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Ein Interview mit James Sallis

Zum Erscheinen seines Buches „Driver 2“ habe ich mit James Sallis für das Magazin BÜCHER ein Interview via E-Mail geführt, aber ich konnte leider nicht alles in dem Beitrag verwenden. Deshalb teile ich die nicht verwendeten Abschnitte des Gesprächs nun hier mit– und habe ich mich nach langem Überlegen entschieden, meine Übersetzung zu veröffentlichen. Falls Ihr aber großes Interesse an dem englischen Original habt, hinterlasst einen Kommentar, dann setze ich es bei Interesse noch an den Beitrag.

James Sallis (c) Karyn Sallis

Sie schreiben Romane, Gedichte und Essays – Wie wählen Sie die jeweils passende Form aus?
Ich werde sehr ruhig und höre zu. Das Material – die Bilder, der Rhythmus, die Sprache – werden mir sagen, was sie sein wollen.

Welche Vorteile hat Kriminalliteratur?
Erzählerisch greift der Autor auf eine Vorlage (Verfehlung, Vergeltung) zurück, die mit unserer DNS verkettet zu sein scheint, diese Archetypen und Metafiktionen, die hinter all unseren Mythen liegen. Auf einer tieferen Ebene ist der Detektiv tapfer bemüht, Kausalität herzustellen und Vernunft in Bereichen zu entdecken, in welchen sie abwesend erscheinen. Eine Ordnung soll wieder hergestellt werden.

Warum sind Ihre Protagonisten meist gebrochene Charaktere?
Weil wir alle gebrochene Charaktere sind. Weil ich mich als Schriftsteller am meisten für die Kanten, die Grenzen interessiere, für die Ränder dessen, was wir denken, wir wissen, die Dunkelheit über dem Lagerfeuer. Weiterlesen

Bald in Cannes – „Driver“ von James Sallis

(c) Liebeskind Verlag

Driver kann nichts außer einem: Autofahren. Aber das kann er richtig gut, deshalb ist er schon im Alter von 16 Jahren von seinen Adoptiveltern abgehauen, hat sich nach Hollywood durchgeschlagen, ruhig auf seine Chance gewartet und schließlich den Durchbruch als Stuntfahrer geschafft. Sobald aber etwas anderes als Autos in sein Leben tritt, wird es kompliziert: Durch eine Frau wird er Fahrer bei Überfällen – und gerät immer tiefer in den Schlamassel. Denn der Roman beginnt in einem Motelzimmer, in dem Driver schwer verletzt mit einer Tasche voller Geld und zwei Leichen festsitzt. Nun muss er aus dieser Situation herauskommen, und es entspinnt sich eine Verfolgungsjagd, die vornehmlich im Kopf des Protagonisten stattfindet.

Diese von dem amerikanischen Schriftsteller und Drehbuchautor James Sallis schnörkellos, aber unglaublich elegant erzählte Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt. Man wird hineingeworfen in diese Geschichte und kann das Buch nicht aus der Hand legen. Weiterlesen