Wiedersehen mit Kermit – Der neue Muppets-Film

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Wenn es in dem nächsten Jahr einen Film gibt, auf den ich mich sehr, sehr, sehr freue, dann ist es der neue „Muppets“-Streifen. Seit Kindheitstagen bin ich ein großer Fan dieser Puppen, von Kermit habe ich das (über-)lebenswichtige Motto „Always be yourself. Never take yourself too seriously. And beware of advice from experts, pigs, and members of Parliament“ und nicht zuletzt der gelungene „Pu der Bär“-Film lässt sich mich hoffen, dass Disney auch einen tollen Muppet-Film hinbekommen hat. Bei dem Marketing hat Disney jedenfalls schon vieles richtig gemacht. Der erste Teaser-Trailer lief unter dem Titel “Green with envy” und hat die Zuschauer sicherlich beim ersten Sehen überrascht:

Nach dieser Parodie eines Trailers für eine romantische Komödie, tauchte dann auch noch die “Green Latern”-Superhelden-Varianter auf, die ebenfalls gelungen ist:

Dann gibt es natürlich auch den ersten offiziellen Trailer, der ebenfalls vielversprechend ist: Es wird ein Wiedersehen mit vielen bekannten Figuren geben, außerdem scheint der Film auch auf den guten alten Muppet-Humor zu setzen. Weiterlesen

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Neulich im Fernsehen: „Die exzentrischen Cousinen der First Lady“

(c) HBO

Schon oft habe ich darüber geschimpft, dass es gute amerikanische Fernsehfilme zu selten in das deutsche Fernsehen schaffen. Aber nun zeigte ARTE die HBO-Produktion „Grey Gardens“, die in letzten Jahr zwei Golden Globes erhalten hat. Unter dem sperrigen deutschen Titel „Die exzentrischen Cousinen der First Lady“ verbirgt sich die Geschichte von Edith Bouvier Beale und ihrer Tochter Little Edie, die im Jahr 1970 zu ungewollter Berühmtheit kamen. Damals hat das New York Magazine auf der Titelseite über das Leben dieser zwei Frauen berichtet, die in einem völlig verwahrlosten Anwesen hausten. Da Mutter und Tochter Beale zugleich Tante und Cousine von Jackie Kennedy waren, erregte diese Geschichte gerade in der Boulevardpresse große Aufmerksamkeit. Die Verwandtschaft half den Frauen schließlich, und fünf Jahre später drehten die Brüder Maysles einen Dokumentarfilm über Big Edie und Little Edie. Weiterlesen

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Ingeborg-Bachmann-Preis 2011 – Die Gewinner und ein Fazit der Tage der deutschsprachigen Literatur

Bachmann-Preisträgerin 2011 ist Maja Haderlapp (c) TDDL 2011

Porno siegt beim Publikum, große Überraschungen gab es bei der heutigen Preisvergabe in Klagenfurt aber nicht. Auf die Shortlist wählte die Jury Nina Bussman, Gunther Geltinger, Maja Haderlap, Thomas Klupp, Steffen Popp, Julya Rabinowich und Leif Randt, die dort allesamt mehr oder weniger erwartet wurden. Spannung kam dann wenigstens bei der Vergabe des Hauptpreises, dem Ingeborg-Bachmann-Preis auf, der mit 25 000 Euro dotiert ist. In der ersten Runde bekamen Maja Haderlap, Steffen Popp und Leif Randt jeweils zwei Stimmen, Jandl stimmte für Nina Bußmann. In zweiten Runde stimmten drei Juroren für Haderlap, jeweils zwei für Popp und Randt; da setzte sich im „Stechen“ schließlich Steffen Popp durch. In der finalen Runde erhielt dann aber Maja Haderlap die notwendigen vier Stimmen und stand somit als Preisträgerin fest. Eine Überraschung ist diese Entscheidung nicht, allerdings hatte ich nicht erwartet, dass sie derart knapp vor Steffen Popp liegt. Weiterlesen

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Bachmann-Preis 2011 – Tag 3 der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

Nun ist geschafft: 14 Lesungen in drei Tagen, die letzten vier fanden heute statt. Insgesamt war es heute der kurzweiligste Tag – und zwar nicht, weil Burkhard Spinnen nach der Mittagspause ständig Literatur mit Suppe verglich, sondern weil Leif Randt und Thomas Klupp zwei sehr witzige Texte vorgelesen haben und sich die Jury hin und wieder in den Haaren lag.

Leif Randt (c) TDDL 2011

Zu Beginn des Abschlusstages hat Leif Randt einen Auszug aus seinem Roman „Schimmernder Dunst über CobyCounty“ gelesen, in dem der Ich-Erzähler Wim von seinem Leben in dem künstlichen, scheinbar perfekten, an die Truman-Show erinnernden Ort CobyCounty erzählt. Voller witziger Anspielungen und mit viel Ironie schildert er sein Dasein, in dem sämtliche Klischees wahr geworden scheinen. Dass diese scheinbare Idylle nicht erhalten bleibt, klingt zunächst in Kleinigkeiten an, ehe dann am Ende des Textes Wims bester Freund Wesley eine Warnung seiner Mutter übermittelt. Spätestens dann ist offensichtlich, dass CobyCounty eine Blase ist, die auf einen Abgrund zusteuert. Oder in Worten von Hubert Winkels eine „Dystopie als Utopie“. Mir haben insbesondere die Ironie des Textes und – wie könnte es anders sein – die eingeflochtenen Versatzstücke aus Film und Literatur gefallen. Die Anlage des Textes, die kleinen Hinweise auf die Brüche in dieser Welt und das Spiel mit Klischees lassen sich mich sogar über das – zumindest auf den ersten Blick – unnötige Setting in einem fiktiven englischen Seebad hinwegsehen. Die Jury war durchaus geteilter Meinung. Während Hubert Winkels und Daniela Strigl sich überzeugt zeigten, kritisierte insbesondere Paul Jandl die künstliche Realität und mangelnde Authentizität und erhielt in diesem Punkt die Zustimmung von Hildegard E. Keller. Weiterlesen

