Krimi-Stöckchen: Best Blog

Und durch das Stöckchen von Dennis erinnerte ich mich wieder daran, dass ich seit ähm, März schon Fragen von Nicole beantworten wollte. Also schiebe ich sie noch schnell hinterher – verzichte aber ebenfalls auf die Weitergabe.

Kannst du dich noch an deinen allerersten Krimi erinnern?
Ich habe scharf nachgedacht und vermute, es waren entweder die TKKG-Romane, die ich als Kind verschlungen habe – oder Kästners „Emil und die Detektive“. Damals habe ich sie nicht bewusst als Kriminalroman gelesen, aber sie waren meine erste Begegnung mit der Spannungsliteratur.

Seit wie vielen Jahren liest du Krimis?
Krimis habe ich schon immer gelesen – also sagen wir mal, seit gut 30 Jahren. 🙂

Über welchen Krimi hast du dich zuletzt so richtig geärgert?

Hmm, Leena Lehtolaniens „Wer ohne Schande ist“ fand ich arg vorhersehbar und vor allem viel zu lang.

Muss es in einem Krimi für dich immer zwangsläufig eine Leiche geben?
Nein.

Krimis werden immer blutiger – wie findest du das?
Gewalt kann ein notwendiger Bestandteil eines Verbrechens sein, aber sie ersetzt niemals die Spannung. Deshalb ärgert es mich, wenn Autoren seitenlang alle ekligen Details einer Tat beschreiben und glauben, nun hätte sie eine düstere Atmosphäre geschaffen. Umgekehrt stört mich aber in Serien und Filmen die oftmals ästhetisierte Darstellung von wirklich brutalen Verbrechen. Da wird – typischerweise – eine Frau ermordet aufgefunden, die misshandelt etc. wurde, aber es ist kaum Blut zu sehen.

Thema Regionalkrimis – wie stehst du dazu?
Zunächst habe ich leichte Schwierigkeiten mit dem Begriff: Ein Regionalkrimi ist für mich ein Kriminalroman, in dem die Region eine wichtige Rolle spielt. Das würde beispielsweise auch auf Ritzels Berndorf-Romane zutreffen, die sehr feine und kluge Kriminalromane sind. Meist wird darunter aber eine andere Sparte verstanden: eine Art Komödienstadl, in denen eben nicht mehr ein Nebenbuhler auftritt, sondern ein Verbrechen geschieht, das dann möglich humoristisch, immer aber lieblos und ohne Raffinesse aufgeklärt wird. Dass solche Bücher dann das Entdecken guter Regionalkrimis (beispielsweise von Rainer Gross) erschweren, finde ich schade.

Amiland ist Thriller-Land. Haben wir deiner Meinung nach auch in Deutschland gute Thriller-Schriftsteller?
Die Unterscheidung zwischen Krimi und Thriller ist schwierig – beispielsweise stand unter Zoë Becks letzten Buch auch ‚Thriller’ und würde sie damit zur Thrillerautorin, würde ich sagen, wir haben in Deutschland gute Thrillerautoren. Auch Markus Stromriedels „Die Kuppel“ hat mir gut gefallen.

Wieviele Krimis muss jemand lesen, um sich deiner Meinung nach “Experte” nennen zu dürfen?
Da gibt es keine konkrete Zahl, sondern ein „Experte“ ist jemand, der sich in der Breite und Tiefe des Genres gut auskennt, mehr Autoren gelesen hat als Bestseller- und Kritikerlisten hergeben, Querverbindungen und Rückschlüsse ziehen kann, sich in der Geschichte des Genres auskennt und sich am Diskurs zur Kriminalliteratur beteiligt.

Gibt es auch einen Krimischriftsteller, den du so gar nicht leiden kannst?
Meine Abneigung richtet sich eher gegen eine literarische Richtung denn eine Person.

Stell dir vor, dir gefällt der Krimi, den du gerade liest, nicht. Abbrechen oder bis zum bitteren Ende durchhalten?
Lese ich ihn beruflich, lese ich ihn bis zum bitteren Ende. Lese ich ihn privat, würde ich ihn abbrechen.

Möchtest du selbst mal einen Krimi schreiben?
Ich sage sehr gerne mal, „wenn ich mal einen Krimi schreibe …“ oder „hätte ich diesen Krimi geschrieben …“, aber im Fiktionalen habe ich keine schriftstellerischen Ambitionen.

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