Der dreifache Batman – Steinfest und der Film, Teil X

(c) Piper

Schon der Titel des letzten Cheng-Romans „Batmans Schönheit“ ist in bester Hinsicht mehrdeutig. Zunächst ist Batman der allseits bekannte, als Fledermaus kostümierte Rächer, der in Gotham City auf Verbrecherjagd geht. Steinfest-Leser denken bei Batman aber auch an den Kater, den Markus Cheng im ersten Teil seiner Ex-Frau überlässt – und der gewissermaßen erst die Handlung, die zu seinem Armverlust führt, in Gang setzt. Außerdem gibt es noch die Batman-Figuren, die in „Die feine Nase der Lilli Steinbeck“ als todbringende Spielfiguren dienen. Und nun taucht in diesem Buch ein Urzeitkrebs auf, der von Cheng auf den Namen „Batman“ getauft wird.

In meinem Gespräch mit Heinrich Steinfest für das BÜCHER-Magazin habe ich ihn nach der Rolle von Batman gefragt. Er antwortete, dass er schon als Kind die Vorstellung von Batman faszinierend fand, da er ein Verbrecherjäger sei, der wie ein Verbrecher aussehe. In seinen Roman sei nun mit „dem Namen „Batman“ ist ein Unglück verbunden, das zu einem höheren Bewußtsein führt.“ Tatsächlich lässt sich diese Deutung wenigstens in den Cheng-Romanen bestätigen.

In „Cheng“ führt der Kater Batman indirekt zu dem Unglück, bei dem der Privatdetektiv einen Arm verliert. Nun ist der Armverlust zwar tragisch, aber er führt Cheng gewissermaßne auch zur Menschwerdung. Und auch in „Batmans Schönheit“ wird nicht irgendein Krebs mit dem Namen Batman getauft, sondern ein besonderes Exemplar, das unnatürlich lange lebt, und bei Cheng den Verdacht erweckt hat, dass er seine jüngeren Artgenossen frisst. Dadurch deutet sich schon ein weiteres Unglück an, das Cheng erneut auf eine höhere Bewusstseinsstufe führen könnte – sofern man dem ersten Ende Glauben schenken möchte.

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Da ich persönlich aber die zweite Version bevorzuge, richte ich mein Augenmerk auf die Batman-Figur, die Cheng in seiner Tasche findet. Durch diese Figur ist er Teil des Spiels höherer Mächte geworden ist, mit dem sich schon Lilli Steinbeck herumschlagen musste. In „Die feine Nase der Lilli Steinbeck“ wurden zehn Batman-Figuren zehn Menschen unbemerkt in die Tasche gesteckt. Diese Figuren wirken leblos, sie scheinen eine Art Schlüsselanhänger zu sein. Doch tatsächlich sind diese Figuren Cyborg-Prototypen, die vor Jahren von Dr. Antigonis, einem der Drahtzieher des Spiels, entwickelt wurden. Sie sind keine Mischung aus Mensch und Maschine, sondern aus Käfer und Maschine. Aber die Menschen hatten noch kein Interesse an dieser Technik. Daher ist es bei zehn Exemplaren geblieben, die nun für ihre Besitzer tödliche Folgen haben werden. Damit deutet sich auf diese Weise in „Batmans Schönheit“ schon das Ende von Markus Cheng an. Der Kreis schließt sich – und er wird auch in dieser Variante zu einem höheren Bewusstsein geführt.

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