Archiv des Autors: Zeilenkino

Krimi-Kritik: „Die Schuld vergangener Tage“ von Peter Temple

(c) Penguin

(c) Penguin

Eine alte Krimi- und eigentlich auch Lebensregel besagt, dass niemand seine Vergangenheit einfach so loswird. Sie prägt einen – und manchmal holt sie einen auch wieder ein. Spätestens „wenn Männer in Polizeiuniformen kamen, um einen am Straßenrand neben dunklen Kartoffelfeldern zu liquidieren, war das ein eindeutiges Zeichen, dass das neue Leben vorbei war“, meint überzeugend MacArthur John Faraday. Eigentlich wollte er einfach nur in Ruhe sein Leben in der alten Schmiede seines Vaters in einem kleinen Ort im Süden von Australien leben. Aber dann wurde sein Nachbar Ned erhängt in der Scheune aufgefunden. Mac glaubte nicht, dass Ned sich selbst getötet hat – und weil er früher einmal als verdeckter Ermittler bei der Drogenfahndung gearbeitet hat, forschte er ein wenig nach. Dadurch entdeckte er, dass Ned einen Zeitungsartikel aufbewahrt hat, in dem von einem Knochenfund zu lesen ist. Ein Mädchen wurde irgendwann 1984 nackt in einen Minenschacht geworfen. Dann erfuhr er von einem weiteren Mädchen, das nackt und mit Spuren von Misshandlungen neben einer einsamen Straße aufgelesen wurde – im Oktober 1985. Und hat damit anscheinend einige Mächtige so aufgeschreckt, dass ihm nachts zwei Polizisten auflauern … Weiterlesen

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Krimi-Kritik: „Gefrorener Schrei“ von Tana French

„The Trespasser“ heißt der Kriminalroman von Tana French im Original und tatsächlich passt dieser Titel ganz hervorragend: Da ist zunächst die aus Frenchs Romanen bereits bekannte Detective Antoinette Conway, die noch verhältnismäßig neu im Morddezernat in Dublin ist und sich ständig wie ein Eindringling fühlt: sie ist die einzige Frau, nicht irisch-weiß und noch dazu hat sie einen Kollegen gleich zu Anfang recht deutlich in die Schranken gewiesen. Seither – davon ist sie überzeugt – hat es mit Ausnahme ihres ebenfalls bereits aus Vorgängerbüchern bekannten Partners Stephen Moran so gut wieder jeder ihrer Kollegen auf sie abgesehen. Deshalb haben Moran und sie schon wieder Nachtschicht und bekommen kurz vor Feierabend von ihrem Chef einen Fall zugewiesen und noch dazu einen erfahrenen Kollegen zur Seite gestellt. Obwohl es doch mal wieder nach einer Beziehungstat aussieht: Aislinn Murray wurde tot in ihrem Haus aufgefunden, alles am Tatort deutet darauf hin, dass sie einen romantischen Abend geplant hatte und etwas schiefgelaufen ist. Hauptverdächtiger ist ihre Verabredung an diesem Abend. Aber nach Aussage von Aislinns Freundin hatte sie eine Affäre – und somit gibt es noch einen zweiten möglichen ‚Eindringling’, der für die Tat verantwortlich sein könnte. Weiterlesen

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Hartl & Behn: La La Land, Hell or High Water und Die Blumen von gestern

In dieser Woche reden wir über den von vielen Seiten gelobten und mit sieben Golden Globes ausgezeichneten “La La Land”, den Beatrice und ich weitaus kritischer sehen als viele andere, den tollen “Hell or High Water” und den spannenden “Die Blumen von gestern”.

https://www.youtube.com/watch?v=3z9QxCqjPH4

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Jahresrückblick 2016

Im Dezember habe ich an allerhand Jahresrückblicken mitgewirkt: der KrimiZeit-Jahresbestenliste, den Abstimmungen bei kino-zeit.de und natürlich auch im CrimeMag, in dem sich eine illustre Runde u.a. mit Max Annas, Gary Disher, Zoë Beck, Frank Göhre, Dominik Graf und und und zusammengefunden hat. Die gesamte Ausgabe ist hier zu finden, mein Beitrag hier und die CrimeMag-Top-Ten hier.

In diesem Sinn wünsche ich euch allen einen guten Rutsch!

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Hartl & Behn: Assassin’s Creed, Die Überglücklichen und Love & Friendship

Ein letztes Mal in diesem Jahr haben Beatrice Behn und ich über Filme geredet – oder besser gesagt: ich habe mich von meiner Begeisterung für einen mit großen Gesten und Bildern gescheitertem Film, für Jane Austen und exaltierte Frauen mitreißen lassen. Aber seht selbst:

https://www.youtube.com/watch?v=j3tsOSDSXj4

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Krimi-Kritik: „Miss Terry“ von Liza Cody

Dieses Buch hat mich unfassbar glücklich gemacht. Nicht, weil es eine Geschichte erzählt, die auf irgendeine Art und Weise glücklich machen würde, sondern weil es nach langer Zeit mal wieder ein Buch war, das ich tatsächlich nicht aus der Hand legen wollte. Und weil es ein Buch ist, in dem Frauen furchtbar naiv und schrecklich klug, unvorstellbar leichtgläubig und gnadenlos abgebrüht sind. Und weil es ein Buch ist, dass einen warmherzigen Kern hat.

(c) Argument

(c) Argument

Miss Terry heißt eigentlich Nita Tehri, aber ihr Nachname wird immer wieder falsch ausgesprochen. Nita korrigiert die Aussprache dann sanft, denn sie ist eine sehr freundliche und geduldige Grundschullehrerin, die gerade erst eine Wohnung in einem kleinen Haus in der Stadt gekauft hat. Langsam kommt sie mit den Nachbarn in Kontakt und lebt ihren sorgsam geregelten Tagesablauf. Doch dann wird in der Guscott Road gegenüber ihrer Wohnung ein Müllcontainer aufgestellt, in dem die Leiche eines Babys gefunden wird. Das Baby soll dunkle Haut haben – und weil Nita die einzige nicht-blütenweiße Frau in dieser Gegend ist und zudem vor kurzem Gewicht verloren hat, vermutet jeder, dass sie die Mutter und Mörderin ist. Es beginnt eine Hetzkampagne gegen Nita, als haben die Rassisten nur auf eine Gelegenheit gewartet, ihre hässliche Fratze zu zeigen. Weiterlesen

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Hartl & Behn am 15. Dezember 2016

Weiterhin besprechen meine Kollegin Beatrice Behn und ich unermüdlich Filme – in dieser Woche reden wir über “Rogue One – A Star Wars Story”, “Das unbekannte Mädchen” und “Shut in”.

https://www.youtube.com/watch?v=z1hulnxWgos

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