Autorenarchiv: Zeilenkino

Einige Anmerkungen zu Gillian Flynn – „Cry Baby“ und „Finstere Orte“

Gillian Flynn (c) Heidi Jo Brady

In Vorbereitung auf „Gone Girl“, das im August bei Fischer in deutscher Übersetzung erscheinen wird, habe ich letzte Woche „Cry Baby“ und „Finstere Orte“ von Gillian Flynn gelesen. Beide Bücher haben eine äußerst kaputte Hauptfigur: In „Cry Baby“ lebt Camille Preaker als Journalistin in Chicago, hat den Tod ihrer jüngeren Schwester nicht verwunden und ritzt sich. Libby Day aus „Finstere Orte“ hat mit sieben Jahren einen Angriff auf ihre Familie überlebt, bei dem ihre Mutter und ihre beiden Schwestern starben. Damals hat sie gegen den Täter ausgesagt, den sie zu sehen geglaubt hat: ihren Bruder Ben. Nun müssen sich sowohl Camille als auch Libby ihrer Vergangenheit stellen. Camille erhält den Auftrag, über die Ermordung und das Verschwinden zweier Mädchen aus ihrer Heimatstadt Wind Gap zu berichten. In der Zeit soll sie bei ihrer Mutter wohnen. Libby hingegen ist das Geld ausgegangen, mit dem sie sich bisher über Wasser gehalten hat – Spenden, von wohlmeinenden Gutmenschen – so dass sie auf die Idee kommt, ihre Geschichte und Erinnerungsstücke an andere Interessierte zu verkaufen. Da sich mittlerweile Zweifel an der Schuld ihres Bruders mehren, soll sie außerdem gegen Bezahlung mit Menschen sprechen, die womöglich nur ihr die Wahrheit sagen würden. Weiterlesen

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Media Monday #99

Frisch vom Geburtstagbesuch im Schwabenland wieder an den Rhein zurückgekehrt, nutze ich doch die vorabendliche Ruhe, um die Fragen des Media Monday zu beantworten.

1. George Clooney gefiel mir am besten in „Up in the Air“, weil er dort genau die richtige Dosis Unsympathie in die Rolle legt. Sehr gut gefiel er mir auch in „The Descendants“, weil ich sehr gut nachvollziehen konnte, warum seine Frau ihn betrogen hat. Und natürlich in „Out of Sight“.

2. Stanley Kubrick hat mit „2001 – A Space Odyssee“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es wenig Filme gibt, denen man sich immer wieder und auf ständig neuen Wegen nähern kann wie diesem hier. Ähnliches gilt auch für „Clockwerk Orange” und „The Shining”, die mir die Wahl sehr schwer gemacht haben, aber letztlich ist „2001″ meines Erachtens der größere Meilenstein. Mein persönlicher Lieblings-Kubrik ist allerdings „The Killing“.

3. Jamie Lee Curtis gefiel mir am besten in „A Fish Called Wanda“. Weiterlesen

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Krimi-Kritik: „Danach“ von Koethi Zan

(c) S. Fischer

„In den ersten zweiunddreißig Monaten und elf Tagen unserer Gefangenschaft waren wir dort unten zu viert. Und dann, ganz plötzlich und ohne Vorwarnung, waren wir nur noch drei.“ Sarah Farber hat Unfassbares überlebt: Über drei Jahre war sie mit drei anderen Mädchen in einem Verlies eingesperrt, sie wurde gefangen gehalten und gefoltert. Sie verlor ihre beste Freundin Jennifer. Dann gelang ihr die Flucht – und seither führt sie ein Leben in Angst. Ihre Wohnung in New York wagt sie kaum zu verlassen, sie arbeitet von zu Hause aus und ist zehn Jahre später weiterhin in Therapie. Zu ihren Mitgefangenen Tracy und Christine hat sie keinen Kontakt. Nun muss Sarah ihre Routine verlassen: Zwar wurde der Täter damals gefasst und verurteilt, doch seine Bewährungsanhörung steht bevor. Er hat gute Chancen, freigelassen zu werden, da ihm die Ermordung von Sarahs bester Freundin niemals nachgewiesen werden konnte und er eine Verlobte hat, die ihm ein stabiles Umfeld bieten wird. Deshalb bittet FBI-Agent McCordy Sarah, erneut gegen ihren Peiniger auszusagen. Anfangs kann sie es sich kaum vorstellen, ihm abermals gegenüberzutreten. Aber dann begibt sie sich auf die Suche nach der Frau, die ihren Entführer nun heiraten will. Dabei führen sie ihre Nachforschungen unweigerlich zurück in die Vergangenheit – und auf die Spur weiterer Verbrechen. Weiterlesen

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Unterwegs – Die Städteführer-Apps aus dem Michael Müller Verlag

Bereits im letzten Jahr habe ich die Gelegenheit bekommen, eine der Reiseführer-Apps des Michael Müller Verlags zu testen. Und da aus diesem Verlag meine liebsten Reiseführer kommen, habe ich das natürlich gerne gemacht. Das Ziel unserer jährlichen Städtereise mit Freunden war Prag, also hatte ich schnell die Gelegenheit für einen Praxistest.

