Die Gewinner der Golden Globes 2014

Gestern Nacht wurden in Los Angeles zum 71. Mal die Golden Globes vergeben. Während ich mir bei den Oscars in der Regel die Nacht um die Ohren schlage, habe ich in den letzten Jahren die Globes zum Frühstück nachgeholt. Und so habe ich mich in den letzten knapp zweieinhalb Stunden gefreut und geärgert.

Aber zunächst die Gewinner im Überblick:

(c) HFPA

(c) HFPA

Film
Bester Film (Drama): „12 Years a Slave“
Bester Film (Komödie/Musical): „American Hustle”
Beste Schauspielerin (Drama): Cate Blanchett („Blue Jasmine”)
Bester Schauspieler (Drama): Matthew McConaughey („Dallas Buyers Club”)
Beste Schauspielerin (Komödie/Musical): Amy Adams („American Hustle”)
Bester Schauspieler (Komödie/Musical): Leonardo DiCaprio („The Wolf of Wall Street”)
Bester Nebendarsteller: Jared Leto („Dallas Buyers Club”)
Beste Nebendarstellerin: Jennifer Lawrence („American Hustle”)
Beste Regie: Alfonso Cuarón („Gravity”)
Bestes Drehbuch: Spike Jonze („Her”)
Beste Filmmusik: Alex Ebert („All is Lost”)
Bester Filmsong: „Ordinary Love” von U2 in „Mandela: Long Walk to Freedom”
Bester nicht-englischsprachiger Film: „La Grande Bellezza“ (Italien)
Bester Animationsfilm: „Frozen” (“Die Eiskönigin – völlig unverfroren”)

Fernsehen
Beste Drama-Serie: „Breaking Bad”
Beste Comedy-Serie: „Brooklyn Nine-Nine”
Bester Schauspieler(Drama): Bryan Cranston, „Breaking Bad”
Beste Schauspielerin (Drama): Robin Wright, „House of Cards”
Bester Schauspieler (Comedy): Andy Samberg, „Brooklyn Nine-Nine”
Beste Schauspielerin (Comedy): Amy Poehler, „Parks and Recreation”
Bester TV-Film oder Miniserie: „Behind the Candelabra”
Bester Schauspieler TV-Film/Mini-Serie: Michael Douglas, „Behind the Candelabra”
Beste Schauspielerin TV-Film/Mini-Serie: Elisabeth Moss, „Top of the Lake”
Beste männliche Nebenrolle: Jon Voight, „Ray Donovan”
Beste weibliche Nebenrolle: Jacqueline Bisset, „Dancing on the Edge”

Zu den Fernsehkategorien kann ich fast nichts sagen, da ich bis auf „Behind the Candelabra“, „Top of the Lake“ und den Anfang von „Breaking Bad“ nichts kenne, auch habe ich nur wenige der anderen nominierten Sendungen gesehen.

Bei den Film-Preise fehlen mir noch „12 years a slave“, „Her“, „Saving Mr. Banks“ und „August: Osage County“, aber ich sag mal so: Über einen Preis für Emma Thompson und Spike Jonze würde und werde ich mich niemals ärgern 😉 Ein großes Rätsel bleibt mir hingegen die große Begeisterung für „American Hustle“. Ich kann sehr gut verstehen, dass andere Schauspieler diesen Film gut finden – auch für mich sind die schauspielerischen Leistungen (und insbesondere Jennifer Lawrence) das Beste an dem Film. Aber der Raum, den die Schauspieler haben, geht zu Lasten des Drehbuchs, so dass sich spätestens in der zweiten Hälfte Langeweile einstellt. Deshalb halte ich allein die Nominierung für das beste Drehbuch für einen Witz. Aber ich fürchte, ich werde mich auf mehr Preise für „American Hustle“ einstellen müssen.

