Filmvorlieben

Gestern Abend wurde ich von Wulf mit einem Stöckchen beworfen, das mich gerade einige Überlegungen gekostet hat – und bei dem mir bestimmt ganz viele Regisseure, Schauspieler etc. nicht eingefallen sind. Aber gut:

Was ist dein Lieblingsfilm?
Den einen Lieblingsfilm habe ich nicht, aber es gibt einige Filme, die ich immer wieder gucken kann. Dazu gehören „Chinatown“, „Network“ und „When Harry met Sally“.

Wieso ist das dein Lieblingsfilm?
„Chinatown“ ist für mich ein nahezu perfekter Film. Großartige Besetzung, tolle Musik, fantastische Kamera und famoses Drehbuch. Einzig mit Roman Polanski als Person habe ich gewisse Schwierigkeiten.

„Network“ ist einer der klügsten Filme, der jemals gemacht wurde – und er besitzt noch über 25 Jahre nach Entstehen ungebrochene Aktualität.

„When Harry Met Sally“ enthält für fast jede Situation eine passende Lebensweisheit und ist der Film, aus dem ich am meisten zitiere.

Was war(en) deine Lieblingsfilm(e) als Kind?
Ich weiß nicht mehr ganz genau, wie alt ich bei den einzelnen Filmen war. Aber auf jeden Fall „Watership Down“, „Der Bär“ und „Vom Winde verweht“. Letzterer war – glaube ich – auch der erste Film, den ich wirklich exzessiv tagelang immer wieder gesehen habe.

Wer ist dein(e) Lieblingsregisseur(in)?
Joachim Trier und Alfred Hitchcock

Wieso ist das dein(e) Lieblingsregisseure(in)?
Joachim Trier hat bisher erst zwei Langfilme gemacht, die mich aber beide umgehauen haben.

Alfred Hitchcock ist einer der Regisseure, die viele zu kennen glauben, dessen Werk aber mehr zu bieten hat. Deshalb hatte ich mir eigentlich auch vorgenommen, dieses Jahr an Lenas Hitchcock-Retrospektive teilzunehmen, habe es bisher aber leider nicht geschafft. Außerdem glaube ich, dass der Lieblings-Hitchcock viel über den Filmgeschmack im Ganzen aussagt.

Hattest du schon vorher eine(n) Lieblingsregisseur(in)?
David Lynch

Warum ist das nicht mehr dein(e) Lieblingsregisseur(in)?
Der erste Regisseur, über den ich mir ein Buch kaufte und der zudem dafür verantwortlich ist, dass meine Filmleidenschaft über das bloße Sehen hinaus ging, ist David Lynch. Als damals „Twin Peaks“ im Fernsehen lief, hat mich diese Serie nicht mehr losgelassen – und ich wollte wissen, warum. Mittlerweile ist er mir allerdings etwas zu wunderlich geworden.

Wer ist dein(e) Lieblingsschauspieler(in)?
Als „Lieblings“schauspieler bezeichne ich jemanden, von dem ich bedingungslos jeden Film sehe oder gesehen habe, nur weil er/sie darin mitspielt. Dann ist es eindeutig Jack Nicholson. Und bei den Schauspielerinnen wohl Meryl Streep. Ansonsten gibt es eine Vielzahl Darsteller, die ich toll finde. Aber danach ist hier ja nicht gefragt. 🙂

Wer oder was ist deine liebste Filmfigur?
Philip Marlowe und Kermit der Frosch.

Auf welche(n) kommende(n) Filme freust du dich am meisten?
„Inside Llewyn Davis“, „A Most Wanted Man“, „Gravity“ und „Spieltrieb“

Wenn du das Geld und/oder die Möglichkeiten hättest, über was oder wen würdest du einen Film drehen oder was möchtest du generell mal verfilmt sehen?
Das wäre die Turner-Trilogie von James Sallis, die meines Erachtens nach einer Verfilmung schreit.

Damit ich nicht alleine bleibe mit meiner Quälerei, werfe ich das Stöckchen weiter an Lena und Ribba.

