“Irgendwo in Schweden” – Eine bitterböse Komödie

Manchmal passiert auf einem Festival etwas ganz Wunderbares. Da sitzt man am dritten Tag auf den nicht unbedingt bequemen Stühlen des Kolosseums in Lübeck und wartet auf den Film „Irgendwo in Schweden“. Im offiziellen Programm als „starbesetztes Gesellschaftsbild mit kühner Optik“ angekündigt, habe ich gepflegte Langeweile in schönen Bildern erwartet – und einen wunderbar hintersinnigen Film gesehen, der mit „Oslo, 31. August“ und „King of Devil’s Island“ zu den besten Beiträgen des Festivals gehörte.

Regisseur Kjell-Ake Andersson stellte seinen Film in Lübeck vor (c) Sonja Hartl

Schon die Einführung ließ mich aufhorchen: Dieser Film sei sicherlich nicht jedermanns Sache, auch müsse man sehr gut aufpassen, um den Faden nicht zu verlieren. Als langjähriger David-Lynch-Fan kann mich eine solche Aussage nicht schocken, aber sie ließ meine Erwartungen ein wenig steigen.

Tatsächlich ist der Anfang von „Irgendwo in Schweden“ leicht verstörend: blutüberströmte Leichen sind zu sehen, eine Frau rennt in einem zerschlissenen Kleid durch den Wald, ein alter Mann wird von der Polizei verhört. Aber ebenso offensichtlich ist, dass diese Bilder irgendwie zusammenhängen. Im weiteren Verlauf des Films werden sie wiederholt gezeigt und dabei stets in einen neuen Kontext gerückt. Aufmerksames Sehen ist daher bei „Irgendwo in Schweden“ schon erforderlich, aber der Film ist nun sicherlich nicht derart komplex, dass er eines besonderen Hinweises bedarf. Weiterlesen

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Oscar 2012 – Die 15 Kandidaten als bester Dokumentarfilm

©A.M.P.A.S.

Die Academy of Motion Pictures Art und Sciences hat die 15 Dokumentarfilme bekanntgegeben, die bei der 84. Oscarverleihung mit der begehrten Trophäe ausgezeichnet werden können. Unter den Kandidaten ist Wim Wenders 3D-Film „Pina“. Diese Dokumentation ist außerdem der deutsche Beitrag in der Kategorie des Oscars für den besten nicht-englischsprachigen Film.

Nicht unter den 15 Filmen ist außerdem „The Interrupters“ von Steve James, dessen Dokumentarfilm „Hoop Dreams“ als eine der besten Doku aller Zeiten angesehen wird – und ebenfalls nicht bei den Oscars berücksichtigt wurde. Überraschend ist außerdem, dass es „Senna“ von Asif Kapadia nicht auf diese Liste geschafft hat. Sein Dokumentarfilm über Ayrton Senna ist derzeit durchaus erfolgreich. Ebenfalls erstaunlich ist, dass Werner Herzog für „Into the Abyss“ erneut nicht nominiert wurde. Außerdem fehlt auch „Being Elmo“ auf der Liste. Weiterlesen

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Islands Oscar-Kandidat “Volcano”

Eldfjall / Volcano (c) DFI

Grau ist das Leben auf Island, das wird schon mit den ersten Bildern des berührenden Films „Volcano“ deutlich. Er beginnt mit dem letzten Arbeitstag des grantige Hannes (Theodor Juliusson), der bisher als Hausmeister in einer Schule gearbeitet hat. Nun verabschieden ihn seine Kollegen, sein Nachfolger erhält noch einige Hinweise und dann wartet der Ruhestand auf Hannes. Richtig fröhlich wirkt er nicht. Dann sieht man ihn in seinem Auto sitzen. Er blickt auf die schroffe, aber wunderschöne Landschaft der Insel und startet mit Überwindung den Motor, macht ihn wieder aus – und reißt die Fenster auf. Er wird sich doch nicht umbringen, wenngleich er nicht mehr glücklich in seinem Leben ist. Zu seinen Kindern Ari (Thorsteinn Bachmann) und Telma (Elma Lisa Gunndarsdottir) hat er kein gutes Verhältnis, auch gegenüber seiner Frau Anna (Margret Helga Johannsdottir) verhält er sich schroff und abweisend. Einzig für sein altes Boot scheint er noch Zuneigung zu empfinden. Doch Hannes weiß selbst nicht, warum er so grantig ist. Es ist einfach so.

Eldfjall / Volcano (c) DFI

Dann ist ausgerechnet sein Boot, das eine Veränderung in Gang setzt. Bei einem Angeltörn droht es auf dem Meer zu sinken. Hannes muss sich abschleppen lassen – und durch dieses Leck kehrt er früher nach Hause zurück. Seine Kleidung ist nass, also hängt er sie über die Wäscheleine und will schnell ins Haus gehen. Aber dann belauscht er ein Gespräch zwischen seinen Kindern mit an. Erschüttert hört er, dass seine Tochter überzeugt ist, ihre Mutter sollte ihn verlassen. Hannes fühlt sich schuldig – und tatsächlich kommt es in der Nacht darauf zu einer Annäherung zwischen Anna und ihm. Sie sind schon so lange verheiratet, da braucht es keine dramatischen Aussprachen mehr. Sie verbringen einige liebevolle Momente miteinander, alles scheint sich zum Besseren zu wenden. Doch dann erleidet Anna einen Schlaganfall und benötigt fortan rund um die Uhr Pflege. Hannes beschließt, sich zu Hause selbst um sie zu kümmern. Er gibt sich Mühe, doch Anna liegt meistens weinend und wimmernd im Bett. Ihr Zustand wird nicht besser werden – und so fasst Hannes eines Tages den Entschluss, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Weiterlesen