Schwieriger ist es in den Drama-Kategorien. Matthew McConaughey zeigt in „Dallas Buyers Club“ eine beeindruckende Leistung, allerdings bietet seine Rolle auch viel mehr Ansatzpunkte und – ich sage mal – „Oscar-Material“ als Robert Redfords in „All is lost“. McConaughey hat für die Darstellung sehr viel Gewicht verloren und er spielt einen homophoben Aids-Kranken, der zum Aktivisten wird. Außerdem hatte er in letzter Zeit einige sehr gute Rollen – allein seine Szene in „Wolf of Wall Street“ ist eindrucksvoll. Dagegen spielt Robert Redford einen alten Mann auf einem Boot. Doch wie er es macht und was er dort tut, ist in meinen Augen schlichtweg großartig. Deshalb würde ich ihm jeden Preis geben.

Gefreut habe ich mich über die Auszeichnungen von Alex Ebert für die Musik in „All is lost“, Jared Leto als bester Nebendarsteller in „Dallas Buyers Club“ und natürlich „La grande bellezza“ als bester nicht-englischsprachiger Film. Auch ist Cate Blanchett für mich eine sehr verdiente Gewinnerin.

Nun aber bin ich vor allem auf die Oscar-Nominierungen gespannt, da die Academy-Mitglieder in diesem Jahr ihre Stimmzettel vor Vergabe der Globes abgeben mussten. Somit ist durchaus nicht sicher, dass Leonardo DiCaprio für „Wolf of Wall Street“ überhaupt nominiert wird – ebenso Amy Adams für „American Hustle“. Sie hat als beste Hauptdarstellerin vor allem mit Cate Blanchett, Sandra Bullock, Judi Dench, Meryl Streep und Emma Thompson sehr große und namhafte Konkurrenz, wenngleich ich schätze, sie wird nominiert und Meryl Streep nicht. Am 16. Januar sind wir schlauer.

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Krimi-Kritik: „Gottes Zorn“ von Olle Lönnaeus

(c) Rowohlt

(c) Rowohlt

Mitten in der Nacht erhält der betrunkene Joel Lindgren einen Anruf von seinem Vater Mårten, zu dem er seit Jahrzehnten kein Kontakt mehr hat. Nun stammelt er nur „Komm her. Es ist eilig. Mir bleibt nicht mehr viel Zeit …“ ins Telefon. Widerwillig macht sich Joel auf den Weg, kämpft sich durch einen Schneesturm, legt sich fast mit einem Wildschwein an und kommt schließlich am Haus des Vaters an. Doch seine unterdrückten Befürchtungen werden bestätigt: Sein Vater hängt tot von der Decke im Wohnzimmer. Joel fällt in Ohnmacht – und als er wieder aufwacht, kommt die Erinnerung: „Er hatte die Leiche berührt, daran erinnerte er sich. Voller Grauen war er darauf zugegangen und hatte seine Finger auf eine herabhängende Hand gelegt. Sie war kalt, genau wie er es vermutet hatte. So viel wusste Joel über Tote: Man sieht innerhalb eines Augenblicks, ob es bereits zu spät ist.“

Ansonsten weiß Joel aber nicht allzu viel – weder über sich selbst noch über seinen Vater. Im Alter von 18 Jahren hat er seinen Heimatort verlassen und für ein Jahr bei einer Sekte gelebt, in der er Halt und vermeintliche Orientierung fand. Schließlich fühlte er sich dort beengt, verließ die Sekte und traf eine Frau, aber die Ehe scheitere, weil er keine Kinder wollte. Durch den Tod des Vaters wird er nun mit seinen diffusen Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend konfrontiert, die vor allem von seinem gewalttätigen Vater und dem Weggang der Mutter bestimmt sind. Als er jedoch beginnt, im Leben seines Vaters herumzuwühlen und mit Menschen zu sprechen, die seinen Vater besser kanten, geraten diese Erinnerungen ins Wanken. Allmählich erkennt er, dass er trügerischen Wahrnehmungen unterlegen war.

