Über „Tote ohne Namen“ von Louisa Luna

Es sind zwei Tote ohne Namen, mit denen es die Privatdetektivin und gelegentliche Kopfgeldjägerin Alice Vega in Louise Lunas Kriminalroman zu tun bekommt: zwei mexikanische Mädchen, zwischen 12 und 14 Jahren alt, zu Lebzeiten zur Prostitution gezwungen, nach dem Tod einfach abgeladen. Alter, Todesart und die Seriennummer der eingesetzten Spirale verbindet sie – und letztere verrät noch mehr: Es muss außer ihnen noch vier weitere Mädchen geben. Weil nun eine der Toten einen Zettel mit dem Namen von Alice Vega in der Hand hält, kommt die Polizei auf die Idee, sie zu engagieren – unter der Hand versteht sich, bar bezahlt.

Tatsächlich lässt sich Vega darauf ein und lässt noch einen Kollegen von der Ostküste nach San Diego einfliegen: Max Caplan ist anders als sie. Ein ehemaliger Polizist, geschieden, hat eine Tochter und denkt über einen ruhigen Job als Detektiv für eine Anwältin nach. Die beiden haben eine Vergangenheit – „Tote ohne Namen“ ist der zweite Teil einer Reihe –, aber es gut, dass erst dieser Teil erscheint: dass diese Geschichte hier nur angedeutet wird, dass diese Figuren bereits einen Schritt weiter sind in ihrer Entwicklung und Beziehung, verleiht ihnen etwas angenehm widerspenstig-brüchiges. (Außerdem scheint dieser erste Fall auch mit einer Gefährdung von Caplans Tochter Nellie zu enden, das ist sehr oft ein recht überflüssiges und einfaches Mittel, um die Dramatik zu steigern.)

Vega und Caplan beginnen nun also mit den Nachforschungen und versuchen, die noch lebenden vier Mädchen zu finden und die Hintermänner auszumachen. Von Anfang ist ihnen klar, dass weder der verantwortliche Detective Roland Otero noch die zwei Männer von der DEA mit offenen Karten spielen. Deshalb stecken sie schon bald in einem Schlamassel aus Korruption, Drogenhandel, Erpressung, Menschenhandel und Zwangsprostitution. Aber Vega vertraut auf die Waffe, die sie in ihrem Kofferraum hat – ein gelungener Running Gang, der dann erst auf Seite 188 mit viel Understatement aufgelöst wird – und ihrem Kampfgeist. Sie ist eine gelungene Figur, es ist klar, dass auch sie einige Traumata in der Vergangenheit hat, aber sie wird dadurch nicht zu einer überlebensgroßen Rächerin. Vielmehr vertraut sie auf sie sich selbst und die Hilfe anderer. Zusammen mit Max Caplan – der hier der bodenständigere von beiden ist – ergibt sie ein gutes Ermittlungsduo, von dem ich mehr lesen möchte.

Louisa Luna verbindet in „Tote ohne Namen“ sehr gute hardboiled-Unterhaltung mit gesellschaftspolitischen Untertönen: Kinderhandel von Lateinamerika in die USA ist ein großes Problem, die Kinder werden verschleppt – und die Gleichgültigkeit der US-Behörden ist groß. Die zeigt sich in „Tote ohne Namen“ nicht nur in dem Verhalten vieler Figuren, sondern vor allem in der kurzen Schilderung des Besuchs in einem Lager, in dem Kinder mit unklarem Aufenthaltsstatus „verwahrt“ werden. Die Ausbeutung von Kindern wird regelrecht hingenommen, sogar von Jugendlichen, die aufgrund ihrer eigenen Privilegien aus Langeweile und Überheblichkeit wohl kaum mehr wissen, was richtig ist – und deren Eltern ihnen da offensichtlich auch keine Hilfe sind. Dazu kommt ein Durcheinander an Zuständigkeiten von Behörden, eine Einwanderungspolitik, die ihren Namen nicht verdient – und immer wieder Gleichgültigkeit, bei der man nicht weiß, ob sie aus Abgestumpftheit oder tatsächlicher Verachtung kommt. Aber letztlich es auch egal. Es geht hier um Menschen, um die sich niemand kümmert. Deshalb fiebert man mit Luna und Caplan unweigerlich mit, die zumindest einigen Mädchen helfen wollen.

