Krimi-Kritik: „Der Tod ist ein bleibender Schaden“ von Eoin Colfer

(c) List

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Der ehemalige irische Soldat Dan hat in Cloisters in New Jersey eigentlich ein ganz ruhiges Leben: er arbeitet als Türsteher in einem heruntergekommenen Casino, versteht sich mit den meisten seiner Kollegen und hatte eine Weile kaum Ärger. Klar, hin und wieder muss er Gäste herauswerfen, sein Chef Victor ist ein solches „Arschgesicht“ ist, dass er „einen eigenen Film“ verdient hätte und gelegentlich suchen ihn Flashbacks heim, aber dafür hat er eine kleine, unverbindliche Affäre mit der Kellnerin Connie und sein größtes Problem ist die Nachbarin über ihm, die ihn gerne beschimpft. Als Connie eines Abends von einem einflussreichen Gast belästigt wird und Dan am nächsten Morgen im Büro seines Arztes und Freundes Zed einen Mafia-Gangster antrifft, den er umbringen muss, ist es mit diesem ruhigen Leben allerdings vorbei.

Mit beständig neuen Wendungen erzählt Eoin Colfer in seinem ersten Kriminalroman mit Daniel McEvoy eine verwickelte Geschichte, in der sich Dan allerhand Hindernisse in den Weg stellen, die er oftmals mit mehr Glück als Verstand überwindet. Dabei nimmt Colfer in an Elmore Leonard geschulten Dialogen sämtliche Klischees irischer (Möchtegern-)Gangster auf die Schippe, lässt seinen eigenen Helden aber ungetrost weiter Jameson trinken. Die Nebenfiguren sind so überzeichnet, dass es schon wieder ein Vergnügen ist, hinzu kommen eine deftige Portion irischen Humors und größtenteils lustige Sprüche. Das ist alles nichts für Jugendliche, die angesichts der Artemis-Fowler-Bücher bei diesem Autor durchaus in Versuchung geraten könnten, wer jedoch auf der Suche nach einer sehr unterhaltsamen, schwarzhumorigen und kurzweiligen Krimi-Lektüre ist, der liegt hier goldrichtig.

Eoin Colfer: Der Tod ist ein bleibender Schaden. Übersetzt von Conni Lösch. List 2012.

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Spinnen die Finnen?

Aki Kaurismäki behauptet, der Tango komme gar nicht aus Argentinien, sondern aus Finnland. © Björn Knechtel

Aki Kaurismäki behauptet, der Tango komme gar nicht aus Argentinien, sondern aus Finnland. © Björn Knechtel

Normalerweise heißt es ja, dass der Tango aus Argentinien stamme. Das stimmt jedoch gar nicht. Vielmehr wurde der Tango im Osten Finnlands erfunden, in einem Teil des Landes, der mittlerweile zu Russland gehört. Dort ist folgendes geschehen: Um 1850 herum gingen die Menschen mit dieser Musik gegen Wölfe und Einsamkeit vor, bis 1880 verbreitete sich der Tango dann in den Westen des Landes und wurde von dort von finnischen Seeleuten über Uruguay nach Buenos Aires gebracht. Diese Geschichte erzählt zumindest am Anfang von Viviane Blumenscheins Film „Mittsommernachtstango“ der finnische Regisseur Ari Kaurismäki – und fügt hinzu, dass die Finnen es gewohnt seien, in der Weltgeschichte übergangen zu werden. Schließlich hätten sie auch den Walzer erfunden, obwohl alle Welt glaubt, das wären die Österreicher gewesen.

Suomi meets Argentina: Die drei Argentinier Pablo, Chino und Dipi dürfen mit der finnischen Tangolegende Reijo Taipale musizieren. © Björn Knechtel

Suomi meets Argentina: Die drei Argentinier Pablo, Chino und Dipi dürfen mit der finnischen Tangolegende Reijo Taipale musizieren. © Björn Knechtel

