Archiv des Autors: Zeilenkino

„Viva Riva“ – Ein sozialkritischer Gangsterfilm aus dem Kongo

Benzin ist der Motor von Kinshasa. Die rasante Eröffnungssequenz von Djo Tunda Wa Mungas „Viva Riva“ zeigt eindrucksvoll die Benzin-Abhängigkeit der kongolesischen Hauptstadt: Lange Schlangen vor den Tankstellen, durch Benzinmangel entstehen Staus – und Autos werden zu Hindernissen. Das ganze Leben in der Stadt scheint zum Erliegen zu kommen, wenn das Benzin fehlt.

Riva (Patsha Bay Mukuna) (c) Summiteer Films

Daraus folgt zudem, dass mit Benzin das große Geld zu machen ist. Und genau das hat Riva (Patsha Bay) nach seiner Rückkehr aus Angola vor. Zehn Jahre war er dort, nun hat er seinem dortigen Boss eine LKW-Ladung Benzin gestohlen und ist damit nach Kinshasa gekommen. Hier will er die Fässer verkaufen und mit dem Geld das Leben genießen. Mit einem ersten Vorschuss in der Tasche besucht er seinen alten Freund J.M. (Alex Herabo) und gemeinsam stürzen sie sich ins Nachtleben. Hier begegnet er der verführerischen Nora (Manie Malone), die aber mit dem brutalen Gangster Azor (Diplome Amekindra) liiert ist. Doch davon lässt sich der leichtsinnige Riva nicht zurückhalten und umgarnt Nora. Damit zieht er sich Azors Zorn zu – und ahnt nicht, dass mittlerweile sein ehemaliger Boss César (Hoji Fortuna) in Kinshasa angekommen und mit einer Armee-Kommandantin (Marlene Longange) nach ihm und dem Benzin sucht. Weiterlesen

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Vorschau: „Der Geschmack von Rost und Knochen“

Ali (Matthias Schoenaerts) trägt Stéphanie (Marion Cotillard) (c) Wild Bunch Germany

Ali (Matthias Schoenarts) reist mit seinem Sohn Sam in den Süden Frankreichs und hofft auf ein besseres Leben. Bei seiner Schwester Anna (Corinne Masiero) finden sie Zuflucht und Ali findet eine Anstellung bei einer Sicherheitsfirma. Als er als Türsteher bei einer Diskothek arbeitet, begegnet er der Tiertrainerin Stéphanie (Marion Cotillard). Eine flüchtige Bekanntschaft. Einige Zeit später ruft Stéphanie ihn an. Sie hat durch einen Unfall während ihrer Shows beide Beine verloren. Ali und Stéphanie treffen sich

Bereits in Cannes lief Jacques Audiards („Un prophète“) Charakterstudie „Der Geschmack von Rost und Knochen“ mit großem Erfolg – und sein Film ist ein bemerkenswertes Werk mit eindringlichen Szenen und großartigen Schauspielern. Unbedingt ansehen!

Der Film startet am 10. Januar 2013 in den deutschen Kinos.

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Ein kurzer Blick auf „Gangster Squad“

Des Gangsters Freundin Grace Faraday (Emma Stone) mit Sgt. Jerry Wooters (Ryan Gosling) © 2012 Warner Bros./Wilson Webb

Einer der Filme, auf den ich mich 2013 schon sehr freue, ist „Gangster Squad“. Zumindest auf den Papier vereint dieser Film alles, was ich mag: eine düsterer Gangstergeschichte, tolle Schauspieler und Männer mit Hüten. 😉

Regisseur Robert Fleischer erzählt in dem Film die Versuche des Los Angeles Police Department, den skrupellosen Gangsterboss Mickey Cohen (Sean Penn) dingfest zu machen. Er verdient sein Geld mit Drogen, Waffenhandel und Prostitution, hat Politiker und Polizei geschmiert – und würde am liebsten das gesamte Verbrechen der USA kontrollieren. Aber eine geheime Einheit des LAPD (u.a. Ryan Gosling, Josh Brolin) wollen Cohen die Tour vermasseln … Der Film basiert auf einem Drehbuch von Will Beall und Paul Liebermans „Gangster Squad“.

Der Film startet voraussichtlich am 24. Januar 2013 in den Kinos. Hier ein Blick auf den Trailer:

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Vorschau: „Jesus liebt mich“

(c) Warner Bros.