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Bachmann-Preis 2011 – Tag 2 der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

„Verschwurbelt“ ist das Wort dieser Lesetage in Klagenfurt. Nachdem gestern schon dem einen oder anderen Text verschwurbelte Metaphern angelastet wurden, fiel das Wort auch heute recht häufig. Dafür gab es aber – wenn ich richtig aufgepasst habe – keinen Thomas-Bernhard-Vergleich und auch der Name Hitler ist nicht gefallen.

Linus Reichlin (c) TDDL 2011

Den Auftakt des zweiten Tages machte Linus Reichlin mit dem Text „Weltgegend“, wohl ein Auszug aus einem Roman. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Arzt Martens, der in Afghanistan einen Anschlag überlebt, in der Folge aber auf zwei Frauen schießt und sie – selbst traumatisiert – verletzt zurücklässt. Er macht sich auf den Rückweg in sein Lager und begreift erst allmählich, was er gerade erlebt hat – und welche Schuld er auf sich geladen hat. Das alles wird souverän erzählt, ein solcher Roman würde sicherlich ein Erfolg werden. Allerdings bot der Text in meinen Augen zu wenig Neues und ließ zu wenig Interpretationsraum. Er war „ganz und gar nicht verschwurbelt“ (Sulzer). Die Jury war ebenfalls durchaus angetan, obwohl sie ihm auch mangelnde Risikobereitschaft (Strigl) attestierten. Und nicht nur Hubert Winkels musste beim Zuhören an einen Fernsehfilm denken. Ich sah schon Hannes Jaenicke im Sand von Afghanistan. Weiterlesen

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Bachmann-Preis 2011 – Tag 1 der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

Heute Morgen ging es los, das große Lesen um den Bachmannpreis. Und mein Fazit nach dem ersten Tag: Die Jury dachte vor allem an Thomas Bernhard, in den gelesen Texten kam immer mal wieder Hitler vor und in den nächsten Tagen folgt hoffentlich noch ein großer Wurf.

Gunther Geltinger (c) TDDL 2011

Den Anfang der Lesungen machte Gunther Geltinger mit einem Auszug aus einem Roman, indem sich ein stotternder Junge mit dem Trauma vom Tod seiner Mutter auseinandersetzt. Die ersten Absätze erinnern mich sehr an Peter Wawerzineks „Rabenliebe“, für einen Auszug aus diesem Roman hat Wawerzinek im letzten Jahr den Preis erhalten. Auch bei Geltinger gibt es diese kalte, dunkle Landschaft und die unvermeidlichen Krähen, aber mit fortschreitendem Text rückte der Vergleich mit Wawerzinek zunehmend in den Hintergrund. Denn in „Rabenliebe“ geht es um das assoziative Erinnern, das langsame Annähern an die abwesende Mutter; bei Geltinger geht es um die sterbende Mutter, Kotze und einige Provinklischees, die die Jurorin Daniel Strigl als Zutaten zum neuen Genre der norddeutschen Heimatliteratur („Blut-und-Kotze-Literatur“) ausmacht. Ein recht schwermütiger Auftakt, kein herausragender Text, aber Gunther Geltinger ist ein Autor, den ich mir merken werde. Weiterlesen

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Literarische Anspielungen in Haruki Murakamis Roman „Naokos Lächeln”

Für die Kritik des Films „Naokos Lächeln“ und einen Beitrag im Blog von LovelyBooks habe ich Haruki Murakamis Roman gelesen – und eine Weile amüsiert, später zunehmend irritiert die vielen literarischen Anspielungen verfolgt. Dabei zeigt sich meines Erachtens in „Naokos Lächeln“ vor allem, dass die Grenze zwischen Intertextualität und Deutungshoheit allzu leicht verwischt.

(c) btb

In dem Roman erzählt der mittlerweile 37-jährige Toru Watanabe von dem Mädchen Naoko, dem er einst versprochen hat, sich an sie zu erinnern. Als nach der Landung seines Flugzeugs in Hamburg der Beatles-Song „Norwegian Wood“ gespielt wird, überfällt ihn die Erinnerung an Naoko, der er sich auf den folgenden über 400 Seiten des Romans hingibt. Dabei macht schon die erste Liedziele des Beatles-Liedes, „I once had a girl / or should I say / she once had me“, den Kern dieser Liebesgeschichte deutlich. Denn obwohl Watanabe überzeugt ist, dass er Naoko liebt, scheint sie ihm diese Gefühle nur eingeschränkt entgegenzubringen. Ihre Liebe ist komplizierter, sie hat mit ihrer Vergangenheit zu sehr zu kämpfen. Leider fehlt dem Roman und auch der Beziehung zu Naoko das Spielerische des Liedes, in dem es auch heißt: „And when I awoke / I was alone / This bird has flown / So I lit a fire / Isn’t it good? / Norwegian wood“. Diese Leichtigkeit verkörpert vielmehr das Mädchen Midori, das Watanabe während seines Studiums kennenlernt. Auch sie hatte in ihrer Vergangenheit Schwierigkeiten, aber sie hat sich dem Leben zugewandt. Weiterlesen

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