Media Monday #139

1. Hauptgründe für das Bloggen sind für die meisten sicherlich der Austausch, die Kommentare, das Miteinander, die Interaktion mit der Besucherschaft, der Spaß an der Sache. Schön und gut, aber wie war das ganz am Anfang des Bloggens, als man noch niemanden kannte, als noch niemand das eigene Geschreibsel gelesen hat. Was hat euch damals bewogen zu sagen: “Da mach ich jetzt nen Blog auf”? Jahrelang habe ich begeistert die Oscar-Verleihung geguckt und war die erste Ansprechpartnerin in meinem Freundeskreis rund um Filmpreise. Dann entdeckte ich in den Weiten des Internets den Blog Awards Daily, aber keine zu vergleichende deutschsprachige Seite und dachte mir, schreib doch mal ein Blog über Filmpreise. Dann wurde ich älter und weiser, störte mich zunehmend an der Diskrepanz zwischen Auszeichnung und Qualität sowie der thematischen Beschränkung. Deshalb überlegte ich, worüber ich lieber schreiben würde. Seither habe ich das Filmpreis-Geblogge kontinuierlich zurückgeschraubt und widme mich spannenderen Themen.

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2. Jeder hat ja so seine favorisierten Genres. Unterscheiden sich diese bei euch je nach Medium – also Film/Buch/Serie etc. – oder könnt ihr da schon Übereinstimmungen feststellen? Habt ihr Beispiele? Mein bevorzugtes Genre ist bei allen drei Formen der Krimi – und zwar möglichst gut. Denn gerade bei diesem Genre gibt es so große Qualitätsunterschiede, die leider zu seinem oftmals schlechten Ruf beitragen.

3. Welche Geschichte hätte man eurer Meinung nach besser als beziehungsweise in einer Serie erzählen können als in dem Film ________ ? Hmm, Serien und Filme haben so unterschiedliche Erzählmöglichkeiten, dass mir zu „besser“ erzählen nichts überzeugendes einfällt. Vielleicht hätte beim „Hobbit“ eine zweiteilige Mini-Serie gereicht? 😉

4. Der spannendste Kinostart im März wird sicherlich „Eat Sleep Die“ sein, denn diesen schwedischen Film von Gabriele Pichler will ich seit anderthalb Jahren sehen. Und dann natürlich „Her“.

5. Am 23.04.14 ist wieder der Welttag des Buches und anlässlich dieses Datums wird derzeit auch wieder die Aktion Blogger schenken Lesefreude initiiert. Was haltet ihr von solchen blogübergreifenden Initiativen? Finde ich super, deshalb mache ich auch zum zweiten Mal mit.

6. Adam Sandler ist ja überwiegend für Komödien bekannt, aber ich kann diesem Humor nichts abgewinnen, weil ich über Fäkalwitze und Slapstick nicht lachen kann.

7. Meine zuletzt gesehener Film war „Du sollst Deine Frau ehren“ und der war sensationell, weil Carl Theodor Dreyer im Jahr 1925 einen erstaunlich progressiven Film gedreht hat – wenn ich mal davon absehe, dass es vor allem um die Rolle der Ehefrau geht.

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Gelesen – Januar 2014

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schon längst veröffentlicht haben, aber seit Ende Januar habe ich mit einigen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Deshalb herrschte im Zeilenkino auch über zwei Wochen Ruhe. Doch nun geht es mir langsam wieder besser und deshalb starte ich einfach mitten im Februar mit dieser neuen Reihe, in der ich kurz zusammenfasse, welche Bücher im Monat gelesen habe.

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David Peace: „1974“

Markus Zusak: „Die Bücherdiebin“
Ein sehr spannender und berührender Jugendroman, der sich sehr gut lesen lässt. Die Verfilmung startet am 13. März in den Kinos.

Heinrich Steinfest: „Das himmlische Kind“
Heinrich Steinfests Abkehr von Kriminalroman – Besprechung folgt.