Am 20. Dezember 2012 startet das Regiedebüt von Florian David Fitz („Die Vermessung der Welt“) in den Kinos, in denen er die Liebesgeschichte von Marie (Jessica Schwarz) und Jeshua (Florian David Fitz) erzählt. In ihm glaubt Marie den perfekten Mann gefunden zu haben: er hört gut zu und ist selbstlos. Deshalb nimmt sie auch hin, dass er sich ein wenig seltsam benimmt und schon einmal fremden Menschen die Füße wäscht …
Nach Motiven aus dem gleichnamigen Roman hat Florian David Fitz das Drehbuch verfasst, die Hauptrolle übernommen und Regie geführt. Außer ihm sind unter anderem noch Henry Hübchen, Hannelore Elsner, Peter Prager, Christine Schorn, Nicholas Ofczarek und Michael Gwisdek zu sehen.

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Krimi-Kritik: „Accra“ von Kwei Quartey

(c) Lübbe

„Sodom und Gomorra“ wird der übelste Slum von Accra, der Hauptstadt Ghanas, genannt. Inmitten der giftigen Dämpfe der Mülldeponie, Armut und Gewalt kämpfen die Menschen in Agbogbloshie jeden Tag ums Überleben, darunter nach Schätzungen bis zu 50 000 Kinder, die auf der Straße leben. Viele sind aus dem Norden des Landes gekommen und hofften auf ein besseres Leben. Nun verdingen sie sich als Kofferträger, schleppen Waren, putzen Schuhe oder prostituieren sich. An einem Sonntagmorgen im Juni wird Detective Inspector Darko Dawson nach Agbogbloshie gerufen: Ein Junge hat eine Leiche entdeckt. Bei dem Toten handelt es sich um den 16-jährigen Straßenjungen Musa, der von seinem Mörder verstümmelt und in Korle-Lagune, in der Nähe der Mülldeponie, abgelegt wurde. Weitere Tote folgen – und Inspector Dawson sucht fieberhaft nach einem Serienmörder, der seine Opfer verstümmelt an möglichst dreckigen Orten ablegt.

Serienmord und Gesellschaftsbild
Getreu vieler afrikanischer Kriminalromane vermutet Inspector Dawson anfangs einen Zusammenhang mit Opferritualen. Aber so leicht macht es der Schriftsteller Kwei Quartey seinen Lesern nicht. Weiterlesen

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Über die Verfilmung von „Misterioso“ und die Ausstrahlung im ZDF

Fernsehermittler Paul Hjelm (c) ZDF, Johan Paulin

Am Sonntagabend lief mit „Misterioso“ der erste Teil der Arne-Dahl-Verfilmungen im ZDF. Ich hatte mich auf die Adaptionen gefreut, zumal ich weiterhin überzeugt bin, dass die Romanreihe sehr viel Potential bietet. Allerdings stellte sich innerhalb der ersten halben Stunde schnell Ernüchterung ein. Der Anfang war fahrig, die Handlungsstränge lieblos aneinandergereiht und insbesondere die Hauptfigur Paul Hjelm war blass. Dabei geht es gar nicht um das Äußere der Figur. Hier hat jeder beim Lesen andere Vorstellungen, so ergab beispielsweise die Blitzumfrage auf meinem Sofa, dass sich mein Mann Paul Hjelm als jüngeren Claus Theo Gärtner vorstellte, während er bei mir eher eine sportlichere Version von Axel Milberg ist. Aber diesem Paul Hjelm, der dort am Sonntagabend zu sehen, fehlte jegliche emotionale Tiefe – und das hängt entscheidend mit den Schwächen der Verfilmung zusammen. Weiterlesen

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Media Monday #71

Es ist Montag!

1. Karl Urban gefiel mir am besten in „The Bourne Supremacy“, weil es von den Filmen, in denen er laut IMDB mitgespielt haben soll, der Film ist, der mir am besten gefallen hat.

2. Tobe Hooper hat mit „Poltergeist“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es einer der wenigen Horrorfilme ist, der mir gefallen hat.

3. Mary Stuart Masterson gefiel mir am besten in „Fried Green Tomatoes“. Schauspielerisch mag sie in „Benny und Joon“ besser gewesen sein, aber für mich ist sie einfach Idgie Threadgoode. Weiterlesen

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