Ein kurzer Blick auf „What Maisie Knew“

(c) Pandastorm Pictures

Basierend auf dem Roman „Maisie“ („What Maisie Knew“) von Henry James erzählen die Regisseur Scott McGehee und David Siegel von dem Mädchen Maisie (Onata Aprile), die die Trennung ihrer Eltern Susanna (Julianne Moore) und Beale (Steve Coogan) und deren Kampf um das alleinige Sorgerecht mit erlebt. Beide heiraten abermals (Joanna Vanderham; Alexander Skarsgård) und Maisie verliert immer mehr das Vertrauen in die Welt der Erwachsenen – und die Liebe …

Die ersten Kritiken nach der Premiere des Films in Toronto waren positiv – und ich bin ebenfalls sehr gespannt auf den Film! Er startet unter dem Titel „Das Glück der großen Dinge“ am 11. Juli 2013 in den deutschen Kinos.

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Krimi-Kritik: „Opfer“ von Cathi Unsworth

(c) Suhrkamp

Privatermittler Sean Ward reist im Auftrag einer Anwältin an die Küste im Nordosten Englands, um einen 20 Jahre zurückliegenden Fall wieder aufzurollen. Damals wurde die junge Corrine Woodrow verurteilt, einen Ritualmord begangen zu haben. Seither sitzt sie in der Psychiatrie – und selbst ihr Therapeut ist von der Aussicht, dass sie wieder an die Tat erinnert wird, wenig begeistert. Aber DNA-Proben weisen darauf hin, dass sich mindestens noch eine zweite Person am Tatort befunden haben muss. Deshalb lässt sich Sean Ward nicht abwimmeln und nimmt mithilfe der örtlichen Zeitungsredakteurin Francesca Ryman die Ermittlungen auf.

„Opfer“ von Cathi Unsworth ist ein spannender Kriminalroman, der vor allem zwei Stärken hat: Detailliert und atmosphärisch dicht beschreibt Cathi Unsworth das Leben in der kleinen Stadt Ernemouth, so dass die Enge, die Rebellionsversuche und die Hilflosigkeit einiger Bewohner fast zu spüren ist. Da sie die Handlung auf zwei Ebenen erzählt – die 20 Jahre zurückliegenden Ereignisse im Sommer 1984 und die gegenwärtigen Ermittlungen von Sean Ward – entsteht ein dichtes Panorama des kleinen Ortes. Weiterlesen

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Über „Inside Llewyn Davis“ von Joel und Ethan Coen

(c) Studiocanal

Der Folkmusiker Llewyn Davis (Oscar Isaac) wartet noch auf den großen Durchbruch und pendelt zwischen kleinen Auftritten und Songaufnahmen. Jede Nacht muss er sich eine neuen Platz zum Schlafen suchen, er hat noch nicht einmal eine Wohnung. Dabei trifft er befreundete Musiker wie Jim (Justin Timberlake) und Jane (Carey Mulligan), denen er sich verbunden fühlt. Aber er kann seine Gefühle nur in der Musik äußern – und so lässt er sich wie die Menschen in den Songs, die er singt, einfach immer weiter treiben.

Llewyn Davis (Oscar Isaac) (c) Studiocanal

Llewyn Davis (Oscar Isaac), Jim Berkey (Justin Timberlake) und Al Cody (Adam Driver) (c) Studiocanal

„Inside Llewyn Davis“ ist der neue Film von Joel & Ethan Coen, der im Mai in Cannes gezeigt wird, hierzulande aber wohl erst Anfang 2014 in die Kinos kommt. Basierend auf dem Buch „Der König von Greenwich Village“ von Dave van Ronk (mit Elijah Wald) verspricht der Film ein faszinierender Triup durch die Folkszene New Yorks in den 1960er Jahren zu werden. An der Musik sind T Bone Burnett und Marcus Mumford beteiligt – und laut Pressemeldung folgen die Coens mit diesem Film ihrer musikalischen Leidenschaft. Ich freue mich sehr auf diesen Film!

Jean Berkey (Carey Mulligan) und Jim Berkey (Justin Timberlake) (c) Studiocanal

Und auch der Trailer macht einen guten Eindruck!

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Wie schreibe ich einen spannenden Roman? Über „Spannend schreiben” von Christian Schärf

Noch bei der Tagung „Krimis machen“ im April in Berlin hieß es, dass es nie einfacher gewesen sei, einen Spannungsroman zu veröffentlichen als derzeit. Tatsächlich gibt es gefühlt keinen Ort mehr in Deutschland, der keinen eigenen Ermittler hat, und an allen Enden sprießen Kriminalromane aus dem Boden. Dennoch ist es nicht einfach, einen spannenden Roman zu schreiben. Ganz im Gegenteil: Bei manchen Büchern wünschte ich mir, die Autoren hätten vorher diesen Ratgeber gelesen.

