Archiv des Autors: Zeilenkino

„The West Wing“ – Staffel 1

Vor lauter Begeisterung über „The West Wing“ weiß ich fast gar nicht, wo ich anfangen soll. Diese Dialoge! Diese Charaktere! Erwähnte ich schon die Dialoge? Sicherlich gibt es in der ersten Staffel noch viel mehr zu entdecken, als ich beim ersten Sehen wahrgenommen habe. Aber von der ersten Folge an bin ich dieser Serie verfallen – und weiß bereits jetzt, dass ich sie auf jeden Fall noch einmal, zweimal, dreimal sehen werde.

(c) WHV

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Großartige Charaktere
Vereinfacht gesagt erzählt „The West Wing“ von der Arbeit im Westflügel des Weißen Hauses, dem Teil des Gebäudes, in dem die offiziellen Büros des amerikanischen Präsidenten untergebracht sind. Neben dem Oval Office, dem Cabinet Room, dem Situation Room und dem Roosevelt Room befinden sich dort ebenfalls die Büros der Executive Offices und deren Angestellten. Dazu gehörten in der ersten Staffel von „The West Wing“ Leo McGarry (John Spencer), White House Chief of Staff, ein herrlich knurriger Politstratege der zweiten Reihe, der so ist, wie ich mir Peter Struck immer vorgestellt habe; Josh Lyman (Bradley Whitford), White House Deputy Chief of Staff, scharfzüngig, schlagfertig und romantischer als er zugeben mag; Toby Ziegler (Richard Schiff), White Communications Director, idealistisch, melancholisch, aufbrausend und mein bisheriger Lieblingscharakter; Sam Seaborn (Rob Lowe), Deputy White House Communications Director mit Frauenproblemen und Engagement, C.J. Cregg (Allison Janney), White House Press Secretary, die die Journalistenschar vor allem im Witz im Zaum hält und ein bißchen so ist wie ich gerne wäre; Mandy Hampton (Moira Kelly) als Media Consultant und natürlich Josiah Bartlet (Martin Sheen), Präsident der Vereinigten Staaten, sowie sein Personal Aide Charlie (Dulé Hill). Sie sind die Hauptcharaktere der ersten Staffel, allesamt differenziert und lebendig gezeichnet – einzig Mandy bleibt etwas blass und ist demzufolge im Verlauf der ersten Staffel immer weniger zu sehen. Weiterlesen

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„Breaking Bad“ – Staffel 1

(c) SPHE

(c) SPHE

Zwei große Serienlücken will ich dieses Jahr noch schließen: „Breaking Bad“ und „The West Wing“. Deshalb gucke ich gerade mehr oder weniger zusammen mit Lena „Breaking Bad“ und mit dem Mann „The West Wing“. Dabei ist es schon erstaunlich, wie unterschiedlich mich diese Serien begeistern: Während ich von „The West Wing“ kaum genug bekomme und abgesehen von den pathetischen Reden des Präsidenten (Martin Sheen) nichts zu bemängeln habe, hält sich meine Begeisterung für „Breaking Bad“ derzeit noch in Grenzen.

Über die Handlung muss ich wohl nur wenige Worte verlieren: Der Highschool-Chemielehrer Walt (Bryan Cranston) erfährt, dass er Lungenkrebs hat und entschließt sich daher, zusammen mit seinem ehemaligen Schüler Jesse Pinkman (Aaron Paul) Chrystal Meth zu kochen und zu vertreiben. Das geht natürlich nicht ohne Konflikte vonstatten, also bekommen sie es im Verlauf der ersten Staffel mit verschiedenen Dealern zu tun, müssen töten, Rückschläge hinnehmen und erst einmal die Idee verfestigen, dass sie auf diese Weise Geld verdienen wollen. Weiterlesen

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Media Monday #116

1. In nur wenigen Wochen startet endlich „Gravity“ in den Kinos! Da freue ich mich ganz besonders drauf, weil ich mir nach den euphorischen Reaktionen nach der Premiere in Venedig einen guten Film verspreche.