Nicholas Baker: „Der Anthologist“
Ein Lyriker kämpft mit der Einleitung zu einer Anthologie und der Trennung von seiner Freundin, indem er sich mit den bedeutenden Poeten der us-amerikanischen Literaturgeschichte auseinandersetzt. Das Ergebnis ist eine kurzweilige Einführung in amerikanische Lyrik.

David Peace: „GB84“
Das beste Buch des Monats. Hierzu habe ich einen Beitrag für die kommende Ausgabe von BÜCHER geschrieben und ein Interview mit dem Autor geführt, das ich im Zeilenkino demnächst veröffentlichen werde. Aber bereits vorab sei gesagt, dass dieser komplexe und anspruchsvolle Kriminalroman über den Bergarbeiterstreik in Großbritannien 1984 jede Mühe beim Lesen wert ist.

Toni Morrison: „Heimkehr“ (die Druckfahne ganz unten; Sperrfrist bis zum Erscheinungstermin 7. März)

Oliver Bottini: „Ein paar Tage Licht“ (als digitale Druckfahne und daher nicht auf dem Bild)
Ebenfalls sehr gut hat mir Oliver Bottinis neuester Roman „Ein paar Tage Licht“ gefallen, in dem er sich im Rahmen einer Entführungsgeschichte den Themen Waffenhandel, Lobbyismus und vereinfachenden Wahrnehmungen widmet. Und sowohl Bottini als auch Peace zeigen ein weiteres Mal, wie politisch und hellsichtig Kriminalliteratur sein kann. Meine Besprechung ist in der März-Ausgabe des Magazins BÜCHER.

Jenni Fagan: „Das Mädchen mit dem Haifischherz“ (als digitale Druckfahne; Sperrfrist bis zum Erscheinungstermin am 12. März)

Jonas Jonasson: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (ebook)
Anlässlich der Verfilmung habe ich den Bestseller des vergangenen Jahres gelesen und fühlte mich ganz gut unterhalten, wenngleich mich der sehr dominante und geschwätzige Erzähler von Seite zu Seite mehr störte. Ein Interview mit dem Regisseur des Films, Felix Herngren, folgt ebenfalls in der kommenden Ausgabe von BÜCHER. Meine Kritik zum Film ist bei kino-zeit.de zu lesen.

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Berlinale 2014 – Filme aus Skandinavien

Insgesamt 13 Filme aus Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland werden bei der Berlinale vom 6. bis zum 16. Februar zu sehen sein. Abgesehen von den Kinder- und Jugendfilmen werde ich versuchen, alle während meines Berlinale-Aufenthalts zu sehen, Kritiken zu den Filmen folgen also hoffentlich. Vorab aber schon einmal eine kurze Vorstellung der jeweiligen Filme und – so weit bereits verfügbar – Trailer.

Update: Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich leider nicht zur Berlinale fahren. Deshalb hoffe ich jetzt sehr auf Kino- und DVD-Starts der Filme.

„Kraftidioten“ von Hans Petter Moland

Im Wettbewerb läuft der Film „Kraftidioten“ von Hans Petter Moland, der bereits im Jahr 2010 mit „En ganske snill mann“ („Ein Mann von Welt“) bei der Berlinale war. Abermals arbeitet er mit Drehbuchautor Kim Fupz Aakeson und Hauptdarsteller Stellan Skarsgård zusammen, außerdem sind Birgitte Hjort Sørensen („Marie Krøyer“), Bruno Ganz, Pål Sverre Hagen („Kon-Tiki“), Jakob Oftebro und Tobias Santelman dabei. Laut Pressetext ist der Film eine „blutig-schwarze Komödie voller großer Bilder einer winterlich-weißen, schier endlos wirkenden Landschaft“.

