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Oscar 2013 – Die Gewinner und eine kurze Kritik zur Show

Jennifer Lawrence mit ihrem Oscar (c) Darren Decker / ©A.M.P.A.S.

Nachdem heute Morgen gegen halb sechs der letzte Oscar vergeben war, wollte ich nur noch schlafen. Deshalb schreibe ich erst jetzt etwas über die Verleihung, die dröge, unlustig und überraschungsarm war. Immerhin wurde „Argo“ als bester Film ausgezeichnet, der für mich nach „Amour“ der beste der nominierten Filme war. Damit kann ich leben. Weitaus mehr wird mir aber wohl Erinnerung bleiben, dass „Argo“ im Herbst letzten Jahres erst so gefeiert wurde und nun viele gegen den Film wettern. Ansonsten kann ich mich noch nicht einmal richtig darüber aufregen, dass Jennifer Lawrence als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde, obwohl Emmanuelle Riva besser war. Dafür mag ich Jennifer Lawrence zu sehr.

Catherine Zeta-Jones singt „All that Jazz“ aus „Chicago“ (c) Michael Yada / ©A.M.P.A.S.

Im schlimmsten Fall sind die Preisträger der diesjährigen Oscars also Mittelmaß – und passen damit hervorragend zu einer Show, die so viel wollte und der so wenig gelang. Sie stand unter dem Motto Musik im Film, die nach Wahrnehmung der Produzenten hauptsächlich aus dem Musical „Chicago“, die Bond-Themes und „Les Misérables“ zu bestehen scheint. Nun glaube ich nicht, dass „Chicago“ der Film- bzw. Oscargeschichte mehr gebracht hat, als einige der größten Fehlentscheidungen der Academy, aber das sehen Craig Zadan und Neil Meron, die zufälligerweise auch die Executive Producers bei „Chicago“ waren, anscheinend anders.

Seth MacFarlane Michael Yada / ©A.M.P.A.S.

Immerhin haben die Musikteile etwas Abwechslung in die Show gebracht. Die meisten Anmoderationen der Preise waren ebensowenig lustig wie Seth MacFarlane, dessen Eröffnungsnummer voller furchtbare Ideen war. Der „Boob-Song“ über die Brüste der Frauen kann ja von mir aus „meta“ und „ironisch“ gemeint sein, er war schlichtweg sexistisch. Auch ansonsten waren für mein Empfinden seine Witze nicht bissig oder sarkastisch, sondern verletzend. Dazu gehören ein Witz über die „Date“-Tauglichkeit von Quvenzhané Wallis für George Clooney (das Mädchen ist neun Jahre alt), die Behauptung, dass Salma Hayek nicht verstanden wird, aber wenigstens gut aussieht, und „Django Unchained“ ein „Date-Movie“ für Rihanna und Chris Brown ist. Wenn das der Versuch der Academy ist, jünger und hipper zu sein, dann sind sie auf dem falschen Weg. (Schließlich haben Tina Fey und Amy Poehler erst gezeigt, wie man eine Preisverleihung auch moderieren kann).

Ohnehin musste ich gestern Nacht vor dem Fernseher darüber nachdenken, ob nicht das Konzept der Show das eigentliche Problem ist. Die Oscars sollen jünger und hipper werden, sich zugleich aber den Glanz und Glamour alter Zeiten bewahren. Doch wenn daraus folgt, das Tanz-Nummern, die ich zugegebenermaßen sehr schön fand, neben sexistischen Witzen stehen, dann funktioniert es nicht. Vielleichte sollten die Verantwortlichen daher einen radikalen Schnitt machen und auf den bombastischen Rahmen der Verleihung verzichten. Oder aber bei der Wahl der Moderatoren auf nostalgischen Charme setzen – also Hugh Jackman statt Seth MacFarlane. Aber für das nächste Jahr besteht ja immerhin die Hoffnung, dass sie Tina Fey diese Show moderieren lassen. Weiterlesen

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