Als die drei argentinischen Tango-Musiker Walter „Chino“ Laborde“, Diego „Dipi“ Fvitko und Pablo Greco hören, dass ihre Musik angeblich aus Finnland stammt, wollen sie es nicht glauben. Deshalb machen sie sich von Buenos Aires aus auf den Weg nach Finnland, diese Geschichte zu widerlegen. In einem alten Auto reisen sie quer durch Finnland bis nach Lappland – doch selbst im entlegensten Winkel dieses voller entlegener Winkel steckenden Landes finden sie noch den Tango. Je weiter ihre Reise geht, desto mehr gerät ihr eigentlich Ziel ins Wanken. Sind sie anfangs noch überzeugt, dass die Finne spinnen würden und der finnische Tango kein richtiger Tango sei, entdecken sie schon bald die Schönheit und Stärke dieser Musik. Sie vergessen den Widerstreit der musikalischer Traditionen, sondern konzentrieren sich auf ihre Symbiose. Das zeigt sich sehr schön in der Szene, in der Chino von der finnischen Sängerin und Bauersfrau Sanna Pietäinen Gesangsunterricht erbittet.

Die Vorliebe der Finnen für ihre Schwitzhütten werden die drei Argentinier wohl nie verstehen. © Björn Knechtel

Die Vorliebe der Finnen für ihre Schwitzhütten werden die drei Argentinier wohl nie verstehen. Aber gesund soll es ja sein. © Björn Knechtel

Schon die Ausgangssituation des Films steckt voller Skurrilität, die Viviane Blumenschein mit ihrer Inszenierung noch verstärkt: Die drei Argentinier sind mit einem alten, an einen Lada erinnernden Wagen unterwegs, der gelegentlich liegen bleibt und der Gegenwart entrückt scheint. Sie staunen über eine mobile Sauna und die damit verbundenen Rituale, beständig werden nationale Eigenheiten betont. So sorgt sich jeder Finne, das er zu schweigsam sei – im Gegensatz zu den Argentiniern, die befürchten, sie seien zu leidenschaftlich. Mitunter wirkt es aufgesetzt, allerdings erlauben diese Szenen Viviane Blumenschein auch, mit den jeweiligen Klischees zu spielen. Außerdem werden sie in einer schönen Unterhaltung über die Rolle der Stille für die Musik aufgegriffen, die die Poesie und Melancholie des Tangos in den verschiedenen Ländern einfängt. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass letztlich die Quintessenz des Films lautet, dass die geographische Herkunft von Musik keine Rolle spielt. Entscheidend sei vielmehr, dass sie aus der Seele komme.

„Mittsommernachtstango“ ist somit weniger eine Dokumentation als ein Road Movie über den Tango in Finnland, in dem viel über das Land zu erfahren ist – und Finnland in wunderschönen Bildern gezeigt wird.

Zur Website des Films

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„Philomena“ – Vom Buch zum Film

Bereits vor einigen Wochen habe ich in einer Pressevorführung Stephen Frys Film „Philomena“ gesehen, der mir nicht nur wegen Hauptdarstellerin Judi Dench, sondern vor allem aufgrund des Drehbuchs gut gefallen hat: Steve Coogan und Jeff Pope ist es nämlich gelungen, die wahre Geschichte einer jungen Frau, die ungewollt schwanger wird und aufgrund der schmutzigen Aktivitäten der katholischen Kirche in Irland ihr Kind verliert, ohne falsche Melodramatik und Kitsch zu erzählen. Ihr Drehbuch basiert auf dem Buch des Journalisten Martin Sixsmith (im Film gespielt von Steve Coogan), deshalb habe ich mich sehr gefreut, als mir der Ullstein Verlag ein Rezensionsexemplar des Buches geschickt hat.