„Blind“ von Eskil Vogt

In der Panorama-Sektion ist meines Erachtens der interessanteste skandinavische Beitrag zu finden. „Blind“ ist das Regiedebüt von Eskil Vogt, der mir vor allem als Drehbuchautor von Joachim Triers Filmen „Reprise“ und „Oslo, 31. August“ in Erinnerung ist. Beide Filme fand ich außergewöhnlich gut, deshalb freue ich mich sehr auf diesen Film, in dem Eskil Vogt mit „Schein und Sein spielt“ und „Plot-Konventionen ad absurdum“ führt. Außerdem hat er gerade den Drehbuch-Preis beim Sundance-Festival gewonnen.

„Concerning Violence“ von Schweden Göran Olsson

(c) Lennart Malmer

(c) Lennart Malmer

Ebenfalls im Panorama läuft der Dokumentarfilm „Concerning Violence“ des Schweden Göran Olsson, der vor drei Jahren mit „Black Power Mixtapes 1967-1975“ ebenfalls in Berlin war. In seinem Film zeigt er abermals Archivbilder von schwedischen Dokumentarfilmern und Fernsehjournalisten, dieses Mal wurden sie zwischen 1966 und 1984 in Afrika aufgenommen und zeigen die Freiheitskämpfe in sechs afrikanischen Staaten.

„En du elsker“ von Pernille Christensen Fischer

(c) Rudolf Konow, Zentropa

(c) Rudolf Konow, Zentropa

Als Special Screening ist „En du elsker“ („Someone you love“) von der dänischen Regisseurin Pernille Christensen Fischer zu sehen, deren „Eine Familie“ ebenfalls bei der Berlinale 2010 lief und damals den FIPRESCI-Preis erhalten hat. Mit Trine Dyrholm, Brigitte Hjort Sjørensen und Mikael Persbrandt prominent besetzt erzählt sie in ihrem Film die Geschichte des Sängers Thomas Jacob, der sich plötzlich um seinen Enkel kümmern muss. Das Drehbuch hat sie mit Kim Fupz Aakeson geschrieben.

„Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann“ von Felix Herngren

(c) Concorde Filmverleih

(c) Concorde Filmverleih

Ein weiteres Special Screening ist „Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann“ („Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“) von Felix Hergren. Der Film basiert natürlich auf dem gleichnamigen Bestseller von Jonas Jonasson und wird am 20. März in den deutschen Kinos starten. Der deutschsprachige Trailer ist bei kino-zeit.de zu sehen.

Sehr stark ist das skandinavische Kino bei den Kinder- und Jugenfilmden vertreten, inklusive der Ko-Produktionen sind es sechs Beiträge:

„Beyond Beyond“ von Esben Tof Jacobsen

In der Generation Kplus ist „Beyond Beyond“ von Esben Tof Jacobsen zu sehen, der 2007 und 2011 mit seinen Animationsfilmen „Having a brother“ und „The Great Bear“ in Berlin war. Sein neuer Film ist ein animiertes 3D-Familienabenteuer, in dem ein kleiner Junge seine Mutter vermisst und seinen Vater vor dem Federkönig verteidigt.

„Emil & Ida i Lönneberga“ von Per Åhlin, Alicja Jaworski Björk und Lasse Persson

Bei „Emil & Ida i Lönneberga“ ( Regie: Per Åhlin, Alicja Jaworski Björk und Lasse Persson) führt Astrid Lindgrens Erzählstimme durch die Animation des hierzulande als Michel bekannten Jungen aus Lönneberga. Rochus vom Kinderfilmblog hat den Film bereits gesehen.

„MGP Missionen” von Martin Miehe-Renard

(c) Karin Tengberg

(c) Karin Tengberg

In „MGP Missionen“ („The Contest“) von dem dänischen Regisseur Martin Miehe-Renard muss Karl mit seiner Mutter nach Kopenhagen ziehen. Die Stadt gefällt ihm nicht, in der Schule ist der Junge vom Land ein Außenseiter. Aber dann findet in Sawsan – einem Mädchen aus einer türkischen Familie – eine Freundin, die ihm das Großstadtleben näherbringt. Und auch sie hat Probleme: Sie träumt davon, an einer Castingshow teilzunehmen. Aber ihr Vater ist dagegen. Ein Trailer des Films ist auf der Seite des dänischen Filminstituts zu sehen.

