Eines gleich vorweg: Ich kenne keines der Stieg-Larsson-Bücher. Dieser Hype ist gänzlich an mir vorüber gegangen. Aber ich habe mir die Verfilmung von Niels Arden Oplev in der Extended Version angesehen – also einen soliden schwedischen Krimi mit recht viel Gewalt und einem nicht überraschenden Täter. Dass David Fincher wenig später ein Remake angekündigt hat, hat mich dann schon verwundert. Aber auf den ersten Blick ist David Fincher der richtige Regisseur für einen düsteren Thriller, daher bin ich auf den Film durchaus neugierig. Mittlerweile sind erste Bilder und ein erster Trailer von dem Film veröffentlich worden, die wenigstens Spannung versprechen. Weiterlesen
Zum Geburtstag von Lasse Hallström
Heute feiert Lasse Hallström seinen 65. Geburtstag – und da ich ihm mit „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ eine unvergessene Literaturverfilmung zu verdanken habe, möchte ich ihn im Zeilenkino kurz würdigen.
Geboren wurde Lasse Hallström am 2. Juni 1946 in Stockholm. Er begann seine Karriere mit Videos für ABBA, auch sein erster Kinofilm drehte sich um das schwedische Pop-Quartettt: „Abba: The Movie“ stammt aus dem Jahr 1977. Acht Jahre später gelang ihm mit „Mein Leben als Hund“ sein internationaler Durchbruch. Für den Film über den zwölfjährigen Ingemar, der von seiner todkranken Mutter zu Verwandten geschickt wird, erhielt seine erste Oscarnominierung. Danach drehte er weitere sehenswerte Filme: „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ (1993), die bereits erwähnte John-Iriving-Verfilmung „Gottes Werk & Teufels Beitrag“ (1999), „Chocolat“ (2000) und „Ein ungezähmtes leben“. Zuletzt hat er mit „Das Leuchten der Stille“ bewiesen, dass sogar aus einem Roman von Nicholas Sparks ein ganz ansehnlicher Film werden kann. Sein neuestes Projekt ist die Verfilmung des schwedischen Kriminalromans „Der Hypnotiseur“ mit Mikael Persbrandt in der Hauptrolle.
Von der Last, eine Comicfigur zu sein – Heinrich Steinfest und der „Cheng“-Roman
„Ihre Beine waren zu dick.“ Mit diesem Satz beginnt der außergewöhnliche Kriminalroman „Cheng“ von Heinrich Steinfest – und zugleich eine der besten Krimi-Reihen der deutschsprachigen Kriminalliteratur. Mit Markus Cheng hat Heinrich Steinfest nicht nur einen außergewöhnlichen Ermittler geschaffen, sondern auch ein ausgeklügeltes Spiel mit den literarischen Identitäten und Referenzen entwickelt, das er in seinen vier Cheng-Roman bis auf die Spitze treibt.
Schon gleich zu Beginn des ersten Romans mit dem einarmigen Privatdetektiv Cheng – der Titelheld ist noch nicht einmal in Erscheinung getreten – wird auf die Erwartungen der Romanleser hingewiesen. Erzählt wurde bisher von Ranulph Field, der mysteriöse Anrufe und womöglich auch Besuche von einer Frau erhält. Weiterlesen
Französische Filmtage 2011 in Bonn
Dass in Bonn derzeit einige cineastische Freuden gibt, habe ich ja erst unlängst kundgetan. Nach den Skandinavischen Filmtagen sind nun die Französischen Filmtage gestartet, in deren Verlauf bis zum 8. Juni französische Filme in der Neuen Filmbühne, Friedrich-Breuer-Str. 68-70 zu sehen ist. Das Programm ist eine gute Mischung aus bekannten und neuen französischen Filmen, die darüber hinaus alle im Original mit Untertitel zu sehen sind:
Di. 24.5. 20:30 Uhr (Wdh.: Do. 26.5. 19:00 Uhr):
„Tournée“ von Mathieu Amalric (Erstaufführung). Eröffnungsfilm mit anschließendem Empfang.
Mi. 25.5. 19:30 Uhr (Ort: Robert-Schumann-Institut):
„Gainsbourg vie héroique” von Joann Sfar.
