Archiv der Kategorie: Bücher

Einige Anmerkungen zu „Sechzehn Frauen“ von Rafael Cardoso

(c) S. Fischer

7 Millionen Menschen leben im Stadtgebiet von Rio de Janeiro, der zweitgrößten Stadt Brasiliens. Berühmt für seine Sambaschulen und den Karneval, berüchtigt für seine Favelas. Um über diese Stadt zu erzählen, greift der brasilianische Autor Rafael Cardoso in seinem Buch „Sechzehn Frauen“ auf die Stimmen der titelgebenden 16 Frauen zurück, die in kurzen Geschichten von ihrem Leben erzählen. Sie leben in 16 verschiedenen Stadtteilen Rios, sind reich, arm, jung, alt, glücklich und verzweifelt. Einige kennen sich, andere werden miteinander bekannt, viele treffen einen geheimnisvollen jungen Mann namens Rafael. Sie sind Schauspielerinnen, Verkäuferinnen, Studentinnen und Rentnerinnen. Ein sechsjähriges Mädchen erzählt von … Weiterlesen

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Krimi-Kritik: „Korrupt“ von Robert Kviby

(c) Rowohlt

„Sie würde noch mehr Gründe zum Weinen haben, die Frau, die schluchzend neben dem noch nicht getrockneten Blutfleck des Ministerpräsidenten stand.“ Dessen ist sich der Erzähler von Robert Kvibys „Korrupt“ sicher. Denn der Mord an Olof Palme ist Ausgangspunkt des Aufstiegs von „neuen Zysten der schmutzig grauen Machtamöbe“, die sich in Schweden dank starker Allianzen und schweigender Polizei breit macht. Und mit einem Teil dieser Machtamöbe stößt die Polizeireporterin Annie Lander zusammen, als sie über eine Mordserie an Prostituierten schreiben will. In dem Auftakt der Reihe um die Polizeireporterin Annie Lander und ihren Mann Max greift Robert Kviby auf bewährte … Weiterlesen

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Krimi-Kritik: „Schwarzlicht“ von Horst Eckert

(c) Wunderlich

Der Düsseldorfer Kommissar Vincent Che Veih wurde gerade zum kommissarischen Leiter der K11 befördert, als er es mit einem brisanten Fall zu tun bekommt: Walter Castorp, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, ist sechs Tage vor der Landtagswahl in einem Swimming Pool ertrunken. Er hatte schon einige Skandale durchlebt, zuletzt wurde ihm vorgeworfen, er hätte im Stile von Watergate die Opposition bespitzelt. Dennoch deutet bei seinem Ableben alles auf einen Unfall hin, aber Vincent will die Ermittlungen gründlich durchführen und entdeckt bald Hinweise auf einen Mord. Also ermittelt er in den höchsten Kreisen von Politik und Prominenz in Düsseldorf – und tritt … Weiterlesen

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Lesenotizen zu „Straße der verlorenen Schritte“ von Lyonel Trouillot

(c) Liebeskind

In einer Nacht verbreitet sich in Port-au-Prince in Windeseile das Gerücht, dass etwas passieren wird – wieder einmal. Die Anhänger der Opposition wollen mit Gewalt die Macht erringen, und die Miliz des „großen Verblichenen Ewiglebenden Diktators“ könnte abermals ein Blutbad unter der Bevölkerung anrichten. In dieser Situation fährt ein Taxifahrer durch die nächtliche Stadt, erinnert sich eine alte Prostituierte und Bordellbesitzerin an vergangene Nächte und flüchtet sich ein junges Paar in das Haus eines Freundes. Sie werden mitgerissen in einen Strudel aus Erinnerungen und Gedanken, Vermutungen und Träumen. „Das hier ist kein Land, sondern eine Fabrik des epischen Scheiterns“ – … Weiterlesen

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Krimi-Kritik: „Die hohe Kunst des Bankraubs“ von Christopher Brookmyre

(c) Galiani Berlin

Am Anfang von „Die hohe Kunst des Bankraubs“ steht eine andere Fertigkeit: die Kunst eines gekauften Blowjobs ohne Extras. Das ist nach Ansicht des Profikillers Harry eine einfache, aber dennoch unterschätzte Transaktion, bei der „der Kunde noch genau das bekam, wofür er bezahlt hat“: „nichts als zuverlässiges, leidenschaftsloses Schwanzlutschen zum vorher vereinbarten Pauschalpreis“. Doch in Mexiko – dort befindet sich Harry gerade – ist ein einfacher Blowjob schwierig zu bekommen. Deshalb will er dort so schnell wie möglich wieder weg. Nach diesem Prolog wechselt der Schauplatz nach Schottland. In Glasgow arbeitet Angelique de Xavia bei der Polizei, sie ist schwarz … Weiterlesen

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„Flut“ von Daniel Galera

(c) Suhrkamp

„Er hat das Gefühl, als wollte das Meer etwas von ihm, kann sich aber nicht vorstellen, was. Als gäbe es da etwas, das er vergessen hat, oder von dem er nicht mal weiß, dass er es weiß. Das Meer fragt ihn danach und scheint immer kurz davor, die Geduld zu verlieren, aber er verlässt es gerade noch rechtzeitig, bevor es einen Wutanfall bekommt.“ Ein letztes Mal wird der 33-jährige Erzähler von Galeras Roman „Flut“ zu seinem Vater gerufen, der ihm die Geschichte seines Großvaters erzählt, der einst in dem Küstenort Garopaba bei einem Tanzfest erstochen wurde. Die Tat wurde niemals … Weiterlesen

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Krimi-Kritik: „Das Fest der Schlangen“ von Stephen Dobyns

(c) C. Bertelsmann

„Wenn in einer Kleinstadt ein schreckliches Verbrechen geschieht, ist das eine Tragödie. Ein zweites ist ein Fluch.“ Brewster ist ein kleiner verschlafener Ort in Rhode Island. Normalerweise bekommt es die Polizei dort mit Verkehrssündern und Einbrechern zu tun, doch nun ist im Morgan Memorial Hospital das Baby der 16-jährigen Penny Summers verschwunden und an seiner Stelle fand die Nachtschwester Schlangen im Babybett vor. Schnell macht diese Nachricht die Runde in der Kleinstadt – und es wird nicht bei diesem einen Verbrechen bleiben. Stattdessen sehen sich der reizbare Woody und sein Partner Bobby mit angriffslustigen Kojoten, Satanisten und anderen Kulten konfrontiert, … Weiterlesen

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