Media Monday #122

1. Mein liebstes Monster ist Uncle Deadly aus der Muppet Show.

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2. Wohingegen ich mit den meisten genetisch mutierten Tiermonstern überhaupt nichts anfangen kann, weil mich diese Riesentintenfische und Monsterhaie eher langweilen.

3. Standesgemäß gibt es auch dieses Jahr zu Halloween wieder einmal die hoffentlich guten Filme bei den Nordischen Filmtagen.

4. Der Film, der mich am meisten das Fürchten gelehrt hat, ist irgend so ein schwarzweißer Monsterspinnen-Horrorfilm, den ich in viel zu jungen Jahren mit meinem älteren Bruder und noch älteren Cousin gesehen habe. Seither habe ich einen ausgeprägten Ekel vor Spinnen.

5. Die Halloween-Filme habe ich nie gesehen.

6. Horror ist ja ein dehnbarer Begriff. Am gruseligsten finde ich es, wenn bei Folterszenen die Fingernägel herausgezogen werden. Allein beim Gedanken daran läuft es mir kalt den Rücken herunter.

7. Sich zu verkleiden ist hier im Rheinland ja mindestens einmal im Jahr Pflicht. Meist komme ich ihr bei meinem Besuch des Pink Punk Pantheon mit einem „lustigen“ Hut oder einer Perücke nach.

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Krimi-Kritik: „Schwarzlicht“ von Horst Eckert

Der Düsseldorfer Kommissar Vincent Che Veih wurde gerade zum kommissarischen Leiter der K11 befördert, als er es mit einem brisanten Fall zu tun bekommt: Walter Castorp, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, ist sechs Tage vor der Landtagswahl in einem Swimming Pool ertrunken. Er hatte schon einige Skandale durchlebt, zuletzt wurde ihm vorgeworfen, er hätte im Stile von Watergate die Opposition bespitzelt. Dennoch deutet bei seinem Ableben alles auf einen Unfall hin, aber Vincent will die Ermittlungen gründlich durchführen und entdeckt bald Hinweise auf einen Mord. Also ermittelt er in den höchsten Kreisen von Politik und Prominenz in Düsseldorf – und tritt manchem gehörig auf die Füße.

(c) Wunderlich

(c) Wunderlich

„Schwarzlicht“ ist ein spannender Kriminalroman, in dem Horst Eckert viele aktuelle Themen aufgreift: Das Verhältnis der Bundes- zur Landespolitik beispielsweise, die Versuche der regierenden „Mutti“, unliebsame Konkurrenten aus dem Weg zu befördern, Skandale über illegale Abhörungen, vertuschte Gelder, die zu engen Verbindungen aus Politik und Wirtschaft, die Einmischung der Politik in polizeiliche Ermittlungen und vieles mehr. Von Schwarzgeldkoffern in der Schweiz bis zum Ehrenwort spielt daher fast jeder Skandal der letzten Jahre eine Rolle in dem Kriminalroman – und von Uwe Barschel bis zu Christian Wulff lassen sich auch die jeweiligen Beteiligten wiederfinden. Dabei behält Horst Eckert die Fäden seiner Handlung aber in der Hand und verknüpft sie zu einem spannenden Plot, in dem die Enttarnung der jeweiligen Hintergründe viel Vergnügen bereitet. Weiterlesen

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Lesenotizen zu „Straße der verlorenen Schritte“ von Lyonel Trouillot

In einer Nacht verbreitet sich in Port-au-Prince in Windeseile das Gerücht, dass etwas passieren wird – wieder einmal. Die Anhänger der Opposition wollen mit Gewalt die Macht erringen, und die Miliz des „großen Verblichenen Ewiglebenden Diktators“ könnte abermals ein Blutbad unter der Bevölkerung anrichten. In dieser Situation fährt ein Taxifahrer durch die nächtliche Stadt, erinnert sich eine alte Prostituierte und Bordellbesitzerin an vergangene Nächte und flüchtet sich ein junges Paar in das Haus eines Freundes. Sie werden mitgerissen in einen Strudel aus Erinnerungen und Gedanken, Vermutungen und Träumen.

