James Franco hat William Faulkners „As I Lay Dying“ verfilmt

Cormac McCarthys „Blood Meridian“, James Ellroys „American Tabloid“ und William Faulkners „As I Lay Dying“ – anscheinend gibt es derzeit kaum eine Verfilmung eines amerikanischen Klassikers, an der James Franco nicht beteiligt ist. In Cannes wird nun seine Verfilmung von „As I Lay Dying“ bei „Un Certain Regard” gezeigt, bei der er das Drehbuch schrieb, Regie führte und die Hauptrolle spielt.

Als Film kann ich mir die Faulkners Geschichte einer Familie, die die verstorbene Mutter zum Familiengrab bringen will, sehr gut vorstellen. Sicherlich ist die Erzählsituation denkbar schwierig: Die Geschichte entwickelt sich in wechselnden streams of consciousness von insgesamt 15 Personen, die in kurzen Kapiteln wiedergegeben werden. Dabei werden die Figuren vor allem durch ihre Gedanken charakterisiert. Doch auch hier ist möglich, was ich mir bereits bei der Verfilmung des „großen Gatsby“ gewünscht hätte: Indem sich das Drehbuch von der Vorlage lösen und Gedanken in Szenen umwandeln, lassen sich diese Besonderheiten filmisch umsetzen. Ich hoffe jedenfalls, dass der Film auch hierzulande zu sehen sein wird.

Solange erlaubt der Trailer einen ersten Blick: Weiterlesen

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Steven Uhlys „Glückskind“ wird verfilmt

Steven Uhly (c) Secession

Ach, das ist schön: Michael Verhoeven verfilmt Steven Uhlys Roman „Glückskind“, der mir sehr gut gefallen hat – und den ich mir auch gut als Film vorstellen kann. In dem Roman erzählt Steven Uhly mit sehr viel Empathie und Situationskomik von Hans D., der eines Tages ein Baby in den Mülltonnen findet und sich ihm verbunden fühlt. Zusammen mit seinen Nachbarn kümmert er sich um das Kind – und sie hoffen, durch Felicitas eine zweite Chance zu bekommen.

Der Film soll im Frühjahr 2014 vom SWR und der Maran Film GmbH realisiert werden und wird im Rahmen des FilmMittwoch im Ersten laufen. Und wer weiß: Vielleicht traut sich dann ja auch jemand an die Verfilmung von „Adams Fuge“ heran.

Der Roman ist im Secession Verlag erschienen.
Meine Besprechung von „Glückskind” und „Adams Fuge”

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Vorschau: „Stiller Zorn“ von James Sallis

(c) Dumont

Sehr gefreut habe ich mich über die Nachricht, dass am 22. Mai 2013 bei Dumont „Stiller Zorn“ von James Sallis erscheinen wird. Der erste Teil seiner Reihe um den Privatdetektiv Lew Griffin war in deutscher Übersetzung hierzulande höchstens noch antiquarisch unter dem Titel „Die langbeinige Fliege“ erhältlich. Der zweite Teil „Nachtfalter“ wird nächstes Jahr ebenfalls bei Dumont neu aufgelegt. Ich hoffe, dass auch die weiteren vier Teile erscheinen werden, allerdings habe ich darüber bisher nichts gehört – und ich könnte mir vorstellen, es hängt vom dem Verkaufserfolg der ersten beiden Teile ab.

Lew Griffin ist Privatdetektiv in New Orleans. Aktuell ermittelt er in einem Vermisstenfall, der ihn tief in die verborgenen Winkel der Stadt führt – und auf ein gewalttätiges Ende zusteuert.

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Media Monday #98

Bevor ich ins Kino entschwinde, fülle ich noch kurz die Lücken im 98. Media Monday.

