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Das Grauen als Gesellschaftskritik – „Frauen“ von Steinar Bragi

Die Leser seines Buches hätten nach der Lektüre Angst vor ihm, erzählte Steinar Bragi auf der Buchmesse in Frankfurt. Und es war dieser Satz, der mich vollends überzeugte, dass ich seinen Roman „Frauen“ unbedingt lesen muss. Angst habe ich nun nicht vor ihm, aber ich würde mich sehr gerne mit ihm über dieses Buch unterhalten.

(c) Verlag Antje Kunstmann

Anfangs erscheint „Frauen“ als ganz normaler Thriller: Die junge Dokumentarfilmerin Eva Einárdsdottir lebt in New York und erhält während eines Gesprächs über die Finanzierung ihres nächsten Films von einem isländischen Banker ein verlockendes Angebot. Sie darf in seiner Wohnung in Reykjavik kostenlos wohnen, wenn sie die Wohnung sauber hält, Blumen gießt und die Katze füttert, solange die eigentliche Mieterin verreist ist. Da ihre große Liebe Hrafn nach Island zurückgegangen ist, nimmt sie das Angebot an. Schon bei ihrer Ankunft bemerkt sie, dass mit der Wohnung etwas nicht stimmt: Es gibt keine Blumen, von der Katze fehlt jede Spur und die eigentliche Mieterin hat Selbstmord begangen. Weiterlesen

Mein Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse

Steiner Bragi (rechts) mit Kristof Magnusson

Leser beschweren sich nicht bei mir, weil sie nach der Lektüre Angst vor mir haben – war der Satz am heutigen Tag, den ich nicht vergessen werde. Er stammt von Steinar Bragi, der an dem ARTE-Stand sein Buch „Frauen“ vorgestellt hat. Darin erzählt er von einer jungen Dokumentarfilmerin, die das Angebot bekommt, auf ein Luxus-Apartment aufzupassen – und bald bemerkt, dass sie diese Wohnung nicht mehr verlassen kann. In Island wurde das Buch als Allegorie auf die Finanzkrise gelesen, und tatsächlich klingt es nach einem ganz anderen Islandroman, den ich in jedem Fall lesen werde.

Begonnen hatte ich meinen Tag allerdings mit einem Gespräch zwischen Fatih Akin und Dieter Moor. Nachdem ich Akins Buch „Im Clinch“ für das (hör)BÜCHER-Magazin rezensiert habe, war ich ganz interessiert, einige Dinge mal aus dem Mund des Regisseurs zu hören. Weiterlesen