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“Stockholm Ost” – Ein Melodram mit Iben Hjejle und Mikael Persbrandt

Liebe als Problem in "Stockholm Ost" (c) SFI

Ein ganz normaler Morgen in Schweden. Anna (Iben Hjejle) arbeitet bereits von zu Hause aus, das Telefon klingelt ständig. Also beschließt ihre Tochter Tove, dass sie mit dem Rad zur Schule fährt, um pünktlich zu sein. Zur gleichen Zeit bereitet sich Johan (Mikael Persbrandt) auf die Arbeit vor, er tanzt durch seine Wohnung, verabschiedet sich von seiner Freundin und fährt mit dem Auto los. Plötzlich knallt es! Er ist mit einer Radfahrerin zusammengestoßen – und Tove stirbt später im Krankenhaus. Nur kurz sieht er Anna, als sie das Krankenhaus mit der Schultasche ihrer toten Tochter im Arm verlässt. Und inmitten seiner Schuldgefühle glaubt er eine Anziehung zu spüren. Sie bemerkt ihn nicht.

Ungefähr ein Jahr später begegnen sie sich auf einem Bahnsteig am Bahnhof Stockholm Ost. Sie kommen ins Gespräch, fahren mit dem Zug in dieselbe Richtung. Nur Johan weiß um ihre schicksalshafte Verbindung, aber er schweigt. Als Anna ihren Filofax vergisst, ergreift er die Initiative und bringt ihn ihr vorbei. Fortan treffen sie sich häufiger und verbringen viel Zeit miteinander. Anna spielt Johan vor, ihre Tochter lebe noch – und Johan glaubt, er könne Anna in ein Leben zurückhelfen, indem er ihr glaubt. Zudem wäre er frei von Schuld, würde Tove noch leben. Sie verlieben sich ineinander – und in ihrer Fantasiewelt können sie eine Weile glücklich sein. Aber irgendwann muss die Wahrheit herauskommen … Weiterlesen

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Trailer: Meryl Streep in „The Iron Lady“

Wird dieser Film Meryl Streep ihren dritten Oscar einbringen? Diese Frage wird zumindest im Vorfeld des Films „The Iron Lady“ bereits diskutiert. Schon die ersten Bilder ließen vermuten, dass die amerikanische Schauspielerin ihrem historischen Vorbild erstaunlich nahe kommt – allerdings erinnerten mich einige Aufnahmen auch an eine reiche amerikanische Ölmilliardärsgattin.

Nun gibt es einen Trailer zu „The Iron Lady“, der den sehr starken Eindruck erweckt, dass dieser Film voll und ganz auf die Hauptdarstellerin zugeschnitten ist. Vollends überzeugt bin ich nicht – denn mir scheint manches an der Darstellung von Meryl Streep doch sehr bemüht. Vielleicht verliert sich dieser Eindruck im Verlauf des Films:

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Offizieller Trailer zu „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“

(c) Studiocanal

Heute feierte der offizielle US-Trailer zu „The Hunger Games“ bei „Good Morning America“ Premiere und ist nun auch im Netz zu finden. Auf weitere Bilder von der Verfilmung der Bestseller von Suaznne Collins haben viele Fans gewartet, denn schon die Besetzung wurde mitunter kontrovers diskutiert. Allerdings wird es bei einer Verfilmung einer derart erfolgreichen Romantrilogie immer verschiedene Meinungen geben.

Den Trailer finde ich durchaus gelungen, da er einen Eindruck von dem Plot und der Besetzung (neben Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson und Liam Hemsworth auch Stanley Tucci und Donald Sutherland) liefert, zugleich aber auch Lust auf den Film macht. Allerdings kenne ich auch die Bücher nicht – und bin daher eher neutral. 😉 Der Film startet am 22.03.2012 in den deutschen Kinos.

Hier nun der Trailer:

Und mittlerweile gibt es auch einen deutschen Trailer:

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“Drive” – Starttermin und Trailer

Der deutsche Starttermin für “Drive” ist der 26. Januar 2012. Der Thriller basiert auf dem im Zeilenkino vorgestellten Roman “Driver” von James Sallis – und ich bin schon sehr gespannt, wie der Film ist. Immerhin wurde Nicolas Winding Refn für diesen Film in Cannes als bester Regisseur ausgezeichnet und auch die Besetzung ist mit Ryan Gosling, Christina Hendricks, Albert Brooks und Carey Mulligan durchaus vielversprechend.

Der Film erzählt die Geschichte eines des Stuntman Driver (Ryan Gosling), der nachts als Fluchtfahrer für die Unterwelt arbeitet. Er gehört zu den Besten und wurde bislang noch nicht geschnappt. Dann verliebt er sich seine neue Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und lässt sich von ihrem frisch aus dem Gefängnis entlassenen Ehemann (Oscar Isaac) zu einem todsicheren Coup überrende. Und wenig später ist er zur Zielscheibe einiger der gefährlichsten Kriminellen von Los Angeles geworden …

Der Trailer macht ebenfalls Lust auf den Film:

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