Über Martin Sixsmith’ Buch

(c) Ullstein

(c) Ullstein

Schon das Cover erinnert an den Film, das wenig aussagekräftige Vorwort stammt von Dame Judi Dench und auch der Titel „Philomena. Eine Mutter sucht ihren Sohn“ passt auf den ersten Blick zu der Geschichte, die ich im Film gesehen hatte. Schnell zeigt sich jedoch, dass Martin Sixsmith aus einer anderen Perspektive auf die Ereignisse blickt. Schon im ersten Teil wird die politische Dimension der Adoptionspraxis der katholischen Kirche deutlich gemacht. Nachdem herausgekommen war, dass die Schauspielerin Jane Russell ohne weiteres ein Kind aus Irland mit in die USA nehmen konnte, kamen in der Öffentlichkeit Fragen auf. Der übermächtige Einfluss der katholischen Kirche, von deren Wohlwollen und Unterstützung sogar die Regierung abhängig war, sorgte indes dafür, dass die Nachforschungen vorerst keine Veränderungen bewirkten und kritisches Nachfragen unterdrückt bzw. ausgesessen wurde. Stattdessen konnten wohlhabende Amerikaner weiterhin Kinder aus Irland adoptieren, die von unehelichen, jungen Müttern in einem Kloster zur Welt gebracht wurden. Einer Prüfung wurden diese Eltern nicht unterzogen, sondern sie mussten lediglich nachweisen, dass sie katholisch seien und die Kinder in diesem Glauben erziehen werden. Gegen eine Spende konnten sie das Kind dann mitnehmen, während die leiblichen Mütter – als Sünderinnen in Ungnade gefallen – drei Jahre lang ihre Schulden für die Aufnahme im Kloster abarbeiten und ein Formular unterschreiben musste, dass sie das Sorgerecht freiwillig der Kirche übertragen. Die politische Dimension des Falles wird in dem Film zwar angesprochen und insbesondere durch die Texttafeln am Ende deutlich, ist jedoch insgesamt weit weniger präsent.

Die andere Seite der Geschichte Weiterlesen

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Netzschau #1

Seit Ende letzten Jahres will ich diese neue Rubrik nun schon ins Leben rufen, aber eben dieses hatte andere Pläne. Deshalb starte ich heute und möchte fortan regelmäßig lesenswerte Links versammeln, die ich bisher oft nur bei Facebook gepostet habe. Inhaltlich gibt es keine Beschränkung, auch sind es nicht nur aktuelle Beiträge. Schließlich schlummert manches schon eine Weile bei Instapaper, ehe ich es lese.

movie film cans and trailer (black and white)

Anfang September 2013 hat Taiye Selasi die Eröffnungsrede zum “internationalen literaturfestival berlin” gehalten, die tags darauf in der SZ abgedruckt wurde und hier auch online nachzulesen ist. Unter dem Titel “Afrikanische Literatur gibt es nicht” legt sie einige Überlegungen über geographische Zuordnung von Literatur dar. Sehr schon zeigt sie dabei die Beschränkungen des Begriffs – beispielsweise ist Anna Karenina russisch und nicht europäisch oder sind manche nationale Zuordnungen von Schriftstellerzweifelhaft (warum sind Emile Zola oder Camus französische Schriftsteller?). Demnach stimme ich ihr voll und ganz zu, dass der Begriff „afrikanische Literatur” nicht annähernd die Vielfalt afrikanischer Sprachen, literarischer Traditionen und Kulturen fasst. Problematisch wird es indes für mich, wenn sie mit der Kunst argumentiert, die aus innen heraus kommt, jenseits des Bewusstseins, aus dem “Reich der Wahrheit”. Damit lässt sie meines Erachtens die Sozialisation des Menschen völlig außen vor. Doch Kunst ist nicht so losgelöst von der Realität und von Erfahrungen.

Anlässlich des Erscheinens des Bond-Romans “Solo” von William Boyd hat Martin Compart in seinem ohnehin empfehlenswerten Blog einen Beitrag über die Entwicklung der Figur James Bond in den Büchern und den Filmen geschrieben. Da ich die Bond-Romane nicht gelesen habe und die meisten Bond-Filme eher gezwungenermaßen gesehen habe, hat mir dieser Beitrag das erste Mal die Faszination für die Figur nahegebracht.

Den Blog von Adrian McKinty lese ich sehr gerne, da er immer wieder auch Bücher anderer Autoren vorstellt und persönlich kommentiert. Zuletzt wieder in seiner Liste der passenden Bücher für Hipster mitsamt Tipps, was man cooles darüber sagen könnte. 🙂

Bei der Washington Post gibt es zehn Musikvideos von Spike Jonze – darunter mein liebstes Bjork-Video.

In seinem Blog bespricht Hans Helmut Prinzler regelmäßig Filmbücher, darunter war letzte Woche der Tagungsband „Importing Asta Nielsen“, der sehr vielversprechend klingt.

