Archiv des Autors: Zeilenkino

Filmmusik und Lesung zu „Das Parfum“

(c) Diogenes

(c) Diogenes

In der Oberstufe durften wir uns damals einen Roman aussuchen, den wir lesen wollten – und die Mehrheit entschied sich für Patrick Süskinds „Das Parfum“. Ich weiß nicht, wie ich das Buch heute lesen würde – damals war ich weitaus weniger angetan als viele der Mitlesenden.

Am 11. März liest nun Iris Berben im Konzerthaus Berlin aus dem Roman, dazu spielt das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Dirigent: Franz Strobel, Sopran: Rinnat Moriah) die Filmmusik aus der Verfilmung von Tom Tykwer.

Vom 28. April bis 1. Mai wird zudem der Film im Großen Sendesaal des NDR in Hannover gezeigt, dazu wird die Filmmusik von der NDR Radiophilharmonie (Dirigent: Ludwig Wicki, Sopran: Anna Bürk) sowie dem Mädchen- und Knabenchor Hannover live begleitet.

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Oscars 2016 – Die Nominierungen im Überblick

©A.M.P.A.S.

©A.M.P.A.S.

Was soll ich sagen? Wirklich gefreut hätte ich mich, wenn Michael B. Jordan für seine Rolle in “Creed” nominiert worden wäre. Aber das habe ich von vorneherein als eher unwahrscheinlich gesehen, da er ein junger schwarzer Schauspieler ist – und die Oscars sind auch in diesem Jahr wieder #sowhite – und #sostraight. Immerhin gab es aber einige schöne, kleinere Überraschungen: Anscheinend hat die Academy Gefallen an “Room” gefunden und den Film gleich viermal nominiert. Nick Hornby hat für seine fantastische Adaption von Colm Toíbíns Roman “Brooklyn” eine Nominierung erhalten – ohnehin sind die Drehbuch-Nominierungen insgesamt gut – und mit “The Look of Silence” und “Cartel Land” sind zwei außerordentlich gute Dokumentarfilme nominiert, mit “Son of Saul” und “A War” zudem zwei der (fremdsprachige) Filme, die mir 2015 mit am besten gefallen haben.

In diesem Jahr werde ich die Oscars mal wieder live schauen – und anzutreffen bin ich dabei u.a. mit Beatrice Behn im Live-Chat bei kino-zeit.de. Schaut doch vorbei und redet mit!

Die Nominierungen im Überblick: Weiterlesen

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Online-Live-Lesung mit Bernhard Aichner

(c) Ursula Aichner

(c) Ursula Aichner

Seit über einem Jahr veranstaltet Random House Online-Live-Lesungen, die gestreamt werden oder nachträglich über YouTube bzw. der Mediathek gesehen werden können. Heute Abend liest Bernhard Aichner ab 19 Uhr in der LitLounge aus Totenhaus und redet anschließend mit dem Online-Publikum über sein Leben und sein Werk. Moderiert wird die Lesung von Günter Keil.

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Im Gespräch mit Wallace Stroby

STROBY1-Kopie

Eigentlich sollte das Geschlecht des Schreibenden keine große Rolle spielen. Aber einige Jahre der Leseerfahrung sorgen dafür, dass ich erst einmal skeptisch bin, wenn ein männlicher Autor eine “starke” Frauenfigur schreibt. Oftmals tritt dann nämlich das “Lisbeth-Salander-Syndrom” ein, bei dem eine möglich brutal misshandelte und vergewaltigte Frau zu einer Rächerin wird (Autorinnen sind dagegen natürlich auch nicht immun). Aber mit Crissa Stone hat mich Wallace Stroby durchaus positiv überrascht. Sie hätte nicht unbedingt eine Tochter haben müssen, insgesamt aber hat mir seine Hauptfigur insbesondere durch ihre selbstverständliche Weiblichkeit gefallen. Das Buch habe ich mein CrimeMag besprochen, außerdem habe ich Wallace Stroby für Polar Noir interviewt.

