„Searching for Sugar Man“

Während der Berlinale habe ich mir vorgenommen, endlich wieder mehr Dokumentationen zu gucken. Das hat in den letzten Jahren vor lauter Büchern und Fiktionsfilmen zu sehr gelitten, dabei habe ich sie immer gerne gesehen und mich auch während meines Studiums viel mit ihnen beschäftigt.

(c) Rapid Eye Movies

Den Anfang dieses wiedergefassten Vorhabens macht der Dokumentarfilm „Searching for Sugar Man“, der Sonntagnacht einen Oscar gewinnen könnten. In seinem Film erzählt der schwedische Regisseur Malik Bendjelloul eine unglaubliche Geschichte. In den 1970er Jahren hat Rodriguez in Detroit zwei Platten aufgenommen, die von der Kritik wohlwollend besprochen und von Produzenten geschätzt werden. Aber sie verkauften sich einfach nicht – zumindest in den USA. In Südafrika jedoch wurde Rodriguez zu einer Ikone, die in einem Atemzug mit Elvis Presley und den Beatles genannt wird. Sein Song „Sugar Man“ erreichte Platinstatus und seine Texte ermunterten die weiße Anti-Apartheidsbewegung zu weiterem Protest. Doch Südafrika war zu dieser Zeit ein Land außerhalb der internationalen Gemeinschaft. Und so wussten anscheinend noch nicht einmal die Produzenten von Rodriguez von diesem Erfolg. Weiterlesen

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Starttermin und Trailer für „Feuchtgebiete“

Regisseur David F. Wnendt mit seiner Hauptdarstellerin Carla Juri bei den Dreharbeiten zu “Feuchtgebiete” (c) Peter Hartwig / Majestic

Erinnert Ihr Euch noch: Damals, als „Feuchtgebiete“ einen Skandal auslöste? Nun soll die Verfilmung von Charlotte Roches Beststeller am 22. August 2013 in den deutschen Kinos starten. Produzent Peter Rommel („Sommer vorm Balkon“, „Halt auf freier Strecke“) hat David F. Wnendt („Kriegerin“) für Regie und Drehbuch gewonnen, die Hauptrolle wird von Carla Juri gespielt. Außerdem sind Christoph Letkowski als Robin, Marlin Kruse als beste Freundin, Meret Becker und Axel Milberg als Helens Eltern sowie Peri Baumeister und Edgar Selge mit von der Partie. Fotografiert wird der Film von Jakub Bejnarowicz, dessen Bilder mich zuletzt bei „Gnade“ sehr begeistert haben. Das hört sich doch nach einem interessanten Projekt an!

Update: Mittlerweile habe ich den Film gesehen, meine ausführliche Kritik gibt es bei kino-zeit.de!

Update: Hier gibt es schon einmal einen Trailer:

Bilder und Farbgestaltung finde ich schon einmal vielversprechend – und ich bin schon sehr gespannt auf den Film. Aber vorher sollte ich wohl den Roman endlich lesen. 😉

Und noch der nächste Trailer:

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Starttermin und Trailer – „Die Jagd“ von Thomas Vinterberg

(c) Wild Bunch Germany

Nach einer schwierigen Scheidung und dem Verlust seiner Arbeit geht es für Lucas (Mads Mikkelsen) wieder bergauf: Er hat in seiner kleinen dänischen Heimatstadt eine neue Anstellung im Kindergarten gefunden, knüpft zarte Bande zu einer Kollegin und sein Sohn Marcus (Lasse Fogelstrøm) hat beschlossen, dass er lieber bei seinem Vater leben will. Da wird er plötzlich beschuldigt, die Tochter (grandios: Annika Wederkopp) seines besten Freundes (Thomas Bo Larsen), sexuell missbraucht zu haben. Eine Hetzjagd beginnt. Thomas Vinterbergs Drama ist unaufgeregt inszeniert und regt zum Nachdenken an.

Der Film wurde bei seiner Weltpremiere in Cannes 2012 mit dem Preis für den Besten Darsteller und den Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Außerdem gewann er den Europäischen Filmpreis für das beste Drehbuch. „Die Jagd“ kommt am 28. März 2013 in die deutschen Kinos.

Und hier gibt es einen Blick auf den Trailer:

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Über „The Place Beyond The Pines“

(c) Studiocanal

Am 20. Juni 2013 startet in den deutschen Kinos der dritte Film von Regisseur und Drehbuchautor Derek Cianfrance, in dem er nach „Blue Valentine“ abermals mit Ryan Gosling zusammenarbeitet: Der schweigsame Motorradstuntman Luke (Ryan Gosling) zieht mit einem Jahrmarkt von Stadt und Stadt. Eines Tages trifft er Romina (Eve Mendes) wieder, mit der er einst eine Nacht verbracht hat, und erfährt, dass er Vater geworden ist. Also will er Verantwortung für seinen Sohn übernehmen. Mit der Hilfe des Mechanikers Robin (Ben Mendelsohn) beginnt er Banken auszurauben – und gerät in das Visier des ehrgeizigen Cops Avery Cross (Bradley Cooper), der unbedingt Karriere machen will.