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KrimiZeit-Bestenliste Januar 2014

Ausnahmsweise am zweiten Donnerstag des Monats ist die KrimiZeit-Bestenliste erschienen. Die Platzierungen sind (in Klammern ist der Vormonat angegeben):

(c) Diogenes

(c) Diogenes

1 (3) John le Carré: „Empfindliche Wahrheit“
2 (1) Friedrich Ani: „M“
3 (7) Dennis Lehane: „In der Nacht“
4 (5) Martin Cruz Smith: „Tatjana“
5 (4) Garry Disher: „Dirty Old Town“
6 (2) Lee Child: „61 Stunden“
7 (-) Ulrich Ritzel: „Trotzkis Narr“
8 (-) Zoë Beck: „Brixton Hill“
9 (-) Jesper Stein: „Unruhe“
10 (8) Jo Nesbø: „Koma“

Besonders gefreut habe ich mich über die beiden Neuzugänge Zoë Beck und Ulrich Ritzel, deren Bücher ich sehr gelungen fand. Meine Besprechung von „Trotzkis Narr“ ist in der aktuellen Ausgabe der BÜCHER, die Kritik zu „Brixton Hill“ kommt nächste Woche im Zeilenkino. Aber bereits jetzt sei gesagt, dass sich beide Kriminalromane dem Thema Gentrifizierung aus gänzlich anderer Richtung nähern – und gekonnt Gesellschaftskritik mit Krimi-Elementen verbinden.

Dennis Lehanes „In der Nacht“ habe ich bereits ausführlich gewürdigt, Jesper Stein steht auf meiner Leseliste.

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Januar – Kinotipps

Da heute gleich zwei sehenswerte Filme in den deutschen Kinos starten, denen meiner Meinung nach sehr viele Zuschauer zu wünschen sind, verblogge ich meine Kinotipps ausnahmsweise:

„I used to be darker“

(c) Arsenal

(c) Arsenal

Im letzten Jahr begann meine Berlinale mit dem ruhigen, melancholischen Film „I used to be darker“ von Matt Porterfield, der nun am 9. Januar in den deutschen Kinos startet. Mir hat der Film damals sehr gut gefallen – zumal ich auch eine Schwäche für Folk-Musik habe.

Erste Eindrücke habe ich hier verbloggt, meine Kritik ist bei spielfilm.de zu lesen und hier gibt es die Tourdaten der tollen Sängerin und Hauptdarstellerin Kim Taylor. Der Besuch auf ihrer Homepage lohnt sich übrigens allein schon wegen der Songs, die dort zu hören sind.

„All is lost”

(c) Universum

(c) Universum

Seit einigen Wochen erzähle ich jedem, dass er unbedingt im Januar „All is lost” sehen müsse, da dieser Film meiner Meinung nach zu besten Filmen des Jahres zählen wird – und ja, dass sage ich im Januar. Dieser Film ist ein pures, natürliches Kinoerlebnis, das mich schlichtweg begeistert hat. Robert Redford ist in der Hauptrolle sensationell, der Ton und die Musik von Alex Ebert sind atemberaubend. Meine Kritik ist abermals bei spielfilm.de zu lesen.

Also: Auf ins Kino! 🙂

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Media Monday #132

1. Von der amerikanischen Filmindustrie würde ich mir eigentlich mal wünschen, dass sie mehr auf Originaldrehbücher setz als auf das tausendste Sequel, Prequel und Remake – und dass sie die Zuschauer ernst nimmt.

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2. Würde man endlich eine gut ausgewählte Collection dänischer Filme veröffentlichen, würde ich vermutlich sofort schwach werden, denn manche Filme sind nur sehr schwer mit Untertiteln in einer Sprache zu finden, die ich auch beherrsche.

