Archiv des Autors: Zeilenkino

„Dunkle Gewässer“ von Joe R. Lansdale

(c) Tropen

Dass Joe R. Lansdale großartige (Kriminal-)Romane schreibt, ist hierzulande viel zu wenig bekannt. Sein neustes Buch „Dunkle Gewässer“ knüpft dabei nahtlos an das famose „Ein feiner dunkler Riss“ oder auch „Die Wälder am Fluss“ an: Die 17-jährige Sue Ellen entdeckt erst die Leiche ihrer Schulfreundin May Lynn, dann Geld aus einem Banküberfall. Also will sie May Lynns Traum wahr werden lassen und wenigstens ihre Leiche nach Hollywood bringen. Mit ihrer Freundin Jinx, ihrem Freund Terry und ihrer Mutter begibt sie sich auf einem Floß auf die Reise gen Westen – und muss auf ihrem Weg Vorurteile, Abhängigkeiten und Brutalität überwinden. Ein toller Roman!

Mehr über „Dunkle Gewässer“ habe ich in der April/Mai-Ausgabe des Magazins BÜCHER geschrieben.

Joe R. Lansdale: Dunkle Gewässer. Übersetzt von Hannes Riffel. Tropen 2013.

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„Die Farbe der Nacht“ von Madison Smartt Bell

(c) Liebeskind

Tagsüber arbeitet Mae in einem Casino in Nevada, nachts streift sie durch die Wüste. Dann glaubt sie in einem Fernsehbericht über die Anschläge auf das World Trade Center ihre große Liebe zu entdecken – und gibt sich einem Strom aus Erinnerungen hin, die ein düsteres Leben voller Gewalt enthüllen. „Die Farbe der Nacht“ ist ein nihilistischer und sehr düsterer Roman, der verstört und an den Nerven zerrt. Mir hat er ein eindringliches Lese-Erlebnis beschert.

Mehr über das Buch habe ich in der April/Mai-Ausgabe des Magazins BÜCHER geschrieben.

Madison Smartt Bell: Die Farbe der Nacht. Übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Liebeskind 2013.

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Media Monday #93

Teilweise musste ich auf nahezu yodaeske Grammatik zurückgreifen, aber ich habe alle Lücken des Media Monday gefüllt:

1. Liam Neeson gefiel mir am besten in „Michael Collins“. Oder „Schindler’s Liste“. Oder „The Grey“. Oder doch in „Love, Actually“?

2. Wim Wenders hat mit „Der Himmel über Berlin“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er hier Romantik und Symbolik hervorragend miteinander verbindet, ohne in den Kitsch abzudriften.

3. Kathy Bates gefiel mir am besten in „About Schmidt“. Jedenfalls ist das der Film, der mir immer als erstes einfällt – noch vor „Misery“.

4. Suchtverhalten filmisch dargestellt hat Danny Boyle in „Trainspotting“.

5. Bücher konsumiere ich am ehesten auf meinem Sofa, in meinem Lesesessel und hoffentlich bald wieder auf dem Balkon. Wenngleich ich leichte Probleme mit dem Wort „konsumieren“ habe.

6. Wenn sich ein Blog oder eine Seite dem Thema Film widmet, dann interessiert mich besonders, welche Filme dort im Vordergrund stehen. Einfacher gesagt: Da ich so gut wie keine Horrorfilme gucken, lese ich auch keine Horrorfilm-Blogs.

7. Auf is a blog habe ich in der letzten Woche einen tollen Artikel zu dem Versuch gelesen, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen, der mir sehr aus dem Herzen gesprochen hat. Aus der Filmwelt bleiben mir aus der letzten Woche insbesondere die Nachrufe auf Roger Ebert in Erinnerung.

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New Orleans und Katrina – „Zeitoun“ von Dave Eggers

(c) Kiepenheuer & Witsch

„Zeitoun“ von Dave Eggers steht schon eine ganze Weile auf meiner Leseliste. Nach jeder Folge „Treme“ denke ich, dass ich es lesen wollte. Nun ist Dave Eggers aktuelles Buch „Ein Hologramm für den König“ recht präsent in den Medien und er saß – so meine ich jedenfalls – auf dem Flug zur Leipziger Buchmesse hinter mir. Also habe ich über die Osterfeiertage endlich „Zeitoun“ gelesen. Es hat mich nach der Lektüre fassungslos zurückgelassen. Als ich anschließend im Internet ein wenig zu Dave Eggers und seinem Buch las, kam jedoch eine weitere Frage hinzu, die wohl jeden Kulturinteressierten immer wieder beschäftigt: Welche Rolle spielt die Wirklichkeit bei der Bewertung von Kunst. Aber zunächst zu dem Buch – und meinem Entsetzen. Weiterlesen

