Gesellschaftskritik, Körperlichkeit und richtig gutes Fernsehen – Die Serie “True Blood”

True Blood

Normalerweise habe ich es mit Vampiren und anderen übersinnlichen Wesen nicht sonderlich. Daher sind auch sämtliche Blasse-Teenagervampire- und Zauberlehrlings-Hypes an mir vorübergegangen. Aber ich habe ein Faible für gut gemachte Fernsehserien – und da haben mich die mitunter überschwänglichen Kritiken dann doch auf die Serie „True Blood“ neugierig gemacht. Als sie Mitte des Jahres auf RTLII ausgestrahlt wurde, habe ich einen Blick riskiert – und war begeistert.

Sookie und Bill (c) 2010 Home Box Office, Inc.

Tatsächlich ist „True Blood“ mehr als eine Serie über einen Menschen, der sich in einen Vampir verliebt. Zwar ist diese Grundidee aller Vampir-Geschichten auch Ausgangspunkt von „True Blood“. Die niedliche Kellnerin Sookie Stackhouse (Anna Paquin) verliebt sich in den galanten Vampir Bill (Stephen Moyer). Um ihr Leben zu retten, lässt er sie nach einer Auseinandersetzung sein Blut trinken, so dass sie für alle Zeit miteinander verbunden sind. So weit, so kitschig. Aber Sookie verliert ihr Herz vor allem an Bill, weil er das erste Wesen ist, dessen Gedanken sie nicht lesen kann. Sie genießt die Ruhe in seiner Anwesenheit, da die Niederträchtigkeiten und Belanglosigkeiten in den Köpfen der Menschen sie schon seit Jahren plagen. Darüber hinaus ist Bill – zumindest in den ersten beiden Staffeln – ein Vampir, der ein halbwegs menschliches Leben sucht. Diese Möglichkeit hat die Entwicklung von „Tru Blood“ eröffnet, synthetisches Blut, das in Flaschen abgefüllt zu kaufen ist. Dadurch können Vampire auf das Trinken menschlichen Blutes verzichten – und innerhalb der sterblichen Gesellschaft leben. Weiterlesen

Diesen Beitrag teilen

“J. Edgar” – Oscar-Spekulationen und ein Trailer

Spätestens im Sommer beginnen die Spekulationen über die Oscar-Kandidaten, ja, es ist sogar bereits möglich, Wetten auf die potentiellen Sieger abzuschließen. Interessanterweise sind viele der großen Favoriten – wie „The Iron Lady“ oder auch Spielbergs „War Horse“ – weder im Kino angelaufen noch hat ein Kritiker sie zu Gesicht bekommen. Ein großer Favorit ist demnach auch Clint Eastwoods „J. Edgar“, ein Biopic über J. Edgar Hoover. Dass dieser Film von der Papierform her als Oscar-Kandidat gehandelt wird, ist wenig verwunderlich: die Mitglieder der Academy haben ein Faible für den Regisseur Clint Eastwood, sein Film erzählt eine historische Geschichte und die Hauptrolle spielt Leonardo DiCaprio. Der Film wird am 19. Januar 2012 in Deutschland starten und es gibt bereits einen ersten Trailer zu sehen:

Diesen Beitrag teilen

“Contagion” – Trailer und Starttermin

Am 20. Oktober 2011 startet Steven Soderberghs Thriller “Contagion” in den deutschen Kinos. Der Film erzählt von einem Virus, der sich explosionsartig auf der ganzen Welt ausbreitet. Während Wissenschaftler fieberhaft nach einem Gegenmittel suchen, droht das Gemeinwesen angesichts der drohenden Pandemie zusammenzubrechen. Der Film ist mit Marion Cottilard, Jude Law, Kate Winslet, Laurence Fishburne, Gwyneth Paltrow und Matt Damon äußerst prominent besetzt und feierte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig. Dort hat “Contagion”überwiegend positive Kritiken erhalten. Daher hoffe ich, dass Steven Soderbergh nach “Che” wieder zu seinen Tugenden zurückgefunden hat. Denn “Traffic” hat mir ausgesprochen gut gefallen. Der Trailer zu “Contagion” sieht jedenfalls schon einmal vielversprechend aus

 