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2. Von „CSI NY“ bin ich – obwohl es objektiv betrachtet gar nicht gut war – lange Zeit nicht losgekommen, weil ich lange gehofft habe, die Serienmacher kehren wieder zu der Düsterheit der ersten Staffel zurück.

3. Die liebste Serie meiner Kindheit, die ich gerne noch einmal schauen würde, ist „Die Muppet Show“, weil für mich Kermit in meiner Erinnerung sehr eng mit meiner Kindheit verbunden ist.

4. Ich hatte mir fest vorgenommen, das Buch „Ulysses“ zu lesen, doch leider bin ich nach den ersten paar hundert Seiten im Urlaub nicht weitergekommen.

5. Von dem Film „Leviathan“ hatte ich lange Zeit überhaupt nichts gehört, bis ich auf ________ eine Kritik dazu las und ________ .einige Kollegen sehr begeistert darüber sprachen. Kritiken lese ich in der Regel erst nach einem Film.

6. Das letzte Mal, als mir ein/e Freund/in euphorisch einen Film empfohlen hat, ist schon viel zu lange her.

7. Mein zuletzt gesehener Film war „The Way We Were“ und der war nicht so rührend wie ich erhofft hatte, weil ich mich ständig über die Charakterisierung von Katie und die Selbstverständlichkeit, mit der sie der Liebe alles geopfert hat, ärgern musste. Dabei war ich ausnahmsweise in perfekter Stimmung für eine Schnulze und redlich bemüht, die Romantik darin zu erkennen.

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Klassiker des dänischen Films – „Afgrunden“ mit Asta Nielsen

Der dänische Stummfilm „Afgrunden“ (dt. Titel „Abgründe“) erzählt die tragische Geschichte der Klavierlehrerin Magda Vang (Asta Nielsen), die dem falschen Mann verfällt. Als sie von ihrem Verlobten Knud Svane (Robert Dinesen) in den Sommerferien in das Pfarrhaus seiner Eltern eingeladen wird, gastiert in der Nähe zufällig ein Zirkus und Magda verliebt sich Hals über Kopf in den Artisten Rudolf Stern (Poul Reumert). In der Nacht steigt dieser in ihr Schlafzimmer ein und zusammen verlassen sie Knud und das bürgerliche Leben. Sie landen in einer Künstlerpension in Kopenhagen, aber Roberts Affären belasten Magda, verhindern eine Flucht mit Knud, der sie ausfindig gemacht hat, und führen letztlich in eine Katastrophe.

Dieser geradlinig erzählte Stummfilm über die sexuelle Obsession einer Frau aus dem Jahr 1910 war Asta Nielsens Filmdebüt, der Beginn einer goldenen Ära im dänischen Film – und ein Skandal. Weiterlesen

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Oscar 2014 – Die Kandidaten für den besten fremdsprachigen Film

©A.M.P.A.S.

©A.M.P.A.S.

Update: Die Shortlist mit neun Filmen steht nun fest.

Bis zum 1. Oktober müssen die Länder ihre Kandidaten für die Kategorie des besten nicht-englischsprachigen Films einreichen, deshalb beginne ich heute mit der Liste aller Einreichungen – sofern sie bekannt sind.

Momentaner Favorit ist meines Erachtens Chiles „Gloria“, der mir bereits auf der Berlinale sehr gut gefallen hat, außerdem auch einen Starttermin in den USA hatte. Ebenfalls gut im Rennen dürfte Rumänen mit „Child’s Pose“ sein, der auf der Berlinale den Goldenen Bären bekommen hat. Ohnehin sind Berlinale-Filme stark vertreten: Hongkongs „The Grandmaster“ lief als Eröffnungsfilm, Bosnien-Herzegowinas „An Episode in the Life of an Iron Picker“ gewann den Darstellerpreis – und sehr gefreut habe ich mich über Belgiens Einreichung „The Broken Circle Breakdown“ und Italiens Nominierung von „La grande bellezza“. Beide Filme gehören mit zu den Höhepunkten meines bisherigen Filmjahres.