Louise Luna: Tote ohne Namen. Übersetzt von Andrea O’Brien. Suhrkamp 2021. 444 Seiten. 15,95 Euro.

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Gespräch über Selbstoptimierung

In der Sendung Lesart habe ich mit Joachim Scholl über Bücher gesprochen, die sich kritisch mit Selbstoptimierung beschäftigen. Das komplette Gespräch lässt sich in der Audiothek unter diesem Link nachhören.

Und über folgende Titel haben wir u.a. gesprochen:

Anja Röcke: Theorie der Selbstoptimierung. Suhrkamp 2021. 257 Seiten. 20 Euro.
Svenja Gräfen: Radikale Selbstfürsorge. Jetzt! Eden Book 2021. 208 Seiten. 15 Euro.
Elisabeth Lechner: Riot don’t diet. Aufstand der widerspenstigen Körper. Kremayr & Scheriau 2021. 240 Seiten. 22 Euro.
Beate Hausbichler: Der verkaufte Feminismus. Residenz Verlag 2021. 224 Seiten. 22 Euro
Claudia Hammond: Die Kunst des Ausruhens. Wie man echte Erholung findet. Übersetzt von Silvia Morawetz, Theresia Übelhör. Dumont 2021. 324 Seiten. 22 Euro
Franziska Muri: Glücklich mit mir. Die 7 Geheimnisse der Selbstfürsorge. Heyne 2021. 224 Seiten 9,99 Euro.

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Mai 2021 – Fotos

Derzeit bin ich mal wieder im heimatlichen Niedersachsen und habe ein wenig fotografiert (alles Handybilder).

 

This is where I come from

 
 

Drei auf einer Brücke

 
 

Damals …

 
 

Natur-Abstraktionen mit Löwenzahn

 
 

Circles

 
 

Entenportrait

 
 

Verkehrsschilder in Deutschland

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Harper Lee und True Crime – Casey Caps “Grimme Stunden”

Im Jahr 1978 saß die amerikanische Schriftstellerin Harper Lee im Gerichtssaal von Alexander City, Alabama, um der Verhandlung gegen Robert Burns zu folgen. Er war angeklagt, Reverend Willie Maxwell erschossen zu haben. Über diesen Fall wollte Harper Lee ein Buch schreiben, eine True-Crime-Erzählung, die sich an die Fakten hält – als Gegenbeispiel zu „Kaltblütig“ von ihrem Kindheitsfreund Truman Capote, bei dessen Recherchen sie geholfen hatte. Aber „The Reverend“ wurde nie fertigstellt. In „Grimme Stunden“ erzählt nun Casey Cep von dem Maxwell-Fall und Harper Lees Arbeit an dem Buch.

Es ist offensichtlich, warum sich Lee für diesen Fall interessiert hat: Reverend Maxwell Williams wurde verdächtigt, fünf Menschen aus seinem unmittelbaren Umfeld ermordet zu haben. Aber ihm konnte nie eine Beteiligung nachgewiesen werden. Bei der Beerdigung seines letzten vermutlichen Opfers – seiner Stieftochter – wurde er von Robert Burns erschossen. Burns Verteidigung übernahm der Anwalt Tom Radney, der auch Maxwell mehrfach vertreten hatte: im Mordprozess wegen des Todes seiner ersten Ehefrau und bei zahlreichen Prozessen gegen Lebensversicherungen, die sich weigerten, Policen auszuzahlen.

In den ersten beiden Teilen von „Grimme Stunden“ rekonstruiert Cep den Fall und Prozess, erst im dritten Teil rückt Harper Lee in den Mittelpunkt. Cep nähert sich biografisch an, markiert aber auch die vielen Leerstellen hinsichtlich Lees Leben und vor allem Schreiben. Angeblich habe Lee jeden Tag geschrieben. Dennoch ist kein Buch von ihr erschienen. Cep führt mögliche Gründe an – Alkoholismus, Perfektionismus, Depressionen und Selbstzweifel –, legt sich aber klugerweise nicht fest.