Über einen Zeitraum von 15 Jahren soll sich das Kriminaldrama „The Place Beyond The Pines“ entspinnen, das von Sean Bobbit („Shame“) fotografiert wird. Ich freu mich auf den Film, der am 13. Juni 2013 in die deutschen Kinos kommt!

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Bildband: Waits/Corbijn `77-`11

(c) Schirmer/Mosel

In auf 6600 Exemplare limitiert erscheint am 8. Mai 2013 eine tolle Sammlerausgabe bei Schirmer/Mosel. Sie enthält 145 Portraits, die Anton Corbijn („The American“) von Tom Waits in vier Jahrzehnten aufgenommen hat – und 56 Seiten mit Waits‘ eigenen Skizzen, Gedanken und Photos. Außerdem enthält das Buch noch einführende Texte von Filmregisseur Jim Jarmusch und dem Musikkritier Robert Christgau.
Seit 35 Jahren arbeiten Anton Corbijn und Tom Waits zusammen. Erstmals fotografierte der damals noch weitgehend unbekannte Corbijn Waits im Kahr 1977 in Holland – und seither hat er von Miles Davis über Clint Eastwoode bis hin zu Gerhard Richter zahllose Künstler aufgenommen. Einen Einblick in seine Arbeit gibt auch der sehenswerte Dokumentarfilm „Anton Corbijn – Inside Out“.

Waits/Corbijn `77-´11- Photographien von Anton Corbijn. Curiosities von Tom Waiths. Texte von Jim Jarmusch und Robert Christgau. Limiterte Auflage von 6600 Exemplare/Schuber. 272 Seiten. Weitere Informationen sind unter www.waits-corbijn.com zu finden.

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Brigitte Lacombe: Cinema/Theater

(c) Schirmer/Mosel

Seit fast 40 Jahren fotografiert Brigite Lacombe die großen Film-Stars Hollywoods, darunter Robert de Niro, Glenn Close, Michelle Pfeiffer, Roberto Rossellini und Jean-Luc Godard. Dabei sind ihre Aufnahmen – laut Pressetext – in „Momenten scheinbarer Intimität entstanden“, so dass sie die Akteure in anderen Posen zeigen. Bis zum 15. Juni 2013 sind die Fotografien, die während ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit Martin Scorsese entstanden sind in der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin im Rahmen der Ausstellung „On Set With Scorsese“ zu sehen.

Bei Schirmer/Mosel ist der Bildband „Brigitte Lacombe: Cinema/Theater“ erschienen, der über 250 Aufnahmen enthält. Die Texte in dem Band stammen von David Mamet und Adam Gopnik.

Brigitte Lacombe: Cinema/Theater. 292 Seiten. Als Paperback 29,80 Euro.

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DVD-Kritik: „Fire with Fire“

Jeremy (Josh Duhamel) (c) Universum Home

Der großspurige Feuerwehrmann Jeremy (Josh Duhamel) rettet aus einer brennenden Bar schnell noch eine Kiste teuren Scotch und flirtet mit einer vollbusigen Brünetten, bevor er mit seinen Kollegen einen geruhsamen Abend verbringen will. Doch dann wird der Laden, in dem er kurz ein paar Knabbereien kaufen will, überfallen. Der Ladenbesitzer und sein Sohn werden von dem Gangster David Hagan (Vincent D’Onofrio) erschossen, Jeremy kann fliehen. Er ist entschlossen, Hagan ins Gefängnis zu bringen – und dafür braucht die Polizei (u.a. Bruce Willis) seine Aussage. Aber Hagan ist sehr gefährlich, also kommt Jeremy ins Zeugenschutzprogramm – und wird in den acht Monaten, die er auf den Prozessbeginn warten muss, fast zu einem anderen Menschen. Er verliebt sich in US Marshal Talia Durham (Rosario Dawson) und plant mit ihr eine gemeinsame Zukunft. Aber Hagans Männer haben ihn schon aufgespürt, verletzten seine Freundin und zeigen ihm alle ein für allemal, dass sie ihm auf den Fersen sind. Aber Jeremy lässt sich das nicht bieten und startet einen blutigen Rachefeldzug gegen Hagan.

(c) Universum Home

„Fire with Fire“ könnte ein einfacher, aber unterhaltsamer Rachethriller sein, wären da nicht die Logiklücken im Drehbuch und der beständige Versuch von Regisseur David Barrett, aus Jeremy tatsächlich einen Helden zu machen. Ein Held bräuchte allerdings edelmütigere Motive als Jeremy, der in hölzernen Dialogen stets betont, dass er ja nur die Menschen beschütze wolle, die er liebe. Deshalb werden Jeremy beständig neue Gründe für seinen Rachefeldzug gegeben: Erst will er seine Freundin retten, dann seinen Kollegen rächen und schließlich seine Freunde beschützen. Auf die Idee, dass es zu dem Töten Alternativen gäbe, kommen weder er noch wird es im Drehbuch auch nur angerissen. Vielmehr wird mit schwülstiger Musik unterlegt gezeigt, wie er sich das Blut unter der Dusche abwäscht. Weiterlesen

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