Erster Versuch mit der Prag-App 2012

Auf den ersten Blick ist ein Reiseführer als Smartphone-App sehr verführerisch. Ich schleppe bereits einiges an Fotoausrüstung durch die Gegend, habe außerdem immer etwas zu trinken dabei, deshalb wäre es eine Erleichterung, nicht auch noch den Reiseführer mitnehmen zu müssen. Das Telefon nehme ich sowieso mit, damit wäre der Reiseführer auch stets parat – und die Möglichkeit, unterwegs noch einmal schnell etwas nachzugucken. Weiterlesen

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James Franco hat William Faulkners „As I Lay Dying“ verfilmt

Cormac McCarthys „Blood Meridian“, James Ellroys „American Tabloid“ und William Faulkners „As I Lay Dying“ – anscheinend gibt es derzeit kaum eine Verfilmung eines amerikanischen Klassikers, an der James Franco nicht beteiligt ist. In Cannes wird nun seine Verfilmung von „As I Lay Dying“ bei „Un Certain Regard” gezeigt, bei der er das Drehbuch schrieb, Regie führte und die Hauptrolle spielt.

Als Film kann ich mir die Faulkners Geschichte einer Familie, die die verstorbene Mutter zum Familiengrab bringen will, sehr gut vorstellen. Sicherlich ist die Erzählsituation denkbar schwierig: Die Geschichte entwickelt sich in wechselnden streams of consciousness von insgesamt 15 Personen, die in kurzen Kapiteln wiedergegeben werden. Dabei werden die Figuren vor allem durch ihre Gedanken charakterisiert. Doch auch hier ist möglich, was ich mir bereits bei der Verfilmung des „großen Gatsby“ gewünscht hätte: Indem sich das Drehbuch von der Vorlage lösen und Gedanken in Szenen umwandeln, lassen sich diese Besonderheiten filmisch umsetzen. Ich hoffe jedenfalls, dass der Film auch hierzulande zu sehen sein wird.

Solange erlaubt der Trailer einen ersten Blick: Weiterlesen

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Steven Uhlys „Glückskind“ wird verfilmt

Steven Uhly (c) Secession

Ach, das ist schön: Michael Verhoeven verfilmt Steven Uhlys Roman „Glückskind“, der mir sehr gut gefallen hat – und den ich mir auch gut als Film vorstellen kann. In dem Roman erzählt Steven Uhly mit sehr viel Empathie und Situationskomik von Hans D., der eines Tages ein Baby in den Mülltonnen findet und sich ihm verbunden fühlt. Zusammen mit seinen Nachbarn kümmert er sich um das Kind – und sie hoffen, durch Felicitas eine zweite Chance zu bekommen.

Der Film soll im Frühjahr 2014 vom SWR und der Maran Film GmbH realisiert werden und wird im Rahmen des FilmMittwoch im Ersten laufen. Und wer weiß: Vielleicht traut sich dann ja auch jemand an die Verfilmung von „Adams Fuge“ heran.

Der Roman ist im Secession Verlag erschienen.
Meine Besprechung von „Glückskind” und „Adams Fuge”

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Vorschau: „Stiller Zorn“ von James Sallis

(c) Dumont

Sehr gefreut habe ich mich über die Nachricht, dass am 22. Mai 2013 bei Dumont „Stiller Zorn“ von James Sallis erscheinen wird. Der erste Teil seiner Reihe um den Privatdetektiv Lew Griffin war in deutscher Übersetzung hierzulande höchstens noch antiquarisch unter dem Titel „Die langbeinige Fliege“ erhältlich. Der zweite Teil „Nachtfalter“ wird nächstes Jahr ebenfalls bei Dumont neu aufgelegt. Ich hoffe, dass auch die weiteren vier Teile erscheinen werden, allerdings habe ich darüber bisher nichts gehört – und ich könnte mir vorstellen, es hängt vom dem Verkaufserfolg der ersten beiden Teile ab.

Lew Griffin ist Privatdetektiv in New Orleans. Aktuell ermittelt er in einem Vermisstenfall, der ihn tief in die verborgenen Winkel der Stadt führt – und auf ein gewalttätiges Ende zusteuert.

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