Kategoriearchiv: Kriminalliteratur

Einige Anmerkungen zu Gillian Flynn – „Cry Baby“ und „Finstere Orte“

In Vorbereitung auf „Gone Girl“, das im August bei Fischer in deutscher Übersetzung erscheinen wird, habe ich letzte Woche „Cry Baby“ und „Finstere Orte“ von Gillian Flynn gelesen. Beide Bücher haben eine äußerst kaputte Hauptfigur: In „Cry Baby“ lebt Camille Preaker als Journalistin in Chicago, hat den Tod ihrer jüngeren Schwester nicht verwunden und ritzt […]

Krimi-Kritik: „Danach“ von Koethi Zan

„In den ersten zweiunddreißig Monaten und elf Tagen unserer Gefangenschaft waren wir dort unten zu viert. Und dann, ganz plötzlich und ohne Vorwarnung, waren wir nur noch drei.“ Sarah Farber hat Unfassbares überlebt: Über drei Jahre war sie mit drei anderen Mädchen in einem Verlies eingesperrt, sie wurde gefangen gehalten und gefoltert. Sie verlor ihre […]

Krimi-Kritik: „Das Ende der Welt“ von Sara Gran

Im letzten Jahr gehörte Sara Grans „Die Stadt der Toten“, der ersten Teil mit Claire de Witt, der besten Ermittlerin der Welt, zu meinem ganz klaren Krimi-Highlights: Claire ist eine angenehm andere Detektivin, die ihre Fälle mit Spürsinn, I-Ging-Kugeln und den esoterisch angehauchten Wahrheiten des Buches „Detéction“ von Jacques Stilette löst. Ihr zweiter Fall ist […]

Krimi-Kritik: „Opfer“ von Cathi Unsworth

Privatermittler Sean Ward reist im Auftrag einer Anwältin an die Küste im Nordosten Englands, um einen 20 Jahre zurückliegenden Fall wieder aufzurollen. Damals wurde die junge Corrine Woodrow verurteilt, einen Ritualmord begangen zu haben. Seither sitzt sie in der Psychiatrie – und selbst ihr Therapeut ist von der Aussicht, dass sie wieder an die Tat […]

„Engelsgrab“ von Danielle Ramsay

Das Krimi-Debüt der schottischen Autorin Danielle Ramsey beginnt mit dem Mord, der aus der Perspektive des Opfers geschildert wird. Das ist ein spannender und konventioneller Auftakt für einen Krimi, der sich auch im weiteren Verlauf weitgehend an die Regeln des Genres hält: Die 15-jährige Sophie wurde ermordet und ihr Gesicht wurde entsetzlich verstümmelt. Nachdem er […]

„Beraubt“ von Chris Womersly

Vor Jahren musste Quinn Walker die heimatliche Kleinstadt Flint verlassen, als er für den Mörder seiner jüngeren Schwester gehalten wurde. Die Bewohner, sein Onkel und sogar sein Vater sind seit damals von seiner Schuld überzeugt, weil er blutbesudelt mit dem Messer über ihrer Leiche gefunden wurde. Nun ist er aus dem Großen Krieg zurückgekehrt; zerlumpt, […]

„Paperboy“ von Pete Dexter

„Mein Bruder Ward war einmal berühmt.“ Mit diesem Satz beginnt Pete Dexters „Paperboy“ und er gibt sogleich den Tenor vor: Hier wird von einem erzählt, dessen Ruhm nicht dauerhaft war. Von Anfang an steuert Pete Dexters „Paperboy“ daher auf einen Abgrund zu, dessen Ausmaß sich lange lediglich erahnen lässt, aber stets im Hintergrund zu spüren […]