3. Es gibt ja so gehypte Filmstars wie etwa xyz, der/dem ich aber überhaupt nichts abgewinnen kann, weil ich Hypes generell nichts abgewinnen kann. Außerdem werden gerade bei Schauspielern oft diejenigen gehypt, die sich weniger durch ihr Talent als durch ihren Star-Appeal auszeichnen.

4. Film-Blogosphäre war ja eines der geflügelten Worte im letzten Jahr und von Manifesten über Homepages bis hin zu Facebook-Gruppen hat sich da einiges getan in der letzten Zeit, von wirklichem Erfolg gekrönt war aber keines der Projekte. Wie ist deine Meinung zum Thema Film-Blogosphäre? Was wäre ein möglicher neuer Ansatz oder, ganz anders gedacht, muss sich in der Beziehung überhaupt etwas tun oder ist alles gut so wie es ist? Viele der Ideen finde ich gut, auch halte ich bei allen Bedenken gegen Facebook diese Gruppe für eine guten Anfang als Kommunikationsplattform. Eine lebendige Blog-Landschaft entsteht meiner Meinung nach aber vor allem durch das gegenseitige Kommentieren und großzügige Verlinken. Außerdem sollte sich nicht immer alles um die Klickzahlen drehen. Ich habe es jedenfalls lieber, ein Beitrag wird von zehn Leuten tatsächlich gelesen und im Idealfall auch kommentiert als hundertmal aufgerufen und dann weggedrückt.

5. Kaufe ich mir ein Buch, erwarte ich mir auf alle Fälle, dass es gut ist.

6. Die Spezialeffekte in Serienproduktionen sind mir nicht wichtig. Hauptsache, die Serie ist gut.

7. Meine zuletzt gesehene Serienstaffel war „Top of the lake“ und die war weniger gut als erwartet, weil ich mir aufgrund der vielen guten, beinahe euphorischen Besprechungen und des ständigen Vergleichs mit „Twin Peaks“ eine mysteriöse, spannende Serie erhofft hatte, aber gerade der Plot war dann doch sehr leicht zu durchschauen.

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Aufgeräumt: Gelesenes 2013

Der Jahreswechsel ist immer die Zeit, in der ich meinen Schreibtisch und das gesamte Arbeitszimmer gründlich aufräume – und dabei stoße ich auf die Bücher, über die ich aus verschiedensten Gründen noch nichts geschrieben habe. Und da ich voraussichtlich auch 2014 nicht dazu kommen werde, möchte ich wenigstens noch einige Anmerkungen loswerden:

(c) Kiepenheuer & Witsch

(c) Kiepenheuer & Witsch

Alina Bronsky: „Scherbenpark“
Ich hatte ja schon in meinem Jahresrückblick geschrieben, dass „Scherbenpark“ das Buch war, das mich 2013 am positivsten überrascht hat. Gelesen habe ich es anlässlich des Kinostarts der Verfilmung von Bettina Blümner, den Namen Alina Bronsky kannte ich vorab schon, auch wusste ich, dass ihre Bücher überwiegend positiv besprochen werden und sie eine recht große Lesegemeinde hat. Auch mich konnte sie mit ihrem Debütroman„Scherbenpark“ überzeugen. Es ist eine sehr unterhaltsame und spannende Coming-of-Age-Geschichte, die mich nach genau einem Absatz gepackt hat – und eine tolle Hauptfigur und Erzählerin hat.

T.C. Boyle: „San Miguel“
Gelesen habe ich das Buch anlässlich eines Beitrags über us-amerikanische Gesellschaftsromane für das Magazin BÜCHER, aber letztlich konnte ich es aufgrund der Handlungszeit – Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Weltwirtschaftskrise – nicht berücksichtigen. In „San Miguel“ erzählt T.C. Boyle von drei Frauen, die verschiedenen Generationen stammen und aus unterschiedlichen Gründen auf der kargen Insel San Miguel vor der kalifornischen Küste landen. Dadurch entstehen zwei Familiengeschichten, innerhalb derer Themen wie das Verhältnis des Individuums zur Natur und die Suche nach dem persönlichen Glück verhandelt werden. Noch dazu sind sie amüsant erzählt. Das Buch hat mir sehr gefallen.