Aufbau und Beispielsaufgabe

(c) Dudenverlag

Aufgebaut ist „Spannend schreiben“ von Christian Schärf in fünf „Textprojekte und Schreibaufgaben“, in denen jeweils erzählerische Techniken erläutert werden. Dazu gehören Elemente der Angst, des Schauers und Grauen, Konstellation für die Aufklärung eines Verbrechens und der Aufbau eines Plots. Schreibaufgaben am Ende der jeweiligen Abschnitte sollen das soeben Gelesene praktisch vertiefen. Dabei wird sehr deutlich, dass es zwar bestimmte Techniken gibt – jeder Roman ist zu einem gewissen Teil auch Handwerk –, wer aber keine Ideen hat, wird sie auch hier nicht finden. Vielmehr hilft dieses Buch dabei, das Geschriebene analytisch zu durchdringen. Weiterlesen

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Media Monday #97

Die Woche beginnt – wie (fast) immer – mit dem Media Monday des Medienjournals! Vorweg aber noch der kurze Hinweis: Wer (löblicherweise) vorhat, „Twin Peaks” zu sehen, und noch nicht weiß, von wem Laura Palmer ermordet wurde, sollte Frage 5 besser nicht lesen.

1. Christopher Lee gefiel mir am besten in „Dracula“.

2. David Cronenberg hat mit „Naked Lunch“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er dem Kultbuch von William S. Burrough eine sehr eigene Adaption entgegenstellt hat.

3. Tilda Swinton gefiel mir am besten in „We need to talk about Kevin“, weil der Film sehr stark von ihrer Präsenz und nuancierten Darstellung lebt. Weiterlesen

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Skandinavische Filmtage Bonn 2013 – „Either Way“

(c) Icelandic Filmcenter

Finnbogi (Sveinn Ólafur Gunnarsson) und sein Schwager Alfred (Hilmar Guðjónsson) sind Straßenarbeiter irgendwo in Island in den 1980er Jahren. Sie malen die Mittelstreifen, schlagen seitliche Begrenzungspflöcke ein und bessern nicht-asphaltierte Straßen aus. Während der 33-jährige Finnbogi die Ruhe und Kühle des islandischen Sommers genießt, schleppt sich der 24-jährige Alfred bis zum nächsten Wochenende – und der nächsten Hoffnung, dass der kleine Mann mal wieder „gesqueezt“ wird.

„Either Way“ von Regisseur und Drehbuch autor Hafsteinn Gunnar Sigurðsson erzählt eine einfache Geschichte von zwei Männern, ihrer Freundschaft und ihren Beziehungen zu Frauen. Dabei glänzt der Film mit einem sehr eigenwilligen Humor und vielen amüsanten Details. Die isländische Low-Budget-Produktion lief auf einigen Festivals und hat solide Kritiken erhalten, neue Aufmerksamkeit dürfte dem Film aber durch das Remake von David Gorden Grenne gewiss ein, das auf der diesjährigen Berlinale lief. Dort habe ich „Prince Avalanche“ ebenfalls gesehen und der Film hat mir damals insbesondere mit seinem Indie-Charme gut gefallen.

(c) Icelandic Filmcenter

„Either Way“ und „Prince Avalanche“
Die Nähe zu „Either Way“ wird bereits im Vorspann deutlich: Wurde bei „Prince Avalanche“ der Titelschriftzug eingehämmert, ist es bei „Either Way“ die gelbe Farbmarkierung, die Darsteller und Mitwirkende auf die Leinwand bringt. Nahezu alle Gags finden sich im Remake wieder, auch Dialoge wurden – sofern mich die englischen Untertitel des isländischen Films und die Erinnerung an „Prince Avalanche“ nicht in die Irre führen – wörtlich übernommen. Dadurch fallen vor allem drei Aspekte ins Auge: Weiterlesen

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Blind Dates zum Deutschen Buchpreis 2013

Wie bereits in den letzten Jahren gibt es anlässlich des Deutschen Buchpreises im Vorfeld einige Blind-Date-Lesungen, das bedeutet: die Termine und Orte werden vorab bekanntgegeben, nur der lesende Autor bleibt bis zuletzt geheim! Es ist nur bekannt, dass er auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis stet, die am 14. August 2013 veröffentlicht wird. Die ganze Idee finde ich äußerst spannend, außerdem ergibt sich so eine wunderbare Möglichkeit, auch einmal Autoren außerhalb der eigenen Lese-Blase kennenzulernen.

Folgende Blind Dates wird es geben: Weiterlesen

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