Schlagwort-Archiv: Nordirland

Krimi-Tipp: „Der katholische Bulle“ von Adrian McKinty

(c) Suhrkamp

Als ich vor zwei Jahren „Der sichere Tod“ von Adrian McKinty las, hat mich das Buch nicht überwältigt. Es hat mir gefallen, vor allem aber wurde ich das Gefühl nicht los, dass das ein Autor ist, den ich im Auge behalten muss. Nun ist im Juni bei Suhrkamp mit „Der katholische Bulle“ der Auftakt zu McKintys Sean-Duffy-Trilogie erschienen – und dieses Buch ist der bisher beste Polizeiroman, den ich in diesem Jahr gelesen habe.
Eine Besprechung des Romans ist in der August-Ausgabe des Magazins BÜCHER erschienen, aber auch hier möchte ich dieses Buch allen Lesern von hardboiled-Kriminalliteratur und Polizeiromanen sehr ans Herz lesen. Es toller Protagonist, eine spannende Geschichte und mit Belfast im Jahr 1981 ein unwiderstehliches, melancholisches Setting. Nach der letzten Seite wollte ich vor allem eines: Sofort den zweiten Teil lesen.

Adrian McKinty betreibt regelmäßig einen Blog, in dem er nicht nur Besprechungen seiner Bücher sammelt, sondern auch Beiträge über Kriminalliteratur im Allgemeinen und über sein Leben schreibt. Ich lese ihn jedenfalls gerne.

Krimi-Kritik: „Blutige Fehde“ von Stuart Neville

(c) rütten & loenig

Lesern von Stuart Nevilles Erstling „Die Schatten von Belfast“ wird eine der Hauptfiguren seines zweiten Thrillers „Blutige Fehde“ besonders bekannt vorkommen: Der Ex-IRA-Killer Gerry Fegan mordete dort, um die Schatten seiner Vergangenheit loszuwerden, und brachte dabei den Friedensprozess in Nordirland in Gefahr. In „Blutige Fehde“ belästigen ihn abermals die Schatten seiner Taten: Bull O’Kane hat das damalige Gemetzel überlebt und will sich nun an Fegan rächen. Deshalb heuert er den Killer „Der Nomade“ an, der vorerst in Belfast alte Rechnungen für ihn begleicht, sein Hauptziel ist allerdings der mittlerweile verschwundene Fegan. Um ihn wieder nach Nordirland zu locken, will O’Kane ihn an seinem einzigen schwachen Punkt treffen und Marie und deren Tochter Ellen entführen – die einzigen Menschen, die Fegan etwas bedeuten.

Korruption und alte Seilschaften
Während Stuart Neville in seinem Debüt noch dem Geflecht aus Gewalt, Politik und Korruption in Nordirland nachspürte, konzentriert er sich in „Blutige Fehde“ vor allem auf Police Inspector Jack Lennon, Ellens biologischen Vater und damit vordergründig auf die Korruption in der Polizei. Weiterlesen