(c) Golkonda

(c) Golkonda

Robert Bloch: „Psycho“
Alle wesentlichen Handlungselemente von Hitchcocks späterer Verfilmung sind auch im Roman von Robert Bloch enthalten, jedoch legt er weniger wert auf Spannung oder Thrill als vielmehr auf das Einfühlen in Norman Bates‘ Psyche und damit den Versuch, seine Taten zu erklären. Sicher war das Buch für damalige Leser noch spannender, da sie die entscheidenden Twists nicht kannten, außerdem greift es für die Entstehungszeit bemerkenswerte Themen auf. Aber auch heute lässt es sich dank der schnörkellosen Handlung und dem zweifellos interessanten Vergleich zu Hitchcocks Film noch gut lesen.

Stephen Rebello: „Hitchcock und die Geschichte von Psycho“
Auch dieses Buch habe ich anlässlich seiner Verfilmung gelesen – es war Grundlage des Films „Hitchcock“. Amüsant und interessant erzählt Stephen Rebello die Entstehungsgeschichte des Films und liefert sehr spannende Einblicke in das Filmgeschäft der damaligen Zeit. Für Hitchcock-Fans ein Muss.

(c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Anna Kim: „Anatomie einer Nacht“
Elf Lebensgeschichten in Grönland verbindet Anna Kim kunstvoll in ihrem Roman „Anatomie einer Nacht“ und ihre Figuren vereint, dass sie sich das Leben nehmen werden. Es ist ein melancholisches Buch, allerdings fehlte mir gerade auf den ersten Seiten eine wahrzunehmende erzählerische Instanz. Daher wird die tiefe Einsamkeit und Verlorenheit der Figuren zwar deutlich, insgesamt hätte ich mir indes mehr Struktur in der Erzählung gewünscht.

Dave van Ronk: „Der König von Greenwich Village“
Derzeit läuft in den Kinos der sehenswerte Coen-Film „Inside Llewyn Davis“, der inspiriert wurde von der Lebensgeschichte Dave van Ronks, die er in seiner Autobiographie „Der König von Greenwich Village“ schildert. Das Buch steckt voller Anekdoten und Informationen zu Musikern, der Folkszene am Washington Square und Greenwich zur Eisenhower-Zeit. Irgendwann taucht sogar – wie in dem Film – der junge Bob Dylan auf. „Der König von Greenwich Village“ ist daher unterhaltsame Musikgeschichte und für alle Folk-Fans ein Muss.
Lesenswert dazu: folker.de

(c) diaphanes

(c) diaphanes

Daniel Eschkötter: „The Wire“
In der booklet-Reihe des diaphanes Verlags erscheinen Analysen zu herausragenden us-amerikanischen Fernsehserien. Es sind keine Fan-Texte oder Episodenführer, sondern eher Essays, in denen sich die Autoren der Serie aus einer bestimmten Perspektive nähern – beispielsweise untersucht Dominik Graf in dem Band zu „Homicide“ die Erzählweise der Serie und setzt sie in Beziehung der amerikanischen Film- und Fernsehlandschaft. In dem Band zu meiner Lieblingsserie „The Wire“ analysiert Daniel Eschkötter die Serie unter dem Gesichtspunkt des „Abhörens“ – des technischen und erzählerischen. Dadurch spürt er den vielseitigen Zusammenhängen in dieser Serie nach und vermittelt tatsächlich neue Ansatzpunkte.