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Krimi-Kritik: „Trailerpark“ von Jörg Juretzka

Krüschel ist wieder da! Nahtlos setzt Jörg Juretzka mit „Trailerpark“ an dem Ende seines Buchs „Taxibar“ an. Dort befand sich sein Mülheimer Privatdetektiv Kristof Kryszinski umringt von schießbereiten korrupten Polizisten und Drogenhändler an einem Strand in Frankreich wieder. Eigentlich gab es keinen Ausweg aus dieser Situation – abgesehen von dem Tod –, aber entgegen aller Wahrscheinlichkeiten ergreift Kristof seine einzige Chance, riskiert alles und kommt mit dem Leben davon. Wieder einmal. Und landet schließlich unter einem falschen Namen im portugiesischen Jerusalé in dem titelgebenden Trailerpark. Von Montag bis Samstag arbeitet er als illegaler lettischer Einwanderer als Tagelöhner, den Rest der Zeit trinkt er, hat Sex oder versucht, unschönen Gedanken zu verdrängen. Auf diese Weise schafft er es tatsächlich fast ein Jahr lang, allem Ärger auszuweichen. Aber er kann nun einmal nicht aus seiner Haut: Als er wieder einmal mit ansehen muss, wie eine „kleine Gruppe asozialer Portugiesen und sonstigen europäischen Treibguts“ vor der Werft lungert, um den „Sem Papéis“ einen Teil des gerade ausbezahlten Lohns abzunehmen, mischt er sich ein, hilft einem Afrikaner und zieht damit die Aufmerksamkeit auf sich: „Meine Schuld. Seit Monaten war ich ihnen ausgewichen, seit Monaten hatte es sich angebahnt, und nun war es soweit. Mein Herz schlug bis zum Hals, doch einmal nachgeben heißt für immer nachgeben. Und das ließ sich mit meinem Inneren nicht vereinbaren. Du kannst sinken, wie in meinem Fall sogar tief sinken, doch wenn du nicht an einem bestimmten Punkt einen Strich ziehst, gehst du unter. Der Punkt war erreicht.“ Und so legt sich Kryszinski mit der Bande an und hat schon bald sehr viel mehr Ärger am Hals. Weiterlesen

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KrimiZEIT-Bestenliste Januar 2016

Auch für den Januar haben wir wieder abgestimmt:

(c) Limes

(c) Limes

1 (1) Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil (Limes)
2 (2) Richard Price: Die Unantastbaren (S. Fischer)
3 (7) Adrian McKinty: Gun Street Girl (Suhrkamp)
4 (3) Oliver Bottini: Im weißen Kreis (Dumont)
5 (-) Malla Nunn: Tal des Schweigens (Ariadne)
6 (-) Tito Topin: Exodus aus Libyen (Distel Literaturverlag)
7 (8) Jeong Yu-jeong: Sieben Jahre Nacht (Unionsverlag)
8 (-) Karin Slaughter: Cop Town (Blanvalet)
9 (-) Paul Mendelson: Die Unschuld stirbt, das Böse lebt (Rowohlt Polaris)
10 (9) Deon Meyer: Icarus (Rütten & Loening)

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Im Gespräch mit Malla Nunn

MallaNunn

Im Südafrika der 1950er Jahre spielen die Kriminalromane von Malla Nunn, die mit “Tal des Schweigens” ihre Hauptfigur Emmanuel Cooper zum dritten Mal ermitteln lässt. Nachdem er sich mit dem südafrikanischen Geheimdienst angelegt hat (“Kein schöner Ort zu sterben”) und in weltweite Geheimdienstverwicklungen geraten ist (“Lass die Toten ruhen”) bekommt er es nun mit dem Mord an der 17-jährigen Tochter eines Zulu-Chiefs zu tun. Und wie bei den vorhergehenden Büchern besticht weniger Fall als vielmehr die Beschreibung des Lebens in Südafrika als der Rassismus noch staatliches System war. Für die Polar Noir habe ich mich mit ihr unterhalten

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