Zum ersten Mal schickt neben Montenegro auch Saudi-Arabien mit „Das Mädchen Wadjda“ einen Film ins Rennen um den Oscar. Hierzulande läuft „Das Mädchen Wadjda“ recht erfolgreich, auch wurde den Produktionsbedingungen und der Arbeit der Regisseurin im Feuilleton sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet. Daher bin ich gespannt, wie der Film in den USA ankommt.

Deutschland schickt in diesem Jahr „Zwei Leben“ ins Rennen, aus Österreich kommt die Literaturverfilmung „Die Wand“. Und nachdem sie ihn im letzten Jahr nicht nominieren durften, schickt Dänemark „Jagdten“ in diesem Jahr ins Rennen.

Die Einreichungen sind: Weiterlesen

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Ein kurzer Blick auf „Monuments Men“

Über die Dreharbeiten zu „Monuments Men“ war hierzulande ja sehr viel zu lesen, nun gibt es von George Clooneys neuem Projekt auch die ersten Bilder sowie einen ersten Trailer. Den Regisseur Clooney schätze ich fast mehr als den Schauspieler, da er bisher recht elegante, am New Hollywood geschulte Filme gedreht hat – und ich es zudem mag, wenn Filme eine politische Aussage haben.

(c) 20th Century Fox

(c) 20th Century Fox

„The Monuments Men“ basiert auf dem Sachbuch von Robert M Edsel und Bret Witter und erzählt die Geschichte einer Spezialeinheit, die elf Monate vor Kriegsende europäische Kunstwerke vor den Nazis retten wollte. Das Drehbuch hat Clooney wieder mit seinem Produktionspartner Grant Heslov geschrieben und insgesamt soll der Film wohl weniger ernst als seine letzten Arbeiten werden. Das stimmt mich etwas skeptisch, da ich „Leatherheads“ weitaus schwächer als beispielsweise „Good Night, and Good Luck“ fand.

Der Film startet am 23. Januar 2014 in den deutschen Kinos. Einen Trailer gibt es unter diesem Link zu sehen, dort ist auch mehr über die Monuments Men zu erfahren.

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„Abtauchen“ von Junot Díaz

Yunior lebt mit seinem älteren Bruder Rafa und seiner Mutter in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik. Seine Mutter arbeitet in einer Schokoladenfabrik, das Geld ist ständig knapp und gelegentlich schickt sie ihre Söhne deshalb zu ihren tiós oder tiás, die eine Weile für sie sorgen. Der Vater ist vor einiger Zeit in die USA gegangen, aber er schickt nur unregelmäßig Geld und kaum einer weiß, ob er die Familie wirklich nachholen wird. Yunior kann sich kaum an ihn erinnern, kennt ihn im Grunde genommen nur von einem Foto. Als ein Besuch wieder einmal abgesagt wird, heult und schreit er dennoch tagelang – als würde er ahnen, dass ihm etwas fehlt. Später wird die Familie tatsächlich vom Vater in die USA geholt – und es ist Yunior, der mit seinem Vater und dessen Regeln die größten Schwierigkeiten hat.

Zehn Geschichten über hispanische Einwanderer erzählt Junot Díaz in seinem Erzählungsband „Abtauchen“, der bei Erscheinen 1996 bereits für Aufmerksamkeit sorgte. 9781573226066H Dazu trägt nicht zuletzt bei, dass es einige Parallelen zwischen seinen Protagonisten und dem Leben des Autors gibt. Sie stammen aus der Dominikanischen Republik und sind – wie Junot Díaz – in die USA eingewandert. Insbesondere bei Yunior, der Erzähler der meisten Geschichten dieses Bandes, gehen die Parallelen noch weiter: Weiterlesen

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