Media Monday #38

Schwierige Fragen beim Media Monday

1. Der beste Film mit Charlton Heston ist für mich „Bowling for Columbine“, weil ich die Begeisterung für Charlton Heston nie verstehen konnte und er sich sowie die NRA selbst entlarvt. 🙂 Auf dem zweiten Platz landet „Touch of Evil“, weil es einer seiner wenigen Filme ist, mit denen ich etwas anfangen kann.

2. Jim Jarmusch hat mit „Broken Flowers“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich Bill Murray in diesem Film einfach großartig finde – und die Balance zwischen Tragik und Komik sehr gelungen ist.

3. Der beste Film mit Judi Dench ist für mich „Iris“, weil sie Iris Murdoch mit so viel Würde und Empathie spielt.

4. Es gibt ja so manches Genre, was im Grunde so gut wie ausgestorben ist, seien es Piratenfilme oder auch klassische Western, auch wenn es (erfolgreiche) Ausnahmen von der Regel gibt (Pirates of the Carribean, True Grit). Könnt ihr euch erklären, warum diese von der Bildfläche verschwunden sind? Beides sind zum einen Genres mit sehr begrenzten Handlungs- und Figurenrepertoire, daher sind sie in der Masse irgendwann vielleicht einfach auserzählt. Zum anderen glaube ich, dass jedes Genres eine Hoch-Zeit hat, an die es in der Breite nicht unbedingt wieder anknüpft. Dafür kommt es dann zu Weiterentwicklungen wie beispielsweise „Meet’s Cutoff“: Ein großartiger Western, aber nicht vergleichbar mit den standardisierten früheren Werken.

5. Ist es euch schon einmal passiert, dass ihr erst aufgrund der Verfilmung von einem Buch erfahren hattet, welches ihr daraufhin gelesen habt und wie hat das gegebenenfalls eure Sichtweise auf den Film verändert? Zuletzt ist mir das bei „Easy Money“ passiert. Mir hat Daniél Espinosas Thriller aufgrund seiner Erzählweise und der guten Schauspieler gefallen, dann habe ich gelesen, dass er der Auftakt zu einer Trilogie sein soll und auf „Spür die Angst“ von Jens Lapidus basiert. Also habe ich das Buch gelesen, und verändert hat es vor allem meine Einschätzung bezüglich der Fortsetzung. Nach dem Film war ich überzeugt, dass JW (gespielt von Joel Kinnaman) die Hauptfigur der weiteren Teile sei, da seine Geschichte meines Erachtens noch nicht auserzählt war. Bei Jens Lapidus bleiben aber weniger Fragen offen, vor allem aber steht JW weniger im Zentrum. Stattdessen geht es in dem Buch stärker um die organisierte Kriminalität in Schweden. Während ich bei „Easy Money“ eher an Serien wie „The Wire“ als Vorbild dachte, war es „Spür die Angst“ fraglos die „Underworld“-Trilogie von James Ellroy.

6. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten Serien zu schauen, ob auf DVD, im Internet, Pay- oder Free-TV, aber am ehesten bevorzuge ich doch DVD, da ich dort die Serien meistens im Original-Ton und von mir selbst gewählten Rhythmus sehen kann.

7. Mein zuletzt gesehener Film war heute ganz aktuell „Die Liebenden“ und der war streckenweise überzeugend und an anderer Stelle langatmig, weil ich zwar ein Faible für französische Chansons habe und das Ende mochte, der Handlungsstrang um Vera (gespielt von Chiara Mastrioanni) aber gar nicht überzeugend war.

2 Gedanken zu „Media Monday #38

  1. Wulf | Medienjournal

    Mh, und ich kenne ihn mal wieder nicht, genauso wenig wie „Broken Flowers“, ist das bitter. Ich glaube wenn ich mal vorhätte meine ganzen Wissenslücken in punkto Film zu schließen, sollte ich vorher meine Arbeit kündigen, sonst wird das nix.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.