Media Monday #108

Fast wäre der heute Media Monday der Hitze zum Opfer gefallen. Da gehe ich nämlich eigentlich lieber ins kühle Kino als vor dem Computer zu sitzen …

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1. Warum eigentlich Sommer-Blockbuster? Macht das Sinn, zur wärmsten Zeit des Jahres krawallige Kracher rauszuhauen? Blockbuster ergeben im Winter ebenso viel Sinn wie im Sommer – vielleicht sogar noch mehr, da sie meist in Multiplex-Kinos laufen, deren größter Vorteil die Klimatisierung ist.

2. Statt mit Filmen könnte man sich ja schließlich viel eher mal mit Büchern beschäftigen.

3. Dem Hobby ganz abtrünnig werden geht aber auch nicht. Eure beste Sommer-Sonne-Gute-Laune-Filmempfehlung? Ganz aktuell empfehle ich jedem, der es (nicht) hören will, „The East“. Allerdings ist das keine sommerlich-leichte Komödie, sondern einfach ein guter Film. Weiterlesen

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Drehstart zu der Manchette-Verfilmung „The Gunman“

Sean Penn in „The Gunman“ (c) Studiocanal

Sean Penn in „The Gunman“ (c) Studiocanal

Als ich voreiniger Zeit las, dass Sean Penn mit Javier Bardem und Idris Elba in einem Film zu sehen ist, freute ich mich schon. Nun wurde der Drehstart zu „The Gunman“ gemeldet – und dabei ist mir zudem bewusst geworden, dass der Film auf Jean-Patrick Manchettes Roman „La position du tireur couchè“ (dt.: „Position: Anschlag liegend“) basiert. Jean-Patrick Manchette war ein französischer Krimiautor und -kritiker, dessen Romane unter anderem James Sallis sehr beeinflusst haben. Der Distel-Verlag hat Manchettes Werke in einer sehr lesenswerten Neuübersetzung Anfang der 2000er Jahre herausgegeben, die ich derzeit nach und nach lese. Dieses Band kenne ich noch nicht, aber nach Angabe des Filmverleihs schlüpft Sean Penn in die Rolle des Agenten Tierre, der von seinem Auftraggeber hereingelegt wird und flüchten muss. Neben den bereits genannten Schauspieler sind außerdem noch Ray Winstone, Marc Rylance und Jasmine Trinca zu sehen, Regie führt Pierre Morel („Banlieue 13“; „Taken“) und das Drehbuch stammt von Peter Travis.

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„Paulette“ – Eine Komödie aus Frankreich

Paulette (Bernadette Lafont) auf der Flucht vor der Drogenfahndung © Neue Visionen Filmverleih

Paulette (Bernadette Lafont) auf der Flucht vor der Drogenfahndung © Neue Visionen Filmverleih

Jedes Jahr kommt sie wieder, die ‚neue Erfolgskomödie aus Frankreich“. Meist verbirgt sich hinter diesem Etikett eine unterhaltsame, sehr gefällige Komödie wie „Willkommen bei den Sch’tis“ oder „Ziemlich beste Freunde“. In diesem Jahr wird „Paulette“ so beworben – und die Komödie von Jérôme Enrico fügt sich nahtlos in diese Reihe: Seit sie ihren Konditorladen schließen musste und ihr Mann starb, lebt die verbiesterte Paulette (Bernadette Lafont) allein in ihrer Wohnung in einer Hochhaussiedlung. Ihr Essen sucht sie sich schon einmal im Abfall zusammen, verzweifelt bemüht, den äußeren Anschein zu wahren. Zu ihrem Umfeld ist sie alles andere als nett, sie sich rassistisch und unfreundlich. Noch nicht einmal ihren eigenen Enkel Leo (Ismaël Dramé) mag sie – schließlich kann sie bis heute nicht verstehen, warum ihre Tochter (Axelle Laffont) ausgerechnet den afrikanischstämmigen Osman (Jean-Baptiste Anoumon) heiraten musste. Doch dann drohen Paulette ihre Schulden einzuholen, sogar ihr geliebter Fernseher wird gepfändet. Als ihr ein Päckchen Marihuana in die Hände fällt, kommt sie auf die geniale Idee, dass sie Drogen verkaufen könnte. Und tatsächlich hat sie Erfolg damit. Weiterlesen

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Media Monday #107

Zwischen all den Büchern, die gelesen werden müssen, und den Filmen der Französischen Filmtage wäre mir doch beinahe der Media Monday durchgerutscht. Aber nur beinahe …

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1. Der neue Film von Guillermo del Toro interessiert mich einzig wegen Idris Elba.

