Ein kurzer Blick auf „Les Misérables“

Valjean (Hugh Jackman) mit Fantine (Anne Hathaway) (c) Universal Pictures

Ein Film, auf den ich mich im kommenden Jahr freue, ist tatsächlich „Les Misérables“. Ich habe nämlich durchaus eine Schwäche für Filmmusicals und erhoffe mir von Tom Hoopers („The King’s Speech”) Verfilmung ein großes Kostümdrama. Anfangs stand ich der Besetzung – insbesondere von Anne Hathaway und Amanda Seyfried – ja recht skeptisch gegenüber, ein erstes Featurette zu den Dreharbeiten konnte mich nun wenigstens hinsichtlich ersterer ein wenig beruhigen:

Der Film adaptiert das Musical „Les Misérables“, das wiederum auf Victor Hugos Roman „Die Elenden“ basiert. Darin erzählt französische Autor die Geschichte des Jean Valjean (im Film: Hugh Jackman) erzählt, der wegen eines gestohlenen Brotes auf einer Galeere landet und dort insgesamt 19 Jahre verbringt. Innerlich verhärtet begegnet er einem Bischof, der ihn zu einem Neuanfang verhilft – und zur Güte bekehrt. Er gründet eine Glasfabrik und teilt kümmert sich um die Elenden. Hier begegnet ihm auch Fantine (im Film: Anne Hathaway), die ihr Kind an ein Wirtsehepaar (gespielt von Sacha Baron Cohen und Helena Bonham Carter) gegeben hat und nun von diesen ausgenommen wird.

Javert (Russell Crowe) (c) Universal Pictures

Als Fantine erkrankt, verspricht er ihr, sich um ihre Tochter Cosette (im Film: Amanda Seyfried) zu kümmern. Aber dann erkennt der Polizeiinspektor Javert (im Film: Russell Crowe) Valjean – und will ihn zu Fall bringen. Unterdessen hat sich Cosette in den jungen Studenten Marius (im Film: Eddie Redmayne) verliebt. Aber Valjean ist gegen diese Liebe und will mit Cosette nach England fliehen. Daraufhin kämpft Marius mit seinen Freunden in dem Pariser Juniaufstand von 1932 an den Barrikaden …

Der Film startet voraussichtlich am 21. Februar 2013 in den deutschen Kinos.

Und nun gibt es auch einen deutschen Trailer:

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Arne Dahl im ZDF

Am dem 4. November 2012 strahlt das ZDF am Sonntagabend um 22:00 Uhr die Verfilmung der ersten drei Bände von Arne Dahls Reihe um das A-Team in vier Folgen aus. Die Verfilmungen von „Misterioso“, „Böses Blut“ und „Falsche Opfer“ sind in Zusammenarbeit mit den Produktionsfirmen Filmlance und ZDF Enterprises entstanden, die unter anderem auch für die „Kommissar Beck“-Reihe verantwortlich sind. Passend dazu haben Cilla und Rolf Börjlind, die auch die Drehbücher zu „Kommissar Beck“ schreiben, die Romane von Arne Dahl adaptiert. Weiterlesen

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„Rocking Horse Road“ von Carl Nixon

(c) Weidle Verlag

Das Wunderbare an der Frankfurter Buchmesse sind ja nicht nur die vielen Bücher, die dort zu entdecken sind, sondern dass mit dem jeweiligen Gastland plötzlich Bücher den deutschen Buchmarkt erobern, die sonst vermutlich hierzulande nicht erschienen wären. Aber nicht nur das: Sie bekommen auch eine größere mediale Aufmerksamkeit. Bereits im letzten Jahr hatte der Weidle Verlag aus Bonn mit „punkt punkt komma strich“ einen großartigen Roman zum Gastland Island im Programm, ein Buch, aus dem ich fast jeden Satz am liebsten laut gelesen hätte. Und in diesem Jahr ist mit „Rocking Horse Road“ von dem neuseeländischen Autor Carl Nixon abermals ein sehr gutes Buch aus dem Gastland der Buchmesse in diesem Verlag erschienen.

Ein Mord in The Spit
Zunächst zeugt schon die Aufmachung und Ausstattung des Buches von einer großen Liebe zum Detail. Neben dem schlicht-schönen Cover folgen auf den ersten und letzten Seiten des Buches einige Fotos aus der Region, in der das Buch spielt. Hinzu kommen ein sorgfältiger Satz und ein gute Haptik – also vieles, was oftmals bei Büchern fehlt. (Blick in das Buch)

In seinem Buch erzählt Carl Nixon die Geschichte einer Gruppe von Jugendlichen, deren Leben bis ins Erwachsenenalter von einem Mordfall überschattet wird. Am Morgen des 21. Dezember 1980 hat Pete Marshall am Strand der Nehrung The Spit in New Brighton, einer Vorstadt von Christchurch, die Leiche von Lucy Asher gefunden. Sie wurde vergewaltigt, erwürgt und ins Meer geworfen. Dieser Mord lässt Pete und seine Freunde für den Rest ihres Lebens nicht mehr los.

„Es war ein Wendepunkt für uns alle, die auf The Spit lebten. In diesem Moment traten wir in eine Landschaft ein, aus der es, wie die Ereignisse der Zukunft zeigen sollten, keinen Rückweg gab.“

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Media Monday #67

Eine dichte Arbeitswoche beginne ich mit etwas Vergnüglichem – dem Media Monday:

1. Christoph Waltz gefiel mir am besten in „Inglourious Basterds“, dicht gefolgt von dem Fernsehfilm „Tanz mit dem Teufel“.