Cannes 2011 – Die Preisträger im Überblick
Besser spät als nie! Wenigstens einen Überblick über die Gewinner der Filmfestspiele in Cannes möchte ich noch kurz veröffentlichen:
Goldene Palme: “The Tree of Life” von Terrence Malick (USA)
Großer Preis der Jury (zu gleichen Teilen): “Once Upon a Time in Anatolia” von Nuri Bilge Ceylan (Türkei) ” Le Gaumin au Velo ” von Jean-Pierre und Luc Dardenne (Belgien)
Preis der Jury: “Polisse” von Maïwenn (Frankreich)
Beste Schauspielerin: Kirsten Dunst (USA) für “Melancholia”
Bester Schauspieler: Jean Dujardin (Frankreich) für “The Artist”
Beste Regie: Nicolas Winding Refn für “Drive” (Dänemark)
Bestes Drehbuch: Joseph Cedar für “Footnote” (Israel)
Goldene Kamera für den besten Debütfilm: “Las acacias” von Pablo Giorgelli (Argentinien)
Goldene Palme für den besten Kurzfilm: “Cross” von Maryna Vroda (Ukraine)
Hauptpreis Un certain regard (zu gleichen Teilen): Andreas Dresen (Deutschland) für “Halt auf freier Strecke” Kim Ki-duk (Korea) für “Arirang”
Erster Preis des Kurzfilmwettbewerbs Cinéfondation: Doroteya Droumeva (Deutschland) für “Der Brief”
Nicht nur Harry Rowohlt – Der Prix Pantheon 2011
Nachdem ich über die Lesung von Harry Rowohlt berichtet habe, der im Rahmen des diesjährigen Prix Pantheon den Sonderpreis „Reif und Bekloppt“ erhält, möchte ich auch die anderen Preisträger nicht vergessen. Zumal ich selbst noch aktiv werde!
Der Kabarett-, Comedy- und Satirepreis wird in vier Kategorien vergeben und ist mit insgesamt 13 000 Euro dotiert. Er gehört mittlerweile zu den renommiertesten Satirepreisen und wurde bereits an bekannte Namen wie Robert Gernhardt, Gerhard Polt und Michael Mittermaier vergeben. Im Rahmen des Prix Pantheon ist es aber immer auch möglich, noch nicht so bekannte Kabarettisten zu entdecken. Weiterlesen
Skandinavische Filmtage – In einer besseren Welt
Im Rahmen der Skandinavischen Filmtage in Bonn habe ich endlich das Drama „In einer besseren Welt“ von Susanne Bier gesehen, das in diesem Jahr den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewonnen hat. Ob diese Auszeichnung gerechtfertigt war, ist im Grunde genommen keine wichtige Frage. Wie in jeder anderen Kategorie bei den Oscars spielen hier Vorlieben und Einschätzungen eine Rolle – und im Blick auf das Gesamtwerk von Susanne Bier ist die Ehrung sicherlich zu vertreten.
„In einer besseren Welt“ verhandelt den großen Themenkomplex von Schuld und Sühne, von Gewalt und Reaktion. Der idealistische Arzt Anton (Mikael Persbrandt), der viele Wochen im Jahr in einem afrikanischen Flüchtlingscamp arbeitet, lehnt Gewalt ab und hält im Zweifelsfall auch noch seine rechte Wange hin. Seine Ehe mit Marianne (Trine Dyrholm) ist indes gescheitert, und sein Sohn Elias (Markus Rygaard) ist ein Außenseiter in der Schule, der regelmäßig von Mitschülern drangsaliert wird. Elias lässt das Mobbing über sich ergehen, aber lernt er durch seinen neuen Klassenkameraden Christian (William Jøhnk Nielsen) die vermeintliche Macht von Gewalt kennen. Christian ahnt, dass auch er ein Opfer werden könnte, und verprügelt den Anführer der gewalttätigen Mitschüler, ehe er selbst angegriffen wird. Außerdem glaubt er, sich für Elias zu rächen. Dadurch entwickelt sich zwischen Elias und dem verschlossenen Christian eine Freundschaft, die in einer Katastrophe mündet. Weiterlesen






