Schlagwort-Archive: Film

Ein kurzer Blick auf „Kill your darlings“

Im Jahr 1944 kommt der junge Allen Ginsberg (Daniel Radcliffe) an die New Yorker Columbia Universität und trifft dort auf Lucien Carr (Dane DeHaan, „The Place Beyond the Pines“), dem er sich sofort verbunden fühlt. Durch ihn kommt er in Berührung mit einem Zirkel unkonventioneller Literaturen, die nach einem neuen Lebensentwurf suchen. Zusammen mit Lucien, Jack Kerouac (Jack Huston) und William S. Burroughs (Ben Foster) zieht er durch Greenwich Village und lässt sich zu Gedichten hinreißen.

(c) Koch Media

(c) Koch Media

In seinem Debütfilm „Kill your darlings“ widmet sich Regisseur John Krokidas der Zeit, bevor die drei Kult-Literaten Ginsberg, Keroauc und Burroughs berühmt wurden. Mich hat insbesondere die Besetzung von Daniel Radcliffe überrascht, der mir bei Allan Ginsberg überhaupt nicht in den Sinn gekommen wäre. In weiteren Rollen sind Michael C. Hall, Elisabeth Olsen, Jennifer Jason Leigh und Kyra Sedgwick zu sehen.

Der Film lief bereits in Sundance, wird in Venedig seine internationale Premiere feiern und am 30. Januar 2014 in die deutschen Kinos kommen.

Diesen Beitrag teilen

„The Paperboy“ oder: Wie aus einem famosen Roman ein schwüles B-Movie wurde

Was hat sich Lee Daniels nur dabei gedacht? Diese Frage habe ich mir im Verlauf dieses Films mehr als einmal gestellt – und eine eindeutige Antwort habe ich bis heute nicht gefunden. Lee Daniels‘ Adaption von Pete Dexters „Paperboy“ ist ein schwüler, hitziger Southern-Gothic-Film geworden, in dem vor allem die unterdrückten sexuellen Leidenschaften der Figuren dargelegt werden. Von dem Geflecht aus Journalismus, Wahrheit und Rassismus aus Pete Dexters Roman ist dabei aber nur wenig übriggeblieben.

Ward Jensen und Yadley Archman (c) Planet Media Home Entertainment

Roman wie Film spielen im Jahre 1969 in der Kleinstadt Lately im Moat County, Florida. Vor vier Jahren wurde Sheriff Thurmond Call ermordet und Hillary van Wetter (John Cusack) als Täter zum Tode verurteilt. Nun tauchen die Journalisten Yardley Acheman (David Oyelowo) und Ward Jansen (Matthew McConaughey) auf, um einigen Ungereimtheiten des Falls nachzugehen. Ward kommt aus Lately, sein Vater W.W. (Scott Glenn) und sein jüngerer Bruder Jack (Zac Efron) wohnen dort noch. Also kann er sich zumindest auf Jacks Hilfe verlassen. Zu den Journalisten stößt außerdem noch Charlotte Bless (Nicole Kidman), eine verblassende Südstaaten-Schönheit mit einer Vorliebe für Häftlinge, die mit Hillary verlobt ist und an seine Unschuld glaubt. Im Vergleich zum Roman gibt es nun im Film eine Reihe Umdeutungen, die sich letztlich auf die gesamte Rezeption auswirkt. Weiterlesen

Diesen Beitrag teilen

Ein neuer Film nach Elmore Leonard

Im Zuge des Filmfestivals von Cannes kam auch die Meldung, dass sich Constantin Film vier Filmtitel gesichert hat. Darunter ist auch die Verfilmung von Elmore Leonards „The Switch“ („Wer hat nun wen auf’s Kreuz gelegt“, die bisher noch keinen Titel hat. In dem „Untitled Elmore Leonard Project“ führt Daniel Schechter Regie und es spielt im Detroit der 1970er Jahre. Dort entführen die Gangster Louis (John Hawkes) und Ordell (Yasiin Bey) Mickey (Jennifer Aniston), die Frau des korrupten Bauunternehmers Frank (Tim Robbins). Sie verlangen von ihm eine Million Dollar Lösegeld. Allerdings will Frank seine Frau nicht zurückhaben, sondern vergnügt sich lieber mit seiner Geliebten Melanie (Isla Fisher, „The Great Gatsby“).

Sehr freue ich mich darüber, dass einer meiner Lieblingsschauspieler – John Hawkes – und einer meiner Lieblingsschriftsteller zusammenkommen. Allerdings ist Elmore Leonard wohl lediglich als Produzent dabei, das Drehbuch stammt von Daniel Schechter. Außerdem bin ich auf Isla Fisher gespannt, die ich nach dem „großen Gatsby“ gerne in einer anderen Rolle sehen will.

Update: Der Film wird unter dem Originaltitel „Life of Crime“ beim Filmfestival von Toronto Premiere feiern.

Diesen Beitrag teilen

Über „Inside Llewyn Davis“ von Joel und Ethan Coen

(c) Studiocanal

Der Folkmusiker Llewyn Davis (Oscar Isaac) wartet noch auf den großen Durchbruch und pendelt zwischen kleinen Auftritten und Songaufnahmen. Jede Nacht muss er sich eine neuen Platz zum Schlafen suchen, er hat noch nicht einmal eine Wohnung. Dabei trifft er befreundete Musiker wie Jim (Justin Timberlake) und Jane (Carey Mulligan), denen er sich verbunden fühlt. Aber er kann seine Gefühle nur in der Musik äußern – und so lässt er sich wie die Menschen in den Songs, die er singt, einfach immer weiter treiben.

Llewyn Davis (Oscar Isaac) (c) Studiocanal

Llewyn Davis (Oscar Isaac), Jim Berkey (Justin Timberlake) und Al Cody (Adam Driver) (c) Studiocanal

„Inside Llewyn Davis“ ist der neue Film von Joel & Ethan Coen, der im Mai in Cannes gezeigt wird, hierzulande aber wohl erst Anfang 2014 in die Kinos kommt. Basierend auf dem Buch „Der König von Greenwich Village“ von Dave van Ronk (mit Elijah Wald) verspricht der Film ein faszinierender Triup durch die Folkszene New Yorks in den 1960er Jahren zu werden. An der Musik sind T Bone Burnett und Marcus Mumford beteiligt – und laut Pressemeldung folgen die Coens mit diesem Film ihrer musikalischen Leidenschaft. Ich freue mich sehr auf diesen Film!

Jean Berkey (Carey Mulligan) und Jim Berkey (Justin Timberlake) (c) Studiocanal

Und auch der Trailer macht einen guten Eindruck!

Diesen Beitrag teilen

Preview-Tour und Starttermin: „¡NO!“

(c) Piffl Medien

Am 7. März startet der chilenische Film „¡NO!“ in den deutschen Kinos, der zu den fünf Oscar-Nominierten in der Kategorie bester fremdsprachiger Film gehört. Chile im Jahr 1989. Diktator Pinochet lässt eine Volksabstimmung über die Fortführung seiner Präsidentschaft fortführen und alle Vorhersagen deuten darauf hin, dass er sie gewinnt. Schließlich kontrolliert er den Staat und die Medien. Dann engagieren die Führer der Opposition den Werbefachmann René Saavedra (Gael García Bernal), der unter ständiger Überwachung des Regimes und mit sehr begrenzten Mitteln eine knalle Kampagne entwickelt …

Diese laut Patrick Wellinski „wunderbar entschleunigte Satire“ ist vor dem Kinostart auf Preview-Tour in folgenden Städten:

Köln: Di., 19. Februar, Off-Broadway (OmU) sowie So., 3. März, Cinenova (OmU)
Essen: Di., 26. Februar, Filmstudio Glückauf (OmU)
München: Mi., 27. Februar, 20.30 Uhr, Studio Isabella (OmU)
Hannover: Mo., 4. März, Kino am Raschplatz (OmU).

Diesen Beitrag teilen

„The Muppets. Again“

Bekanntermaßen bin ich ja ein großer Fan der Muppets und deshalb habe ich mich über ihre Rückkehr auf die Kino-Leinwand gefreut. „Die Muppets“ war meines Erachtens gelungen – und auch so erfolgreich, dass es nun einen zweiten Film mit den Muppets geben wird. Die Story erinnert an „The Great Muppet Caper“ (dt. „Der große Muppet-Krimi“): Nachdem die Muppets ihr Theater gerettet haben, touren sie mit ihrer Show durch Europa. Dabei werden sie von dem weltgrößten Kriminellen, Constantin, und seinem Handlanger Dominic (Ricky Gervais) in einen Coup verwickelt, der insbesondere Kermit in Gefahr bringt. Denn Constantin sieht ihm zum Verwechseln ähnlich …

Am Set (c) Walt Disney Studios

Neben Ricky Gervais sind Tina Fey und Ty Burrell als Nicht-Muppets mit von der Partie. Das Drehbuch stammt von James Bobin, der dieses Mal mit Nicholas Stoller („Forgetting Sarah Marshall“, „The Five-Year Engagement“) zusammengearbeitet hat. Das klingt erst einmal recht vielversprechend. Und die Musik kommt wieder von Bret McKenzie, der ja auch das geniale „Man or Muppet“ geschrieben hat. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, ob James Bobin ein weiteres Mal die Gratwanderung zwischen Nostalgie und modernem Kinder-Film gelingt.

Und wenngleich ich sonst kein Freund von Teaser-Trailern bin – nach der letztjährigen Kampagne erhoffe ich mir hier wieder großen Spaß!

Update: Nun gibt es den ersten Trailer, allerdings hatte ich mir hier etwas mehr Kreativität erhofft.

Diesen Beitrag teilen

Poe in Baltimore – Über „The Raven“

(c) Universum Film

„Anscheinend sind meine eigenen Werke zur Inspiration für einen Mörder geworden!“, muss Edgar Allen Poe (John Cusack) feststellen. Nach Baltimore zurückgekehrt, um endlich die wunderschöne Emily (Alice Eve) zu heiraten, deren Vater ihn hasst, ist mit ihm ein Serienmörder in die Stadt gekommen, der die Methoden seiner Werke mit seinen Taten kopiert. Schnell hat der findige Inspektor Fields (Luke Evans) diese Parallele entdeckt, ermittelt erst gegen und zügig mit Poe. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Verbrecherjagd, bei der Poes Werke lediglich Anreize für blutige Tatorte geben. Denn „The Raven“ ist weder ein meta-literarisches Spiel mit Poes Werken noch ein fiktives Biopic des Meisters des Schreckens. Aber der Film vermag dank eines ansehnlichen Produktionsdesigns und einiger Spannung durchaus zu unterhalten. Weiterlesen

Diesen Beitrag teilen