„Midden in de Winternacht“ von Lourens Blok

„Midden in de Winternacht“ („A Christmoose Story“) erzählt die Geschichte des von Max, in dessen Scheune ein sprechender Elch landet. Und das ausgerechnet kurz vor Weihnachten! Der Film basiert auf Andreas Steinhöfels Roman „Es ist ein Elch entsprungen“.

„Ömheten“ von Sofia Norlin

In der Generation 14plus – also Filme, die für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlen sind, ist „Ömheten“ von Sofia Norlin zu sehen. In dem Spielfilmdebüt der schwedischen Regisseurin stehen Jugendliche aus Kiruna im Mittelpunkt, deren Leben von dem Aktivitäten der Minengesellschaft vor Ort bestimmt wird.

„Obietnica“ („The Word“) von Anna Kazejak
Außerdem läuft dort die polnisch-dänische Koproduktion „Obietnica“ („The Word“) von Anna Kazejak, in der sie von der Beziehung zwischen Lia und Janek erzählt. Es kriselt zwischen ihnen, aber Lila will Janek eine letzte Chance geben – unter einer Bedingung …

Und dann laufen noch zwei skandinavische Filme im Rahmen der Retrospektive bzw. des Filmprogramms zu Karl Baumgartner:

„Hævnens Nat“ von Benjamin Christensen
In der Retrospektive läuft zudem „Haevnens Nat“ („Die Nacht der Rache“) des Dänen Benjamin Christensen, dessen für damalige Zeiten innovative Licht- und Schattensetzung den Boden für künftige Horrorfilme bereitete.

„Boheemielämää“ von Aki Kaurismäki
Karl Baumgartner wird in diesem Jahr mit der Berlinale Kameria ausgezeichnet. Aus diesem Anlass wird auch der einzige finnische Film gezeigt: „Boheemielämää“ („Das Leben der Bohème“ von Aki Kaurismäki ist der Auftakt der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und Produzenten – und dieser Film wurde auf der Berlinale 1992 mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet.

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Obsessiv – Über „1974“ von David Peace

David Peace (c) Suse Walczak

David Peace (c) Suse Walczak

David Peaces Bücher machen mich fertig. Richtig fertig. Nach dem Lesen bin ich nahezu körperlich erschöpft, weil die Worte und Sätze in einem unerbitterlichen Rhythmus auf mich einprasselten. Bei „Tokio im Jahre null“ war es das brutale Stakkato der Beobachter, ihre Schilderungen der Verbrechen. Bei „GB84“ waren es die Worte der Bergarbeiter, die mich erschütterten. Und bei seinem Debüt „1974“ sind es die Sätze des letzten Teils, die mich wie Hammerschläge in den düsteren Abgrund getrieben haben, den das Ende des Buches offenbart. Leichte Lektüre sind David Peaces Bücher daher sicher nicht. Er hat selbst in einem Interview mit Spiegel Online gesagt, dass er sich manchmal wundert, warum die Leute seine Bücher lesen. Sie sind grausam – gerade „1974“ erscheint ihm aus heutiger Sicht auch unnötig brutal –, perspektivisch und erzählerisch schwierig und sehr düster. Aber genau das macht David Peace auch zu einem der bemerkenswertesten Autoren der Gegenwart: Die Gewalt ist niemals Selbstzweck, sondern sie spiegelt sich ebenso wie die Komplexität von Verbrechen in der narrativen Struktur und vor allem dem Rhythmus der Sätze wider, die mit der beschriebenen und erlittenen Gewalt der Figuren korrespondieren und sich in das Gehirn einbrennen. Dabei ist es ein Glück, dass die Kriminalromane von Peter Torberg übersetzt wurden, der diese Besonderheiten wunderbar transponiert. Weiterlesen