Wer Interesse an einem Exemplar von Dominik Grafs „Homicide“ hat, der möge sich bitte bei mir melden. Ich hätte nämlich eines zu verschenken. 🙂

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Jahresabschluss 2013 – Die Blogparade von Buchsaiten

In diesem Jahr habe ich 113 Bücher gelesen und 203 Filme gesehen – doch ich widersetze mich dem Zwang, eine Top-Ten-Liste zu erstellen (es sei denn, ein Auftraggeber verlangt es). Stattdessen beteilige ich mich lieber bei der Blogparade des Blogs Buchsaiten. Dort stellt Kathrin Fragen zum literarischen Jahresabschluss, die ich einfach für Filme auch beantworte.

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Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?
Dieses Jahr habe ich sehr viele gute Bücher gelesen, deshalb fällt mir die Antwort schwer. Allerdings hätte ich bei Alina Bronskys „Scherbenpark“ nicht erwartet, dass es so gut ist. Gerechnet hatte ich mit einem unterhaltsamen Coming-of-Age-Roman, aber dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite vor allem mit seiner authentischen Heldin gepackt.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?
Hier ist die Antwort einfacher: „Ein deutscher Sommer“ von Peter Henning. So interessant die Verbindung aus Literatur und Zeitgeschichte auch ist, der Stilwillen des Autors klang in jedem Satz durch und seinen Figuren fehlte Lebendigkeit.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
Unter den Debütautoren ragen in diesem Jahr Hanna Jameson mit „Kalter Schmerz“ und Justin Torres mit „Wir Tiere“ heraus, aber diese Frage weist für mich eher in die Richtung eines Namens, der schon mehr als ein Buch herausgebracht hat. Und das wäre in diesem Jahr Dave Eggers, da ich nach seinem „Zeitoun“ unbedingt sofort wieder etwas lesen von ihm wollte. Die schönste Wieder-Entdeckung war hingegen Louis Begley.

(c) Liebeskind

(c) Liebeskind

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
Weiterhin gefallen mir die Cover des Verlags Liebeskind ausgesprochen gut, sofort denken musste ich an „Paperboy“, da dieses Bild die Atmosphäre und auch den Stil des Romans gut fasst.

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2014 lesen und warum?
Wo soll ich dort anfangen? Auf jeden Fall die Fortsetzung von Adrian McKintys „Der katholische Bulle“, die voraussichtlich im Mai 2014 erscheint. Sehr gespannt bin ich aber auch auf „Transatlantik“ von Colum McCann, „Heimkehr“ von Toni Morrison, den neuen Woodrell, Peace, Bottini und Juretzka.

Und nun zu den Filmen:

Welches war der Film in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, der mich dann aber positiv überrascht hat?
Bei „Fack ju Göhte“ hatte ich eine typisch gewollt-lustige deutsche Komödie à la Schweiger erwartet und wurde dann mit einem zwar konventionellen, aber doch lustigem Film überrascht, der mich gut unterhalten hat.

Welches war der Film in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, der mich dann aber negativ überrascht hat?
Die größte Enttäuschung in diesem Jahr war wohl „Nachtzug nach Lissabon“, in dem deutsche Schauspieler als Portugiesen zu sehen sind, die Englisch mit Akzent sprechen – und in dem aus dem Buch eine Euro-Schmonzette wurde.

(c) Studiocanal

(c) Studiocanal

Welches war eure persönliche Film-Neuentdeckung in diesem Jahr?
Das ist der dänische Drehbuchautor und Regisseur Tobias Lindholm, der mit „Kapringen“ ein sehr packendes Drama gedreht hat, das 2014 auch hierzulande einen Kinostart bekommt. Außerdem ist er bekannt für „R“ und hat das Drehbuch u.a. zu „Jagten“ geschrieben.

Welches war euer Lieblings-Filmplakat in diesem Jahr?
Ein wirkliches Lieblingsplakat habe ich gar nicht, sehr gut gefallen hat mir aber der Retro-Chic von „Inside Llewyn Davis“.

Welchen Film wollt ihr unbedingt in 2014 sehen?
Ein Muss ist für mich: „Nymphomaniac“ von Lars von Trier.

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