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„Elsa ungeheuer“ von Astrid Rosenfeld

Lustige Bücher lese ich selten. Obwohl ich sehr gerne lache, haben es „komische“ Bücher und Filme meist schwer bei mir. Vieles ist mir zu platt, zu harmlos und zu einfach. Damit will ich auf keinen Fall sagen, dass ich einen besonders feinen Humor habe. Aber ich mag auch bei Witzen gerne etwas Absurdität, Düsterheit und Melancholie.

(c) Diogenes

Eines der wenigen Bücher, das mich wirklich zum Lachen brachte, war „Adams Erbe“ von Astrid Rosenfeld. Es war ein aufrichtiges Mit-Lachen mit den Figuren, ein Schmunzeln – oft durchzogen mit großer Traurigkeit. Hinzu kamen originelle Charaktere und ein guter Plot. Wenn eine Autorin mit ihrem Debüt solch ein interessantes und unterhaltsames Buch vorlegt, ist die Messlatte bei dem zweiten Roman hoch. Und ganz schafft es „Elsa ungeheuer“ nicht, diese Hürde zu nehmen.

Über das Leben in der Oberpfalz
Karl – Erzähler der Geschichte – und Lorenz Brauer wachsen in einem Dorf in der Oberpfalz mit einer exzentrischen Mutter auf, für die „die Erde einfach nicht der rechte Ort zu sein“ scheint und die sich deshalb das Leben nimmt. Ihr Vater Randolph Brauer betreibt eine Pension mit vierzehn Fremdenzimmer und trägt schwer an dem Tod seiner Ehefrau. Deshalb kümmern sich vor allem die schrullige Haushälterin Frau Kratzler und der Langzeitmieter Murmeltier um die Brüder, ansonsten sind sie sich selbst überlassen.

Es sind schrullige Charaktere, die dieses Dorf in der Oberpfalz bevölkern. Weiterlesen

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„Paperboy“ von Pete Dexter

„Mein Bruder Ward war einmal berühmt.“ Mit diesem Satz beginnt Pete Dexters „Paperboy“ und er gibt sogleich den Tenor vor: Hier wird von einem erzählt, dessen Ruhm nicht dauerhaft war. Von Anfang an steuert Pete Dexters „Paperboy“ daher auf einen Abgrund zu, dessen Ausmaß sich lange lediglich erahnen lässt, aber stets im Hintergrund zu spüren ist. Dabei ist „Paperboy“ zugleich eine Parabel über das Zeitungswesen und das Verbrechen.

(c) Liebeskind

Zwei Journalisten und ein Kriminalfall
Nachdem er sein Schwimm-Stipendium verloren hat, ist Jack James – der Erzähler von „Paperboy“ – von der Universität geflogen und ins heimatliche Lately, Florida zurückgekehrt. Es ist das Jahr 1969 und Jack weiß nicht recht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Also verdingt er sich als Fahrer für die Zeitungen seines Vaters W.W. Sein Bruder Ward arbeitet hingegen als Reporter für die Miami Times und hat einige Aufmerksamkeit für einen Artikel über einen Flugzeugabsturz erhalten, den er mit seinem Kollegen Yardley Achman zusammen geschrieben hat. Es heißt, Ward habe die exakten Recherchen und genauen Analysen beigesteuert, während Yardley Achman den schillernden Schreibstil habe. Für Familie James ist Ward nunmehr der Hoffnungsträger, der die liberale Familienzeitung eines Tages fortführen könnte.

Dann kehrt Ward nach Lately zurück, um sich einen vier Jahre zurückliegenden Fall noch einmal anzusehen. Weiterlesen

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Media Monday #91

Es ist mal wieder Montag und meine arbeitsreiche Woche beginnt wie fast immer mit den Fragen des Media Monday

1. Hugh Jackman gefiel mir am besten in „Les Misérables“. Obwohl er gesanglich nicht an das große Rollenvorbild Colm Wilkinson heranreichen kann, hat Hugh Jackman hier sehr nuanciert gespielt und war einer der wenigen Darsteller mit einer ausgeglichenen gesanglichen und schauspielerischen Leistung. So gut habe ich ihn jedenfalls noch nicht gesehen.

2. Ridley Scott hat mit „Thelma & Louise“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil dieser Film ein fast makelloses Road Movie ist. Weiterlesen

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