2. Mathieu Kassovitz hat mit „Hass“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er in diesem Film das Leben in den banlieues in sehr präzisen Bildern inszeniert hat.

3. Nicole Kidman gefiel mir am besten in „Dogville“, weil sie mich in diesem Film mit ihrer emotionalen Darstellung sehr überrascht hat. Weiterlesen

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Die Schwierigkeiten bei einer Literaturverfilmung – Über „Die Wand“

Wie verfilmt man einen inneren Bericht? Mit dieser Frage sieht sich jeder konfrontiert, der Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ auf die Leinwand adaptieren will. Völlig aus der Sicht der namenlosen Hauptfigur erzählt, mit wenigen Ereignissen und vielen Seelenzustanden ist „Die Wand“ ein grandioser Roman – als Film aber schwer vorzustellen. Denn dazu sind gleich zwei literarische Hürden zu überwinden: die Ich-Erzählperspektive und die Inneneinsichten der Erzählerin

Über den Roman „Die Wand“

(c) List

Bereits 1963 entstanden ist „Die Wand“ Marlen Haushofers erfolgreichster Roman. Die namenlose Ich-Erzählerin schreibt einen Bericht über die Ereignisse der letzten Jahre, um in einem einsamen Winter in den Bergen nicht in eine Depression zu verfallen. Vor gut zwei Jahren ist sie mit ihrer Cousine und deren hypochondrischen Ehemann zu deren Jagdhütte in die Berge gefahren. Am Nachmittag brach das Ehepaar zu einem Besuch im nahegelegenen Dorf auf, war aber am nächsten Morgen noch nicht zurückgekehrt. Also machte sich die Frau mit dem Hund Luchs ebenfalls auf den Weg ins Dorf. Sie ging eine menschenleere Straße entlang, als sie plötzlich mit der Stirn an etwas stieß. „Verdutzt streckte ich die Hand aus und berührte etwas Glattes und Kühles: einen glatten, kühlen Widerstand an einer Stelle, an der doch gar nicht sein konnte als Luft. Zögernd versuchte ich es noch einmal, und wieder ruhte meine Hand wie auf der Scheibe eines Fensters.“ Anfangs ist sie irritiert, dann bemerkt sie, dass sie tatsächlich allein auf der Straße ist. Sie geht weiter zu einem kleinen Gehöft, entdeckt dort aber nur einen Mann, der bewegungslos an einem Brunnen verharrt. Sie kann zu ihm nicht vordringen, sondern wird abermals von der unsichtbaren Wand zurückgehalten. Weiterlesen

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Media Monday #66

Trotz Grippe beantworten ich tapfer die Fragen des Media Monday. 😉

1. Dan Aykroyd gefiel mir am besten in „Blues Brothers“.

2. Lucio Fulci hat mit „Jeder Dieb braucht ein Alibi“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich keinen anderen seiner Filme gesehen habe – und mich auch an diesen nur Aufgrund des Titels erinnern konnte.

3. Angelina Jolie gefiel mir am besten in „Girl, Interrupted“, da sie hier noch völlig unbeschwert von irgendwelchen Erwartungen gezeigt hat, dass sie schauspielern kann. Außerdem ist sie mir noch sehr von „Gia – Preis der Schönheit“ in Erinnerung. Weiterlesen

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Der erste Auftritt von Raylan Givens – „Pronto“ von Elmore Leonard

Harry Arno hat ein Problem: Er kann sich einfach nicht zur Ruhe setzen. Seit Jahrzehnten arbeitet er als Buchmacherfür die Mafia, hat die Gangster kommen und gehen sehen und seinen Ausstieg geplant. Mit dem Geld, das er seit eben dieser Zeit von den Gewinnen abschöpft, will er sich in Italien zur Ruhe setzen. In dem Haus, in dem einst Ezra Pound lebte. Aber an seinem 65. Geburtstag hat er entschieden, doch noch ein weiteres Jahr weiterzumachen. Und genau diese Entscheidung erweist sich als verhängnisvoll. Der ehrgeizige FBI-Agent McCormick hat sich in den Kopf gesetzt, Harrys momentanen Boss „Jimmy Cap“ Capotorto ins Gefängnis zu bringen. Dafür braucht er Harry. Um ihn zur Kooperation zu zwingen, wollte er ihm eine Straftat anhängen – und bei Jimmy Cap den Verdacht erregen, Harry betrüge ihm um große Summen. Dann – so McCormicks Plan – würde sich Harry hilfesuchend an die Polizei wenden. Aber er hat die Rechnung ohne Harrys Ausstiegsplan gemacht. Als Harry überzeugt ist, dass Jimmy Cap ihn von dem Killer Zip aus dem Weg räumen will, bereitet er seinen Abgang aus dem Süden Floridas vor. Zum zweiten Mal in seinem Leben übertölpelt er den US-Marshal Raylan Givens und setzt sich nach Italien ab. Allerdings weiß Raylan, dass Harry zwar clever, aber nicht sonderlich vorsichtig ist – und begibt sich auf die Suche nach ihm.

Scharfe Dialoge und knappe Charaktisierungen
„Pronto“ (dt. Titel „Jede Wette“) ist ein sehr unterhaltsamer Elmore-Leonard-Roman, der einmal mehr beweist, wie spannend ein von Dialogen und Charakteren vorangebrachter Roman sein kann. Seine Kunstfertigkeit zeigt sich schon zu Anfang des Romans, an dem er auf knapp eineinhalb Seiten nicht nur Harry Arno, sondern auch seine Beziehung zu der Ex-Stripperin Joyce Patton charakterisiert. Weiterlesen

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