Im März findet das SheDocs Online Film Festival statt, bei dem online zwölf Dokumentationen von unabhängigen Filmemachern zu sehen sind, die Frauen und ihr Leben in den Mittelpunkt stellen.

Joachim Kurz hat sich in seiner Kolumne bei kino-zeit.de einige Gedanken zum Zustand der Filmkritik gemacht – und insbesondere seine Forderung nach der Entwicklung neuer, anderer Formate finde ich wichtig.

Lena bespricht in ihrem Blog Thomas Hardys „Far From the Madding Crowd“, das derzeit von Thomas Vinterberg mit Carey Mulligan und Matthias Schoenaerts verfilmt wird.

Den mit Abstand interessantesten und unterhaltsamsten Beitrag zur Oscarverleihung hat die beste Freundin von Jennifer Lawrence geschrieben. Sie erzählt herzerfrischend, wie es als Nicht-Promi dort ist – und wie gut Brad Pitt riecht.

Und zuletzt noch: „We are doing a sequel …“

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Gelesen – Februar 2014

Der Februar war gesundheitsbedingt kein guter Lesemonat, stattdessen habe ich einige Serienfolgen und Filme mehr gesehen. Aber immerhin sechs Bücher sind es geworden:

GelesenFeb14

Achim Forst: „Das Kino des Lars von Trier”
Eine Einführung zu Lars von Trier, die nur bis „Idioten“ geht und von dem Versuch geprägt ist, die Bedeutung dieses Filmemachers herauszustellen. Aber Achim Forst hat viele interessante Interviews geführt und widmet sich auch von Triers Fernseharbeit recht ausführlich.

Jan Costin Wagner: „Tage des letzten Schnees”
Ein sehr schöner, melancholischer Kriminalroman, über den ich hier etwas geschrieben habe.

Nick Hornby: „A Long Way Down”
Anlässlich des Kinostarts habe ich diesem Buch eine zweite Chance gegeben, nachdem ich es vor Jahren bereits angefangen und nicht fertig gelesen habe. Aber so richtig begeistern kann mich Hornby immer noch nicht.

Jonas T. Bengtsson: „Submarino”
Eine packende Geschichte von zwei Brüdern in Kopenhagen, die von Tobias Lindholm verfilmt wurde. Den Film muss ich noch sehen, aber das Buch hat mich sowohl sprachlich als auch von der Handlung her sehr überzeugt.

Daniel Woodrell: „In Almas Augen”
In kurzen Kapiteln erzählt Daniel Woodrell von einem verheerenden Brand in einer Tanzhalle in den Ozark Mountains. Großartig. Ein Beitrag folgt.

Ross Thomas: „Gelbe Schatten”
Als ich vor einiger Zeit mit Ross Thomas angefangen habe, bekam ich auf Twitter von einem Kollegen die Rückmeldung, er beneide mich darum, dass ich diesen Autor neu entdecken darf. Schon nach dem ersten Band wusste ich, warum – und „Gelbe Schatten“ ist ebenso raffiniert und spannend wie „Kälter als der Kalte Krieg“

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Krimi-Kritik: „Shining Girls“ von Lauren Beukes

Von dem Leuchten in ihren Augen wird Harper Collins magisch angezogen. Er hat es bei Kvirby gesehen, als er sie im Jahr 1974 das erste Mal besuchte, und 15 Jahre später kehrte er zurück, um sie zu ermorden. Jedoch misslingt ihm das Vorhaben, Kvirby überlebt schwerverletzt und ist fortan von dem Gedanken besessen, ihren Mörder zu finden. Deshalb fängt sie bei einer Zeitung an und versucht, den Kriminalreporter Dan zur Mithilfe zu überreden. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche. Mit einem haben beide allerdings nicht gerechnet: Ihr Serienmörder reist durch die Zeit.

