Französische Filmtage 2011 in Bonn

(c) Concorde

Dass in Bonn derzeit einige cineastische Freuden gibt, habe ich ja erst unlängst kundgetan. Nach den Skandinavischen Filmtagen sind nun die Französischen Filmtage gestartet, in deren Verlauf bis zum 8. Juni französische Filme in der Neuen Filmbühne, Friedrich-Breuer-Str. 68-70 zu sehen ist. Das Programm ist eine gute Mischung aus bekannten und neuen französischen Filmen, die darüber hinaus alle im Original mit Untertitel zu sehen sind:

Di. 24.5. 20:30 Uhr (Wdh.: Do. 26.5. 19:00 Uhr):
„Tournée“ von Mathieu Amalric (Erstaufführung). Eröffnungsfilm mit anschließendem Empfang.

Mi. 25.5. 19:30 Uhr (Ort: Robert-Schumann-Institut):
„Gainsbourg vie héroique” von Joann Sfar.

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Cannes 2011 – Die Preisträger im Überblick

Besser spät als nie! Wenigstens einen Überblick über die Gewinner der Filmfestspiele in Cannes möchte ich noch kurz veröffentlichen:

Goldene Palme: “The Tree of Life” von Terrence Malick (USA)
Großer Preis der Jury (zu gleichen Teilen): “Once Upon a Time in Anatolia” von Nuri Bilge Ceylan (Türkei) ” Le Gaumin au Velo ” von Jean-Pierre und Luc Dardenne (Belgien)
Preis der Jury: “Polisse” von Maïwenn (Frankreich)
Beste Schauspielerin: Kirsten Dunst (USA) für “Melancholia”
Bester Schauspieler: Jean Dujardin (Frankreich) für “The Artist”
Beste Regie: Nicolas Winding Refn für “Drive” (Dänemark)
Bestes Drehbuch: Joseph Cedar für “Footnote” (Israel)
Goldene Kamera für den besten Debütfilm: “Las acacias” von Pablo Giorgelli (Argentinien)
Goldene Palme für den besten Kurzfilm: “Cross” von Maryna Vroda (Ukraine)
Hauptpreis Un certain regard (zu gleichen Teilen): Andreas Dresen (Deutschland) für “Halt auf freier Strecke” Kim Ki-duk (Korea) für “Arirang”
Erster Preis des Kurzfilmwettbewerbs Cinéfondation: Doroteya Droumeva (Deutschland) für “Der Brief”

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Nicht nur Harry Rowohlt – Der Prix Pantheon 2011

Harry Rowohlt mit seiner Ehrenpreisträger-Urkunde

(c) Sonja Hartl

Nachdem ich über die Lesung von Harry Rowohlt berichtet habe, der im Rahmen des diesjährigen Prix Pantheon den Sonderpreis „Reif und Bekloppt“ erhält, möchte ich auch die anderen Preisträger nicht vergessen. Zumal ich selbst noch aktiv werde!

Der Kabarett-, Comedy- und Satirepreis wird in vier Kategorien vergeben und ist mit insgesamt 13 000 Euro dotiert. Er gehört mittlerweile zu den renommiertesten Satirepreisen und wurde bereits an bekannte Namen wie Robert Gernhardt, Gerhard Polt und Michael Mittermaier vergeben. Im Rahmen des Prix Pantheon ist es aber immer auch möglich, noch nicht so bekannte Kabarettisten zu entdecken. Weiterlesen

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Skandinavische Filmtage – In einer besseren Welt

(c) Universum Film

Im Rahmen der Skandinavischen Filmtage in Bonn habe ich endlich das Drama „In einer besseren Welt“ von Susanne Bier gesehen, das in diesem Jahr den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewonnen hat. Ob diese Auszeichnung gerechtfertigt war, ist im Grunde genommen keine wichtige Frage. Wie in jeder anderen Kategorie bei den Oscars spielen hier Vorlieben und Einschätzungen eine Rolle – und im Blick auf das Gesamtwerk von Susanne Bier ist die Ehrung sicherlich zu vertreten.

