Am Sonntagabend lief mit „Misterioso“ der erste Teil der Arne-Dahl-Verfilmungen im ZDF. Ich hatte mich auf die Adaptionen gefreut, zumal ich weiterhin überzeugt bin, dass die Romanreihe sehr viel Potential bietet. Allerdings stellte sich innerhalb der ersten halben Stunde schnell Ernüchterung ein. Der Anfang war fahrig, die Handlungsstränge lieblos aneinandergereiht und insbesondere die Hauptfigur Paul Hjelm war blass. Dabei geht es gar nicht um das Äußere der Figur. Hier hat jeder beim Lesen andere Vorstellungen, so ergab beispielsweise die Blitzumfrage auf meinem Sofa, dass sich mein Mann Paul Hjelm als jüngeren Claus Theo Gärtner vorstellte, während er bei mir eher eine sportlichere Version von Axel Milberg ist. Aber diesem Paul Hjelm, der dort am Sonntagabend zu sehen, fehlte jegliche emotionale Tiefe – und das hängt entscheidend mit den Schwächen der Verfilmung zusammen. Weiterlesen
Media Monday #71
Es ist Montag!
1. Karl Urban gefiel mir am besten in „The Bourne Supremacy“, weil es von den Filmen, in denen er laut IMDB mitgespielt haben soll, der Film ist, der mir am besten gefallen hat.
2. Tobe Hooper hat mit „Poltergeist“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es einer der wenigen Horrorfilme ist, der mir gefallen hat.
3. Mary Stuart Masterson gefiel mir am besten in „Fried Green Tomatoes“. Schauspielerisch mag sie in „Benny und Joon“ besser gewesen sein, aber für mich ist sie einfach Idgie Threadgoode. Weiterlesen
Media Monday #70
Und hier meine Antworten zum Media Monday:
1. Brad Pitt gefiel mir am besten in „Burn After Reading“, da ich bei Filmen nicht häufig viel lache, dank ihm bei diesem Film aber schon. Schauspielerisch war seine Leistung in „Moneyball“ allerdings besser.
2. Alfred Hitchcock hat mit „Rear Window“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er auf engstem Raum mit einer sehr konzentrierten Kamera so viel Spannung erzeugt und bei diesem Film meiner Meinung nach so viele Details sich perfekt ineinander fügen. Dicht dahinter folgen „Rope“ und „Vertigo“. Weiterlesen
Krimi-Kritik: „Kings of Cool“ von Don Winslow
„Leck mich am Arsch“. Aus diesen Worten besteht das erste Kapitel in Don Winslows „Kings of Cool“. Wer „Zeit des Zorns“ gelesen hat, dem wird dieser Einstieg bekannt vorkommen. Bestand dort doch das erste Kapitel lediglich den Worten „Fickt euch“. Und in der englischsprachigen Ausgabe lautet daher das erste Kapitel der „Kings of Cool“ folgerichtig auch „Fuck me“. In beiden Büchern werde diese Worte Ophelia, genannt O, zugeschrieben. Zusammen mit ihren Freunden Chon und Ben sitzt sie am Strand von Laguna Beach. Sie sind jung, sehen gut aus und leben den Hedonismus. Es ist das Jahr 2005, also ungefähr vier Jahre vor der Handlung von „Zeit des Zorns“. O ist – in Bens Worten – „erwachsene Unschuld gepaart mit kindlicher Sexualität“ und Ben und Chon sind gerade in den Verkauf des besten Marihuanas Kaliforniens eingestiegen. Aber es braut sich erster Ärger zusammen: Ein Verkäufer wird von einem Stammkunden zusammengeschlagen, außerdem wird Ben von einem Drogen-Syndikat und korrupten Polizisten bedroht. Weiterlesen
Daniel Kehlmann und Detlev Buck – Eine zweifache „Vermessung der Welt“
Mit seinem Roman „Die Vermessung der Welt“ stand Daniel Kehlmann über 37 Wochen auf der Bestseller-Liste und hat im In- sowie Ausland große Erfolge gefeiert. Und tatsächlich ist diese geschickt montierte Doppelbiographie von Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß ungemein lustig und gut zu lesen. Dabei bietet sie mit der Parodie auf klassische Lebensbeschreibungen intelligente Unterhaltung im besten Sinne. Nun hat Detlev Buck diesen Erfolgsroman in 3D verfilmt
Über den Roman von Daniel Kehlmann