1. Heath Ledger gefiel mir – abgesehen von The Dark Knight – am besten in „Brokeback Mountain“.

2. Danny Boyle hat mit „Trainspotting – Neue Helden“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er in diesem Film seine Zuschauer auf einen schnellen, spannenden und mitreißenden Trip mitnimmt. Weiterlesen

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Krimi-Kritik: „Das Ende der Welt“ von Sara Gran

(c) Droemer/Knaur

Im letzten Jahr gehörte Sara Grans „Die Stadt der Toten“, der ersten Teil mit Claire de Witt, der besten Ermittlerin der Welt, zu meinem ganz klaren Krimi-Highlights: Claire ist eine angenehm andere Detektivin, die ihre Fälle mit Spürsinn, I-Ging-Kugeln und den esoterisch angehauchten Wahrheiten des Buches „Detéction“ von Jacques Stilette löst. Ihr zweiter Fall ist nun ungleich persönlicher: Ihre große Ex-Liebe Paul wurde ermordet. Sie hat ihn längst nicht vergessen, deshalb will sie den Mörder finden – und verliert sich beinahe in dem Fall.

Schon auf den ersten Seiten bemerkte ich, dass mir bei „Das Ende der Welt“ etwas Entscheidendes fehlte: die Stadt New Orleans, die mit ihrer Abgestumpftheit und Abgerissenheit, ihren Verwüstungen und Verfehlungen so gut zu Claire de Witt passte. Dieses Mal ermittelt sie in San Francisco und verarbeitet Pauls Tod vor allem mit Kokain. Dem vielen Koks ist es vielleicht auch zuzuschreiben, dass ihre Ermittlungen weitgehend vor sich hin plätschern: Weiterlesen

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Arne Dahl: Bußestunde

(c) Piper

Am 14. Mai 2013 erscheint mit „Bußestunde“ der Abschluss von Arne Dahls Krimi-Reihe um das A-Team. Damit habe ich dann das erste Mal eine Bücherkrimireihe vom ersten bis zum letzten Buch während des Erscheinens gelesen. 🙂

An einem Sonntagnachmittag im Spätsommer geschieht in Stockholm fast unbemerkt ein Verbrechen, dessen ahnungslose Zeugin Lena Lindberg wird. Und während Paul Hjelm nach dem verschwundenen Geheimdienstchef sucht, stößt das A-Team auf eine Mordserie an jungen Frauen …

Die Verlagsankündigung klingt spannend – und sehr nach einem im besten Sinne typisch schwedischen Kriminalroman. Eine Leseprobe gibt es beim Piper-Verlag.

Update: Hier geht’s zu meiner Besprechung des Kriminalromans.

Außerdem ist Arne Dahl laut Verlagsseite mit diesem Buch auf Lesereise:

Signierstunde: Am Samstag, 18. Mai 2013 in Wien
Zeit: 16:00 Uhr
Ort: Thalia, Landstraßer Hauptstraße , 1030 Wien

Lesung und Gespräch: Am Samstag, 18. Mai 2013 in Wien
Zeit: 18:00 Uhr
Ort: Diplomatische Akademie, Favoritenstraße 15a , 1040 Wien

Lesung und Gespräch: Am Donnerstag, 06. Juni 2013 in Esslingen
Tickets: Buchhandlung Provinzbuch
Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Kabarett der Galgenstricke, 73728 Esslingen

Lesung und Gespräch: Am Montag, 28. Oktober 2013 in Wissen
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Kulturwerk Wissen, 57537 Wissen

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Don Winslow: „Manhattan“

(c) Suhrkamp

Seinem Erfolg hierzulande hat es Don Winslow wohl zu verdanken, dass nach und nach auch seine älteren Werke übersetzt werden. Nach „Die Sprache des Feuers“ erscheint nun voraussichtlich am 17. Juni 2013 sein Buch „Manhattan“ aus dem Jahr 1996. Es war das erste Buch nach der Neal-Carey-Reihe, deren ersten drei Teile in deutscher Übersetzung höchstens noch antiquarisch zu kaufen sind.

In „Manhattan“ erzählt Don Winslow von dem Personenschützer Walter Whiters, der Weihnachten 1958 auf den jungen Senator Joe Keneally und seine Ehefrau Madeleine aufpassen soll, die New York besuchen. Er erfährt mehr über den möglichen nächsten Präsidenten als ihm lieb ist – und plötzlich wird eine Leiche in seinem Hotelzimmer gefunden …

Ich finde es immer wieder spannend, ein Werk eines Autors mehr oder minder komplett zu erschließen, daher werde ich auch „Manhattan“ lesen. Allerdings erwarte ich hier kein Meisterwerk, sondern den Thriller eines Autors, der seinen Stil noch entwickelt.

Update: Zu meiner Kritik des Buches geht es hier.

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