Oscar 2013 – Die Kandidaten als bester nicht-englischsprachiger Film

©A.M.P.A.S.

In den USA beginnt die Award Season mit dem Filmfestival in Toronto – und tatsächlich nehmen nicht nur die Festivaldichte und Spekulationen nehmen zu, sondern auch die Nachrichten, welche Filme von den verschiedenen Nationen ins Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film geschickt werden.

Mit „Barbara“ hat Deutschland einen guten Film ausgewählt, der durch die Berlinale bereits international Aufmerksamkeit bekommen hat und auch auf einigen amerikanischen Festivals läuft. Der große Favorit in dieser Kategorie ist aber Michael Hanekes „Amour“, der zumindest unter den Kritikern auf einhellige Begeisterung gestoßen ist – und auch Hauptdarstellerin Emmanuelle Riva werden Chancen auf eine Nominierung zugerechnet. Mit „Intouchables“ („Ziemlich beste Freunde“) hat zudem Frankreich einen sehr populären Kandidaten benannt.

Update 2: Die Oscar-Nominierungen wurden bekanntgegeben! Die größte Überraschung: „Intouchables“ hat es nicht unter die fünf Kandidaten geschafft!

Update: Die Shortlist aus neun Filmen steht nun fest!

Die 71 Einreichungen sind:

Afghanistan: „The Patience Store“ von Atiq Rahimi
Albanien: „Pharmakon“ von Joni Shanaj
Algerien: „Zabana“ von Saïd Ould Khelifa
Argentinien: „Infancia clandestina“ („Clandestine Childhood“) von Benjamín Ávila
Armenien: „If Only Everyone“ von Nataliya Belyauskene
Aserbaidschan: „Buta“ von Ilgar Najaf
Australien: „Lore“ von Cate Shortland
Bangladesch: „Ghetuputra Kamola“ von Humayun Ahmed
Belgien: „À perdre la raison“ („Our Children“) von Joachim Lafosse
Bosnien und Herzegowina: „Djeca“ („Children of Sarajevo“) von Aida Begić
Brasilien: „O Palhaço“ („The Clown“) von Selton Mello
Bulgarien: „Sneakers“ („Кецове“) von Valeri Yordanov
Chile: „No“ von Pablo Larraín
China: „Caught in the Web“ von Chen Kaige
Dänemark: „En kongelig affære“ („A Royal Affair“, dt. „Die Königin und der Leibarzt“) von Nikolaj Arcel
Deutschland: „Barbara“ von Christian Petzold
Dominikanische Republik: „Jaque Mate“ („Check Mate“) von José María Cabral
Estland: „Seenelkäik“ („Mushrooming“) von Toomas Hussar
Finnland: „Puhdistus“ („Purge“) von Antti Jokinen
Frankreich: „Intouchables“ („The Intouchables“, dt. „Ziemlich beste Freunde“) von Eric Toledano & Olivier Nakache
Georgien: „Keep Smiling“ von Rusudan Chkonia
Griechenland: „Adikos kosmos“ („Unfair World“) von Filippos Tsitos
Hongkong: „Life Without Principle“ von Johnnie To
Indien: „Barfi!“ von Anurag Basu
Indonesien: „Sang Penari“ („Tiny Dancer“) von Ifa Isfansyah
Island: „Djúpið“ („The Deep“) von Baltasar Kormákur
Israel: „Fill the Void“ von Rama Burshtein
Italien: „Cesare deve morire“ („Caesar Must Die“) von Paolo und Vittorio Taviani
Japan: „Kazoku no kuni“ („Our Homeland“) von Yong-hi Yang
Kambodscha: „Lost Loves“ von Chhay Bora
Kanada: „Rebelle“ („War Witch“) von Kim Nguyen
Kasachstan: „Myn Bala“ von Akan Satayev
Kenia: „Nairobi Half Life“ von David „Tosh“ Gitonga
Kirgisistan: „The Empty Home“ von Nurbek Egen
Kolumbien: „El Cartel de los Sapos“ von Carlos Moreno
Kroatien: „Ljudožder vegetarijanac“ („Cannibal Vegetarian“) von Branko Schmidt
Lettland: „Golfa straume zem ledus kalna“ („Gulf Stream Under the Iceberg“) von Yevgeni Pashkevich
Litauen: „Ramin“ von Audrius Stonys
Malaysia: „Bunohan“ von Dain Said
Marokko: „Mort à vendre“ („Death for Sale“) von Faouzi Bensaïdi
Mazedonien: „The Third Half“ von Darko Mitrevski
Mexiko: „Después de Lucia“ („After Lucia“) von Michel Franco
Niederlande: „Kauwboy“ von Boudewijn Koole
Norwegen: „Kon-Tiki“ von Joachim Rønning und Espen Sandberg
Österreich: „Amour“ („Love“; dt. „Liebe“) von Michael Haneke
Palästina: „Lamma Shoftak“ („When I Saw You“)> von Annemarie Jacir
Peru: „Las malas intenciones“ („The Bad Intentions“) von Rosario Garcia-Montero
Philippinen: „Bwakaw“ von Jun Lana
Polen: „80 milionów“ („80 Millions“) von Waldemar Krzystek
Portugal: „Sangue do meu Sangue“ („Blood of My Blood“) von João Canijo
Rumänen: „După dealuri“ („Beyond the Hills“) von Cristian Mungiu
Russland: „White Tiger“ von Karen Shakhnazarov
Schweden: „Hypnotisören“ („The Hypnotist“) von Lasse Hallström
Schweiz: „L’Enfant d’en haut“ („Sister“, dt. „Winterdieb“) von Ursula Meier
Serbien: „Kad svane dan“ („When Day Breaks“) von Gorana Paskaljevića
Singapur: „Already Famous“ von Michelle Ching
Slowakei: „Až do mesta Aš“ („Made in Ash“) von Iveta Grófová
Slovenien: „Izlet“ („A Trip“) von Nejc Gazvoda
Spanien: „Blancanieves“ von Pablo Berger
Südafrika: „Umfann“ („Little One“) von Darrel Roodt
Südkorea: „Pietà“ von Kim Ki-duk
Taiwan: „Touch of the Light“ von Chang Rong-ji
Thailand: „Headshot“ von Pen-Ek Ratanaruang
Tschechien: „Ve stínu“ („In the Shadows“) von David Ondricek
Türkei: „Whre the Fire Burns“ von İsmail Güneş
Ukraine: „Firecrosser“ von Mykhailo Illienko
Ungarn: „Csak a szél“ („Just the Wind“) von Benedek Fliegauf
Uruguay: „La Demora“ („The Delay“) von Rodrigo Plá
Venezuela: „Piedra, Papel o Tijera“ („Rock, Paper, Scissors“) von Hernán Jabes
Vietnam: „The Scent of Burning Grass“ von Nguyễn Hữu Mười

