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Über „Utopia“ von Ahmed Khaled Towfik

Ägypten nach Revolution. Ägypten im Jahr 2023. Die Mittelklasse ist verschwunden, die Gesellschaft klar aufgeteilt: Die Reichen wohnen im Norden des Landes einer bewachten Kolonie an der Küste namens Utopia, die „Anderen“, die Armen hausen in selbstgebauten Siedlungen, umgeben von Elektrozäunen und Mauern. Degeneration ist auf beiden Seiten zu spüren: Die Reichen langweilen sich: „schlafen, Drogen konsumieren, essen bis zum Umfallen, kotzen, bis man wieder Lust auf Essen hat, Sex haben“ beschreibt ein junger Mann seinen Alltag. Er ist die eine Perspektive des Romans „Utopia“ von Ahmed Khaled Towfik. Die Anderen streiten sich um Hühnerreste und durch ihre Armut sind alle moralischen Grenzen gefallen, daher ist „nichts einfacher zu haben als Sex. Sex gegen einen geringen Preis, ansonsten Vergewaltigung“. Aber letztlich gibt es nur eine Sache, die Arme und Reiche gemeinsam haben: Phlogostin. Eine Droge, von der man sich einfach ein paar winzige Tropfen auf die Haut träufelt. Dann verschafft sie einem für einen gewissen Zeitraum einen Rausch, der die Realität vergessen lässt. Weiterlesen