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NSFC kürt „Melancholia“ und Kirsten Dunst

(c) Concorde

Auch in diesem Jahr trafen sich 58 Filmkritiker, die Mitglied in der National Society of Film Critics (NSFC) sind, in Sardi’s Restaurant in New York und stimmten in zumeist mehreren Wahlgängen nach einem über die Preisträger ab. Später erhalten die Gewinner anstatt einer Statue eine Schriftrolle. Bei ihrem Abstimmungen haben die Kritiker in den letzten Jahren bewiesen, dass sie meist künstlerisch anspruchsvolle Filme bevorzugen. So gewann 2009 „Waltz with Bashir“ und in diesem Jahr „Melancholia“. Deshalb sind diese Preise wenig aussagekräftig für die Verleihung der populären Preise wie die Golden Globes und Oscars – und obwohl die NSFC sicherlich eine einflussreiche Vereinigung mit bekannten Kritikern ist, sind es nicht DIE US-Kritiker, die diesen Preis vergeben haben.

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Die Nominierungen für die SAG Awards 2011

Logo der SGA

Gestern habe ich noch gemutmaßt, dass es für Glenn Close in der diesjährigen Award Season nicht so gut läuft wie erwartet – und schwupps! wird sie für einen Preis von der Screen Actors Guild (SAG) nominiert. Allerdings hat sie diese Beachtung durch ihre Kollegen zweifellos verdient.

Große Überraschungen gibt es bei den Nominierungen insgesamt aber nicht – wie in jedem Jahr wurden insgesamt eher gefällige Filme nominiert. Einzig die Nicht-Berücksichtigung von Albert Brooks verwundert mich, da ich eigentlich davon ausgegangen bin, er sei bei seinen Kollegen zu beliebt, um übersehen zu werden. Ich hätte außerdem gedacht, dass es Shailene Woodley für „The Descendants“ nominiert wird – stattdessen bevorzugten die Mitglieder der SAG Janet McTeer. Bei den Hauptdarstellern mag verwundern, dass weder Michael Fassbender noch Ryan Gosling nominiert wurden, aber „Shame“ hat nun einmal die in den USA unbeliebte Altersfreigabe „NC-17“ erhalten und „Drive“ ist vermutlich ein wenig zu gewalttätig für die SAG. Bleibt für mich einzig die „Best Ensemble“-Nominierung für „Midnight in Paris“, die mich irritiert. So gerne ich den Film mochte, aber das Ensemble gehört in meinen Augen nicht zu den fünfbesten des letzten Jahres.

Jessica Chastain in "The Help" (c) Dale Robinette © DreamWorks II Distribution Co., LLC. All Rights Reserved.

Letztendlich sind die Nominierungen für die SAG nur bedingt aussagekräftig, da über sie eine Gruppe von 2100 zufällig ausgewählten Schauspielern entscheidet. Die Preise vergibt dann die gesamte Guild. Dennoch darf nicht übersehen werden, dass die Schauspieler auch in der Academy die Mehrheit haben – und seit „Braveheart“ kein Film mehr mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet wurde, der nicht wenigstens für den Ensemble-Actor nominiert war. Darüber lassen diese Nominierungen meines Erachtens noch einige kleinere Rückschlüsse zu: Vermutlich wird „The Help“ doch Jessica Chastains preisverdächtigster Film werden, Meryl Streep, Viola Davis und Michelle Williams scheinen als sichere Nominierungen als Hauptdarstellerinnen, ebenso Brad Pitt und George Clooney als beste Hauptdarsteller. Und morgen folgen dann die Nominierungen für die Golden Globes!

Die Nominierungen im Überblick: Weiterlesen

Preisträger der BSFC, LAFCA und NYFCO

Drei Kritikerverbände verkünden ihre Preisträger, das American Film Institute (AFI) veröffentlicht seine Liste mit den besten zehn Filmen und dann geben noch die BFCA, SAG und HFPA ihre Nominierungen bekannt. Es ist also definitiv eine turbulente Woche für alle, die sich für Preisverleihungen interessieren. Aber der Reihe nach: Am Sonntagabend haben die Filmkritiker aus Boston (BSFC), Los Angeles (LAFCA) und die Online-Kollegen aus New York (NYFCO) mehr oder minder gleichzeitig via Twitter ihre Preisträger verkündet.

"The Artist" (c) Delphi Film

Und was sagen diese Entscheidungen aus? Im Großen und Ganzen bestätigen sie die Erwartung, dass es in diesem Jahr insgesamt ein enges Feld von vielen preisverdächtigen Filmen gibt. Es fehlt weiterhin der große Favorit, auch wenn sich langsam das Feld der Kandidaten verdichtet. Bislang steht „The Artist“ hoch im Kurs als bester Film und für die beste Musik, auch Albert Brooks hat als bester Nebendarsteller für „Drive“ einige Auszeichnungen erhalten. Als bester fremdsprachiger Film bestätigt „Nadar und Simin“ seinen Favoritenstatus, in der Dokumentarfilmkategorie ist Werner Herzogs „Höhle der vergessenen Träume“ bisher mehrfach ausgezeichnet worden. Dieser Film wird aber keinen Oscar erhalten – er steht nicht auf der Liste der letzten 15 Kandidaten. Ansonsten heißt es einfach: Abwarten!

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NYFCC 2011 – „The Artist”, Meryl Streep und Brad Pitt gewinnen

"The Artist" (c) Delphi Film

Gestern hat der New York Film Critics Circle (NYFCC) die Gewinner seiner alljährlichen Preise bekanntgegeben. Diese Verleihung ist ein erster Stimmungstest für die bevorstehende Award Season in den USA – obwohl es in den letzten Jahren nur drei Übereinstimmungen mit den Oscars gab: „The Hurt Locker – Tödliches Kommando“ (2009), „No Country for Old Men“ (2007) und „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“ (2003) wurden von den New Yorker Filmkritikern und der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences als bester Film geehrt.

In diesem Jahr haben sich die Kritiker folgendermaßen entschieden:

Bester Film: „The Artist”
Bester Regisseur: Michel Hazanavicius für „The Artist”
Bestes Drehbuch: Steven Zaillian und Aaron Sorkin für „Moneyball” Weiterlesen