Weiterlesen

Diesen Beitrag teilen

Neulich im Fernsehen – Eine Kritik zu „Das blaue Sofa“

Wolfgang Herles auf dem "blauen Sofa" (c) ZDF

„Das blaue Sofa“ heißt die neue Literatursendung im ZDF, in der Wolfgang Herles mit dem von Buchmessen bekannten blauen Sofa durch die Republik reist, mit Schriftstellern spricht und Bücher vorstellt. Das Konzept klingt nicht sonderlich innovativ, zumal Denis Scheck in der ARD mit „Druckfrisch“ schon eine gute Literatursendung präsentiert, in der er ebenfalls mit Autoren an ungewöhnlichen Orten spricht. Und in der Tat lädt „Das blaue Sofa“ zu einem Vergleich mit „Druckfrisch“ nahezu ein, der allerdings alles andere als vorteilhaft für das ZDF ist. Denn die Bilder, der Schnitt, die Musik und die Kamerafahrten sind zu ähnlich – und Wolfgang Herles ist weit weniger charismatisch als Denis Scheck. Hinsichtlich der Originalität liegt „Druckfrisch“ also eindeutig vorne. Doch wie schneidet die Sendung ohne den Vergleich ab? Weiterlesen

Diesen Beitrag teilen

TIFF 2011 – Libanesischer Film gewinnt Publikumspreis

Gestern ist das 36. Toronto International Film Festival (TIFF) zu Ende gegangen, dass sich in den letzten Jahren als gutes Stimmungsbarometer für die Oscars erwiesen hat. So gewannen unter anderem „The King’s Speech“ und „Slumdog Millionaire“ in Toronto den Publikumspreis und einige Monate später den Oscar als bester Film. Auch in diesem Jahr waren zahlreiche potentielle Oscar-Nominierte zu sehen, zum Beispiel „The Descendants“ mit George Clooney und „Moneyball“ mit Brad Pitt. Den Publikumspreis aber gewann der libanesische Film „Where Do We Go Now“ von Nadine Labaki. Darin erzählt sie die Geschichte eine Gruppe libanesischer Frauen, die ihr von Landminen umgebenes Dorf schützen wollen. Die Produktion ist auch der Oscar-Beitrag des Libanon – und gilt damit seit gestern als Favorit für den Auslands-Oscar. Interessanterweise wurde der iranische Berlinale-Gewinner „Nader und Simin – Eine Trennung“ auf den zweiten Platz gewählt. Weiterlesen

Diesen Beitrag teilen

“The Pig with the Froggy Tattoo” – Neuer Muppets-Trailer

©The Muppets Holding Company, LLC and BVHE. MUPPETS and The Muppet Show are trademarks of The Muppets Holding Company, LLC. All Rights Reserved.

Seit Mai tauchen immer wieder Teaser-Trailer zu dem neuen Muppetfilm auf, die bislang allesamt sehr gut gemacht waren – und mich gut amüsiert haben. Nach einer kurzen Pause gibt es nun den nächsten Trailer – “The Pig With The Froggy Tattoo”, eine Parodie auf David Finchers Trailer zu “The Girl With The Dragon Tattoo”. Angesichts des Wirbels, der um diese Neuverfilmung veranstaltet wird – hier im Zeilenkino nachzulesen – finde ich diesen Trailer großartig. Zumal er eigentlich keine neuen Bilder von dem Muppet-Film zeigt, sondern sie lediglich neu geschnitten und mit anderer Musik hinterlegt wurden. Dazu gibt es die Einblendung nichtssagender Wörter – insgesamt also eine sehr überzeugende und gut gemachte Parodie. Wenn nun der Film, der am 19. Januar 2012 hierzulande in den Kinos startet, so gut ist wie das Marketing …. Weiterlesen

Diesen Beitrag teilen

“Anonymus” – Roland Emmerichs Shakespeare Film startet im November

Am 10. November wird Roland Emmerichs Film “Anonymus” hierzulande in den Kinos anlaufen. Darin beschäftigt er sich mit der seit über 100 Jahren diskutierten Frage, wer der Autor Shakespeare war – und ob er seine Werke auch selbst geschrieben hat. Denn über den weltberühmte Autor gibt es nur wenige Dokumente, dafür aber viele offene Fragen. Denn manche Forscher glauben sogar, hinter Shakespeare stecke ein Autorenkollektiv.

Die Dreharbeiten haben Roland Emmerich unter anderem nach Berlin geführt. Ich bin allerdings vor allem gespannt, wie sich ein Regisseur, der bislang mit Filmen wie “Independence Day” und “Godzilla” einen Namen gemacht hat, mit Shakespeare zusammenpasst. Aber vielleicht überrascht mich ja der Film.

Diesen Beitrag teilen