Schlagwort-Archive: Zauberberg

Literarische Anspielungen in Haruki Murakamis Roman „Naokos Lächeln“

Für die Kritik des Films „Naokos Lächeln“ und einen Beitrag im Blog von LovelyBooks habe ich Haruki Murakamis Roman gelesen – und eine Weile amüsiert, später zunehmend irritiert die vielen literarischen Anspielungen verfolgt. Dabei zeigt sich meines Erachtens in „Naokos Lächeln“ vor allem, dass die Grenze zwischen Intertextualität und Deutungshoheit allzu leicht verwischt.

(c) btb

In dem Roman erzählt der mittlerweile 37-jährige Toru Watanabe von dem Mädchen Naoko, dem er einst versprochen hat, sich an sie zu erinnern. Als nach der Landung seines Flugzeugs in Hamburg der Beatles-Song „Norwegian Wood“ gespielt wird, überfällt ihn die Erinnerung an Naoko, der er sich auf den folgenden über 400 Seiten des Romans hingibt. Dabei macht schon die erste Liedziele des Beatles-Liedes, „I once had a girl / or should I say / she once had me“, den Kern dieser Liebesgeschichte deutlich. Denn obwohl Watanabe überzeugt ist, dass er Naoko liebt, scheint sie ihm diese Gefühle nur eingeschränkt entgegenzubringen. Ihre Liebe ist komplizierter, sie hat mit ihrer Vergangenheit zu sehr zu kämpfen. Leider fehlt dem Roman und auch der Beziehung zu Naoko das Spielerische des Liedes, in dem es auch heißt: „And when I awoke / I was alone / This bird has flown / So I lit a fire / Isn’t it good? / Norwegian wood“. Diese Leichtigkeit verkörpert vielmehr das Mädchen Midori, das Watanabe während seines Studiums kennenlernt. Auch sie hatte in ihrer Vergangenheit Schwierigkeiten, aber sie hat sich dem Leben zugewandt. Weiterlesen

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Thomas Mann und der Film – „Der Zauberberg“

(c) Neue Visionen Filmverleih

„Der Zauberberg“ ist einer jener Romane, die kaum zu verfilmen ist: zu viele abstrakte Dialoge, zu wenig Handlung und ein schwächlicher Held erleichtern das Vorhaben nicht unbedingt. Darüber hinaus ist Thomas Manns Werk eines der bedeutendsten Bücher des 20. Jahrhunderts, so dass die Verfilmung sehr hohe Erwartungen zu schultern hatte .

Womöglich aus diesem Grund sollte ein Regisseur mit internationalem Ruf die Verfilmung verantworten. Sehr früh brachten die Erben Thomas Manns Luchino Visconti ins Spiel, eine Weile wurde auch Peter Zadek gehandelt. Letztendlich übernahm aber Hans W. Geißendörfer – mittlerweile vor allem als Vater der „Lindenstraße“ ein Begriff – die Regie. Produzent war Franz Seitz, der sich seit 164 für eine Reihe von Thomas-Mann-Adaptionen verantwortlich zeigte. Weder Geißendörfer noch Seitz wollten einen das Buch abfilmen, sondern den Stoff mit Bezügen auf die Gegenwart durchziehen. Weiterlesen

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Thomas Mann im REX-Kino Bonn

Als Bloggerin über Filme und Literatur und Mitglied des Ortsverein BonnKoeln der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft weise ich allzu gerne auf eine Film-Reihe in Bonn hin, die am kommenden Sonntag beginnen wird. In Zusammenarbeit mit dem REX-Kino werden bis zum 1. Juni unter dem Titel „Thomas Mann im (REX-)Kino“ fünf Thomas-Mann-Verfilmungen gezeigt, die einen guten Einblick in die filmische Rezeption des als „unverfilmbar“ geltenden Autors geben.

Präsentiert werden folgende Filme: Weiterlesen

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