Der Roman beginnt im Jahr 1828 – übrigens die einzige Jahreszahl in diesem historischen Roman – mit einer Reise von Carl Friedrich Gauß nach Berlin. Dorthin wurde er von Alexander von Humboldt zur 17. Tagung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte eingeladen und hat sich widerwillig mit seinem Sohn Eugen auf den Weg gemacht. Der alte Gauß reist nicht gerne, sondern ist am liebsten zu Hause. In Berlin trifft er nun auf den reisenden Entdecker Alexander von Humboldt, der die Welt mit seinen Füßen erkundet hat. Ihre Begegnung bildet die Rahmenhandlung des Romans, in die die kapitelweise wechselnden chronologischen Lebensläufe von Gauß und Humboldt eingebunden sind. Beide haben die Welt erkundet – wenngleich auf verschiedenen Wegen. Humboldts Entdeckerdrang führte ihn nach seiner strengen Ausbildung und dem Tod der Mutter bis nach Amerika. Dort hat er mit seinem Assistenten Aimé Bonpland den damals bekannten höchsten Berg der Welt bestiegen. Dagegen forschte der aus armen Verhältnissen stammende Gauß am Schreibtisch und erkundet die Welt mathematisch. Seine sinnlichen Versuchungen sind die Frauen, während sich Humboldt eine strenge Askese auferlegt hat. Weiterlesen
Media Monday #69
It’s just another … Media Monday
1. Heinz Erhardt gefiel mir am besten in dem Reclam-Heft „Von der Pampelmuse geküsst“, das sehr komisch ist. Ohnehin hat mir Heinz Erhardt „live“ immer besser gefallen als der Schauspieler. Müsste ich mich für einen Film entscheiden, wäre es wohl „Die Herren mit der weißen Weste“.
2. Terry Gilliam hat mit „Twelve Monkeys“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es ein sehr cleverer Film mit hervorragenden Darstellern ist. Selbst Madeline Stowe hat hier gezeigt, dass sie mehr kann als hübsch weinen.
3. Kate Winslet gefiel mir am besten in „Eternal Sunshine of a Spotless Mind“. Sie passt einfach perfekt in diese Rolle. Sehr gut gefallen hat sie mir zudem in „Revolutionary Road“, einem oft unterschätzten Film. Weiterlesen
Der zweite Auftritt von Raylan Givens – „Riding the Rap“ von Elmore Leonard
Nachdem der Ex-Mafia-Buchmacher Harry Arno sein letztes Abenteuer, erzählt in „Pronto“, überlebt hat, ist er wieder nach Florida zurückgekehrt und kümmert sich um seine Geschäfte. Seinen Lastern hat er nicht abgeschworen: Er trinkt, obwohl er weiß, dass er dann zur Geschwätzigkeit neigt, und lässt sich von seiner Ex-Freundin Joyce bemuttern, die aber mittlerweile mit US Marshal Raylan Givens zusammen ist. Allerdings kann Joyce nicht vergessen, dass Raylan (am Ende von „Pronto“) in einem Restaurant einen Mann erschossen hat – wenngleich Tommy „the Zip“ Bucks ein Gangster war, der es auf Harrys und Raylans Leben abgesehen hatte und ebenfalls eine Waffe gezogen hatte. Sie bezweifelt, dass Raylan die Waffe sehen konnte. Außerdem ist sie über Raylans fehlende Gewissensbisse verunsichert.
Geschickt knüpft Elmore Leonard mit „Riding the Rap“ an den Vorgänger „Pronto“ an: Raylan und Joyce sind zwar ein Paar, aber sie haben unterschiedliche Vorstellungen von dieser Beziehung. Während Raylan mit ihrem Zusammensein ganz zufrieden ist, hadert Joyce zunehmend mit seiner klaren Einstellung und dem einfachen Ethos, dass er seine Waffe zieht, um zu töten. Auch Harry hat sich seit Italien kaum verändert. Er fragt sich, ob er seinem Altersruhesitz eine zweite Chance geben soll und ist weiterhin überzeugt, dass er der eigentliche Held der Geschichte sei, der Raylan im richtigen Moment gewarnt hat. Ansonsten bereitet er zum zweiten Mal seinen Ruhestand vor – wenngleich er mittlerweile selbst Zweifel hat, ob er die Finger ganz von dem Geschäft lassen kann. Dann wird er Opfer einer aberwitzigen Entführung. Joye bemerkt sein Verschwinden und bittet Raylan, sich nach ihrem Ex-Freund umzuhören. Weiterlesen