2. Buster Keaton in „Sunset Boulevard“ war einer der besten Cameo-Auftritte.

3. Schauspieler Colin Firth würde ich gern mal in einem waschechten Action-Film sehen. Weiterlesen

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Starttermin und Trailer – „Drecksau“

(c) Ascot Elite Filmverleih

Am 17. Oktober 2013 startet „Drecksau“ in den deutschen Kinos. Basierend auf Irvine Welshs Bestseller „Filth“ erzählt Regisseur und Drehbuchautor Jon S. Baird („Cass”)in dem Film von dem schottischen Cop Bruce Robertson (James McAvoy), der nicht gerade der beste Ermittler der Welt ist. Seine Zeit verbringt er lieber mit intriganten Psychospielen, Drogen und Sex. Doch sein korruptes Leben droht zunehmend außer Kontrolle geraten …

Neben James McAvoy sind außerdem Jamie Bell, Shauna MacDonald, Jim Broadbent, Eddie Marsan, John Sessens und Imogen Poots zu sehen – und Irvine Welsh selbst hat eine Gastrolle.

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Ein paar Notizen zu „Gun Machine“, „Prickel“ und „Die Bestien von Belfast“

Derzeit lese ich viel. Sehr viel. Aber hauptsächlich Bücher, die mit einer Sperrfrist versehen sind und in Beiträgen in den nächsten Monaten vorkommen werden – hoffentlich (also sofern ich jemanden finde, der die Artikel haben will). Damit sich aber nicht zahllose ungeschriebene Blog-Beiträge ansammeln, möchte ich hier zumindest einige Anmerkungen zu Büchern festhalten, die ich außerdem noch so lese.

Warren Ellis: Gun Machine

(c) Heyne

Durch das Buch bin ich zuerst bei Peter Huber von Crimenoir aufmerksam geworden, der jeden Monat die besten Krimi-Cover vorstellt. Dann landete es noch in der KrimiZeit-Bestenliste Juli auf dem zweiten Platz, also wurde ich neugieriger und habe es dann auch recht schnell durchgelesen. „Gun Machine“ ist ein spannender Thriller über einen Serienkiller, der in den letzten Jahrzehnten in New York unbemerkt Menschen umgebracht hat. Bei einem Routineeingriff stolpert Detective John Tallow über die Wohnung, in der der Killer seine Waffen aufbewahrt – und bekommt von seiner Chefin die Ermittlungen in dem Fall aufgehalst. Tallow weiß, dass dieser Fall seine Karriere endgültig ruinieren könnte. Aber er hat gerade erst seinen Partner verloren und hängt sich lieber in den Fall als sich mit seiner Trauer auseinanderzusetzen. Weiterlesen

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„The Paperboy“ oder: Wie aus einem famosen Roman ein schwüles B-Movie wurde

Was hat sich Lee Daniels nur dabei gedacht? Diese Frage habe ich mir im Verlauf dieses Films mehr als einmal gestellt – und eine eindeutige Antwort habe ich bis heute nicht gefunden. Lee Daniels‘ Adaption von Pete Dexters „Paperboy“ ist ein schwüler, hitziger Southern-Gothic-Film geworden, in dem vor allem die unterdrückten sexuellen Leidenschaften der Figuren dargelegt werden. Von dem Geflecht aus Journalismus, Wahrheit und Rassismus aus Pete Dexters Roman ist dabei aber nur wenig übriggeblieben.

Ward Jensen und Yadley Archman (c) Planet Media Home Entertainment

Roman wie Film spielen im Jahre 1969 in der Kleinstadt Lately im Moat County, Florida. Vor vier Jahren wurde Sheriff Thurmond Call ermordet und Hillary van Wetter (John Cusack) als Täter zum Tode verurteilt. Nun tauchen die Journalisten Yardley Acheman (David Oyelowo) und Ward Jansen (Matthew McConaughey) auf, um einigen Ungereimtheiten des Falls nachzugehen. Ward kommt aus Lately, sein Vater W.W. (Scott Glenn) und sein jüngerer Bruder Jack (Zac Efron) wohnen dort noch. Also kann er sich zumindest auf Jacks Hilfe verlassen. Zu den Journalisten stößt außerdem noch Charlotte Bless (Nicole Kidman), eine verblassende Südstaaten-Schönheit mit einer Vorliebe für Häftlinge, die mit Hillary verlobt ist und an seine Unschuld glaubt. Im Vergleich zum Roman gibt es nun im Film eine Reihe Umdeutungen, die sich letztlich auf die gesamte Rezeption auswirkt. Weiterlesen

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