Der Iran hat aus Protest gegen den islamfeindlichen Film seinen Beitrag zurückgezogen.

Über Hinweise auf fehlende Einreichungen oder Änderungen freue ich mich sehr!

5 Gedanken zu „Oscar 2013 – Die Kandidaten als bester nicht-englischsprachiger Film

  1. Lena

    Zwar habe ich noch keinen der Filme gesehen, aber da es genug Beispiele für bedeutende Regisseure gibt, die von der Academy leer ausgingen, wird es einfach mal Zeit für einen Oscar für Haneke. Und ich nehme an, einen Academy-verträglicheren Film als „Amour“ wird es von ihm nicht geben. Findest du, er hat es verdient?
    Aber obwohl ich Christian Petzold alle Preise der Welt gönne, macht es mich ein bisschen stutzig, dass ausgerechnet derjenige seiner Filme mit „deutschem“ Thema mal die Chance bekommt. Die Amerikaner dürfen doch ruhig mal erfahren, dass „wir“ auch andere Geschichten erzählen können und zwar ziemlich gut.

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  2. Zeilenkino Artikelautor

    Mit „verdient“ im Zusammenhang mit den Oscars tue ich mich immer schwer, aber meiner Meinung nach ist „Amour“ schon ein bemerkenswert guter Film (von dem ich übrigens glaube, dass es Dir gut gefallen wird). Und wenn ich ihn mit den zwei Filmen, die ich noch gesehen habe („Barbara“, „Lore“) vergleiche, dann würde ich ihm den Preis geben. Allerdings bin ich mal gespannt, wie die überwiegend älteren Academy-Mitglieder, die in dieser Kategorie entscheiden, auf diesen Film reagieren werden.

    Petzolds Film ist für mich in diesem Jahr einfach die richtige Wahl, wenngleich ich Dir zustimme: „Wir“ können auch andere Filme. 🙂

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  3. Sebastian Nebel

    Ich war von „Barbara“ ja etwas unbeeindruckt, aber mir fällt auch kein besserer deutscher Film ein. (Also ich fand „Barbara“ keineswegs schlecht, aber eben auch nicht sooo herausragend.) Naja, immerhin mal ein Film mit Oscar-Chancen, den ich rechtzeitig sehen konnte…

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    1. Zeilenkino Artikelautor

      Alle Filme nicht, da sie teilweise (wie z.B. „Lore“) erst in den Kinos starten. „Babara“ erscheint hingegen am 12.10.2012 auf DVD. Und zu „Buta“ kann ich Dir leider keinen Starttermin sagen.

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