Kriminalromane 2014

Nach Schätzungen erscheinen jährlich allein 1500 deutschsprachige Kriminalromane, dazu kommen noch die übersetzten Titel – einen Überblick über die Neuerscheinungen zu behalten, ist daher kaum möglich. Deshalb strebe ich mit dieser Liste auch keine Vollständigkeit an, sondern gebe einen subjektiven Überblick über die Titel, auf die ich sehr gespannt bin.

Januar

(c) Kunstmann

(c) Kunstmann

George Higgins: „Die Freunde von Eddie Coyle“ (Kunstmann)
Einer der einflussreichsten us-amerikanischen Kriminalromane wird von Kunstmann wieder aufgelegt. George Higgins‘ Dialoge sind großartig, seine Blick auf das Verbrechen und die Gesellschaft in der scheinbaren Harmlosigkeit unerbittlich. Ein hervorragendes Buch!

Jan Costin Wagner: „Tage des letzten Schnees (Galiani)
Ein melancholischer Kommissar in Finnland – zur Kritik.

Alissa Nutting: „Tampa“ (Hoffmann und Campe)
Eine Frau geht eine Beziehung mit einem minderjährigen Jungen ein – in den USA ein Skandalbuch. Zur Kritik.

Februar

(c) Liebeskind

(c) Liebeskind

David Peace: „GB84“ (Liebeskind)
David Peace entlarvt die enge Beziehung von Politik und Verbrechen und seziert eines der einflussreichsten Ereignisse der britischen Nachkriegsgeschichte. Ein großes Buch!

Lauren Beukeus: „Shining Girls“ (Rowohlt)
Eine junge Frau überlebt den Angriff eines Killers und will ihn Jahre später dingfest machen. Allerdings ahnt sie nicht, dass er durch die Zeit reist. Lauren Beukeus‘ Kriminalroman überzeugt mit der spannenden Ausgangsidee und hat mich bestens unterhalten. Zur Kritik.

Oliver Bottini: „Ein paar Tage Licht“ (Dumont)
Ein Mitarbeiter einer Rüstungsfirma wird in Algerien entführt, der BKA-Mann an der Botschaft will die Hintergründe ermitteln und Oliver Bottini zeigt die Scheinheiligkeit des Waffenhandels, der deutschen Außenpolitik und den Einfluss des Lobbyismus. Sehr lesenswert!

James Sallis: „Nachtfalter“ (Dumont)
Der zweite Lew-Griffin-Roman meines Lieblingsautors ist für mich Pflichtlektüre.

Ross Thomas: „Fette Ernte“ (Alexander Verlag)
Neu übersetzt und erstmals ungekürzt setzt der Alexander Verlag seine Ross-Thomas Edition weiter fort!

Nathan Larson: „2/14“ (Diaphanes)
Nach Verlagsangaben eine „sprachmächtige, in die Zukunft geworfene Erneuerung des „Noir““. Ich bin sehr gespannt.

Mukoma Wa Ngogi: „Nairobi Heat“ (Transit)
Ein Cop reist nach Kenia, um in einem Mordfall zu ermitteln – nach der New York Times nicht nur spannend, sondern auch lehrreich. Meine Kritik.

März

(c) S. Fischer

(c) S. Fischer

Malcolm Mackau: „Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter“ (Fischer Taschenbuch)
Der Auftragskiller Calum MacLean soll Lewis Winter töten – das Debüt des schottischen Autor Malcolm Mackau wurde für den „New Blood Dagger“ nominiert. Meine Kritik.

André Georgi: „Tribunal“ (Suhrkamp)
Der erste deutschsprachige Kriminalroman, der in der Suhrkamp-Krimireihe erscheint, erzählt von einem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag – ich bin sehr gespannt! Meine Kritik.

Stephan Kaluza: „30 Keller“ (FVA)
Eine Entführungsgeschichte gepaart mit der Wirtschaftskrise – das klingt sehr interessant. Zur Kritik.