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Die Einsamkeit des Internets – Über „Disconnect“ von Henry-Alex Rubin

(c) Weltkino

(c) Weltkino

Früher „gingen“ wir noch ins Internet, heute sind wir im Internet. Wir kaufen dort ein, spielen, chatten, mailen oder arbeiten. Auch die Figuren in Henry-Alex Rubins Spielfilmdebüt „Disconnect“ sind ständig online: Derek (Alexander Skarsgård) spielt lieber Poker als mit seiner Frau Cindy (Paula Patton) zu reden und verdrängt den Tod seines Sohnes Ethan. Cindy sucht indes Hilfe in einer Online-Selbsthilfegruppe und hat dort einen verständigen Zuhörer (Michael Nyberg) gefunden. Der Schüler Ben (Jonah Bobo) ist ein Außenseiter an seiner Highschool und lebt für seine Musik. Deshalb freut er sich sehr, als er von einer gewissen Jessica über Facebook kontaktiert wird. Scheinbar verbindet sie die Liebe für Musik, deshalb öffnet er sich ihr – und ahnt nicht, dass seine Mitschüler Jason (Colin Ford) und Frye (Aviad Bernstein) hinter dem Profil stecken und ihn bloß stellen wollen. Bens Vater Rich (Jason Bateman) ist ein vielbeschäftigter Anwalt, der selbst am Abendbrottisch mehr auf sein Blackberry als seine Kinder achtet und nicht merkt, wie einsam sein Sohn ist. Jason Vater Mike (Frank Grillo) ist hingegen ein ehemaliger Cop, der sich als Privatdetektiv auf Cyberverbrechen spezialisiert hat. Und der junge Kyle (Max Thieriot) verdient wiederum Geld, indem er Cyber-Sex anbietet. Als die Reporterin Nina Dunham (Andrea Riseborough) bei Recherchen auf ihn aufmerksam wird, wittert sie eine Story, die ihre Karriere entscheidend voranbringen könnte. Weiterlesen

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Media Monday #135

1. Sven von CineKie.de warf jüngst wieder eine Frage auf, die ich gerne ebenfalls aufgreifen möchte: “Wie sieht’s eigentlich bei euch [in punkto Kino] aus? Zahlt ihr für jede Vorstellung einzeln? Nutzt ihr auch die GoldCard (bzw. ähnliche Angebote anderer Kinos)? Oder schaut ihr Filme lieber später in den eigenen vier Wänden?” Da ich über Filme auch beruflich schreibe, schaue ich viele Filme vorab in Pressevorführungen, die in einem meist nur wenig gefüllten Kino stattfinden. Ansonsten gehe ich meist in das Programmkino meines Vertrauens und dort gibt es eine Sammelkarte auf Papier, auf die man sich jedes Mal einen Stempel geben lässt und nach zehn Stempeln bekommt man eine Freikarte. Aber ich gucke Filme auch gerne zuhause. Dort isst niemand laute Sachen (es sei denn, ich esse selbst welche), niemand redet oder tritt gegen mein Sofa.

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2. Welche/r SchauspielerIn, die/der es mittlerweile zu beachtlichem Ruhm gebracht hat, ist euch unlängst in einem älteren Film aufgefallen, ohne dass ihr zuvor Kenntnis von ihr/ihm genommen hättet? Am Wochenende habe ich „Dazed and Confused“ gesehen, in dem von Ben Affleck bis zu Matthew McConaughey allerhand Schauspieler mitspielen, die mittlerweile berühmt sind. Am meisten gefreut habe ich mich allerdings, dass ich in einer winzigen Szene Janel Moloney entdeckt habe, die in „West Wing“ Donatella Moss spielt.

3. Was war der enttäuschendste Trailer, der euch in den letzten Wochen untergekommen ist oder schaut ihr etwa gar keine Trailer und wenn nein, warum nicht? Hmm, von Trailern lasse ich mich ehrlich gesagt nicht enttäuschen. Sie zeigen mir erste Bilder von Film, die aber in der Regel nicht für das Gesamtwerk stehen. Deshalb kann ich auch nur schwer verstehen, warum um manche Trailer so ein Wirbel veranstaltet wird.

4. Gibt es tatsächlich noch Filme, die ihr gerne einmal wieder sehen wollen würdet, die es aber noch immer nicht auf DVD oder Blu-ray gibt (alternativ: Serien)? Im Jahr 2011 habe ich bei den Nordischen Filmtagen „Irgendwo im Schweden“ gesehen, diesen Film würde ich mir gerne noch einmal anschauen. Es ist immer mal wieder schwierig, von skandinavischen Filmen, die in Deutschland oder UK keine Auswertung bekommen haben, eine DVD zu finden – mit Untertiteln, in einer Sprache, die mir weiterhelfen würde.

5. Wir BloggerInnen sind ja allesamt mehr oder weniger stark in diversen Sozialen Netzen, in Foren oder anderen Communitys aktiv. Wie sind eure Erfahrungen, ob positiv oder negativ? Welchen Kanal möchtet ihr nicht mehr missen oder womit seid ihr überhaupt nicht warmgeworden? Nahezu süchtig bin ich nach Twitter. Das ist für mich Teeküche und Info-Dienst in einem, dort habe ich nette Leute kennengelernt, die ich später auch im realen Leben auch getroffen habe, außerdem kann ich so leicht Kontakte zu entfernt lebenden Kollegen pflegen und ich entdecke immer wieder spannende Themen. Meine Erfahrungen sind also durchweg positiv.

6. Mein jüngster Neuerwerb in punkto Medien war „Tokio, besetze Stadt“ von David Peace, weil ich gerade an einem Porträt über David Peace arbeite.

7. Meine zuletzt gesehener Film war „Ein Mann von Welt“ und der war unterhaltsam, aber auch chauvinistisch, weil Stellan Skarsgård toll spielt, die erste Hälfte sehr gelungen ist, die Frauen jedoch nicht viel mehr tun als sich gelegentlich das Unterhöschen auszuziehen.

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15 Songs

Eigentlich wollte ich zu diesem Stöckchen, bei dem die 15 Songs des Lebens genannt werden sollen, gar nichts schreiben. Erstens hat Musik in meinem Leben noch nie eine so große Rolle gespielt und zweitens habe ich zwar ein gutes Gedächtnis, was Bücher und Filme angeht, aber ein schrecklich schlechtes bei meinem eigenen Leben. Aber nun wurde ich erst von Lena gebeten, dann noch von Katrin und Ribba mit diesem Stöckchen beworfen, also habe ich das Wochenende genutzt und mich durch eine Menge Lieder und Erinnerungen gewälzt.

Die Ärzte – „Grace Kelly“
„Die Ärzte früher/Das Leben geht weiter“ war das allererste Album, das ich mir gekauft habe. Und ich weiß noch, wie stolz ich auf diese Schallplatte war.

Julee Cruise – „Falling“
Dieses Lied aus „Twin Peaks“ versetzt mich mit dem ersten Ton zurück auf das Sofa meiner Eltern, auf dem ich jeder Folge entgegengefiebert, den Sat.1-Videotext verflucht und das „geheime Tagebuch der Laura Palmer“ gelesen habe. Vor allem aber wollte ich bei dieser Serie zum ersten Mal herausfinden, wie David Lynch das alles gemacht hat – und deshalb kann ich wohl (recht pathetisch) behaupten, dass ich ohne „Twin Peaks“ nicht die wäre, die ich heute bin.

Tschaikowsky – Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 32
In der siebten oder achten Klasse mussten wir im Musikunterricht aus einer Liste ein Stück auswählen und dann im Unterricht vorstellen. Aus irgendeinem Grund wählte ich dieses – und ich glaube, damals habe ich das erste Mal wirklich begriffen, was Musik bewirken kann. Noch heute finde ich es überwältigend.

Lisa Loeb – „Stay“
Ein zweites Lied vom Anfang der 1990er Jahre, das mich sehr an meine Jugend erinnert – und als eines der wenigen Lieder tatsächlich überdauert hat.

Kermit – „It’s not easy being green“
Bekanntermaßen bin ich ein großer Fan von Jim Henson und den Muppets. Dieses Lied von Kermit steht daher stellvertretend für die vielen wunderbaren Lieder, die in den Filmen und Shows gesungen werden – von „Rainbow Connection“ über „I’m going back there someday“ und „Half way down the stairs“ bis zu dem wohl traurigsten Moment der Muppet-Show.

Shirley Bassey – „Feelings“
Erstmals gehört in dem Film „Die fabelhaften Baker Boys“, dort gesungen von Michelle Pfeiffer, ist dieses Lied eine meiner Lieblingsschnulzen. Und ich kenne sie alle!

Miles Davis – „Blue in Green
„Kind of Blue“ war das erste Jazz-Album, das ich mir gekauft habe. Das ist schätzungsweise 15 Jahre her und markiert damit den Beginn meiner Jazz-Leidenschaft.

Johnny Mandel – „Suicide is painless
Während meines Studiums habe ich mit einer Freundin zwei CDs zusammengestellt – eine mit motivierenden, die andere mit deprimierenden Liedern. Diese CDs liefen sehr, sehr oft – und noch heute lässt mich neben vielen anderen Liedern „Suicide is painless“ an diese Zeit zurückdenken.

Rah Band – Clouds across the moon
Dieses Lied habe ich während meines Studiums einmal irgendwo gehört, und da ich Lieder, die eine Geschichte erzählen, unglaublich gerne mag, wollte ich herausfinden, wie es heißt. Also habe ich es meinem Mann vorgesummt (ich kann das nicht besonders gut) und er hat es sofort erkannt. Seither ist er der einzige, vor dem ich völlig ungehemmt Lieder laut und falsch (mit-)singe.

Aimee Man – Invisible Ink
Aufmerksam auf Aimee Mann wurde ich natürlich durch „Magnolia“, seither habe ich fast jedes Album von ihr gehört. „Lost in Space“ lief bei mir sehr oft auf meinem CD-Player, und von dieser Platte ist „Invisible Ink“ mein liebstes Lied.

Johann Sebastian Bach – Cello Suite No. 1 in G
Es reichen ein paar Töne und ich könnte anfangen zu weinen. Zuletzt hat es mich wieder bei „The West Wing“ erwischt, als Joshs Flashbacks mit diesem Lied verbunden werden.

Joni Mitchell – „Both Sides Now“
Eines der schönsten, herzzerreißendsten und wahrsten Lieder, das ich jemals gehört habe.

Thelonius Monk – „Monk’s Dream“
Ich höre sehr viel Jazz und Monk ist einer der größten für mich. Individuell, manchmal schwierig, mitreißend, traurig und immer leidenschaftlich. Schlichtweg großartig.

Wolfgang Müller – „Ente und Schwan“
„In der Zwischenzeit“ von Wolfgang Müller steckt voller toller Lieder mit großartigen Texten, dieses nenne ich daher eher stellvertretend – und aufgrund dieser Zeilen: „Die Ente sagt zum Schwan / was du kannst, kann ich auch / der Unterschied liegt darin / du siehst besser dabei aus“.

Duke Ellington & John Coltrane – „In A Sentimental Mood“
Und zum Abschluss das Musikstück, das ich am meisten liebe.

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