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Media Monday #44

Auch am letzten Montag des Monats steht der Media Monday an:

1. Der beste Film mit Guy Pearce ist für mich „L.A. Confidential“, der sehr knapp vor „Memento“ landet. Er erhält letztlich den Vorzug, weil Curtis Hansons‘ James-Ellroy-Adaption eine der besten Literaturverfilmungen überhaupt und ein richtig guter Film ist.

2. Paul Thomas Anderson hat mit „Magnolia“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich die Sequenz, in der alle Schauspieler zu Aimee Manns „Wise up“ singen, einfach großartig finde. Überhaupt ist Paul Thomas Anderson ein Regisseur, den ich sehr schätze.

3. Der beste Film mit Mila Kunis ist für mich „Black Swan“, da sie dort tatsächlich schauspielert und nicht einfach nur charmant ist.

4. Gibt es einen Film, der geplant und bereits im Gespräch war, letztlich – oder bisher – noch nicht produziert worden ist, auf den ihr euch aber sehr gefreut hättet? Hm, fällt mir keiner ein. Allerdings gibt es einige Romane, die ich gerne adaptiert sähe. Beispielsweise Maximilian Steinbeis‘ Pascolini (am besten von den Machern des „Knochenmann“), Juli Zehs „Spieltrieb“ und James Sallis‘ „Der Killer stirbt“.

5. In sich abgeschlossene Miniserien bieten einerseits genug Zeit, um eine Geschichte vollständig und zu einem vorher festgelegten Ende zu erzählen, laufen aber andererseits nicht Gefahr, dass die Macher die Serie um jeden Preis am Leben erhalten wollen. Außerdem versammeln sich für Miniserien oftmals sehr namhafte Schauspieler – wie beispielsweise in „Angels of America“.

6. Filme mit mehreren Episoden und Erzählsträngen schaue ich leidenschaftlich gerne – sofern sie gut gemacht sind und das Drehbuch sorgfältig ausgearbeitet ist. Denn eine bloße Ansammlung von Geschichten garantiert noch keinen guten Film!

7. Mein zuletzt gelesenes Buch war „My Song“ von Harry Belafonte und das war sehr aufschlussreich, weil es eine gute Ergänzung zu dem Dokumentarfilm „Sing Your Song“ war. Seither habe ich ein ganz anderes Bild von Harry Belafonte.

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Über „My Song“ von Harry Belafonte

(c) Kiepenheuer & Witsch

Wenn ich an Harry Belafonte denke, kommt mir als erstes sein Auftritt in der „Muppet Show“ in den Sinn. Gemeinsam mit den Muppets singt er seine zwei seiner größten Hits: den „Banana Boat Song“ und „Turn the World Around“. Diese Auftritte sollen auch zu Jim Hensons Lieblingsszenen der Show gehören. Für mich war Harry Belafonte daher lange Zeit in erster Linie ein Entertainer, ein singender Schauspieler oder auch schauspielender Sänger. Mittlerweile ist mir sehr bewusst, wie falsch mein Bild war. Denn anlässlich seines 85. Geburtstages sind seine Autobiographie „My Song“ und der Dokumentarfilm „Sing Your Song“ erschienen, die von dem beeindruckenden Leben des Bürgerrechtlers Harry Belafonte erzählen.

Geboren wurde Harry Belafonte am 1. März 1927 unter ärmlichen Verhältnissen in Harlem. Seine Mutter war eine illegale Einwanderin aus Jamaika, die als Hausmädchen Geld verdiente, sein Vater arbeitete als Schiffskoch. Sie lebten in beengten Verhältnissen, der Vater trank und misshandelte seine Frau, später auch seinen Sohn. Mehrfach wurde Harry nach Jamaika zur Großmutter geschickt. Er war ein schwieriges Kind, fühlte sich nirgends zugehörig und mit der Entscheidung, ihn auf Jamaika von seiner geliebten Großmutter zu trennen und auf ein Internat zu schicken, wurde auch die Verbindung zu seiner Mutter gekappt: „Eines Morgens wurde mir beim Aufwachen klar, dass ich auf mich allein gestellt war. Meine Mutter hatte mich verlassen; daran war nichts zu ändern.“ Später kehrte er nach New York zurück, aber er konnte sich weiterhin nicht einordnen. Er kam nicht aus dem Süden, war kein Afro-Amerikaner, aber auch kein „richtiger“ Jamaikaner, er war entweder zu weiß oder nicht weiß genug. Weiterlesen

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