Elias wird angegriffen (c) Universum Film

„In einer besseren Welt“ verhandelt den großen Themenkomplex von Schuld und Sühne, von Gewalt und Reaktion. Der idealistische Arzt Anton (Mikael Persbrandt), der viele Wochen im Jahr in einem afrikanischen Flüchtlingscamp arbeitet, lehnt Gewalt ab und hält im Zweifelsfall auch noch seine rechte Wange hin. Seine Ehe mit Marianne (Trine Dyrholm) ist indes gescheitert, und sein Sohn Elias (Markus Rygaard) ist ein Außenseiter in der Schule, der regelmäßig von Mitschülern drangsaliert wird. Elias lässt das Mobbing über sich ergehen, aber lernt er durch seinen neuen Klassenkameraden Christian (William Jøhnk Nielsen) die vermeintliche Macht von Gewalt kennen. Christian ahnt, dass auch er ein Opfer werden könnte, und verprügelt den Anführer der gewalttätigen Mitschüler, ehe er selbst angegriffen wird. Außerdem glaubt er, sich für Elias zu rächen. Dadurch entwickelt sich zwischen Elias und dem verschlossenen Christian eine Freundschaft, die in einer Katastrophe mündet. Weiterlesen

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Cannes 2011 – Ein Blick vom Schreibtisch

Manchmal ist es schwer: Da sitze ich in meinem Arbeitszimmer in Bonn, habe viel zu tun – was für eine Freiberuflerin hervorragend ist! – und gleichzeitig läuft in Cannes ein hochinteressantes Filmfestival. Mir aber bleiben nur der sehnsüchtige Blick nach Frankreich und das Erlebnis aus zweiter Hand. Dank Twitter und Sasha Stone von Awards Daily bin ich über die Länge der Warteschlangen, verschiedene Akkreditierungsstufen und Zustände in Presseräumen bestens informiert und Guy Lodge liefert dazu das nötige Insiderwissen. Ohnehin bringen die amerikanischen Blogger meine Timeline ganz schön in Schwung, da sie ausnahmsweise mal in derselben Zeitzone arbeiten. Weiterlesen

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Skandinavische Filmtage in Bonn

Vom 12. bis 19. Mai 2011 finden im Kino in der Brotfabrik und im LVR-LandesMuseum Bonn die Skandinavischen Filmtage statt. Das gesamte Programm ist bei der Bonner Kinemathek zu finden, hier nur ein kurzer Blick auf die – subjektiven! – Höhepunkte der Filmtage.

Gleich der Auftakt klingt sehr vielversprechend. In „The Experiment“ erzählt Louise Friedberg von dem Versuch der dänischen Regierung, durch einen Zwangsaufenthalt grönländischer Kinder in Dänemark, sie mit der dänischen Kultur vertraut zu machen. Dass der Film auf einer wahren Begebenheit basiert, macht ihn umso schockierender! Weiterlesen

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Thomas Mann und der Film – “Der Zauberberg”

(c) Neue Visionen Filmverleih

„Der Zauberberg“ ist einer jener Romane, die kaum zu verfilmen ist: zu viele abstrakte Dialoge, zu wenig Handlung und ein schwächlicher Held erleichtern das Vorhaben nicht unbedingt. Darüber hinaus ist Thomas Manns Werk eines der bedeutendsten Bücher des 20. Jahrhunderts, so dass die Verfilmung sehr hohe Erwartungen zu schultern hatte .

Womöglich aus diesem Grund sollte ein Regisseur mit internationalem Ruf die Verfilmung verantworten. Sehr früh brachten die Erben Thomas Manns Luchino Visconti ins Spiel, eine Weile wurde auch Peter Zadek gehandelt. Letztendlich übernahm aber Hans W. Geißendörfer – mittlerweile vor allem als Vater der „Lindenstraße“ ein Begriff – die Regie. Produzent war Franz Seitz, der sich seit 164 für eine Reihe von Thomas-Mann-Adaptionen verantwortlich zeigte. Weder Geißendörfer noch Seitz wollten einen das Buch abfilmen, sondern den Stoff mit Bezügen auf die Gegenwart durchziehen. Weiterlesen

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