Schlagwort-Archiv: Skandinavische Filme

Skandinavische Filmperlen im Nachtprogramm

Die Nordischen Filmtage in Lübeck werden jedes Jahr vom NDR im Fernsehen mit einigen Filmen begleitet. Oft sind das Titel, die schon häufiger ausgestrahlt werden oder zu einer Reihe gehören, in diesem Jahr aber verstecken sich dort die drei sehr tolle Filme.

(c) Salzgeber

Dazu gehören die zwei Filme, die mir vom vorigen Jahr bei den Nordischen Filmtagen am nachdrücklichsten in Erinnerung geblieben sind. Zum einen „Hevn“ („Rache“) von Kjersti Steinsbø. Der norwegischen Regisseurin gelingt tatsächlich, was sehr viele Filme nur von sich behaupten: ein feministischer Rachethriller. Nicht alles ist in diesem Debüt perfekt, aber der Film ist klug aufgebaut, hat eine starke Protagonistin und endlich mal eine wirklich perfide, knallharte Rache. Zu sehen ist er am 4. November um 23:25 Uhr.

Zum anderen ist es „Hjartasteinn“ („Herzstein“) von Gudmundur Arnar Gudmundsson, bei dem ich bis heute nicht verstehen, warum er keine regulären Kinostart hatte. Es laufen so viele Coming-of-Age/Coming-out-Filme im Kino und ausgerechnet diese isländische Perle, die noch dazu voriges Jahres völlig zurecht den Hauptpreis bei den Nordischen Filmtagen gewonnen hat, wird im Spätprogramm des NDR an einem Montagabend versteckt. Dabei gehört er eigentlich auf die große Leinwand. Oder wenigstens auf einen Hauptsender zu einer guten Uhrzeit. Deshalb meine Bitte: Nehmt ihn auf, schaut ihn euch an. Er ist wirklich toll. Ausgestrahlt wird er am 6. November um 23 Uhr.

Außerdem ist am 20. November um 23:15 Uhr „Vonarstræti“ („Straße der Hoffnung“, besser bekannt als „Life in Fish Bowl“) zu sehen, für mich weiterhin einer besten isländischen Filme überhaupt.

Die skandinavische Filmreihe im NDR Fernsehen im Überblick: Weiterlesen

Skandinavische Filme auf dem Filmfest München

München, ich komme! In diesem Jahr fahre ich zum ersten Mal zum Filmfest nach München und freue mich schon auf tolle Filme und das Wiedersehen und Kennenlernen von Kollegen. Aus Skandinavien – genauer gesagt aus Schweden, Norwegen und Dänemark – sind insgesamt fünf Filme zu sehen:


(c) Prokino

(c) Prokino

„Når dyrene drømmer“ („When Animals Dream“) aus Dänemark lief bereits in Cannes und wird mit „Låt den rätte komma in“ von Tomas Alfredson verglichen. Regisseur Jonas Alexander Arnby erzählt die Geschichte der Außenseiterin Marie, die mit ihrem Eltern in einem kleinen Küstenort lebt. Sie spürt, dass ihr Körper sich verändert, auch will sie herausfinden, warum ihre Familie nicht über ihre Vergangenheit spricht – und gerät dadurch auf Kollisionskurs mit allen um sie herum. Der Film startet auch regulär am 21. August 2018 in den deutschen Kinos. Zum Trailer. Eine Kritik folgt.



(c) NFI

(c) NFI

„Doktor Proktors Prompepulver“ („Doktor Proktors Pupspulver“) ist ein norwegischer Kinderfilm – und der skandinavische Film, den ich nicht sehen werde. Dabei ist die Geschichte durchaus ansprechend: Lise freundet sich mit dem frechen Bulle an und gemeinsam besuchen sie den schrägen Doktor Proktor, der ein Pupspulver erfunden hat, das nicht nur lautes Furzen hervorruft, sondern einen auch fliegen lässt. Zum Trailer. Zur Kritik von Rochus Wolff.



(c) Paradox

(c) Paradox

Im Mittelpunkt von „Tusen Ganger God Natt“ („A Thousand Times Good Night“) steht die Kriegsfotografin Rebecca, die eines Tages eine Selbstmordattentäterin in Kabul aufnimmt und bei dem Anschlag schwer verletzt wird. Zurück in ihrer Heimat stellt sie ihr Mann daher vor die Wahl zwischen Beruf und Familie. Der norwegische Regisseur Erik Poppe hat selbst als Kriegsfotograf gearbeitet, daher bin ich sehr gespannt, wie er von diesem Beruf erzählt. Zum Trailer. Zur Kritik.



Im Wasser

Im Wasser

Die norwegisch-schwedische Ko-Produktion „The Quiet Roar“ von Henrik Hellström erzählt von der sterbenskranken Marianne, die mithilfe psychoaktiver Drogen eine wichtige Episode in ihrer Vergangenheit noch einmal erleben möchte. Mit wenig Dialogen und teilweise beeindrucken Bildern ist dieser Film, den ich vorab bereits sehen konnte, eine berührende Meditation über das Leben und die Lieben. Zum Trailer. Zur Kritik.



Bergmans Fernsehzimmer

Bergmans Fernsehzimmer

Und schließlich ist in München noch die schwedische Dokumentation „Trespassing Bergman“ zu sehen, in dem unter anderem Claire Denis, Martin Scorsese, Woody Allen, Lars von Trier, Michael Haneke und Ang Lee erzählen, wie Ingmar Bergman sie beeinflusst hat. Da ich gerade selbst mitten in einer kleinen Bergman-Werkschau stecke, freue mich schon sehr auf diesen Film. Zum Trailer. Zur Kritik.

Das Filmfest geht vom 27.06. bis 05.07.2014 und alle weiteren Informationen über Filme, Kinos und mehr sind hier zu finden.