Oscar 2012 – Die Kandidaten als bester nicht-englischsprachiger Film

©A.M.P.A.S.

In der letzten Woche wurde von German Films bekanntgegeben, dass „Pina“ der deutsche Kandidat bei der Oscar-Verleihung 2012 sein wird. Damit hat die Jury meines Erachtens eine sehr gute Wahl getroffen. Der Film von Wim Wenders lief bereits auf der Berlinale und wurde in den USA bereits auf dem Telluride Film Festival, einem der wichtigsten US-Indie-Festivals, erfolgreich gezeigt. Außerdem lief der Film auch in Toronto und wird im Dezember regulär in den US-Kinos starten. Es ist das erste Mal, dass Deutschland einen Dokumentarfilm in dieser Kategorie nominiert.

Schweden schickt „Bessere Zeiten“ ins Rennen. Den Film von Pernilla August habe ich bereits im Rahmen der Leipziger Buchmesse gesehen – und fand ihn sehr gut. Das ist sicherlich eine gute Wahl, obwohl er im Vergleich zu „Pina“ sicherlich konventioneller ist.Der – aus meiner Sicht – bisher stärkste Film im Rennen um den Auslandsoscar ist „Le Havre“ von Aki Kaurismäki, der von Finnland nominiert wurde. Weiterlesen

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Rückblick – Die Filmfestspiele von Venedig 2011

(c) La Biennale

Über eine Woche herrschte hier im Zeilenkino nun Funkstille – aus einem schlichten Grund: Ich war krank. Und in dieser Woche ist unglaublich viel passiert, über das ich gerne geschrieben hätte. Aber nun bin ich wieder gesund – und daher folgen heute und morgen einige Rückblicke auf die meines Erachtens wichtigsten Ereignisse der letzten Woche.

Den Anfang machen die Filmfestspiele von Venedig, die in der öffentlichen Wahrnehmung zwar hinter Cannes zurückstehen, aber in diesem Jahr ein sehr gutes Programm präsentierten. Die Preisvergabe war dann allerdings wenig überraschend.

Die Preisträger im Überblick:

Goldener Löwe für den besten Film: Faust von Aleksander Sokurov (Russland)
Silberner Löwe für die beste Regie: Shangjun Cai für People Mountain People Sea (Ren Shan Ren Hai) (China) Weiterlesen

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Die Literarisierung eines Films – „Im Juli“ von Selim Özdogan

Selim Özdogan: Im Juli

In der sommerlich-leichten Komödie „Im Juli“ erzählt Fatih Akin die Geschichte des Lehramts-Referendars Daniel (Moritz Bleibtreu), der sich auf eine abenteuerliche Reise durch Europa begibt, um in Istanbul die Liebe seines Lebens zu treffen. Über den Film habe ich ja im Zeilenkino bereits etwas geschrieben und auf den gleichnamigen Roman von Selim Özdogan hingewiesen. Dort erzählt er die Geschichte noch einmal. Doch im Gegensatz zum Film, in dem Daniel im Mittelpunkt steht, stellt Selim Özdogan die zwei weiblichen Figuren – Juli und Melek – in das Zentrum der Geschichte. Dieser ungewöhnliche Weg vom Film zum Buch hat mich neugierig gemacht, so dass ich den Roman in meinem Urlaub gelesen habe. Weiterlesen

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Oscar 2012 – Eddie Murphy übernimmt die Moderation

Eddie Murphy (c) DreamWorks Studios

Bis gestern war es noch ein Gerücht, dass Eddie Murphy die Moderation der Oscarverleihung 2012 übernehmen soll. Am Abend kam dann die Bestätigung von der Academy of Motion Pictures and Sciences. Eddie Murphy wird Gastgeber der 84. Oscarverleihung, die am 26. Februar 2012 stattfinden. Er übernimmt diesen Job zum ersten Mal, war aber bereits als Präsentator mehrfach im Einsatz.

Einen leichten Beigeschmack erhält diese Entscheidung in meinen Augen dadurch, dass der Produzent der kommenden Verleihung, Brett Ratner, gerade den Film “Tower Heist” mit Eddie Murphy gedreht hat. Dieser Film wird am 4. November 2011 in den amerikanischen Kinos anlaufen – und da ist ein wenig Extra-Werbung durch den Oscar-Buzz sicherlich nicht unwillkommen. Sein Co-Star Ben Stiller wird sicherlich auch noch irgendwie involviert werden, aber bislang hat dieser ja auch immer sehr lustige Auftritte. Weiterlesen

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Neulich im Muppet-Universum – Eine neue Version des Titelliedes

Im Urlaub hat mich die Meldung erreicht, dass die Indierocker OK Go das Titellied der „Muppet Show“ neu aufgenommen haben. Aber aufgrund der schwachen Internetverbindung im Norden Schwedens habe ich mir das Video erst jetzt angesehen und bin – nun ja – irritiert. Sicherlich enthält es einige nette Ideen – am meisten hat mich der Auftritt von Marvin Suggs und einer OK Go-Variante des Muppaphone amüsiert. Aber ich hatte mir aufgrund der Ankündigung mehr versprochen. Zumal das Marketing für den Film bisher bestens funktioniert hat. Aber ich hoffe weiterhin, dass Muppet-Film besser, lustiger und origineller wird – genauso wie die Trailer …

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Lilli Steinbeck und Oceanic Airlines – Heinrich Steinfest und der Film, Teil XI

Wenngleich „Ein dickes Fell“ und „Mariaschwarz“ die von mir meistgeschätzten Romane von Heinrich Steinfest sind, ist Lilli Steinbeck meine bevorzugte Ermittlerin. Schon in „Tortengräber“ erschien sie mir als faszinierende Figur. Bei ihrem ersten Erscheinen war sie noch eine Nebenfigur, aber mit „Die feine Nase der Lilli Steinbeck“ wurde sie zur Hauptfigur – und konnten meinen Erwartungen mühelos standhalten.

(c) Manuel Bartual

Bei diesem Roman erinnert schon die Konzeption an einen Spionagethriller: Zwei mächtige Gegner liefern sich ein tödliches Spiel rund um den Globus, bei dem arglose Menschen zu Spielfiguren werden – weil sie vor Jahren unbemerkt eine Batman-Figur zugesteckt bekamen. Die Ermittlungen führen Lilli Steinbeck sogar bis auf die Insel Bouvet, die bei Heinrich Steinfest sehr oft eine Rolle spielt, und nach Mauritius. Dort soll es zu einem Showdown zwischen den zwei Parteien kommen. Während Steinbeck und der famose Privatdetektiv Kallimachos per Schiff auf die Insel reisen, nutzt die Gegenpartei den Flieger. Dazu buchen sie den Flug bei Oceanic Airlines. Und diese Fluggesellschaft ist aus Katastrophenfilmen bestens bekannt. Sie wurde erfunden, weil Fluglinien ihren Namen nicht auf abstürzenden oder verunglückenden Flugzeugen sehen wollen. So taucht diese fiktive Gesellschaft unter anderem in „Passagier 57“ auf, auch in dem Steven-Segal-Film „Einsame Entscheidung“ ist eine Boeing 747 mit dem Logo dieser Firma zu sehen und in der Fernsehserie „Lost“ sind die Überlebenden mit Oceanic Airlines geflogen. Weiterlesen

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Die Liebe zum Kino und Wort – „Die Filmerzählerin“

(c) Insel

Inmitten der chilenischen Atacama-Wüste liegt eine Minensiedlung. Dort lebt das Mädchen María Margarita mit ihrem Vater und ihren Brüdern. Die Mutter hat die Familie verlassen, seit der Vater durch einen Unfall seine Beine nicht mehr bewegen kann. Und die Familie muss von einer kleinen Rente leben. Die größte Attraktion vor Ort ist das Kino, aber Marías Familie kann sich nicht für alle Mitglieder eine Karte leisten. Eines Tages hat Marías Vater die Idee, dass fortan nur noch der beste Filmerzähler der Familie ins Kino gehen darf. Es kommt zu einem Wettbewerb unter seinen Kindern, den María gewinnt. Sie kann mit ihren Worten, ihrem Gesichtsausdruck und Bewegungen den Film derart lebendig nacherzählen, dass manche Werke in ihren Erzählungen sogar besser werden. Schon bald drängen sich immer mehr Zuschauer in die bescheidene Wohnstube – und María wird eine kleine Berühmtheit in der Siedlung. Weiterlesen

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