(c) Liebeskind

(c) Liebeskind

„Das hier ist kein Land, sondern eine Fabrik des epischen Scheiterns“ – gemeint ist Haiti, Handlungsort von Lyonel Trouillots poetisch-düsterem Roman „Straße der verlorenen Schritte“. In eindringlicher Sprache schildert Lyonel Trouillot Schreckensszenarien, die in der beschriebenen Grausamkeit schön zu lesen ist. Eindrucksvoll wird dabei deutlich, wie sich in einer Gesellschaft Hass verbreitet, jedoch ist es nicht immer leicht, diesem Buch zu folgen. Fast zwingt Lyonel Trouillot seine Leser, sich mit der Geschichte Haitis auseinanderzusetzen. Nur dann sind seine oft bitterbösen Verweise zu verstehen und entfaltet sich das Leid dieses Landes vollständig. Auch muss man sich auf den Rhythmus einlassen, die Poesie auf sich wirken lassen und sehr langsam, am besten ein zweites Mal lesen. Dann entfaltet „Straße der verlorenen Schritte“ seine einzigartige Wirkung.

Zum Autor
Lyonel Trouillot wurde 1956 in Port-au-Prince geboren und verließ das Land in den 1980er Jahren, um in die USA ins Exil zu gehen. Heute lebt er wieder in Haiti und lehrt als Professor Kreolische und Französische Literatur. Er zählt zu den wichtigsten Autoren Haitis und wurde für „La belle amour humaine“ für den Prix Goncourt nominiert. Sein Debütroman „Straße der verlorenen Schritte“ erschien im Jahr 1998, seither hat er sechs weitere Romane veröffentlicht.

Lyonel Trouillot: Straße der verlorenen Schritte. Übersetzt von Barbara Heber-Schärer und Claudia Steinitz. Liebeskind 2013.

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Ein kurzer Blick auf „Nebraska“

Sobald ich irgendwo Merlot lese oder angeboten bekomme, denke ich an Alexander Payne, genauer gesagt an Paul Giamatti als Miles Raymond in seinem Film „Sideways“. Aber nicht nur deshalb gehört er zu meinem Lieblingsregisseuren, sondern er dreht in der Regel Filme, die eine auf den ersten Blick einfache Geschichte mit sehr feinem, tragischem Humor erzählen. Außerdem haben sowohl Jack Nicholson als auch Georgen Clooney unter seiner Regie hervorragend gespielt.

Deshalb freue ich mich sehr, dass am 16. Januar 2014 sein neuer Film „Nebraska“ in den deutschen Kinos starten wird. Darin erzählt er von dem grantigen Woody (Bruce Dern), der sich mit seinem Sohn David (Will Forte) auf eine Reise nach Nebraska begibt, die natürlich zu einer Reise in Woodys Vergangenheit wird. Der Film lief bereits in Cannes und hat dort sehr gute Kritiken bekommen, außerdem wurde Bruce Dern als bester Darsteller ausgezeichnet.

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Kritik und Gewinnspiel: „Sebastian Bergman – Spuren des Todes 1“

(c) Rowohlt Polaris

(c) Rowohlt Polaris

Als ich Anfang des Jahres 2012 den Roman „Der Mann, der kein Mörder war“ von dem Autoren-Duo Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt las und besprach, äußerte ich die Vermutung, dass mir die Geschichte als TV-Serie besser gefallen würde als das Buch. Nun wurden die ersten beiden Bände der Reihe um den Psychologen Sebastian Bergman verfilmt und im ZDF ausgestrahlt, außerdem erscheint am 25. Oktober die DVD.