Joe R. Lansdale: „Machos und Macheten“ Ein Hap & Leonard Roman (Golkonda)
Der sechste Band der Hap-und-Leonard-Reihe erscheint endlich in deutscher Übersetzung. Mehr über die Reihe findet ihr hier.

April

(c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Sibylle Lewitscharoff: „Killmousky“ (Suhrkamp)
Ein Kriminalroman von einer Büchner-Preisträgerin? Schlichtweg ein Muss!

Jörg Juretzka: „Taxibar“ (Rotbuch)
Der elfte Fall von Kryszinksi – wer könnte da widerstehen? Noch dazu halte ich Jörg Juretzka für einen der der unterschätztesten deutschsprachigen Kriminalschrifteller.

Mai

(c) Piper

(c) Piper

Johan Theorin: „Inselgrab“ (Piper)
Bisher habe ich noch keinen der Öland-Romane gelesen – aber bis zu diesem Abschluss habe ich es hoffentlich nachgeholt.

Adrian McKinty: „Die Sirenen von Belfast“ (Suhrkamp)
Einer meiner liebsten irischen Kriminalschriftsteller legt den zweiten Teil der Sean-Duffy-Trilogie vor. Das Buch, auf das ich mich mit am meisten freue.

A.S.A. Harrison: „Die stille Frau“ (Bloomsburry Berlin).
Angeblich besser als „Gone Girl“. Dann muss ich ja zugreifen. Zur Kritik.

A.K. Benedict: „Die Eleganz des Tötens“ (Droemer Knaur)
Nach „Shining Girls“ wieder ein Buch mit einem zeitreisenden Serienkiller. Ich bin gespannt, wie A.K. Benedict diese Idee umsetzt. Zur Kritik.

M.J. Arlidge: Eene Meene. Einer lebt, einer stirbt. (Rowohlt)
Paare werden entführt, wachen in einem Raum auf und einer von beiden muss sterben. Diese Idee fand ich schon bei „Criminal Intent“ sehr perfide. Zur Kritik.

Juli

(c) Knaur

(c) Knaur

Howard Linseky: Gangland (Knaur)
Die Fortsetzung von „Crime Machine“.

Chloe Hopper: „Die Verlobung“ (Liebeskind)
Nach Verlagsangaben ist dieses Buch „ein modernes Schauermärchen über Obsessionen und Lebenslügen“, die Autorin wurde von Le Figaro mit Patricia Highsmith verglichen – ich bin sehr gespannt. Zur Kritik.

Mike Nicol: „Black Heart“ (btb)
„Black Heart“ ist nach „Payback“ und „killer country“ der Abschluss der REvenge-Trilogie – und hoffentlich genauso gut wie die Vorgänger.

August

(c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

David Vann: „Goat Mountain“ (Suhrkamp)
Ein elfjähriger Junge geht mit seinem Großvater, seinem Vater und dem besten Freund des Vaters auf die alljährliche Hirschjagd – und der Tod eines Wilderers wird alles verändern. David Vanns Bücher haben mich bisher immer erschüttert – und ich hoffe, „Goat Mountain“ wird hier keine Ausnahme machen.

Bruce Holbert: „Einsame Tiere“ (Liebeskind)
Ein Sheriff jagt einen Mörder, der in einem Indianerreservat grauenvolle Taten begangen hat – und begibt sich laut Verlagstext in den „Abgrund der Gewalt“. Das klingt nach einem sehr guten Neo-Western, in dem sich „die Fadenscheinigkeit aller Moral“ zeigt.

Joe R. Lansdale: „Das Dickicht“ (Klett Cotta)
Mit zwei Kopfgeldjägern und einer Prostituierten will der junge Jack seine Schwester aus den Fängen von Banditen retten, die bereits seinen Großvater ermordet haben. Ein neues Buch vom großen Lansdale!

Mark Billingham: „Die Lügen der Anderen“ (Atrium)
Drei Paare laden sich reihum nach Hause nach und reden miteinander – dabei enthüllen sich nach und nach immer mehr Abgründe.

Nic Pizzolatto: „Galveston“ (metrolit)
Nach Verlagstext belebt „True Detective“-Schöpfer Pizzolatto mit diesem Buch das noir-Genre neu – ich bin gespannt!

