Sehliste Januar/Februar 2016

Im Januar und Februar habe ich sehr viel gelesen – und deshalb nur wenig gesehen. Der Berlinale sei dank sind dann insgesamt immerhin 36 Filme zusammen gekommen:

1) The Hateful Eight.
Mit Tarantino verbindet mich eine Hassliebe, eigentlich dachte ich auch, wir würden nach Django Unchained getrennte Wege gehen. Aber mit seinen 70mm hat er mich wieder ‚rumbekommen. The Hateful Eight aber fand ich furchtbar langweilig, dröge und einfallslos.

2) Creed
Neben Kriminalfilmen habe ich zwei große Schwächen: Musicals und Sportlerfilme. Also war Creed ja quasi Pflichtprogramm. Für mich ist dieser Film ein nahezu perfektes Beispiel, wie man mit Nostalgie an eine alte Reihe anknüpft und zugleich einen sehr modernen Film macht. Und Michael B. Jordan ist großartig in diesem Film.

3) Trumbo
Es gibt ja in Filmen diese Tendenz, dass man den historischen Vorbildern möglichst ähnlich sieht – und das versucht Trumbo auch sehr. Aber trotz einer großen Affinität zu der Geschichte, fand ich den Film etwas zu bemüht.

4) Anomalisa
Charlie Kaufman erzählt eine altbekannte Geschichte mit feinen Nuancen neu. Zu meiner Kritik.

5) Raum
Der Film besteht aus einer großartigen ersten Hälfte, bei der mir das Herz fast zersprungen wäre – und einer guten zweiten Hälfte, die dann bekannteren Wegen folgt. Hierzu schreibe ich noch einmal mehr.

6) Criminal Activities
Sie lebt – die Krimi-Komödie der 1990er Jahre. Eine Kritik folgt.

7) Hail Ceasar!
Der Berlinale-Eröffnungsfilm macht gerade das, was Trumbo versucht, nicht: Er bemüht sich nicht um historische Ähnlichkeit – und ist auch sonst ein großer Spaß. Zu meiner Kritik.

8) Hedi
Eine arrangierte Ehe wird aus Sicht des Mannes geschildert. Ein offensichtlich an den Dardennes geschultes Sozialdrama aus Algerien.

9) Midnight Special
Michael Shannon muss mal wieder ein Kind retten – und das erste Drittel des Films ist großartig. Dann beginnt Jeff Nichols, zu viel zu erklären und landet schließlich auf Spielberg-Pfaden im Tomorrowland.

10) Boris sans Béatrice
Denis Côté macht Filme, die ich gerne mögen würde, die mir aber immer zu gewollt absurd und skurril erscheinen. Aber immerhin war dieser Film über einen wohlhabenden Mann, dessen erfolgreiche Frau depressiv wird, besser als sein Vorgänger.

10) Creepy
Ich schlage vor, wir nennen ihn einfach „crappy“. Und zwar nicht im guten Sinn.

11) L’avenir
Mia Hansen-Løve macht Filme, die ich erstaunlich „sauber“ finde. Schon in Eden konnten die Menschen Drogen nehmen und Nächte durchtanzen, ohne zu schwitzen. Nun widmet sie sich endlich der Geschichte einer erwachsenen Frau, aber auch hier fehlt für mich das Echte, Authentische, wenigenstens leicht Angedreckte, das fast jedes Leben hat. Dennoch ein guter Film.

12) Der Patriarch
Das Leben der Maoris ist interessant, der Film eher Sonntagnachmittagunterhaltung.

13) A Quiet Passion
Ein eigensinniger Film über Emily Dickinson, mit dessen Kritik ich sehr gerungen habe. So sollte man Kostümfilme machen, zugleich frage ich mich aber, wie ich gewichten soll, dass der Film über eine Dichterin einfach keine Bilder für das Schreiben findet.

14) Indigation
Eine Philip-Roth-Verfilmung, die über eine jüdischen jungen Erwachsen erzählt. Zur Kritik.

15) 24 Wochen
Ein hochemotionaler, aufwühlender Film, über den ich hier bereits ausführlicher geschrieben habe.

16) War on everyone
Alexander Skarsgård in einer Krimi-Komödie – hat mich sehr unterhalten.

17) Death in Sarajevo
Ein gutes Sozialdrama, das mit eingeschränkten Mitteln und Budget sehr viel über die Gegenwart und die langen Schatten der Vergangenheit in Bosnien-Herzegowina erzählt.

18) Alone in Berlin
Einmal aufregen reicht: zu meiner Kritik.

19) Mapplethorpe
Ein Dokumentarfilm über den Fotografen Robert Mapplethorpe. Zur Kritik.

20) A Serious Game
Pernille August dreht ein Kostümfilm. Zur Kritik.

21) Soy Nero
Die Geschichte eines Jungen, der illegal in den USA aufwächst, nach Mexiko zurückgeschickt wird, wieder in die USA flieht und sich dann der Armee anschließt. Hätte Potential gehabt, ist aber leider zu langsam erzählt.

22) Genius
Colin Firth und Jude Law spielen Max Perkins und Thomas Wolfe – und dank großer Affinität zum Thema mochte ich den Film trotz seiner offensichtlichen Schwachstellen.

23) Chi-Raq
Yeah! Spike Lee dreht eine moderne Version von Aristophanes‘ „Lysistrata“. Das ist großes Kino.

24) Zero Days
Alex Gibney macht mal wieder einen Alex-Gibney-Film, in dem er Zeitzeugen befragt, computeranimierte Erklärungen und Filmausschnitte montiert. Nur leider trägt sein Thema keine zwei Stunden, so dass die gleichen Sätze immer und immer wiederholt werden.

25) Kollektivet
Vinterberg dreht mal wieder einen sehr skandinavischen Film. Zu meiner Kritik.

26) Miles Ahead
Ein wunderbarer Film über Miles Davis, der sich den gängigen Strukturen eines Biopic verweigert, sondern – wie die Musik Davis‘ – Module verbindet. Ohne die unnötige Actioneinlage wäre er noch besser gewesen, aber Don Cheadle ist sensationell.

27) Little Men
Ira Sachs erzählt die Geschichte zweier Jungs in Brooklyn. Anrührend, komplex und gut.

28) United States of Love
Drei Frauen suchen die Liebe und finden – nichts. Verzweiflung. Scham. Dröger Versuch eines Sozialdramas, bei dem ich immer noch darüber lachen muss, dass das Drehbuch bei der Berlinale einen Preis erhalten hat.

29) Saint Amour
Einmal aufregen reicht auch hier. Zu meiner Kritik.

30) A Dragon Arrives
Eine seltsame Mischung aus Noir, Mockumentary und Satire. Sehr eigen, hat aber etwas.

31) Verfluchte Liebe deutscher Film
Dominik Graf widmet sich dem deutschen Genrefilm – ein sehr gelungener Dokumentarfilm, der zweite Teil folgt noch.

32) Inside Out
Ich liebe „Sadness“ – und fand diesen Film ganz wunderbar und sehr lustig.

33) Triple 9
Kritik folgt!

34) Mad Max: Fury Road
Wo-hoo!

35) The Martian
Trotz des unvermeidlichen Pathos am Ende habe ich mich großartig unterhalten gefühlt. Und sehr gelacht.

36) Ein Mann namens 0ve
Kritik folgt.

2 Gedanken zu „Sehliste Januar/Februar 2016

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