„Der Mann, der kein Mörder war“

Bergman (links) mit seinem Team (c) Edel:Motion

Bergman (links) mit seinem Team (c) Edel:Motion

Der erste Teil von „Sebastian Bergman – Spuren des Todes 1“ erzählt die Geschichte von „Der Mann, der kein Mörder war“. Ein Schüler ist in dem Heimatort des Kriminalpsychologen Sebastian Bergman (Rolf Lassgård) ermordet worden, das Team um Kommissar Torkel Höglund (Tomas Laustiolahandelt) soll den Fall aufklären. Einst haben sie zusammengearbeitet, dann aber den Kontakt verloren – außerdem ist Bergman mittlerweile eher für seine Frauengeschichte und sein unmögliches Verhalten bekannt. Doch er ist in Västerås, um die Hinterlassenschaft seiner Mutter zu ordnen, und bietet deshalb seine Hilfe an. Torkel braucht Unterstützung, also gibt er Sebastian eine weitere Chance – wenngleich sein Team wenig davon hält. Weiterlesen

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Media Monday #121

1. In „The Muppets“ gab es dieses Technik-Gadget mit dem man ‚per Karte reisen konnte‘. Das hätte ich auch gerne, weil ich Fahrten mit dem Auto oder Zug zwar eigentlich sehr gerne mag, mir hin und wieder aber gerne einen zeitlichen Bonus verschaffen würde. (Außerdem habe ich etwas geschummelt, es ist kein Technik-Gadget, sondern einfach eine Karte aus Papier. Aber sonsten wäre mir nur noch ein Laser-Schwert oder das Auto aus „Zurück in die Zukunft“ eingefallen. Und das will ich beides nicht.)

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2. Gerne würde ich einmal die Zeit finden, um all die Bücher auf meinem SuB zu lesen und all die Filme auf meiner Liste zu gucken.

3. Es ist verdammt schade, dass die Serie „Homeland“ so wenig aus der spannenden Ausgangssituation macht.

4. Bei dem Buch „Das Leben ist kein Spiel“ von Boris Becker schreckt mich vor allem, dass viele Menschen es lesen werden. Wobei – noch mehr schreckt mich, dass auch viele Menschen das Buch von Daniela Katzenberger lesen werden.

5. Von Arne Dahls Büchern rund um das A-Team war ich schlichtweg begeistert, wohingegen mich die Verfilmung enttäuscht hat.

6. Die beste Parodie vom „Erlkönig“ hat der unglaubliche Heinz Groening damals bei Nightwash hingelegt. (Leider habe ich kein Video in besserer Qualität gefunden, aber es kommt ja auch auf den Ton an)

7. Mein zuletzt gelesener Blogeintrag war über „The Gardener’s Son“ von Cormac McCarthy im Blog von Indiewire und der war informativ, da ich gerade an meinem Beitrag über McCarthy schreibe.

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Krimi-Kritik: „Die hohe Kunst des Bankraubs“ von Christopher Brookmyre

(c) Galiani Berlin

(c) Galiani Berlin

Am Anfang von „Die hohe Kunst des Bankraubs“ steht eine andere Fertigkeit: die Kunst eines gekauften Blowjobs ohne Extras. Das ist nach Ansicht des Profikillers Harry eine einfache, aber dennoch unterschätzte Transaktion, bei der „der Kunde noch genau das bekam, wofür er bezahlt hat“: „nichts als zuverlässiges, leidenschaftsloses Schwanzlutschen zum vorher vereinbarten Pauschalpreis“. Doch in Mexiko – dort befindet sich Harry gerade – ist ein einfacher Blowjob schwierig zu bekommen. Deshalb will er dort so schnell wie möglich wieder weg. Nach diesem Prolog wechselt der Schauplatz nach Schottland. In Glasgow arbeitet Angelique de Xavia bei der Polizei, sie ist schwarz und Anhängerin der Rangers, deshalb passt sie dort nicht allzu gut hinein. Aber sie ist auch mutig und clever, deshalb wird sie zu einem besonderen Bankraub gerufen, der allein schon die Lektüre von Christoph Brookmyres Kriminalroman lohnt – und über den daher auch nichts verraten werden soll. Weiterlesen

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