13 Gedanken zu „Filmvorlieben

  1. bullion

    Weder „Chinatown“ noch „Network“ gesehen. Oh oh… dafür finde ich „Harry & Sally“ auch bezaubernd! Hitchcock und Lynch finde ich übrigens auch klasse, doch machten sie eher Filme, die ich mit meinem Verstand bewundere, aber nicht unbedingt mit meinem Herzen liebe. Auf „Gravity“ freue ich mich auch…

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    1. Intergalactic Ape-Man

      Abgesehen vom Verstand geht mir das sehr ähnlich, obwohl ich sowohl Chinatown als auch Network seit Jahren rumliegen habe. Glaub, ich habe sogar mal eine Doku über die Kameraarbeit an Chinatown auf Arte gesehen. Vielleicht sind das so Filme „für den richtigen Moment“?

      Den Erstling von Joachim Trier gibt es ja recht günstig von Ascot auf DVD. Hab ich mal auf die Liste gesetzt und werde den Film dann „bei Gelegenheit“ antesten. Und ja, ich weiß, daß es für andere ewig wirken kann. Affenjahre sind keine Hundejahre. Aber ich bin am Ball! 😀

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      1. Zeilenkino Artikelautor

        Da es beide recht ruhig erzählte Filme sind, sollte man sie schon sehen, wenn man etwas Muße dazu hat – und sie sind auch nicht gerade ausgesprochene Party-Filme … 😉

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  2. Lena

    Na, so ein Glück, dass ich einige der Fragen bereits bei meiner 31-Filme-Sache beantwortet habe. Da nehme ich das Stöckchen doch gerne mit.

    Und Marlowe und Kermit? Interessantes Spektrum. 😀

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  3. Marco

    Schön, dass „Network“ noch nicht völlig in Vergessenheit geraten ist. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Die Szene, wo er seinen Selbstmord ankündigt ist einfach „WoW“.

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    1. Zeilenkino Artikelautor

      Ja, die ist – wie der ganze Film – großartig. Als ich ihn vor kurzem noch einmal gesehen habe, ist mir (wie auch bei „Drei Tage des Condor“ und „All President’s Men“) sehr aufgefallen, dass die Filme ‚von damals‘ mit angenehm wenig Musik ausgekommen sind und ein wunderbares Erzähltempo hatten.

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  4. Yolanda Puschkin

    Ui, ich kenne weder Network noch etwas von Joachim Trier. Das gehört schleunigst geändert, immerhin führst du diese Filme als Lieblinge an. Vielleicht sollte ich auch Chinatown und When Harry Met Sally wiedersehen. Meryl Streep ist so gut, dass ich sie schon gar nicht mehr als Favoritin nennen muss. Sie gehört zum guten Ton.

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    1. Zeilenkino Artikelautor

      Joachim Trier hat ja erst zwei Langfilme gedreht, die lassen sich ja schnell gucken. Aber sowohl sein „Reprise“ als auch „Oslo, 31. August“ haben mich beeindruckt – und ich würde beide auch sofort noch einmal sehen wollen.

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  5. Wulf | Medienjournal

    Ich muss mich da – wie so häufig – bullion anschließen und zugeben, dass ich weder „Chinatown“ noch „Network“ kenne, wobei ich auf letzteren jetzt doch ziemlich neugierig bin ob der vielen lobenden Worte.

    David Lynch hat wirklich ein paar tolle Sachen gemacht, aber manchmal ist es mir auch zu anstrengend, über seine Wunderlichkeiten nachzudenken und auf stundenlange Spurensuche zu gehen, warum dieser oder jener Handlungsstrang so oder anders oder gar gänzlich im Sande verläuft. Muss man in der Stimmung für sein.

    Deinen Verfilmungswünschen kann ich mich auch anschließen, auch wenn ich von Sallis bisher nur „Drive“ gelesen habe, seine Schreibe mich aber allein da schon überzeugt hat und der daraus resultierende Film nun einmal ebenso sehr. Von daher wäre ich sehr gespannt, wie das Endergebnis aussähe.

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    1. Zeilenkino Artikelautor

      Mein Lieblings-Sallis ist ja „Der Killer stirbt“, den habe ich Dir aber bestimmt schon einmal als Empfehlung aufgedrängt, fürchte ich. 😉

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