Sehr deutlich wird indes, warum Harper Lee Schwierigkeiten mit „The Reverend“ hatte: Bis heute nicht bewiesen, dass Maxwell tatsächlich ein Mörder war und wie er es getan hat. Außerdem ist es letztlich die Geschichte zweier Schwarzer Männer in Alabama – der eine vermutlich ein Serienmörder, der andere tötet ihn –, die von demselben weißen Anwalt verteidigt werden, der bereits vorher von getöteten Schwarzen finanziell profitiert hat. Einen „Helden“ wie Atticus Finch gibt es hier nicht.

„Grimme Stunden“ versucht die Geschichte zu erzählen, die „The Reverend“ sein sollte. Dank der Offenlegung der Schwierigkeiten und Leerstellen ist es eine interessante Studie über die Arbeit an True-Crime-Geschichten – und ein einnehmendes Porträt von Harper Lee.

Casey Cep: Grimme Stunden. Sechs Morde, ein Prediger und Harper Lees letzter Roman. Übersetzt von Claudia Wenner. Ullstein 2021. 480 Seiten. 24 Euro.

Dies ist die Urfassung des Beitrags bei DLF Kultur. Mein Rezensionsgespräch lässt sich hier nachhören.

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Wahnsinn in Sydney – Stephen Greenalls “Winter Traffic”

Stephen Greenalls „Winter Traffic“ ist purer Wahnsinn. Dieser Thriller ist eine Reise, auf die man sich einlassen muss; eine Reise voller Irrlichter und Unwegbarkeiten, am Ende aber hat sich jede Mühe gelohnt, die man auf sich genommen hat.

Mick Rawson ist ein korrupter Cop in Sydney im Jahr 1994, sein bester Kumpel Jamie Sutton ist Verbrecher und Zimmermann. Nun geraten sie beide in Schwierigkeiten: Sutton hat sich mit einem ziemlich einflussreichen Gangster angelegt, Rawson wiederum soll der aufrechten Polizistin Karen Millar bei den Ermittlungen in einem alten Mordfall helfen, bei dem einst ziemlich viel vertuscht wurde und in den sowohl Sutton als auch er verwickelt sind.

Diese Handlung ist nur der Kern von Stephen Greenalls erzählerischen Meisterwerk „Winter Traffic“, in dem ein kaum zu durchschauendes Netz an Verbindungen und gegenwärtigen sowie vergangenen Vergehen entfaltet wird. Aufgebaut ist das Buch in drei Teile, in denen die Kapitel jeweils rückwärts nummeriert sind. Die Handlung verläuft aber nicht ausschließlich rückwärts, vielmehr gibt Parallelitäten, Vor- und Rückblenden, Einschübe, Perspektiv- und Erzählwechsel.

Greenall experimentiert mit den erzählerischen Möglichkeiten. Es gibt einen Raubüberfall, der nur aus Funksprüchen besteht. In dem zweiten Teil des Buchs gibt es jedes Kapitel zweimal: Einmal enthält es tagebuchartige Aufzeichnungen von Millar, das andere Mal eine äußere Handlung – dazu inhaltliche Überkreuzungen mit dem ersten Teil, nun aber aus Karens Perspektive. Dieser zweite Teil ist zudem ein Spiel mit Identifikationsangeboten, mit Krimi-Konventionen und vermeintlichen Klarheiten, auf das man allzu gerne eingeht. Der dritte Teil dann geht bis zu Kapitel minus fünf – und ihn ihm entfaltet sich das komplette korrupte und wunderschöne Bild von Sydney im Jahre 1994.

Zu dieser nicht immer leicht zu durchschauenden, aber beeindruckenden narrativen Struktur kommt Sprache, die eine eiskalt-hämmernde und dann immer wieder auch rauschhaft und ausschweifend ist. Es gibt Passagen ausschließlich in Großbuchstaben, die den Wahn perfekt ausdrücken. Plot, Sprache, Figuren strömen auf einen ein, dadurch entsteht ein regelrechter Rausch, der die Distanz zwischen Gelesenem und Lesenden immer kleiner werden lässt – und zwar ganz ohne Identifikation.

„Winter Traffic“ verbindet den grausamen Alltag der Korruption mit existentiellen Fragen, mythologische Anspielungen mit alltäglichen Verbrechen. Es ist ein Buch, das man mehrfach lesen muss, kann, sollte. Denn Stephen Greenall zeigt, dass es die oft angeführten Grenzen der Kriminalliteratur gar nicht gibt.

Stephen Greenall: Winter Traffic. Aus dem Englischen von Conny Lösch. Suhrkamp 2021. 492 Seiten. 16,95 Euro.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei DLF Kultur, dort lässt sich auch meine Krimi-Kolumne zu diesem wahnsinnigen Buch nachhören.

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Über „Die Experten“ von Merle Körger

Wer genau erzählt hier eigentlich? Diese Frage ließ mich nicht los bei Merle Krögers „Die Experten“, sie war es, die sich von Seite zu Seite immer drängender stellte. Noch auf der ersten Seite habe ich notiert, die Perspektive erinnere mich an eine Kamera, präziser ausgedrückt eine Überwachungskamera, eine jener runden Dinger, die an Decken oder in Ecken angebracht sind. Dieser Vergleich drängt sich auf, Merle Kröger ist auch Filmemacherin – und doch greift er zu kurz: denn hier wird nicht nur beobachtet, nicht nur hingeschaut.

Raketenboom in Ägypten
„Die Experten“ verbindet bundesrepublikanische Nachkriegs- mit der Familiengeschichte der Hellbergs und besteht aus drei Teilen. Jeder Teil ist benannt nach einem Fotoalbum, innerhalb des jeweiligen Teils beginnt ein neuer Abschnitt mit einem neuen Foto, das aber nicht abgedruckt ist. Es wird beschrieben, was auf dem Bild zu sehen ist, dazu wird die Bildunterschrift und ein Datum angegeben. Und auch hier sind wieder diese Einschränkungen: ein Bild zeigt immer mehr als das, was es abbildet. Auf dem ersten Bild ist nun die 16-jährige Rita Hellberg in ihrem Internat im Dezember 1961 zu sehen; das letzte Bild wird fehlen, es wurde „nachträglich entfernt“ und im November 1970 aufgenommen. Diese Bilder verstärken den Eindruck des genauen Beobachtens, sie transportieren eine äußere Entwicklung, die aber zugleich getragen wird von dem Eindruck und der Erinnerung, die erweckt werden sollen. Gerade auch durch die Beschriftungen, die mit dem Wissensstand der Lesenden oftmals eine weitere Bedeutungsebene haben.

Am Anfang jedoch geht es erst einmal um Rita, die von ihrem vier Jahre älteren Bruder Kai im Internat besucht wird, weil sie dort rausgeworfen wurde. Sie soll nun ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester nach Ägypten nachreisen. Dorthin ist Friedrich Hellberg gegangen – als deutscher Experte, der für die ägyptische Raketenforschung arbeitet. Wie viele andere Deutsche wurde der Flugzeugingenieur von der ägyptischen Regierung unter Nassar angeworben, um eine eigene Flugzeug- und Raketenindustrie aufzubauen.

Für Rita hat er eine Anstellung als Sekretärin in einer anderen Abteilung gefunden, sie steckt mittendrin im Raketenboom. Zunächst ist Ägypten für sie aber eine willkommene Abwechslung vom bundesrepublikanischen Mief der frühen 1960er Jahre: Sie genießt die Villa in Maadi, den mondänen Club mit Pool, Whiskeys auf der Terrasse des Nile Hilton. Sie fühlt sich freier als zuvor, ernst genommener und wird zusehends selbstbewusster. Jedoch muss sie auch erkennen, dass sie im Grunde genommen gar nicht weiß, in was sie geraten ist: Während ihr älterer Bruder Kai, der bei der Großmutter in Hamburg geblieben ist, in klarer Opposition zum Vater, dessen Vergangenheit in der NS-Rüstungsindustrie und seiner gegenwärtigen Arbeit in Ägypten steht, glaubt Rita anfangs die Beteuerungen der „German Experts“, dass es eine friedliche Forschung sei. Aber dann verschwinden Ingenieure, werden Briefbomben in die Labore geschickt und niemand weiß, ob der israelische Mossad oder ägyptische Mukhabarat dahintersteckt. Je länger Rita in Ägypten ist und je älter sie wird, desto klarer erkennt sie, dass sie sich früher oder später für eine Haltung in einer unüberschaubaren Welt entscheiden muss. Weiterlesen

