Oscar 2012 – Die Kandidaten als bester nicht-englischsprachiger Film

©A.M.P.A.S.

In der letzten Woche wurde von German Films bekanntgegeben, dass „Pina“ der deutsche Kandidat bei der Oscar-Verleihung 2012 sein wird. Damit hat die Jury meines Erachtens eine sehr gute Wahl getroffen. Der Film von Wim Wenders lief bereits auf der Berlinale und wurde in den USA bereits auf dem Telluride Film Festival, einem der wichtigsten US-Indie-Festivals, erfolgreich gezeigt. Außerdem lief der Film auch in Toronto und wird im Dezember regulär in den US-Kinos starten. Es ist das erste Mal, dass Deutschland einen Dokumentarfilm in dieser Kategorie nominiert.

Schweden schickt „Bessere Zeiten“ ins Rennen. Den Film von Pernilla August habe ich bereits im Rahmen der Leipziger Buchmesse gesehen – und fand ihn sehr gut. Das ist sicherlich eine gute Wahl, obwohl er im Vergleich zu „Pina“ sicherlich konventioneller ist.Der – aus meiner Sicht – bisher stärkste Film im Rennen um den Auslandsoscar ist „Le Havre“ von Aki Kaurismäki, der von Finnland nominiert wurde. Der Film wurde bereits in Cannes gefeiert und auch von der Kritik gelobt. Auch Polens „In Darkness“ ist sicherlich ein Film, der es unter die fünf Nominierten schaffen könnte. Allerdings gelten ja bei den Oscars insbesondere in dieser Kategorie eigene Gesetze – und Regeln.

Ein Überblick über alle 63 Kandidaten

Ägypten: El-Shouq (Lust) von Khaled El-Hagar
Albanien: Amnistia (Amnesty) von Bujar Alimani
Argentinien: Aballay, el hombre sin miedo (Aballay) von Fernando Spiner
Belgien: Rundskop (Bullhead) von Michael R. Roskam
Bosnien-Herzegowina: Belvederevon Ahmed Imamović
Brasilien: Tropa de Elite 2 von Jose Padilha
Bulgarien: Tilt von Viktor Chouchkov
Chile: Violeta von Andres Wood
China: The Flowers of War von Zhang Yimou
Dänemark: SuperClásico von Ole Christian Madsen
Deutschland: Pina von Wim Wenders
Dominikanische Republik: Love Child von Leticia Tonos
Estland: Letters to Angel von Sulev Keedus
Finnland: Le Havre von Aki Kaurismäki
Frankreich: La guerre est déclarée von Valérie Donzelli
Georgien: Chantrapas von Otar Iosseliani
Griechenland: Attenberg von Athina Rachel Tsangari
Großbritannien: Patagonia von Marc Evans
Hong Kong: Tao jie (A Simple Life) von Ann Hui
Indien: Adaminte Makan Abu von Salim Ahamed
Iran: Nadar und Simin – Eine Trennung (A Seperation) von Asghar Farhadi
Irland: As If I Am Not There von Juanita Wilson
Island: Eldfjall (Volcano) von Rúnar Rúnarsson
Israel: Footnote von Joseph Cedar
Italien: Terraferma von Emanuele Crialese
Japan: Ich-mai no Hagaki (Postcard) von Kaneto Shindō
Kanada: Monsieur Lazhar von Philippe Falardeau
Kasachstan: Returning to the A von Egor Mikhalkov-Konchalovsky
Kolumbien: Los Colores de la Montaña (The Colors of the Mountain) von Carlos Cesar Arbelaez
Kroatien: Sedamdeset i dva dana (72 days) von Danilo Serbedzija
Kuba: Habanastation von Ian Padrón
Libanon: Wo Hallah La Wen? (Where Do We Go Now?) von Nadine Labaki
Litauen: Kai Apkabinsiu Tave (Back to Your Arms) von Kristijonas Vildziunas
Marokko: Omar m’a tuer (Omar Killed Me) von Roschdy Zem
Mazedonien: Punk is not dead von Vladimir Blazevski
Mexico: Miss Bala von Gerardo Naranjo
Neuseeland: O Le Tulafale (The Orator) von Tusi Tamases
Niederlande: Sonny Boy von Maria Peters
Norwegen: Sykt lykkelig (Happy, Happy) von Anne Sewitsky
Österreich: Atmen von Karl Markovics
Peru: October von Daniel Vega Vidal
Philippinen: Ang Babae Sa Septic Tank (The Woman in the Septic Tank) von Marlon Rivera
Polen: W ciemności (In Darkness) von Agnieszka Holland
Portugal: José e Pilar (Jose and Pilar) von Miguel Goncalves Mendes
Rumänien: Morgen von Marian Crisan
Russland: Die Zitadelle von Nikita Michalkow
Schweden: Svinalängorna (Beyond; dt.: Bessere Zeiten) von Pernilla August
Schweiz: Giochi d’estate (Summer Games) von Rolando Coll
Serbien: Montevideo, bog te video (Montevideo, God Bless You!) von Dragan Bjelogrlić
Singapur: Tatsumi von Erick Khoo
Slowakei: Cigán (Gypsy) von Martin Sulik
Spanien: Pa Negre (Black Bread) von Agusti Villaronga
Südafrika: Beauty von Oliver Hermanus
Südkorea: Go-ji-jeon (The Front Line) von Jang Hun
Taiwan: Saideke Balai (Seediq Bale) von Wei Te-Sheng
Thailand: Kon Khon von Sarunyu Wongkrachang
Tschechische Republik: Alois Nebel von Tomás Lunák
Türkei: Bir Zamanlar Anadolu’da (Once Upon A time in Anatolia) von Nuri Bilge Ceylan
Ungarn: A Torinói ló (The Turin Horse)) von Béla Tarr
Urugay: La Casa Muda (The Silent House) von Gustavo Hernández
Venezuela: El Rumor de las Piedras (The Rumble of the Stones) von Alejandro Bellame
Vietnam: Khát vọng Thăng Long (Thang Long Aspiration) von Lu’u Trong Ninh

Russland hat also an dem gewählten Film festgehalten, aber Albanien hat nach der Kontroverse um den amerikanischen Regisseur des Films „The Forgivness of Blood“ seinen Kandidaten geändert. Die Beitrage aus Slowenien und Puerto Rico wurden disqualifiziert. Dabei wurde Puerto Rico eine Regeländerung der AMPAS zum Verhängnis, nachdem Filme von US-Territorien nicht in dieser Kategorie teilnehmen dürfen. Warum Slowenien disqualifiziert wurde, ist mir noch nicht bekannt.

Eine Woche vor der offiziellen Bekanntgabe der Nominierungen wird nun aus den 63 eingereichte Filmen eine Shortlist mit neun Kandidaten erstellt, von denen letztlich fünf Filme nominiert werden.

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