Schlagwort-Archive: Interview

Ein Interview mit James Sallis

Zum Erscheinen seines Buches „Driver 2“ habe ich mit James Sallis für das Magazin BÜCHER ein Interview via E-Mail geführt, aber ich konnte leider nicht alles in dem Beitrag verwenden. Deshalb teile ich die nicht verwendeten Abschnitte des Gesprächs nun hier mit– und habe ich mich nach langem Überlegen entschieden, meine Übersetzung zu veröffentlichen. Falls Ihr aber großes Interesse an dem englischen Original habt, hinterlasst einen Kommentar, dann setze ich es bei Interesse noch an den Beitrag.

James Sallis (c) Karyn Sallis

Sie schreiben Romane, Gedichte und Essays – Wie wählen Sie die jeweils passende Form aus?
Ich werde sehr ruhig und höre zu. Das Material – die Bilder, der Rhythmus, die Sprache – werden mir sagen, was sie sein wollen.

Welche Vorteile hat Kriminalliteratur?
Erzählerisch greift der Autor auf eine Vorlage (Verfehlung, Vergeltung) zurück, die mit unserer DNS verkettet zu sein scheint, diese Archetypen und Metafiktionen, die hinter all unseren Mythen liegen. Auf einer tieferen Ebene ist der Detektiv tapfer bemüht, Kausalität herzustellen und Vernunft in Bereichen zu entdecken, in welchen sie abwesend erscheinen. Eine Ordnung soll wieder hergestellt werden.

Warum sind Ihre Protagonisten meist gebrochene Charaktere?
Weil wir alle gebrochene Charaktere sind. Weil ich mich als Schriftsteller am meisten für die Kanten, die Grenzen interessiere, für die Ränder dessen, was wir denken, wir wissen, die Dunkelheit über dem Lagerfeuer. Weiterlesen

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Verfilmung: „Die Einsamkeit der Primzahlen“

Heute läuft der Film „Die Einsamkeit der Primzahlen“ in den deutschen Kinos an. Die Verfilmung von Paolo Giordanos gleichnamigem Bestseller wird sicherlich manchen begeisterten Leser des Romans überraschen, vielleicht sogar enttäuschen. Denn der Film isteine sehr eigenständige Interpretation der Geschichte von Mattia und Alice, in der insbesondere die Rolle von Alice eine erweiterte Bedeutung erfahren hat. Bei diesem Film hat mich insbesondere die Umsetzung des Romans in den Film interessiert, daher habe ich für
die August-Ausgabe des BÜCHER-Magazins ein Interview mit Paolo Giordano und dem Regisseur des Films, Saverio Costanzo, geführt, die das Drehbuch zu dem Film gemeinsam geschrieben haben. Weiterlesen

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Interview: Enrique Angeleri über „La mosca en la ceniza“

Heute ist im Frauenmagazin ava mein Interview mit Enrique Angeleri erschienen, dem Produzenten des Films „La mosca en la ceniza“ und Witwer der im November 2010 verstorbenen Regisseurin Gabriela David. Leider konnte ich nicht das Interview in voller Länge verwenden, aber auf einige interessante filmspezifische Aspekte, über die wir gesprochen haben, möchte ich nicht verzichten.

Nancy und Pato (c) IFFF Dortmund|Köln

Der Film erzählt ja von den Freundinnen Nancy und Pato, die mit falschen Versprechungen nach Buenos Aires gelockt werden und dort in einer Wohnung in einer durchschnittlich-bürgerlichen Gegend zur Prostitution gezwungen werden. Dabei reagieren die Mädchen sehr unterschiedlich auf ihre neue Lage: Nancy fügt sich – und Pato trotz der Gewalt und rebelliert. Auf meine Frage, warum Nancy und Pato so verschieden reagieren, antwortete Enrique Angeleri, dass die Mädchen trotz ihrer ähnlichen Herkunft unterschiedlich seien. Außerdem beschrieb er, welche Aspekte seiner Frau, die die Drehbücher zu ihren Filmen immer selbst schrieb, besonders wichtig waren: Weiterlesen

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