Archiv der Kategorie: Bücher

Das Psychogramm einer Ehe – „Die stille Frau“ von A.S.A. Harrison

(c) Bloomsbury Berlin

„Besser als Gone Girl“ stand in der Verlagsvorschau von Bloomsbury Berlin – und dieser Satz machte mich sehr neugierig auf „Die stille Frau“ von A.S.A. Harrison. Bin ich doch von dem Potential sowohl von Gillian Flynn als auch der Geschichte von „Gone Girl“ überzeugt, war von dem Erzählstil und -konstruktion des Buches jedoch enttäuscht. Insbesondere im ersten Teil gab es zu viele Längen, die „Wendung“ war vorherzusehen – und das hätte durch Kapitel mit wechselnden Perspektiven vermieden werden können. In dieser Einschätzung wurde ich nun von „Die stille Frau“ von A.S.A. Harrison bestätigt, die von einer anderen Beziehung erzählt. Jodi … Weiterlesen

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Gedanken zu „Wüste der Toten“ von Urban Waite

(c) Droemer Knaur

Es ist die Aussichtslosigkeit, die dieses Buch bestimmt. Als Ray Lamar vor zehn Jahren entschieden hat, für das Drogenkartell von Memo zu arbeiten, hat er damit seinem Leben – und dem seiner Familie – eine Wendung gegeben, die sich weder umkehren noch korrigieren lässt. Er hat seine Frau verloren, seine Heimatstadt und seinen Sohn verlassen, doch er ist seither von dem Wunsch getrieben, wieder zurückzukehren. Und nach zehn Jahren nutzt er dafür einen wahnwitzigen Vorwand: Ein letzter Job für Memo, der ihm das nötige Geld für einen Neuanfang einbringen soll. Von der ersten Minute an ahnt Ray, dass die Sache … Weiterlesen

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Verbrechen in Glasgow – „Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter“ von Malcolm Mackay

(c) S. Fischer

Glasgow ist Schauplatz von Malcom Mackays „Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter“, Auftakt seiner Trilogie um ein schottisches Verbrechersyndikat. Im Mittelpunkt steht Calum MacLean, freischaffender Auftragskiller mit gutem Ruf und Hang zur Einsamkeit. Deshalb arbeitet er am liebsten alleine und hat sich bisher keiner Organisation angeschlossen. Als nun aber der beste Auftragskiller der Branche, Frank MacLeod, aufgrund einer Hüftoperation verhindert ist, bekommt e vom aufstrebenden Gangsterboss Peter Jamieson den Auftrag, Lewis Winter zu ermorden – und damit auch die Gelegenheit, sich ihm anzuschließen. Aus verschiedenen Perspektiven entfaltet sich im Folgenden die Handlung, in deren Mittelpunkt der titelgebende unvermeidliche Tod des … Weiterlesen

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Den Haag und Serbien – Über „Tribunal“ von André Georgi

(c) Suhrkamp

Die besten Krimis blicken über den eigenen Rand hinaus, sind – auf verschiedenste Weise – gesellschaftskritisch und regen zum Nachdenken an. Auf den ersten Blick scheint das alles auf „Tribunal“ von André Georgi zuzutreffen. Seine Hauptfigur ist die Polizistin Jasna Brandic, die seit zwei Jahren für den Schutz des Serben Marco Kovac zuständig ist. Kovac soll in Den Haag beim Kriegsverbrechertribunal der Prozess wegen des Massakers von Višegrad (dort führt Ivo Andrc’ „Brücke über die Drina“) gemacht werden, bei dem er mit 15 Mitgliedern seiner paramilitärischen Einheit „Die Wölfe“ über 4000 Moslems vergewaltigt und ermordet haben soll. Aber die Beweislage … Weiterlesen

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Abkehr vom Krimi – „Das himmlische Kind“ von Heinrich Steinfest

(c) Droemer Knaur

Eine Mutter will sich selbst und ihre Kinder töten, indem sie ihre Kinder betäubt und im Winter mit dem Auto in einen abgelegenen See fährt. Doch ihre Tochter Miriam ist kein gewöhnliches zwölfjähriges Mädchen. Sie ist intelligent, hat bereits „begriffen, wie sehr menschliches Glück nicht nur darin bestand, etwas zu erfahren, sondern auch darin, etwas nicht zu erfahren. Zumindest nicht sofort“ und vertraut ihren Eingebungen. Außerdem neigt sie zu einer „gewissen Gesetzestreue“, deshalb ist sie verwundert, dass ihre Mutter ihr im Auto eine Cola reicht. „Denn obgleich sie durchaus das Bedürfnis verspürte, das ganze Jahr über den süßsauren Geschmack dieses … Weiterlesen

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Amerika und Afrika – Über „Americanah“ und „Nairobi Heat“

(c) Transit Verlag

Was bedeutet es, schwarz zu sein? In dem großartigen Roman „Americanah“ erzählt Chimamanda Ngozi Adichie von der Nigerianerin Ifemelu, die in die USA geht und dort zum ersten Mal erfährt, was es bedeutet, schwarz zu sein, in einer Welt, in der weiße Haut das Ideal und erstrebenswerte Ziel ist. In dem Moment, in dem sie in den USA ankommt, spürt sie, dass fortan nicht mehr wie in Nigeria die Klasse über ihr Fortkommen entscheidet, sondern die Rasse. Ifemelu – und mit ihr der Leser – erlebt die Allgegenwärtigkeit einer Hautfarbe, die jede Fremd- und bald auch schon Selbstwahrnehmung bestimmt – … Weiterlesen

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Lesefreude: „Ein paar Tage Licht“ von Oliver Bottini

(c) Dumont

Heute ist Welttag des Buches und wie bereits im letzten Jahr nehme ich an der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ teil, die von den Buchbloggerinnen Christina (Pudelsmützes Bücherwelten) und Dagmar (GeschichtenAgentin) ins Leben gerufen wurde. Und Lesefreude verschenke ich mit einem großartigen Kriminalroman von einem der besten deutschsprachigen Krimiautoren. Meine erste Begegnung mit Oliver Bottini fand im Urlaub an der Ostsee statt, den ich mit einer Freundin vor allem lesend und faulenzend verbringen wollte. Als erstes Buch griff ich zu „Im Sommer der Mörder“, das ich beim Stöbern in einer Buchhandlung entdeckt hatte und mir aufgrund des Klappentextes gekauft habe. Beim … Weiterlesen

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