Declan Burke: „Absolute Zero Cool“ (Nautilus)
Als große Anhängerin der irischen Kriminalliteratur ist dieses Buch für mich Pflichtlektüre!

 

September

(c) Blessing

(c) Blessing

Oliver Harris: „London Underground“ (Blessing)
Nick Belsey entdeckt einen Bunker und ein mysteriöses Tunnellabyrinth unter der Stadt – er erkennt sofort, dass dieser Ort geeignet für eine Verabredung wird. Jedoch geht dann die Frau verloren. Nachdem mir „London Killing“ gut gefallen hat, bin ich auf das zweite Buch von Oliver Harris ebenso gespannt.

William McIlvanney: „Laidlaw“ (Kunstmann)
Eines der wichtigsten Bücher des British/Tartan Noir erscheint nun in neuer Übersetzung – und ich freue mich schon jetzt auf die Lektüre!

Wolf Haas: „Brennerova“ (Hoffmann und Campe)
In der Hoffnung, endlich die verbleibenden Brenner-Romane zu lesen, muss der nächste Teil der Reihe auf die Liste der Krimis 2014.

Max Annas: „Die Farm“ (Pulp Penser)
Eine Farm in Südafrika wird belagert und beschossen, aber keine Schützen sind zu sehen. In der Farm verbarrikadieren sich unterschiedlichste Menschen – und ein zufällig anwesender Polizist will die Hintergründe herausfinden. Der Roman basiert auf John Carpenters „Assault in Precinct 13“ und wird im Verlagstext als „hochkonzentriertes Stück Literatur“ angepriesen.

Liza Cody: „Lady Bag“ (Argument Ariadne)
Durch ihn hat sie einst ihre Wohnung, ihre Freiheit und ihr bisheriges Leben verloren, nun begegnet sie dem „Teufel“ auf der Straße wieder. Sie heftet sich an seine Fersen – und erwacht schon bald mit einer neuen Identität im Krankenhaus. Liza Cody ist mit Sara Paretsky und Sue Grafton eine der spannendsten Autorinnen, außerdem hat sie laut Verlagstext „Gossenerfahrung“. Das spricht doch schon für sich.

Gene Kerrigan: „Die Wut“ (Polar Verlag)
Im Jahr 2012 wurde Gene Kerrigans Roman „Die Wut“ mit dem Gold Dagger Award ausgezeichnet, zuvor hat er bereits Romane geschrieben, die sich mit sozialen Problemen Irlands auseinandersetzen. Und da ich mich sehr für irische Kriminalliteratur interessiere, ist dieser Roman Pflichtlektüre!

Joakim Zander: „Der Schwimmer“ (Rowohlt)
Von Damaskus über Brüssel bis nach Schweden und Langley entspinnt sich der Plot dieses Thrillers, indem es wohl um einen Agenten und eine Frau namens Klara geht. Der Vorschautext klingt sehr spannend.

Oktober

(c) Droemer

(c) Droemer

Don Winslow: „Missing: New York“ (Droemer)
Nach dem Wechsel von Suhrkamp zu Droemer startet Don Winslow hier mit einer neuen Serie – ich vermute mal, es wird um vermisste Personen gehen. 😉

Asbjorn Jaklin: „Schwarzer Frost“ (Suhrkamp)
Ein Mann wird ermordet aufgefunden, Spuren am Tatort deuten auf Folter – und der Afghanistan-Veteran Alexander Winther, der als Journalist arbeitet, sieht Verbindungen zu Vorkommnissen in einem Lager für Kriegsgefangene, in dem Deutsche während des Zweiten Weltkrieges gefoltert und gemordet haben.

Nathan Larson: „Boogie Man“ (Pulp Penser)
Der zweite Dewey-Decimal Roman!

Dezember
Ray Banks: „Dead Money“ (Polar Verlag)
Mit „Dead Money“ erscheint der erste Roman des schottischen Kultautors in deutscher Übersetzung – ich bin gespannt!

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