(c) Rowohlt Polaris

(c) Rowohlt Polaris

Die Ausgangsidee eines zeitreisenden Serienkillers ist interessant, zudem spiegelt sie sich in der Erzählstruktur wider: Die kurzen Kapitel spielen in verschiedenen Jahren zwischen 1929 und 1993 und sind aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Harper, Kvirby und Dan treten mehrfach in Erscheinung, aber auch ihre Entwicklung verläuft nicht chronologisch, sondern die Erzählung springt ebenso wie Harper durch die Zeit. Dadurch kommen Harpers andere Opfer zu Wort und beim Lesen erlebt man Chicago in den verschiedenen Zeiten und unterschiedlichen Perspektiven. Außerdem bekommt Harper die Gelegenheit, vermeintliche Fehler wieder auszugleichen – und setzt damit die Regel außer Kraft, dass jeder Mörder früher oder später einen Fehler macht.

Sofern man sich auf die Grundidee des Buches einlassen kann, die fantastischen Elemente akzeptiert und damit leben kann, dass Lauren Beukes nicht alles erklärt, ist „Shining Girls“ ein spannender und unterhaltsamer Thriller, der voller kleiner Ideen steckt und ein tolles Cover hat. Leonardo DiCaprio hat sich bereits die Filmrechte gesichert.
Lauren Beukes: Shining Girls. Übersetzt von Karolina Fell. Rowohlt 2014.

Andere:
Krimi-Welt

Verlosung:
Nachdem ich zwei Leseexemplare dieses Buch erhalten habe, darf ich mit freundlicher Erlaubnis des Rowohlt Verlags eines hier im Blog verlosen. Wenn ihr Lauren Beukes‘ Thriller gerne lesen möchte, hinterlasst bitte bis zum 14. März 2014 unter diesem Beitrag einen Kommentar mit kurzer Begründung, warum ihr das Buch gewinnen möchtet. Der Gewinner wird ausgelost. Nur eine Teilnahme pro Haushalt.

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KrimiZeit-Bestenliste März 2014 – Ein Abgleich

Nachdem ich im Februar den Abgleich versäumt habe, steige ich nun im März wieder ein. Hier ist sie, die KrimiZeit-Bestenliste (Platzierungen in Klammern geben den Vormonat an):

(c) Liebeskind

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1 (-) David Peace: „GB84“
2 (7) Jan Costin Wagner: „Tage des letzten Schnees“
3 (3) Jesper Stein: „Unruhe“
4 (6) Zoë Beck: „Brixton Hill“
5 (-) Daniel Woodrell: „In Almas Augen“
6 (8) Dennis Lehane: „In der Nacht“
7 (5) Martin Cruz Smith: „Tatjana“
8 (10) Uta-Maria Heim: „Wem sonst als Dir.“
9 (4) Friedrich Ani: „M“
10 (-) Karim Miské: „Entfliehen kannst Du nie“

Immerhin fünf Titel habe ich bereits gelesen, der sechste – „Unruhe“ – wird voraussichtlich am Wochenende folgen. Sehr gefreut habe ich mich über den ersten Platz für David Peace, von dessen „GB84“ ich schlichtweg begeistert bin. Deshalb kann ich nur wiederholen: Ja, der Anfang ist mühsam, ja, die Nebenhandlung auf der Seite ist sehr klein gedruckt, ja, es ist alles ein wenig schwierig zu lesen. Aber alleMühe lohnt sich ungemein! Über Jan Costin Wagner, Zoë Beck und Dennis Lehane habe ich bereits etwas geschrieben, sie gehören auch für mich eindeutig zu den besten Krimis der letzten Monate.

Daniel Woodrells „In Almas Augen“ hat mir ebenfalls sehr gut gefallen (Beitrag folgt), als Krimi würde ich das Buch nicht unbedingt sehen, aber da war ich bereits bei Carl Nixons „Rocking Horse Road“ strenger als die Jury. Es geschieht zwar in beiden Büchern ein Verbrechen, allerdings steht für mich die Aufklärung zu wenig im Vordergrund.

Von den anderen vier Titeln hat mich vor allem der Satz der Jury neugierig gemacht, dass in Karim Miskés „Entfliehen kannst du nie“ „Wut, Drogen, Freud und Ellroy“ stecke. Von Uta-Maria Heim habe ich bisher nur „Feierabend“ gelesen, das Buch konnte mich nicht überzeugen. Aber schön ist, dass immerhin zwei Frauen und vier deutschsprachige AutorInnen auf der Liste stehen.

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