Zwischenfazit: X-Men, Teil 1 bis 3

Ein ständiges Vorhaben ist es, Filme außerhalb meiner Schwerpunkte zu gucken – also nicht nur Krimis, Thriller, Literaturverfilmungen und skandinavischen Filme, sondern auch mal etwas anderes. Daher habe ich voriges Jahr beschlossen, mich einem der „großen“ Franchise-Nummern widmen, entweder den Avengers oder den X-Men. Und weil Lena die X-Men eindeutig bevorzugt und das Universum etwas übersichtlicher ist (zumindest im Film), sind es die X-Men geworden. Also habe ich vor einiger Zeit begonnen, die Filme der Reihe nach zu sehen, obwohl ich den ersten und zweiten Teil schon vor Jahren einmal geguckt habe. Teil 1 und Teil 2 haben mich sehr gut unterhalten, für einen gemütlichen Samstagabend auf der Couch genau richtig – wenngleich ich bisweilen dachte, dass diese Filme auf der Kinoleinwand natürlich schon etwas schöner wären. Aber diese Filme machen vieles richtig: Es gibt zwar klare Konflikte, aber die Bösen sind nicht nur böse, sondern durch eine kurz angedeutete Backgroundstory lässt sich Magneto sehr gut verstehen. Dass Wolverine so eindeutig als Identifikationsfigur angelegt ist, kann ich zwar nicht verstehen – aber ich bevorzuge auch kühl agierende, clevere Charaktere.

(c) 20th Century Fox

(c) 20th Century Fox

Doch der dritte Teil ist ein einziges Ärgernis. Im Grunde genommen sind bei den X-Men Mystique und Phoenix zwei der mächtigsten Mutanten. Nun wurde das Potential von Mystique bereits in den ersten beiden Teilen verschenkt, im dritten wird sie aber relativ schnell schachmatt gesetzt. Doch es bleibt ja noch Phoenix. Sie hätte so viel Potential. Mächtiger als Magneto und der Professor könnte sie – den Filmen nach zu urteilen – tatsächlich die Weltherrschaft an sich reißen, stattdessen aber steht sie die meiste Zeit unbewegt in der Gegend herum. Sogar im Endkampf greift sie erst zum Schluss ein, obwohl man ihn sich hätte sparen können, wenn sie früher aktiv geworden werden wäre. Es ist ist kaum nachzuvollziehen, warum sie sich überhaupt Magneto anschließt – oder braucht im X-Men-Universum eine Frau einen Mann? Im Film anscheinend schon: Obwohl Rogues Kräfte weitaus universeller sind als die ihres eisigen Freundes, ist sie lediglich als Teil der love story interessant – und sie gibt dann letztlich sogar ihre Kräfte auf, damit sie ihren Freund küssen kann. Liegen diese Entscheidungen tatsächlich nur am anvisierten Publikum? Ich kenne die Vorlagen nicht, deshalb kann ich nicht sagen, ob es dort bereits so angelegt ist. Aber auffällig ist es auf jeden Fall, dass keiner weiblichen Figur Ambitionen oder Machtstreben zugesprochen werden, bei ihnen geht es um Liebe (Rogue, Phoenix, vielleicht Mystique) oder um das Fortführen des Lebenstraums eines Mannes (Storm). Sicherlich ist es in den ersten beiden Teilen bereits angelegt, aber dort agieren die X-Men als Gruppe, außerdem steht der Konflikt zwischen Xavier und Magneto im Mittelpunkt. Der dritte Teil ist indes eine Frechheit.

Aber nun freue mich schon auf die neuen Teile, denn dort ist – so hoffe ich – mehr über Mystique zu erfahren. Go Girl!

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