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Kontaktversuche mit DHL

Sich über DHL aufzuregen, ist ja relativ leicht, aber ich habe großes Verständnis für überlastete und unterbezahlte Paketboten, die mir noch dazu sehr regelmäßig und sehr zuverlässig viele Buchpakete zustellen. Vorige Woche aber schien der übliche Paketbote nicht da zu sein, jedenfalls wurden drei Sendungen für mich in einem weit entfernten Paketshop abgegeben, obwohl es im Umkreis fünf andere Stellen gegeben hätte. Also habe ich mich dorthin aufgemacht, das Paket abgeholt und wollte die Sache eigentlich auf sich beruhen lassen. Kann ja mal vorkommen. Als ich von diesem Paketshop aber wieder nach Hause kam, war die nächste Benachrichtigungskarte im Briefkasten: Wieder wurde ein Paket in eben diesem Paketshop abgegeben, angeblich sei niemand zu Hause gewesen. Allerdings waren sowohl mein Mann als auch ich zu dem angegeben Zeitpunkt zu Hause. Es wurde noch nicht einmal geklingelt, geschweige denn der freigegebene Ablageort genutzt. Da habe ich mich geärgert und versucht, Kontakt zu DHL aufzunehmen, um zu fragen, ob ich bestimmte Abgabeorte ausschließen kann.

Zunächst bin ich auf die Webseite gegangen, habe ewig nach einem Kontaktformular gesucht, kurz gedacht, dass sie wirklich nicht wollen, dass jemand mit ihnen Kontakt aufnimmt, es aber dann aber doch gefunden und ausgefüllt. Ich hätte auch die Beta-Version des Chatbots genutzt, wenn sich mein Browser nicht aufgrund der mangelhaften Datenschutzeinstellungen geweigert hätte, diese Seite zu öffnen. Einen Tag später kam eine standardisierte Antwort per Mail mit der Bitte um mehr Informationen. Die sollte ich einfach als Antwort auf diese Mail schicken – und ab jetzt wird es wirklich absurd: als Antwortadresse war eine NoReply-Adresse angegeben, an die man – man sehe und staune – keine Antwort schicken kann. Wieder dachte ich, sie wollen nicht wirklich, dass man Kontakt mit ihnen aufnimmt. Dann habe ich auf Twitter nachgefragt, was ich nun machen soll. Da das am Gründonnerstag war, kam erst am heute und besagte, ich solle die Antwort an eine andere Adresse senden. Also schickte ich dorthin noch einmal alles, weil ich wirklich nicht mehr zu diesem Paketshop gehen will und wirklich viele Pakete bekomme. Daraufhin kam von dieser Adresse eine standardisierte Antwort, mein Anliegen könne nicht zugeordnet werden, ich solle bitte diesen Link klicken und ein Formular ausfüllen. Sie wollen offenbar wirklich nicht, dass man mit ihnen Kontakt aufnimmt! Aber ich kann wirklich hartnäckig sein. Also habe ich auf den Link geklickt, das Formular ausgefüllt und wollte es absenden – und … da kam die Antwort, es könne nicht abgesendet werden, die Ticketnummer sei ungültig. Es ist aber die einzige Ticketnummer, die ich habe. Und ehrlich gesagt, für ein mittlerweile privatisiertes Unternehmen, dessen Chef mal bei McKinsey war, sind das erstaunlich schlecht strukturierte Organisationsabläufe. Aber ich jetzt noch mal auf Twitter nachgefragt, was ich machen soll …

Update: Auf Twitter kam eine Antwort mit einer weiteren Mailadresse. Ich habe dorthin den gesamtem Mailverkehr geschickt, aber netterweise erwähnt, dass ich mittlerweile nicht mehr davon ausgehe, dass Mails gelesen werden und deshalb meine Frage wiederholt. Die wurde mir nun beantwortet: Man kann keine Abgabeorte ausschließen, aber bevorzugte Abgabeorte angeben. Kommunikation mit DHL klappt offenbar nur auf Twitter.

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