Heute läuft der Film „Die Einsamkeit der Primzahlen“ in den deutschen Kinos an. Die Verfilmung von Paolo Giordanos gleichnamigem Bestseller wird sicherlich manchen begeisterten Leser des Romans überraschen, vielleicht sogar enttäuschen. Denn der Film isteine sehr eigenständige Interpretation der Geschichte von Mattia und Alice, in der insbesondere die Rolle von Alice eine erweiterte Bedeutung erfahren hat. Bei diesem Film hat mich insbesondere die Umsetzung des Romans in den Film interessiert, daher habe ich für
die August-Ausgabe des BÜCHER-Magazins ein Interview mit Paolo Giordano und dem Regisseur des Films, Saverio Costanzo, geführt, die das Drehbuch zu dem Film gemeinsam geschrieben haben. Weiterlesen →
Passend zur der Rezension der Romanbiographie „So leben, dass ich frei atmen kann“ über Zelda Fitzgerald, die ich gerade für das Frauenmagazin ava schreibe, kursieren derzeit allerhand Gerüchte über die Verfilmung von F. Scott Fitzgeralds Roman „Der große Gatsby“. Bei mir haben die Besetzung und erste Hinweise auf den späteren Film bislang wenig Enthusiasmus, sondern eher das Gefühl ausgelöst, dass dieses Vorhaben nicht gut gehen kann. Aber der Reihe nach …
(c) dtv
F. Scott Fitzgeralds Roman ruft zweifellos nach einer Verfilmung. Er ist atmosphärisch dicht, zugleich zynisch, mit mehrdeutigen Charakteren ausgestattet, außerdem bietet die Geschichte eigentlich alles, was einen guten Film ausmacht. Dennoch er ist unglaublich schwer zu verfilmen. Der Roman lebt von Fitzgeralds kühlen, scharfen Stil, der die luxuriösen Handlungsorte kontrastiert. Und vor allem ist der Protagonist Jay Gatsby ebenso einzigartig wie schwer zu fassen.
(c) Paramount Home Entertainment
Von den insgesamt fünf Verfilmungen kenne ich nur Jack Claytons Version aus dem 1974, die unter anderem an diesem Punkt misslang. Obwohl Robert Redford als Jay Gatsby auf den ersten Blick als gute Besetzung anmutet, hat er weniger die Rolle als sich selbst gespielt. Auch Mia Farrow konnte mich wenig überzeugen, so dass der Film eigentlich nur mit seinem eleganten Set- und Kostümdesign punkten konnte.
Nun nimmt sich Baz Luhrmann den „großen Gatsby“ vor, der für mich bislang vor allem für opulente Ausstattung und tollen Soundtrack steht. In „William Shakespeares Romeo + Julia“ hat er das Drama mit vollem Einsatz modernisiert und mir hat das Ergebnis zumindest damals gefallen. Auch sein „Moulin Rouge“ war durchaus unterhaltsam – von „Australia“ rede ich jetzt hier mal nicht. Luhrmanns Filme waren bislang vor allem bunt und oberflächlich. Dass dem „großen Gatsby“ ähnliches widerfahren wird, lässt schon die Ankündigung einer 3D-Verfilmung vermuten. Denn auf Anhieb fällt mir eigentlich keine Szene in dem Roman ein (oder die man dafür entwickeln könnte), die 3D erforderlich machen würde. Wenig Begeisterung löst auch die Besetzung aus: Leonardo DiCaprio als Jay Gatsby, Tobey Maguire als Nick Carraway und Carey Mulligan als Daisy Buchanan sind allesamt für ihre Rollen typgerecht ausgesucht, große Überraschungen versprechen sie aber nicht. Also bleibt mir vorerst nur die Hoffnung, dass sich alle meine Erwartungen nicht erfüllen werden …
Update: Mittlerweile ist der erste Trailer aufgetaucht, der einen opulenten Film verspricht – wenngleich die Musik irritierend ist: