ich mir die Faulkners Geschichte einer Familie, die die verstorbene Mutter zum Familiengrab bringen will, sehr gut vorstellen. Sicherlich ist die Erzählsituation denkbar schwierig: Die Geschichte entwickelt sich in wechselnden streams of consciousness von insgesamt 15 Personen, die in kurzen Kapiteln wiedergegeben werden. Dabei werden die Figuren vor allem durch ihre Gedanken charakterisiert. Doch auch hier ist möglich, was ich mir bereits bei der Verfilmung des „großen Gatsby“ gewünscht hätte: Indem sich das Drehbuch von der Vorlage lösen und Gedanken in Szenen umwandeln, lassen sich diese Besonderheiten filmisch umsetzen. Ich hoffe jedenfalls, dass der Film auch hierzulande zu sehen sein wird.

Solange erlaubt der Trailer einen ersten Blick: Weiterlesen

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Steven Uhlys „Glückskind“ wird verfilmt

Steven Uhly (c) Secession

Ach, das ist schön: Michael Verhoeven verfilmt Steven Uhlys Roman „Glückskind“, der mir sehr gut gefallen hat – und den ich mir auch gut als Film vorstellen kann. In dem Roman erzählt Steven Uhly mit sehr viel Empathie und Situationskomik von Hans D., der eines Tages ein Baby in den Mülltonnen findet und sich ihm verbunden fühlt. Zusammen mit seinen Nachbarn kümmert er sich um das Kind – und sie hoffen, durch Felicitas eine zweite Chance zu bekommen.

Der Film soll im Frühjahr 2014 vom SWR und der Maran Film GmbH realisiert werden und wird im Rahmen des FilmMittwoch im Ersten laufen. Und wer weiß: Vielleicht traut sich dann ja auch jemand an die Verfilmung von „Adams Fuge“ heran.

Der Roman ist im Secession Verlag erschienen.
Meine Besprechung von „Glückskind” und „Adams Fuge”

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Vorschau: „Stiller Zorn“ von James Sallis

(c) Dumont

Sehr gefreut habe ich mich über die Nachricht, dass am 22. Mai 2013 bei Dumont „Stiller Zorn“ von James Sallis erscheinen wird. Der erste Teil seiner Reihe um den Privatdetektiv Lew Griffin war in deutscher Übersetzung hierzulande höchstens noch antiquarisch unter dem Titel „Die langbeinige Fliege“ erhältlich. Der zweite Teil „Nachtfalter“ wird nächstes Jahr ebenfalls bei Dumont neu aufgelegt. Ich hoffe, dass auch die weiteren vier Teile erscheinen werden, allerdings habe ich darüber bisher nichts gehört – und ich könnte mir vorstellen, es hängt vom dem Verkaufserfolg der ersten beiden Teile ab.

Lew Griffin ist Privatdetektiv in New Orleans. Aktuell ermittelt er in einem Vermisstenfall, der ihn tief in die verborgenen Winkel der Stadt führt – und auf ein gewalttätiges Ende zusteuert.

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Media Monday #98

Bevor ich ins Kino entschwinde, fülle ich noch kurz die Lücken im 98. Media Monday.

1. Heath Ledger gefiel mir – abgesehen von The Dark Knight – am besten in „Brokeback Mountain“.

2. Danny Boyle hat mit „Trainspotting – Neue Helden“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er in diesem Film seine Zuschauer auf einen schnellen, spannenden und mitreißenden Trip mitnimmt. Weiterlesen

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Krimi-Kritik: „Das Ende der Welt“ von Sara Gran

(c) Droemer/Knaur

Im letzten Jahr gehörte Sara Grans „Die Stadt der Toten“, der ersten Teil mit Claire de Witt, der besten Ermittlerin der Welt, zu meinem ganz klaren Krimi-Highlights: Claire ist eine angenehm andere Detektivin, die ihre Fälle mit Spürsinn, I-Ging-Kugeln und den esoterisch angehauchten Wahrheiten des Buches „Detéction“ von Jacques Stilette löst. Ihr zweiter Fall ist nun ungleich persönlicher: Ihre große Ex-Liebe Paul wurde ermordet. Sie hat ihn längst nicht vergessen, deshalb will sie den Mörder finden – und verliert sich beinahe in dem Fall.

Schon auf den ersten Seiten bemerkte ich, dass mir bei „Das Ende der Welt“ etwas Entscheidendes fehlte: die Stadt New Orleans, die mit ihrer Abgestumpftheit und Abgerissenheit, ihren Verwüstungen und Verfehlungen so gut zu Claire de Witt passte. Dieses Mal ermittelt sie in San Francisco und verarbeitet Pauls Tod vor allem mit Kokain. Dem vielen Koks ist es vielleicht auch zuzuschreiben, dass ihre Ermittlungen weitgehend vor sich hin plätschern: Weiterlesen

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